Jupiter vom 24.03.

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KarlThurner

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Hallo zusammen,

nach zwei Jahren Abstinenz in Sachen Jupiter, hat die letzte
Schönwetterperiode wieder Lust gemacht, etwas in den Kasten zu
bekommen. Einer der Ergebnisse, um mich langsam wieder an die
Sache heranzutasten ...

Link zur Grafik: http://www.astro-markt.de/images/2015-03-24-lrgb-010-025-b12a.jpg

Sternwarte Diedorf
Newton 18" f/4.5 bei f~10 m
L-RGB (L = 642BP)
DMK 21AU618.AS

Den L-Kanal habe ich nur zu 50% untergemischt, um die Farben nicht
zu weit zu verfälschen. Außerdem habe ich mich hier an der
Derotation der Farbkanäle versucht, was allerdings noch nicht
ganz gelungen ist. Der Rotkanal ließ sich nicht exakt ausrichten,
was ich dann zum Schluss manuell durchgeführt habe. Einen
deutlichen Fortschritt brachte die Derotation im Blaukanal. Durch
die Addition mehrer Bildsequenzen stieg das SNR spürbar. Der
Blaukanal ist ohnehin mein Sorgenkind, weil die Qualität erheblich
hinter den anderen Kanälen hinterher hinkt. In den anderen
Kanälen ist der Gewinn viel geringer.


Klaren Himmel,
Karl
 
Hallo Karl,

Toller Jupiter, gefällt mir.
Bei mir ist der Blaukanal auch immer am schlechtesten.
Für die Luminanz addiere ich mit fitswork 2mal rot und einmal grün. Der Rotkanal ist bei mir am besten, aber die Farben gerade im GRf werden zu hell.

Wie mischt Du denn das Luminanzbild nur zu 50% dazu ?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

die prozentuale Überlagerung kann mit einem
Grafikverarbeitungsprogramm wie Gimp und Konsorten relativ
leicht erzeugt werden. Dort werden die Ebenen übereinander
gestapelt und nach Wunsch überblendet. Für Fitswork wüsste
ich jetzt keine Lösung.

Grüße,
Karl

 
Zitat von KarlThurner:
Hallo Karl,

auch wenn das Seeing bei Euch an dem Abend der 18"-Öffnung offenbar nicht ganz gerecht werden konnte, ist trotzdem eine ansehnliche Aufnahme herausgekommen. Vermutlich hast Du dieses Schmalbandfilter benutzt? Bringt ein solches Filter denn nach Deiner Erfahrung sichtbare Vorteile gegenüber einem "normalen" Rot- oder IR-Filter? Ich habe selbst gelegentlich den L-Kanal mit dem 35 nm schmalen Baader Ha-Filter erzeugt und konnte bislang keine erkennbaren Vorteile erzielen. Im Gegenteil, mit dem normalen Rotfilter kann ich bei ca. 70 nm Durchlassbreite viel kürzer belichten und bekomme damit am Ende einen besseren Rauschabstand, sowie eine größere Unabhängigkeit vom Seeing.

Gruß, Jan
 
Ich dachte mir schon, jetzt kommt was GROSSES. Aber, herrschaftszeiten, das zieht mir die Schuhe aus! Könnte glatt als Raumsondenaufnahme durchgehen. Lediglich die Randverdunklung ist etwas zu stark und leicht blauverfärbt, aber sonst: Fantastisch!!! So einen Anblick hätte ich gerne mal im Okular, aber da sieht es meist nur so aus wie die Vorschaubilder auf der rechten Seite.
 
Hallo Jan,
Karl hat da nach langer Pause eine bemerkenswert gute Aufnahme hinbekommen. :respekt2:
Der (L)Filter von Karl wird der Astronomik ProPlanet 642 BP (Bandpass) sein, der lässt von 642 bis 842nm alles passieren; den habe ich auch für Planetenaufnahmen im Filterrad. :) Die besonderen Vorzüge siehe Astronomik...
LG
Eberhard
 
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Zitat von astro_ebi:
Die besonderen Vorzüge siehe Astronomik...
Hallo Eberhard,

Danke für die Information zum Filter, die Karl ja möglicherweise noch bestätigen wird.

Die Aufnahme von Karl mit seinem 18"-Spiegel finde ich auch ganz ok, aber hinsichtlich des Kontrasts auch nicht so viel besser als die gleichzeitig mit einer 7,5"-Optik und ohne das gelobte Kontrastfilter gewonnene Aufnahme (dritte Version) von Markus "Lotz".

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

ich erkenne da bei Karls Aufnahme eine ganze Menge, was man evtl. noch herausarbeiten könnte. Aber für's Erste nach längerer Pause wirklich gut gelungen. :super:
Schärfe einfach mal seine Aufnahme nach, dann wirst du schnell erkennen, was da noch so drinsteckt. Die Aufnahme ist genug Ansporn für Karl, da weiter zu machen.

Diese Aufnahme bildet für mich mehr Details ab, als die benannte Beispielaufnahme mit dem 7,5" Mak. Das Bild des 7,5" erscheint mir sehr verschmiert und detaillos; das ist aber sicherlich auch Geschmacksache, wie Detail und Kontrast beurteilt werden. Ob der Filter hier eine bessere Wirkung erzielt hat, ist natürlich schwierig zu beurteilen, aber die situationsbedingten Vorzüge (Seeing u.A.) des ProPlanet Filters sind durchaus vorhanden; es ist ja auch kein Schmalbandfilter. :/
LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

der L-Filter war tatsächliche der Astronomik ProPlanet 642 BP.
Das ist natürlich kein Schmalbandfilter. Das würde auch
wenig bringen, weil sonst das Licht zu knapp wird, man zu
lange belichten muss und damit die Details verschmieren.

Der Vorteil dieses Filters ergibt sich für mich aus der
Kombination der Kamera und des Filters. Ich verwende den
Sony ICX618, der ziemlich rotempfindlich ist. Mit dem
neuen Filter und der DMK-Kamera habe ich deutlich mehr
Licht zur Verfügung wie im R-Kanal. Endlich mal eine
Kombi, bei der man bei f/25 nicht um jedes Photon
kämpfen muss.

Wenn Ihr die Aufnahmen der Szene aus Deutschland sichtet,
werde Ihr feststellen, dass bei 12" Öffnung langsam aber
sicher eine harte Grenze kommt. Mehr Auflösung lässt sich
unter gegebenen Bedingungen nur extrem selten heraus-
quetschen. Ein 18" hat insofern nur etwas mehr Licht zu
Verfügung für die gleiche Brennweite. In den meisten
Fällen ist es schon ganz in Ordnung, wenn 8"-Auflösung
erreicht werden. Diese Aufnahmen, das ist der
überwiegende Anteil, verstecke ich natürlich vor der
Öffentlichkeit ;). Die Auflösung von 18" erreichen
zu wollen, halte ich derzeit für illusorisch. Mal sehen,
was noch so kommt...

Klaren Himmel
 
Zitat von KarlThurner:
... feststellen, dass bei 12" Öffnung langsam aber sicher eine harte Grenze kommt. --- In den meisten Fällen ist es schon ganz in Ordnung, wenn 8"-Auflösung erreicht werden.
Hallo Karl,

im Verhältnis zum Auflösungsvermögen der Optik macht sich die Luftunruhe bei einem 18"-Teleskop doppelt so stark bemerkbar wie bei einem 9-Zöller. Aus diesem Grunde sollte man unter gegebenen Bedingungen am 18er schon mal höchstens halb so lange Belichtungszeiten einstellen wie an einem 9er. Um nicht in den Bereich der Unterbelichtung zu rutschen, kann man bei 18" mit größerer "Blende" arbeiten als bei 9", indem man die Kamera nicht bei f/25 sondern eher bei f/15 oder gar bei f/10 ankoppelt. An meinem 10" Spiegel nehme ich Jupiter bei f/11 mit Belichtungszeiten um 10 ms auf, an einem 18" Spiegel würde ich höchstens 5 ms belichten.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

das habe ich ausprobiert. Es bringt mir leider
meistens nichts. Das niederfrequente Seeing ist
durch 1/60 s mehr als gut abgedeckt, und bei
hochfrequenten Seeing, wenn der Jetstream bläst,
reiße ich auch mit ultrakurzen Belichtungszeiten
nichts. Jedenfalls sind das meine Erfahrungen.

Klaren Himmel,
Karl

 
Zitat von KarlThurner:
Das niederfrequente Seeing ist durch 1/60 s mehr als gut abgedeckt, ...
Hallo Karl,

vielen Dank für diese Information aus Deiner praktischen Erfahrung. Bei Planetenaufnahmen an meinem 10"-Spiegel konnte ich tatsächlich noch Unterschiede feststellen, so u.a. bei Marsaufnahmen mit Belichtungszeiten von 5 ms, die ich durch nachträgliche Aufsummierung auf eine Belichtungszeit von 30 ms erweitert habe, siehe hier, zweite Abbildung (Animation) von oben.

Bei größeren Teleskopen verschärft sich ja in stark zunhmendem Maße das Problem der Mehrfachüberlagerung von Bildern aufgrund von "Knicken" in der einfallenden Wellenfront. Möglicherweise ist das der Hauptgrund für die von Dir angesprochene "harte Grenze" in der Gegend von 12".

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

die "Knicke" sind Speckles und die sieht man ab ca.
14". Die Chance auf ein beugungsbegrenztes Bild sinkt
damit auf näherungsweise Null.

cs,
Karl
 
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