Jupiter zwischen den Jahren

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saturn61

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Hallo Sternfreunde/innen,

die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wurde in meinem Elternhaus als "zwischen den Jahren" bezeichnet. Hier im Münsterland sind die letzten Wochen für Sterngucker eine Sauregurkenzeit. Am 27. Dezember sollte es kurzfristig auflockern. So war ich ermuntert, endlich einmal Jupiter vor die Linse zu bekommen. Leider war der Himmel weiterhin bedeckt.
In einer Wolkenlücke (für ca. 5 Minuten) entstand ein Video mit 4000 Bildern. Dann war der Abend wettertechnisch gelaufen.
In den vergangenen Tagen habe ich mich dann an die Bildbearbeitung gewagt. Das beigefügt Bild zeigt das Ergebnis.
Das Video entstand mit einer DBK 21AU618.AS an einem Meade 16" SC bei einer Brennweite von 8000 mm, somit f=20. Aufgenommen wurde mit IC Capture 2.2 bei Gain 800 und 1/60 Sekunde Belichtungszeit. Aus dem Video wurden 2000 Bilder eingelesen, davon 75 % verwendet. Das Video wurde mit Autostakkert bearbeitet. Das Summenbild wurde mit Registax 6 bearbeitet.

Leider werden die Bilder im jpg Format hier im Forum deutlich schlechter abgebildet als im Original.
Wünsche einen guten Rutsch ins Kometen-Jahr 2013.

Sternfreundlicher Gruß

Günther

 

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Hier einmal um 50 % verkleinert.

 

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Hallo Günther,
ich habe den bei uns klareren Himmel mit Wolkenlücken auch versucht zu nutzen und habe nun dank deiner Bilder eine Referenz, was wirklich zu sehen war.
Trotz aller Kompression, die 16" sieht man deinen Bildern an, besonders das Kleine ist ja wirklich scharf, mit den WOS unter dem GRF. Die gehen bei mir in den weichgespülten Zwiebelringen unter.
Viele Grüße und CS
Martin
 
sieht schoen ausgewogen aus.
man sieht wirklich die oeffnung.
ein leichtes raster sehe ich auch.
vermutlich waere originale brennweite und viertel belichtungszeit besser gewesen oder?
registax stackt besser als es schaerft finde ich.
da nehm ich lieber ps z.b.
vg
 
Hallo Peter,

danke für Deine Hinweise! Das Raster entsteht wohl durch die
Bayermatrix der Farbkamera.

Sternfreundlicher Gruß

Günther
 
Zitat von Zyklop:
vermutlich waere originale brennweite und viertel belichtungszeit besser gewesen oder?
Die Aufnahme gefällt mir, auch wenn sie - offenbar wetterbedingt - weit hinter den Möglichkeiten einer 16"-Optik zurückbleibt. Die Brennweite ist hier mit f/20 m.E. ganz ok im Hinblick auf das doppelt so weite Rastermaß der rot maskierten Bildelemente des Farbchips gegenüber einer Monochromkamera mit Rotfilter. Selbst da wäre mit dem 5,6 µm Pixelraster des 618er Chips f/10 schon etwas knapp, jedenfalls dann, wenn man bei guten Sichtbedingungen das Auflösungsvermögen des Teleskops ausreizen möchte.

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

danke für Deine Reaktion. Bilder die mit einer Farb-Kamera gemacht worden sind, sieht man hier im Forum ja seltener.

Das Seeing war leider recht bescheiden. Eine Wolkenlücke von nur 5 Minuten. Von allen Pixeln werden ja 25 % in blau, 25 % in rot und 50 % in grün real durch die Bayermatrix aufgenommen. Durch Farbinterpolation daraus ein RGB erzeugt.
Welche Brennweite bzw. Öffnungsverhältnis siehst Du bei dieser Farb-Kamera und Öffnung als sinnvoll an?

Sternfreundlicher Gruß
Günther
 
Zitat von saturn61:
Das Raster entsteht wohl durch die
Bayermatrix der Farbkamera.
Hoi,
ich habe auch öfters so ein Raster drin.
Je nach stacking-Programm tritt es stärker oder schwächer auf.
Du bekommst es rel. gut weg, wenn du das Bild am Ende mit 0,3 bis 0,5pixel Gauss-Weichzeichnest.
Dadurch wird das Bild minimal flauer aber hat kein Raster mehr.
Eigentlich hatte ich mit AS! weniger Raster wie mit Registax6.

 
Hi,

wenn ich mit Farbkameras arbeite, hab ich ab und an auch dieses Raster. Vor allem dann, wenn Jupiter wie angenagelt und knackscharf auf dem Monitor stand. Abhilfe brachte da, das Teleskop bewußt während der Aufnahme gaanz langsam driften zu lassen. :)
 
hi fee,
ich hab das raster trotz dithern schon bekommen.
ich glaub es haengt auch bisschen davon ab wie hoch die verstaerkung ist und wie man das histogramm aussteuert.
 
Zitat von saturn61:
Welche Brennweite bzw. Öffnungsverhältnis siehst Du bei dieser Farb-Kamera und Öffnung als sinnvoll an?
Hallo Günther,

zunächst einmal gehe ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung davon aus, dass man mit einer Monochromkamera bei Blendenzahlen im Bereich 2,5*p < f/D < 3,0*p am Beugungslimit des Teleskops abbilden kann, wobei p den Rasterabstand der Bildelemente (Pixel) in µm auf dem Kamerachip bedeutet. Das entspricht weitgehend der "Faustformel" f/D = 3*p von Peter Müller, die sich auf den Wellenlängenbereich des grünen Lichts bezieht. Dass es auch mit etwas geringeren Faktoren als 3 geht, führe ich auf zwei Faktoren zurück, (1) den aufgrund der hierzulande herrschenden Sichtbedingungen vergleichsweise hohen Beitrag der längerwelligen Spektralanteile (Rot) zur Abbildungsleistung, (2) die Tatsache, dass sich die abzubildenden Objekte infolge der Luftunruhe mit Amplituden von mehreren Pixelabständen hin und her bewegen, so dass das Pixelraster selbst nicht mehr erkennbar mit den Abbildungsstrukturen interferiert.

Bei einer Farbkamera würde ich im Vergleich zur Monochromkamera als Bezugsgröße die mittlere Dichte derjenigen Pixel auf dem Kamerachip zugrunde legen, von denen ich den entscheidenden Beitrag zur Bildauflösung erwarte. Wenn wir allein die rot maskierten Pixel in Betracht ziehen, deren Rasterabstand doppelt so groß ist wie der des unmaskierten Chips, müssten wir die Kamera unter Beachtung der o.a. Formeln bei der doppelten Aufnahmebrennweite ankoppeln.

Natürlich tragen aber auch die grün maskierten Pixel einen erheblichen Anteil zur Abbildungsleistung bei. Diesen Pixeln kann man mit ihrem Anteil von 50% an der Gesamtzahl der Pixel einen Rasterabstand vom 1,4-fachen (Wurzel aus 2) des Monochromrasters zuordnen. Wenn man die Beiträge der grün und rot maskierten Pixel gleich bewerten will, dann sollte man die Gesamtzahl dieser Pixel zugrunde legen können, die ja bereits 3/4 der Pixelzahl der Monochromkamera ausmacht. Der "effektive" Pixelabstand und die Ankopplungsbrennweite wären in diesem Fall nur um ca. 15% höher (Wurzel aus 4/3) anzusetzen als beim unmaskierten Chip.

In welchem Umfang diese Überlegungen unter Berücksichtigung des interpolierenden Auslesealgorithmus der Kameraelektronik als realistisch anzusehen sind, kann ich nicht wirklich beurteilen. Unter der Voraussetzung, dass sie realistisch sind, sollte der 618er Farbchip (p=5,6) Deiner Kamera mit f/20 auch im Hinblick auf gute Sichtbedingungen einigermaßen "sinnvoll" angekoppelt sein.

Gruß, Jan
 
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