Jupiter ZM I/II Berechnung n. Meeus, Abweichung !?

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Christian_P

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hi

ich schreibe gerade an einem Berechnungstool zur Zentralmeridianberechnung nach Jean Meeus, Astronomical Algorithms, 2nd Edition.

Ich habe das Buch nicht vorliegen und nutze die C++ Library AA+
http://www.naughter.com/aa.html



Nun habe ich die Berechnungen verglichen einmal mit Winjupos und mit
http://www.arksky.org/newcmcalc.htm


für heute, den 09.02.2015 um 16:00 UT (oder ET oder TT ??, siehe unten) rechnet mein Programm, was nach Meeus rechnet:

JD 2457063.16666667
ZM1 324.794256839619
ZM2 317.627206578748



Winjupos kommt aber auf
2015-02-09 (yyyy-mm-dd), 16:00.0 UT CM I 325.5° CM II 318.2°
JD : 2457063.16667

Nun kann es entweder sein, dass die Algorithmen von Meeus schon "veraltet" sind also nicht mehr so genau rechnen, aber ich vermute und hoffe eher, dass die Algorithmen von Meeus Ephimeridenzeit als Eingabe brauchen. Leider habe ich das Buch nicht da.


Vielleicht weiß jemand Rat? ?)



Wenn ich eingebe 16:00:00 + 68s = 16:01:08 komme ich auf

JD 2457063.16744213
ZM1 325.475134331283
ZM2 318.302167321338

was schon viel besser wäre.



EDIT: habe gerade gesehen, dass es entsprechende Methode in der Library zum Umrechnen in TT gibt. Vielleicht ist es wirklich so gedacht.
CAADynamicalTime::UTC2TT method which converts from UTC to TT




Viele Grüße,
Christian

 
Meeus sagt (AA, S. 293):

"1. Calculate d = JDE - 2433282.5 ..."

und JDE ist der "Julian Ephemeris Day". Also Ephemeridenzeit.

Tschau,
Thomas
 
Hallo Christian,

Meeus rechnet in Ephemeridenzeit.

Auf der Seite http://eclipse.gsfc.nasa.gov/LEcat5/deltatpoly.html berechnet sich ΔT im Zeitraum 2005-2050


t = y - 2000
ΔT = 62.92 + 0.32217*t + 0.005589*t^2


Daraus ergibt sich ΔT = 69.0101, also 69 s

GUIDE8 berechnet dann mit dem Input

9 Feb 2015 16:01:09 UTC (JD 2457063.16745)

die Zentralmeridiane wie folgt:

Code:
Zentralmeridian: 326.16 (Jupiter System I)
Zentralmeridian: 318.92 (Jupiter System II)

Wie Guide das intern behandelt, steht → hier

cs,
harald

--
 
Hallo Thomas,

sehr schön, das bestätigt meine Vermutung!


Harald, auch dir herzlichen Dank.


In der Library scheint die Berechnung gut implementiert zu sein, dennoch gibt es immer Abweichungen, auch zu deinen angegebenen Werten. Eine Genauigkeit auf eine Nachkommastelle ist aber gegeben, vor allem auch im Vergleich zu Winjupos.

Die Methode CAADynamicalTime::UTC2TT zur Korrektur auf ET bzw. TT korrigiert aktuell nur mit 68s. Schade, da muss ich wohl selbst eine Methode schreiben, die mir die Korrektur macht. Wobei ich die Aufnahmezeit ja auch nur auf die Minute genau kenne bzw angebe und meine Bilder und Zeichnungen ja gar nicht so genau sein werden, als das sich die eine Sekunde da groß merkbar macht.



Danke vielmals an euch


Gruß
Christian
 
Keine Ursache, Christian.
Ich finde solche Vergleiche immer spannend, es geht ums Detail ;)

Ich hab jetzt mal ein altes Script von mir rausgekramt, das nach Meeus AA 2nd Editon rechnet, und einen Vergleich angestellt mit WinJupos. ΔT berechne ich mit meiner Methode "getDeltaTFromJD(jd)", nach den Formeln vom eclipse.gsfc.nasa.gov (Link oben).
Code:
Vergleich Meeus-WinJupos
9.2-9.6 2015, immer 16:00 UT

UT				JD			deltaT		JDE			omega1		CM1		omega2		CM2
2015-02-09 16:00 UT		2457063.16667		69		2457063.16746		325.49		325.5		318.32		318.2
2015-03-09 16:00 UT		2457091.16667		69		2457091.16746		69.04		69.0		208.24		208.1
2015-04-09 16:00 UT		2457122.16667		69		2457122.16746		283.56		283.1		186.24		185.7
2015-05-09 16:00 UT		2457152.16667		69		2457152.16746		336.23		336.2		10.03		9.9
2015-06-09 16:00 UT		2457183.16667		69		2457183.16746		185.02		185.0		342.31		342.2


Größter Unterschied also hier im April 2015.
Im Programm WinJupos steht eh in der Hilfe:
"From 2008 onwards the TDT-UT difference is extrapolated. Since the real values will probably differ from that assumption, this should cause slight errors in time-critical values such as Central Meridian (C.M.) longitudes or positions of satellites."



cs,
harald

--
 
Hallo Harald


irgendwie scheint es bei mir noch andere Abweichungen zu geben.


Code:
für 16:00:02 rechnet jupiter.Calculate( dynTime.UTC2TT( this->julianDate ) );

JDE              CM I        CM II     
2457063.16747    325.4973    318.3241  
2457091.16747    069.2059    208.3993
2457122.16747    283.5599    186.2401  
2457152.16747    336.7408    010.5417
2457183.16747    185.4033    342.6947


?)




Viele Grüße,
Christian
 
Ich habe die Ursache gefunden.

Meine obigen Werte sind geometrischer ZM, nicht scheinbarer.


VG,
Christian
 
Hallo Harald



immer CM1 CM2 untereinander


Code:
JDE              GEO        APP
2457063.1675     325.50     325.50
2457063.1675     318.32     318.32

2457091.1675     069.21     069.04
2457091.1675     208.40     208.24

2457122.1675     283.56     283.13
2457122.1675     186.24     185.81

2457152.1675     336.74     336.23
2457152.1675     010.54     010.03

2457183.1675     185.40     185.02
2457183.1675     342.69     342.31




Viele Grüße,
Christian
 
Hallo,
der geometrische Zentralmeridian bezieht sich auf die wahre Mitte des Jupiter, der scheinbare Zentralmeridian auf die sichtbare Mitte des Jupiter. Der Unterschied entsteht durch die Phasengestalt abhängig vom Phasenwinkel. Zur Oppositon sind beide Zentralmeridiane gleich.
 
Ich ergänze meinen Beitrag mit weiteren Bemerkungen:

Der scheinbare Zentralmeridian hat in jetziger Zeit an Bedeutung verloren. Vor der CCD-Fotografie ermittelte man die Position des GRF, in dem man die Zeit des Durchganges durch die Planetenmitte bestimmte. Bei visueller Beobachtung und etwas Übung kann man einschätzen, wann sich der GRF im Zentralmeridian befindet - natürlich nicht so genau wie mit dem Ausmessen von Fotos.

Für praktische Belange reicht es, den Zentralmeridian auf Zehntelgrad zu kennen. Man bedenke, die "Oberfläche" des Jupiter
ist die Atmosphäre, deren Rotation breitenabhängig ist und zu den Polen hin langsamer wird. Es gibt eben keine festen Punkte für eine genaue Messung.

In meiner Homepage gebe ich auch Zentralmeridiane:
Ephemeriden

Ich rechne mit Näherungsverfahren und mache keinen "Genauigkeits-Wettbewerb".
 
Hallo Karl-Heinz,

vielen Dank für deine informativen Beiträge!

Die Schätzung des ZM des GRF würde ich gern mal nach der Methode von Walther Löbering durchführen, die im Handbuch für Sternfreunde beschrieben ist. Mal sehen, wann sich dazu eine Gelegenheit ergibt.



Viele Grüße,
Christian
 
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