Jupiter vom 29.12.2025 12" Goto Dobson mit ASI 715mc

Sutra

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Hallo ins Forum,

ich bin immer noch dabei mich mit meinem neuen Equipment einzufinden und habe die gute Witterung gestern genutzt Jupiter vom Feld aus mit meinem
12" Skywatcher Goto Dobson und der neuen ASI 715 mc zu filmen.

Die Temperatur fiel in der Zeit von ca. 23:30 bis 1:00 Uhr von ca. -4,5 Grad auf -7,5 Grad.
Das Seeing war visuell am Dobson gesehen wirklich gut. (Vergrößerung war bis ca. 350-fach möglich; 4-5mm Brennweite am SVBony Zoom).
Die Aufnahme offenbarte dann jedoch einen steten Wechsel ruhiger Phasen, in denen Jupiter gut zu filmen war und einem Phasenweisen einbrechen der Bildschärfe, wahrscheinlich ausgelöst durch aufsteigende Warmluft aus den angrenzenden Ortschaften.

Jupiter 1,5.jpg

Summenbild aus 15% von 10.000 Bildern

Jupiter 1x mit Monden.jpg

Summenbild aus 30% von 500 Bildern mit maximalauflösung, Ausschnitt

Das untere Bild wurde mir einer 1,5-fach "Billig"-Barlow gemacht, 10.000 Bilder, davon 15% verwendet.
Jupiter 1x.jpg
Jupiter 2,25.jpg

Aufnahme 10.000 Bilder davon 10% verwendet, mit 2,25 Baader Q-Barlow, deutlich Aufgebläht, leider auch in einer Phase schlechteren Seeings erwischt.

Mir fällt das doch erhebliche Rauschen der Kamera auf - die sehr kleinen Pixel haben ihren Preis. Beim nächsten mal versuche ich mit dem Gain noch weiter runter zu gehen. Ich habe um die 4ms als Einzelbelichtung gehabt.

Ich hoffe, es gefällt trotzdem.

Gruß

Michael
 
Ich habe mit 5ms bei f15 ganz brauchbare Ergebnisse bekommen mit dem 715 Chip, das Histogramm wird dabei max 75proz ausgesteuert.
Letzlich verringert man das Rauschen durch stacking und derotieren.
 
Ich habe mit 5ms bei f15 ganz brauchbare Ergebnisse bekommen mit dem 715 Chip, das Histogramm wird dabei max 75proz ausgesteuert.
Letzlich verringert man das Rauschen durch stacking und derotieren.
Hallo Peter,

das 715 Chip hat 1.45μ Pixelgröße und mit f/15 hast Du sehr stark oversampeled. Du würdest sicher bessere Ergebnisse bekommen, wenn Du mit f/10 oder kleiner (f/5), je nach Seeing-Bedingungen) samplen würdest nach der Formel: foptimal = Pixelgröße in µm×5

Ich habe mal die KI (in diesem Fall Gemini) befragt, was Oversampling anrichten kann:

In der Astrofotografie, speziell bei der Planetenfotografie, ist das Ziel meist, das theoretische Auflösungsvermögen des Teleskops voll auszuschöpfen. Wenn du jedoch ein hohes Oversampling hast – also eine Brennweite nutzt, die deutlich über dem Punkt liegt, an dem die Kamera feine Details noch auflösen kann – reagieren Stacking-Programme wie Autostakkert! (AS!3/4) oder Registax auf spezifische Weise.
Hier ist eine Analyse der Auswirkungen:

1. Qualitätsbewertung und Sortierung
Die Algorithmen suchen nach scharfen Kontanten und feinen Details, um die besten Einzelbilder (Frames) zu identifizieren.
* Das Problem: Bei starkem Oversampling wird das Bild "weich". Die Kanten sind nicht mehr scharf definiert, sondern über viele Pixel verschmiert.
* Die Reaktion: Die Software hat Schwierigkeiten, echte Schärfeunterschiede von atmosphärischem Seeing zu unterscheiden. Das führt oft dazu, dass die Qualitätskurve flacher verläuft. Das Programm kann schlechte Bilder weniger effektiv von guten Bildern trennen.

2. Alignment Points (Ausrichtungspunkte)
Das Herzstück moderner Stacker ist das Setzen von Alignment Points (APs), um lokale Verzerrungen durch Luftunruhe auszugleichen.
* Verhalten: Bei Oversampling sind die Strukturen innerhalb der Planetenoberfläche (z. B. Wolkenbänder auf Jupiter) sehr groß und kontrastarm.
* Risiko: Wenn die APs zu klein gewählt werden, finden sie in der "Pixelmatsche" keinen eindeutigen Ankerpunkt. Das Programm verliert den Halt (Alignment Error), was zu Doppelkonturen oder Artefakten im fertigen Stack führt.
* Empfehlung: Wähle bei hohem Oversampling größere APs, damit das Programm genug Kontrastmerkmale innerhalb eines Punktes findet.

3. Rauschverhalten und Schärfen
Dies ist der kritischste Punkt für das Endergebnis.
* Signal-zu-Rausch-Verhältnis (SNR): Da sich das Licht beim Oversampling auf eine viel größere Sensorfläche verteilt, sinkt die Helligkeit pro Pixel drastisch. Du musst den Gain (Verstärkung) erhöhen, was das Rauschen verstärkt.
* Der "Drizzle"-Effekt: Viele nutzen beim Stacken die "Drizzle"-Funktion (z.B. 1.5x oder 3.0x), um das Bild zu vergrößern. Bei bereits vorhandenem Oversampling ist Drizzle absolut kontraproduktiv. Es bläht die Dateigröße auf und verstärkt das Rauschen, ohne neue Informationen zu generieren.

Zusammenfassung der Auswirkungen
| Faktor | Reaktion bei Oversampling |

| Rechenzeit | Steigt massiv an, da unnötig viele Pixel prozessiert werden müssen. |
| Schärfung | Wavelet-Filter in Registax müssen auf viel größeren Radien angewendet werden, was oft zu groben Artefakten führt. |
| Detailgrad | Es werden keine neuen Details sichtbar; das Bild wirkt lediglich "leer vergrößert". |
| Stacking-Genauigkeit | Sinkt tendenziell, da klare Referenzpunkte fehlen. |

Was kannst du tun?
Wenn du merkst, dass du deutlich über dem idealen Öffnungsverhältnis (Faustregel: F/D ~ Pixelgröße x 5) liegst:
* Binning: Nutze (wenn die Software es erlaubt) 2x2 Binning, um die effektive Pixelgröße zu erhöhen und das SNR zu verbessern.
* Größere APs: Setze die Alignment Points manuell und wähle eine größere Box-Größe (z.B. 104 oder 200 statt 48).
* Downsampling: Oft ist es besser, das fertige Bild am Ende wieder um 50% zu verkleinern. Es wirkt dadurch knackiger und das Rauschen wird unterdrückt.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Wow, danke für die Info. Ist mir alles klar, aber ich mache es trotzdem, weil das alles theoretische [zensiert] ist und das Ergebnis zählt, siehe meinen letzten Jupiter.
 
Hallo Peter,
Wow, danke für die Info. Ist mir alles klar, aber ich mache es trotzdem, weil das alles theoretische [zensiert] ist und das Ergebnis zählt, siehe meinen letzten Jupiter.
genau deswegen schreibe ich das ja. Weil ich Deine Bilder kenne.
Aber ich weiß, Du bist sehr von Dir und deinem "Wissen" überzeugt und in diesem Glauben will ich Dich auch lassen.

Gruß,
Peter
 
Hallo ihr beiden,

bitte bleibt freundlich ;)

Danke fürs Feedback. Ich versuche für die Zukunft noch bessere Beobachtungsorte in der Nähe zu lokalisieren um das Seeing zu verbessern.
Bzgl. des Rauschens, wieviele Einzelaufnahmen nimmst du auf @Peter (Zyklop) und wieviele verwendest du zum stacken? Ich verwende aktuell zwischen 10 und 15% von 10000 Bildern bei Detailaufnahmen.

oftopic
Eine 3x Fach Barlow würde bei mir im Zusammenspiel mit der Asi 715 am Dobson glaube ich auch kaum noch zu handeln sein.
Die 2,25 führt ja schon zu diesem großen Jupiterabbild (oben das 4. bild) und ist somit bei f11

Viele Grüße

Michael
 
Hallo Michael,

bei guten Bedingungen stacke ich mindestens 40%.

Die 2,25 führt ja schon zu diesem großen Jupiterabbild (oben das 4. bild) und ist somit bei f11
Ich nutze die Barlow selbst mit der Asi462mm / Asi662mc.
Durch den höheren Abstand bis zum Sensor der Kamera ist der Faktor höher. Dazu wirst du auch bestimmt einen UV/IR Sperrfilter auf die Steckhülse geschraubt haben. Das sorgt nochmal für mehr Abstand. Der Faktor wird bei ca. 2,6-2,7 liegen.

Das Barlowelement erlaubt durch Abstandänderungen sehr flexible Faktoren, auch kürzere.
Ich mache das manchmal bei meinen Sonnenaufnahmen. Den nötigen Filter schraube ich mit einem ZWO T2-1,25" Filter Adapter in die Kamera oder in eine T2 Verlängerungshülse. Dann kann ich das Barlowelement vorne in die Steckhülse schrauben.
Mit T2 Verlängerungen können dann verschieden Abstände erreicht werden, also unterschiedliche Faktoren.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Vielen Dank für deine Anmerkungen!

Einen UV IR Sperrfilter verwende(te) ich bislang tatsächlich noch nie! Vielleicht ist das eine Ursache, warum die Bilder mit Barlow immer an Schärfe verloren haben. Ohne Barlow kamen mir die Bilder in der EBV immer ein gutes Stück schärfer vor. Ich werde es probieren, zum Glück habe ich bei meinem letzten Kauf (den 12er Goto Dobson) einen entsprechenden Filter im Zubehör mitgekauft. Das Zubehör war beim Teleskop dabei.

Das werder ich zunächst mal ausprobieren.

Viele Grüße
 
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