Jupiter?

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Bartinhogoool

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Hallo zusammen,
ich möchte mich mal kurz vorstellen. Ich heiße Bartek, bin 26 Jahre alt und komme aus Wetter(Ruhr).
Schon als kleiner Pupser im Kindergartenalter war ich fasziniert von den "Unendlichen Weiten". Am 02.04.13 war es dann endlich soweit. Der Postbote übergab meiner Freundin (ich war noch arbeiten) mein erstes Teleskop.
"Wow das Paket ist so riesig, da passt ne Atomrakete rein." Schrieb sie mir daraufhin.
Nach Feierabend angekommen war es auch zügig aufgestellt.
Da es mein erstes Teleskop ist und ich meinen Geldbeutel nicht sprengen wollte, habe ich mich nach langem hin und her für einen Dobson 8" entschieden.
Es sind nun 10Tage vergangen.
Vorab muss ich noch hinzufügen, dass ich so oft wie möglich den Sternenhimmel "mit bloßem Auge" erkunde und lese, lese, lese. Nach dem Lesen noch weiter lese usw. Kennt ihr ja bestimmt.
Leider habe ich noch keine Tasche zum Transport, also bin ich gezwungen aus unserer Wohnung aus erste praktische Erfahrungen mit meiner Atomrakete - "meine ersten Atomtests" durchzuführen. Zum 25mm Plössl habe ich mir ein UWA 9mm und ein 5mm Planatery Okular 1,25" gekauft.
Nach vielen Beobachtungen ohne sollte ich endlich nach so vielen Jahren durch ein Teleskop schauen und war mehr als begeistert als ich trotz schlechter Wetterperiode nun meinen ersten Lieblingsstern Altair beobachten konnte.
Mittlerweile hatte ich auch mal Glück, letzten Sonntag wars, dass das Wetter auch mal mitspielte und ich im Südwesten beobachten konnte. Wie krass Sirius aussieht! Wahnsinn!
Trotz Mega Lichtverschmutzung. Unsere Straße ist übersäht mit Straßenlaternen. Dennoch liebe ich den Anblick der "Feuerbälle".

Ich schreibe weil ich JUPITER sehen will und bin schon am verzweifeln. Ich weiß ich bin Anfänger, aber ich bin doch nicht blöd! Warum sehe ich ihn nicht. Es kann doch nicht an der Luftverschmutzung liegen oder? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Das ich den Orionnebel jetzt nicht erblicken konnte ist ja vollkommen okay. Aber Jupiter hätte ich doch treffen müssen. Man konnte auch die Plejaden sehen, trotz schlechtem Sehen. Ich habe da zwei Theorien: 1. Evtl. wäre Jupiter (Unsere Wohnung liegt auch südwestlich) genau überm Dach, sodass ich den nicht in Augenschein nehmen kann, oder ich muss tatsächlich noch mehr üben.
Eigentlich bin ich der Meinung, dass ich die Entfernungen zwichen Horizont und Zenit gut abschätzen kann. Bei nächtlichen Beobachtungen ohne Teleskop finde ich mich gut zurecht, besonders was Süden und Westen bis zum Polarstern angeht (von Dämmerung bis Mitternacht!) Diese Beobachtungen finden aber unter freiem Himmel statt - meist an höhergelegenen Orten.
Jetzt habe ich auch nicht mehr viel Zeit ihn vor seiner Unsichtbarkeitsperiode noch zu beobachten.
Tasche und 3x Barlow + Justiergerät habe ich heute bestellt.
Ich will so schnell wie möglich ins Freie und meine erste richtige Beobachtungstour starten.
Bitte helft mir. Wetter in Wetter an der Ruhr ist gerad wieder schlecht. Zwischen den Wolkendecken sind immer mal wieder freie Stellen zu sehen. Gleich wird es dunkel - so in 20 min.
Eigentlich muss ich Jupiter doch sehen können. ODER?

Schönen Gruß
Bartek
 
Hallo Bartek,

Jupiter befindet sich zur Zeit im Sternbild Stier in der Nähe des Sterns Aldebaran und ist der hellste Punkt dort (so um die -2,0m). Den sieht man auch bei Lichtverschmutzung. Installiere dir doch mal das Programm Stellarium. Dort kannst du nachsehen, wo sich Jupiter befindet.

Vielleicht erwischst du ihn ja heute noch, wenn das Wetter mitspielt. Viel Glück.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Heiko,

Stellarium - CHECK
Sternkarte - CHECK
Astronomisches Jahrbuch - CHECK
Internetseiten zur Planetensichtbarkeit - CHECK

Das ist ja mein Problem. Letzten Sonntag war keine einzige Wolke am Himmel -2,3mag sollte Jupiter haben. Vom Fenster aus hätte ich schwören können das das Jupiter ist, war aber nicht so bei Aldebaran, Hyaden. Für mein 5mm war die Lichtverschmutzung zu stark. Im Plössl war nur ein heller weißer Punkt zu sehen.
Auch mit bloßem Auge heller als jeder andere Stern am Himmel UND NICHT AM FUNKELN!
Ist jetzt mein teleskopisches Sehen so schlecht oder habe ich einen offenen Sternhaufen bei kleinerer Vergrößerung gesehen?
Mit dem 9mm UWA sah es aus wie ein Stern. Es kann definitiv nicht Jupier gewesen sein. Kann das ja eigentlich nicht beurteilen, habe aber in den letzten Monaten neben der Arbeit alle anderen Hobbys schweifen lassen und mich voll und ganz auf die Astronomie konzentriert und fast täglich bis zu 6STd. Fachzeitschriften, Bücher, Internetplatform wie ein Schwamm aufgesaugt.
Bei keinem anderen Hobby/THEMA vergesse ich alles um mich herum - auf einmal sind die "bis zu 6Std" um.

Daraufhin habe ich mit dem Plössl und dem UWA den ganzen Stier bis zum Orion und Fuhrmann Stück für Stück abgesucht und "beim Jupiter!" den Jupiter nicht gefunden!
Kann es denn sein das ich den wie beschrieben nicht sehen konnte, weil er über unserem Dach über mich gelacht hat?

Pollux, Kastor konnte ich so gerade eben noch durchs Fenster sehen.

Danke für deine schnelle Antwort

Gruß
Bartek
 
Hi Bartek,

was hast denn an Deinem Newton - Sucherfernröhrle oder Telrad?

Beide Aufsuchhilfen müssen zum Hauptrohr (dem 8" Newton) justiert werden.

Dazu brauchst keine Sterne, das geht auch aus der Wohnung raus durch ein Fenster auf einen weiters weg liegenden Punkt am Horizont. ;)

50 Meter Entfernung sollten allerdings schon dazwischen liegen. Nachbardach mit Kaminecke, Kirchturm, Schornstein, Fensterrahmen, irgend was markanntes solltest Du anpeilen.

Schau zuerst mit dem 25mm Plössl durchs Teleskop. Stell scharf und das Objekt genau in die Bildmitte vom Okular. Jetzt ohne das Teleskop zu bewegen schaust durch den Sucher. Der hat 2 Schräubles und eine Druckfeder an der Halterung. Damit kannst die Achse vom Sucher zur Achse des Newtons ausrichten (rauf/runter bzw. links/rechts). Richte mit diesen Schrauben den Sucher so aus, daß er das Objekt auch in der Mitte hat. Immer zwischen Newtonokular und Sucherokular wechseln nach jeder Korrektur.

Wenn es da paßt, dann mit dem 5 mm Okular wiederholen, bis auch im 5 mm Okular das Objekt in der Mitte steht.

Jetzt kannst jeden Stern, den Du mit dem Auge frei sehen kannst, über den Sucher einstellen und er ist im Okular im Newton drinn. :super:

Bei so kurzer Distanz mußt allerdings den Sucher neu scharfstellen. Später am Sternhimmel dann wieder auf Sterne scharf stellen net vergessen!

Dann findest auch Jupiter. Mit dem 25er Okular sollte es ein sehr heller "Stern" mit winzigen "Sternchen" link/rechts daneben sein. Wo die "Sternchen" (eigentlich seine 4 gallileischen Monde) stehen, zeigt Dir Stellarium. Die stehen jede Stunde wo anderst...

Ich denke, Du hattest ihn schon, aber erst bei stärkerer Vergrößerung (Okular mit kürzerer Brennweite, z.B. das 9mm) wird aus dem hellen "Stern" eine "Scheibe". Dann ist Jupiter auch nicht mehr so hell und mit etwas Übung kannst seine Bänder in Pastelltönen erkennen...

Falls Du aus ner "Häuserschlucht" heraus beobachtet hast, kann es sein, daß Jupiter hinter irgend einem Haus im Südwesten versteckt war...

 
Kurzes Update:

Kurz nach 22Uhr - bewölkt - Lichtverschmutzung hoch

Bis auf die Mondsichel (MÄNNER - hab das erste Mal den Mond geshen!!! konnte trotz Wolkendecke wenige Krater erkennen; Plössl 25mm) nur Kapella sehen - alsobin mir ziemlich sicher das es Kapella war - traumhafter Anblick! Weiß funkelnd blitzartig beim Scharfstellen. Bei größeren Vergrößerungen kam ein zweiter kleiner Stern ins Blickfeld den ich aber nicht scharfstellen noch sonderlich vergrößern konnte.
Auf meiner Oculum Sternkarte ist auch ein solcher kleiner Zwerg neben Kapella abgebildet.

**** Eine FRAGE habe ich auch noch ****

Auf meiner Oculum Sternkarte ist unter Kapella Aldebaran im Stier abgebildet und genau da wo der Aldebaranpunkt (schwarz markiert) aufgedruckt ist, soll ein (laut Legende) riesen offener Sternhaufen zu sehen sein. 3-4x so groß wie jeder andere Sternhaufen auf der Sternkarte. Und ausgerechnet dort in der Nähe sollte sich Jupiter befinden.
Ich lese immer nur wie einfach es ist den Planeten zu finden.
Nach dem Mond, das am leichtesten zu findende Objekt - abgesehen von Sirius - Arktur.

Bei meinen zahlreichen Beobachtungen "mit bloßem Auge" habe ich genau diesen ("offenen Sternhaufenpunkt auf meiner Sternkarte") für Jupiter gehalten und mit einer LUMIX FZ38 abgelichtet. GRÖßER ALS JEDER STERN UND NICHT FUNKELND!!!
Das sind immer die BESCHREIBUNGEN die ich im INTERNET über den JUPITER lese.

Als ich die Fotos bearbeiten wollte, ist mir beim Vergrößern aufgefallen (ich dachte es zumindest) das es Jupiter mit 2 in seiner Monde sei.
Aber anscheinend - so gehe ich jetzt mal von aus - sind es die Hyaden. Aber an dem letzten Sonntag als das Wetter so TOP war konnte ich beim Anblick nur einen WEIßEN NICHT FUNKELNDEN FLECK erkennen - mit (ich nenn die jetzt mal scherzeshalber 2 Monden)

Ist meine Straße den Blick aus dem Fenster nicht würdig? Zu viele Straßenlaternen in unmittelbarer Nähe, das mein 8" den größten offenen Sternhaufen auf der OCULUM STernkarte nicht richtig auflösen kann oder hab ich jetzt einen an der Waffel und kann 1 und 1 nicht zusammenzählen???

#############JUPITERICHFINDEDICH##############

Gruß
Bartek
 
Hallo Bartek,

zunächst mal herzlichen Glückwunsch zu Deinem achter Dobson, das ist ein richtig gutes Einsteigerteleskop, eine vernünftige Wahl finde ich.

Ich mach mir ernsthaft Gedanken mit Deinem Pech bei Jupiter. Schon Galilei hat ihn bei 16mal Vergrößerung durch ein für heutige Verhältnisse "Katastrofenteleskop" gesehen und ihm sind die vier Monde sofort aufgefallen. Im 8 Dobson müsstest du beim 26iger Okular sofort die Monde deutlich sehen und im 9ner Planetary deutlich die Wolkenstreifen!

Vielleicht stimmt was nicht mit dem Okularauszug? Kommst nicht in den Fokus? Die Sterne die du findest sehen ja im Teleskop nicht wirklich anders aus, als mit blossem Auge, da ist nichts spektakuläres zu finden, ausser Farben, die man so sonst nicht wahrnimmt mit bloßem Auge. Wenn Dein Planetenanblick aufgebläht wirkte, wie ein von dir vermuteter Sternhaufen, dann stimmt was mit dem OAZ nicht....Sterne müssen haarscharf punkt-nadel-picksig fein aabgebildet sein...nicht nebulös und Sternhaufen würden dich als Anfänger wirklich umhauen, sie überfallen einen schier in ihrer strahlenden Vielfalt! Ich bekomme jedesmal einen Schreck vor Begeisterung...du siehst Kapella? Dann musst du auch M36 und M37 sehen im Fuhrmann! Die Plejaden allemal im 26iger am Achter-Dobson die Wucht!

Ich bin sicher, da stimmt was mit dem Teleskop nicht Bartek....ich freu mich aber jetzt mal erst Recht auf Deinen ersten Jupiter. Nicht aufgeben!

Gruß von Anette
 
Hey Fee,

jetzt wo dus sagst, habe vergangenen Sonntag mit dem 25mm Plössl tatsächlich beim Aldebaran einen sehr hellen (Stern?) gesehen. Der hat ganz schön geblendet!
Mit dem 9mm hatte ich (2 galileische Monde?) daneben gesehen? Aber nix mit Farbe, Strukturen etc.
Wenn es tatsächlich Jupiter gewesen sein sollte, warum habe ich ihn nur als weiße (Scheibe?) wahrgenommen? Auf dem Lumixfoto als Weiße(Scheibe?) mit (2galileischen Monden?)ist schon verständlich.
Aber über 8"er? Liegt das jetzt am teleskopischen Sehen?(Alles NEU für mich) oder an der Luftverschmutzung?(2Laternen mit Streulicht in unmittelbarer Nähe zum Fenster) oder an beidem?

Ohh wie freue ich mich auf meine Tasche :D

????????????JUPITERDICHHATTEICHDOCHSCHON????????????
 
Hi Bartek,

der "große offene Sternhaufen" in Deiner Beschreibung, das sind die Hyaden. Die haben die Form eines "V" und sind für das Fernrohr von der Fläche her viel zu groß. Die sind was für ein Fernglas. ;)

Wenn Du wirklich die Hyaden sehen konntest, dann steht Jupiter oben drüber...

Hast inzwischen mit dem Mond Deinen Sucher parallel zum Newton justiert?
 
In einem 8-Zoller (200/1200) ist Jupiter mit einem 9mm Okular deutlich als Planetenscheibe mit Wolkenbändern zu sehen. Wenn du von deinem Beobachtungsplatz Aldebaran sehen kannst, dann ist Jupiter kein Problem. Er ist zwar tatsächlich relativ hell in einem 8-Zoller, aber als strukturlose Scheibe sollte er nicht erscheinen.

Falls du die Nacht durchmachen willst, kannst du dich ja auch mal an Saturn versuchen. Der steht gerade im Südosten im Sternbild Waage und steht so gegen 2:30 Uhr genau im Süden.
 
Hi

Mit dem 9mm hatte ich (2 galileische Monde?) daneben gesehen? Aber nix mit Farbe, Strukturen etc.
Wenn es tatsächlich Jupiter gewesen sein sollte, warum habe ich ihn nur als weiße (Scheibe?) wahrgenommen?

dafür gibt es viele Gründe.

Der Spiegel vom Teleskop muß die selbe Temperatur wie die Umgebungsluft haben. Sonst steigt vom Spiegel warme Luft auch und Du kannst nicht richtig scharfstellen. Das Auskühlen dauert je nach Temperaturunterschied 30 Minuten bis mehrere Stunden.

Wenn Dich Jupiter geblendet hat, dann hast noch nicht stark genug vergrößert. Je stärker Du vergrößerst, desto dunkler wird er dann. Hier kann eventuell ein leichter Graufilter helfen. Der dunkelt ab und Du wirst nicht mehr geblendet...

Anfänger haben massiv Probleme, den Schärfepunkt richtig zu finden. Wir sind es nicht gewohnt, mit nur 1 Auge zu gucken. Wir sind es auch nicht gewohnt, am Okularauszug in 1/10 mm Schritten zu drehen. Solange Du nicht wirklich den Schärfepunkt gefunden hast, kannst keine Bänder erkennen.
Wir sind es auch nicht gewohnt, Sachen anzugucken, die nur 0,1 - 1 mm groß sind. Aber genau das tun wir, wenn wir mit nem Teleskop beobachten. Laß Dir Zeit beim Beobachten. Je länger Du durchs Teleskop guckst, desto mehr Einzelheiten wirst erkennen...

Aber über 8"er? Liegt das jetzt am teleskopischen Sehen?(Alles NEU für mich) oder an der Luftverschmutzung?

das liegt mit Sicherheit am Sehen. Das mußt Du erstmal lernen. Mußten wir alle. :D

Übrigens, Luftverschmutzung und Lichtverschmutzung sind 2 verschiedene Dinge. ;)
 
Hallo Anette,

vielen Dank für deine Antwort.
Ja habe lange gegrübelt welches Teleskop denn für den Anfang das Richtige ist.

Ich habe mir heute nach Feierabend ein Justiergerät bestellt. Nächste Woche werde ich erstmals sehen können ob mein Newton dejustiert ist oder ob ich das alles noch nicht so deuten konnte. Tippe mal aufs Zweite!

Also wie ist das denn jetzt genau? Wenn ich einen Stern anpeile (mein Sucher ist Punktgenau justiert) sehe ich erstmal eine Scheibe die aussieht als würde sie aus einem Flammenmeer bestehen. Beispiel Kapella. Wenn ich am Stellrad drehe, verkleinert sich die Scheibe und wird immer punktförmiger. Drehe ich über einen gewissen Punkt hinaus Vergrößert sich die Punktform wieder, wird aber immer unschärfer.
So hab ich das bisher beobachtet.

Mit der Mondsichel kann ich das anhand der Krater genauso wiedergeben. Erst schwarze Flecken, beim Drehen werden aus den Flecken Krater. (Mondoberfläche verkleinert sich) Ab einem gewissen Punkt unscharf und wieder groß. Krater werden wieder zu schwarzen Flecken.

Wie gehe ich denn bei zB Jupiter vor?
Stelle ich mit demm 25mm zuerst alle Sterne scharf, das die punktförmig aussehen und wechsle dann das Okular (zB 9mm) und stelle dann auf demm erneut scharf ? Oder wie muss ich da jetzt genau vorgehen?

Entschuldige die Frage! Ist alles noch so Fremd! Hätte mir als kleiner Pupser schon eins zulegen sollen. :D

Gruß
Bartek
 
Deine Fragen sind absolut in Ordnung. Dafür muss du dich wirklich nicht entschuldigen. Wir helfen hier gern.

Stelle ich mit demm 25mm zuerst alle Sterne scharf, das die punktförmig aussehen und wechsle dann das Okular (zB 9mm) und stelle dann auf demm erneut scharf ?

Genau so macht man das.

Das du die Sterne im Fokus punkförmig bekommst (das habe ich jedenfalls so verstanden) und die Mondkrader scharf siehst ist übrigens ein gutes Zeichen dafür, das dein Teleskop nicht total dejustiert ist.

 
Ja, das geht. Auch helle Sterne kann man am Tag beobachten. Natürlich ist der Kontrast schwach und man muss tunlichts darauf achten, der Sonne nicht zu nahe zu kommen (ein kurzer Blick durch das Teleskop in die Sonne = Netzhaut für immer zerstört). Das Auffinden ist natürlich nicht so leicht, weil man am hellen Himmel keine Orientierungspunkte hat.
 
:totlach:
ich habe mich "zu viele Hummeln im Hintern" auf die Suche nach Saturn gemacht. Schlechtes Seeing ...
Anfangs dachte ich das Frühlingsdreieck ganz leicht mit einem flüchtigen Blick gefunden zu haben. Als Orientierungspunkt Spika angepeilt mich Saturn anzupierschen. Auf einmal fällt mir "GANZ ZUFÄLLIG" auf das ich genau diesen knapp 10min "volles Atomraketenkampfrohr anpeile" :D

Jetzt hab ich das auch mit dem Scharfstellen gepeilt :blush: Wie Peinlich ich habe letzten Sonntag bestimmt 30min lang Jupiter vor der Flinte gehabt und es nicht gerallt. Hab den also doch schon mit der Lumix fotografiert. hihi

Bringt denn da die Barlowlinse eine lohnenswerte Vergrößerung?
Ist ja schon recht klein ... nicht das ich nicht überwältigt bin ... ist ja auch glaub 1,3Milliarden km entfernt. Also n bissl weiter als zum nächsten Kiosk.

Ich bin mir sicher wenn ich nächstes WE meine erste Tour starte das ich den deutlich besser sehen werde oder? Die Sicht heute war dermaßen schlecht. Mein teleskopisches Sehen in den reinsten Kinderstuben. HAHA - hab den jetzt sehr hell gesehen weißlich - mit Ring(!) leider noch ohne Strukturen ah ja plus Mond! War das Titan? Musste abbrechen da wieder ne gewaltige Wolkendecke übers Fenster zog. ;(
Aber alles zu seiner Zeit!

Leute ich möcht mich nochmal ganz herzlich bei euch allen bedanken - ich weiß nicht wie lange ich ohne eure Hilfe noch gebraucht hätte um das zu kapieren! HOCH DIE TASSEN ::: PROST!

Gruß
Bartek
 
Ah ja ähm ... Anette schrieb das die Sterne scharf gestellt nicht besonders aussehen usw.

Was hab ich denn da geshen? Kann mir das einer mit dem Scharfstellen kurz erklären? Also wenn das Teleskop im Ausgangszustand ist & einen Stern - nehmen wir doch gleich den hellsten. Wir haben Sirius angepeilt und sehen ihn als Scheibe, Feuerkugel,Flammenmeer, ich weiß auch nicht es sieht auf jeden Fall spektakulär aus. Wenn man dann anfängt scharf zu stellen kommt einem der Okularauszug entgegen ... was passiert genau bis zum scharfgestellten Sirius - der einen Verzaubert mit seinem Farbspiel! bis hin zum letzten Punkt indem der Stern wieder zum riesen Feuerball wird. Was hat es damit auf sich?
Ich dachte so sehen die Sterne dann auch aus und es wären nur Einstellungsmöglichkeiten, da diese ja nichts anderes als Kernreaktoren sind und ich mir die auch schon wie so eine flammenmeerähnliche Blitzkugel vorgestellt habe.

Gruß
 
Danke Werner,
das ist also die herumwibernde Luft die einen so erstaunt. Okay!

Also du hast vollkommen recht mit deiner Aussage ich sollte doch ins Freie gehen.
Das ich draußen im Dunkeln abseits von jeder Straßenbeleuchtung anständigere Bilder erwarten kann, ist mir bewusst.
Leider haben wir keinen Garten - Dachgeschosswohnung.
Ich habe jetzt erstmal 500€ investiert - gestern kamen mit Tasche-Barlow-Justiergerät 180 dazu.
Ich weiß, für das Hobby sind das Peanuts!!!
Aber mein erstes Teleskop-noch nie durch eins geschaut-da wollte ich nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig investieren. Da kam mir das 8" von Dobson wie gerufen.

OHNE TASCHE gehe ich damit nicht vor die Tür! Erstens wegen dem sehr happigen Gewicht von 27kg. Zweitens würde ich micht selbst nen Kopf kürzer machen, wenn durch einen so waghalsigen Transport etwas kaputt, eingedrückt oder sonst was würde. Zumal ich mich seit dem Kindergarten auf eins gefreut habe.

Konnte kaum erwarten es zu testen!
In Polen sagt man zu jemandem der etwas nicht erwarten kann als wenn er Hummeln im Hintern hätte. "w gorącej wodzie kompani" Übersetzt: In heißem Wasser gebadet!
Am Besten unter den schlechtesten Bedingungen - und schlechtere Bedingungen wie ich Sie beispielsweise gestern mal wieder hatte - gehen ja schon fast net mehr. Dennoch gibt es nichts großartigeres als das Gefühl (zB GESTERN) Saturn entdeckt zu haben. Sich am Himmel zu orientieren. Zu wissen, was man sieht. Informationen über gesehenes zu sammeln, eine Mappe anzulegen und und und.
WAHNSINNS HOBBY!
Ich hoffe ich finde schnell gleichgesinnte in meiner Nähe, das man auch ab und an gemeinsam beobachten kann, austauschen kann.

Gruß
Bartek
 
Hi Bartek,

nimm doch einfach mal ne Lupe und probier damit herum, dann kommst du den optischen Gesetzen auf die Schliche. Lupe hin und her über das Objekt halten (egal was so rumliegt) und dann siehst du, wie das Objekt an einem Punkt, bei einer bestimmten Entfernung der Lupe einfach am schärfsten ist. Das ist der Brennpunkt...

.Brennpunkt merkt man sich...als Kinder haben wir durch die Lupe solange die Sonne auf den Rücken unbedarfter Sonnenanbeterinnen im Freibald projiziert und hin und her probiert, bis alles Sonnenlicht an einem einzigen Punkt auf der Haut konzentriert war und die armen Opfer sich autschig wunderten, woher denn dieser Schmerz so plötzlich kam.....oder wir haben Heu (psst..nicht weitersagen oder gar ausprobieren) auf diese Weise angebrannt (wir waren sehr experimentierfreudige Max und Moritze zum Leidwesen manch Erwachsener)...
Ja und so musst du halt alles andere auch konzentrieren in diesem Punkt, der alles einfach nur auf den Punkt bringt, wo Licht anfangen würde Brennleistung zu erzeugen. Wo alle Objekte ganz scharf werden, aber miniklein und auch noch seitenverkehrt. Mit dem Okular vergrößerst du dann, das Okular ist sozusagen dein Mikroskop, mit welchem du diese Sachen im Brennpunkt untersuchst....Okulare sind nichts anderes als Mikroskope in allen Vergrösserungen....mal bildlich gesprochen.

Hattest du überhaupt schonmal durch ein Teleskop geschaut Bartek? Anfänger, die das noch nie taten haben sehr große Erwartungen. Dieses Sternengefunkel, welches dich so fasziniert hat war ja eine optische Spielerei, die auch Spaß macht und alles schön glitzern lässt, das ist richtig. Doch auf glühenden Sternen sieht man nichts (ausser der Sonne und ihre Flecken). Du kannst sie aufblähen, mal intra- mal extrafokal, mal aber wieder in den Fokus bringen, also scharfstellen. So ein aufgeblähter Stern zeigt übrigens auch, ob dein Dobson gut justiert ist. Bei Youtube findest du dazu ganz tolle Anweisungen: dobsonjustage einfach eingeben...tolle Videos, ganz praktisch.

Leute mit so großen Teleskopen, die schon über die Anfängerphase hinaus sind, schauen eigentlich kaum nur die Sterne an, es sei denn sie sind Doppelsterne wie Albireo im Schwan (der wird dich begeistern) oder sie trennen gern den in der Leier oder den Algol oder Algiba im Löwen und sehr viel kompliziertere um die Leistungsfähigkeit (das Auflösungsvermögen) ihrer Optik zu testen. Den versierten Hobbyastronomen interessieren die Jagd auf Deepsky-Objekte wie offene und geschlossene Sternhaufen und Galaxien auch Nebel genannt. Wenn du mal soweit bist, kann man vom Jagdfieber reden. Doch du musst wissen: alles sieht man niemals wie auf Postern, Aufnahmen vom Hubble Teleskop zum an die Wand hängen und auch nicht in Farbe ausser Spektralklassensterne.
Schau Dir mal im Netz die Seite "Astrozeichnungen am 10 Zoll Dobson an". Da siehst du, wie du unter einem guten Himmel fern ab der Städte alles ganz real sehen kannst....das ist nicht mehr so begeisternd für jemanden, der da sehr hohe Erwartungen hatte, ich könnte sowas auch niemals meinen neugierigen Nachbarn zeigen, die wären sehr enttäuscht, ausser Mond und Jupiter oder Saturn oder mal den M13 verstehen die nix und haben auch kein Verständnis wenn ich denen begeistert die Andromedagalaxie zeige....äh...so´n Matschfleck und dafür kaufst du dir so teure Teleskope?

Ja, dafür! Für diese Flecken und Nebelhauchs in den Tiefen des Weltalls, die so keiner sehen kann, außer er weiss wo sie stehen und er weis wie man sie jagen kann....das macht mich schon ganz kirre. Neulich fand ich zum erstenmal die Cigarr-Galaxy......als hätt ich nen Löwen abgeschossen....wenn ich mal ne Kamera hab, wirds auch endlich Trophäen geben. So empfinde ich das...als Jagd, Pirsch in nächtlicher Stille...ich bin da ganz mit allen Sinnen dabei, ganz aufmerksam und oft gehts auch daneben....aber wenn dann.....hüpft mir das Herz....das wünsch ich dir auch Bartek, ein 8ter Dobson ist ideal und goldrichtig, kein Murks für den Einstieg, sondern einfach genial...

Gruss von Anette
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
..und noch schnell was: heute Abend steht Jupiter dicht bei der zunehmenden Mondsichel im Westen! Den kannst du nun nicht mehr verfehlen oder verwechseln....ich wünsche dir clear skies dafür!
Gruss von Anette
 
uhhhh ... ich freu mich schon drauf! Jupiter ich komme!
(Sieht aber danach aus, als ob der Himmel erst ab der 2.Nachthälfte aufklart.)Dann muss wohl wieder Saturn ran. Weiß nicht wie das bei dir in Niederösterreich ist.

Wenn ihr mir zurückschreibt hört sich das für mich immer so an, als ob ich total unfähig wäre. :biggrin:

Nein ich schaue nicht ohne Filter in die Sonne (??? :totlach2:)
Ich habe schon vieeeeel über mein NEUES Superhobby gelesen.

Ich weiß auch wo, was, wann zu sehen ist. Sonst hätt ich mir niemals ein 8" angeschafft.
Bin "schon" bzw erst seit Herbst 2012 intensivst "mit bloßem Auge" am beobachten.

Vor dem Kauf des 8" wusste ich genau was ich mit der Atomrakete oder auch Panzerfaust genannt sehen kann!
Das keine Hubblebilder zu sehen sind enttäuscht mich jetzt schon :totlach:
:biggrin:

Hab was Teleskope angeht viel Theorie gewälzt. Aber Praxis ist UNBEZAHLBAR!!!
Hab das nach m Studium gemerkt.

Ich bin jetzt auch nicht enttäuscht vom MINISATURN - im Gegenteil! Als Brillenträger kann ich ja doch bis zu Milliarden km weit gucken und nen Ring erkennen :respekt2:
Wenn das mein Augenarzt erfährt ...

Nächstes WE kann ich dann endlich Nebel, Galaxien etc. sehen.
Ist mir aus der Wohnung aus bisher verborgen geblieben. (zu hell)

Hab auch vieeel Material gesammelt um mir meine Beobachtungsmappe zu erstellen.
Sonnensystem, Sterne, Nebel, Galaxien, Lokale Gruppe, Virgosuperhaufen, Lokale Superstruktur.
Grüble nur übern Aufbau - sprich Legende nach.
Muss dann ja alles schnell gehen mit dem Nachschlagen.

Lieben Gruß
Bartek





 
Wenn ihr mir zurückschreibt hört sich das für mich immer so an, als ob ich total unfähig wäre.


...nee nicht so denken Bartek....das ist astromässige Übermutterung....I see it like a girl you know?

Gruss von Anette
 
Hi :respekt: Anette und ihr anderen,

vielen Dank nochmal für die wertvollen Tipps !!!

Heute konnte ich erstmals, wenn auch nicht lang den Mond sowie - haltet euch jetzt mal fest Jupiter beobachten! :super: ;)

Etwa 15min lang, dann kam die böse Stiefmutter in Form einer dicken Wolkendecke.

Zum Mond brauche ich glaub ich nicht viel zu sagen. Ihr habt sicherlich schon alles gehört. Versuche es trotzdem mal mit "Wow :biggrin: Wahnsinn, phänomenal. Was für ein abgefahrener Anblick!!!"

Jupiter war auch sehr, sehr beeindruckend!!! An der Entfernung merkt man erst das schlechte Seeing heute mal wieder. Das Bild war fast durchgehend am wackeln. Bin noch immer gezwungen aus dem Wohnzimmerfenster aus zu beobachten. Der verschwindet beim 5mm so unglaublich schnell aus dem Blickfeld!!! Beim 9mm hatte ich ein paar sek mehr zum Bestaunen.
Ein paar Details hab ich auch gesehen und je länger ich geschaut habe, desto mehr wurden es. GENIAL!

Frage: Vergrößert sich die Murmel mit der Barlow???
Was macht ein 2" Oku bei der Beobachtung mit und ohne Barlow?

Was hat es beim Seeing mit der Luftfeuchtigkeit auf sich?
Wird die Sicht bei geringerer Feuchtigkeit besser?


lieben Gruß
Bartek




 
Hi Bartek,

-aus dem Glas-Fenster raus Planeten zu beobachten ist zwar bequem aber wird nicht angeraten! Bei hoher Vergrößerung hast du auch gleich die Fensterscheibe und all ihre Beläge mit vergrößert und es wird nur noch mau das Bild.

-Balkon ist zwar auch nicht sooo optimal aber in dem Fall allemal sehr viel besser Bartek, vor allem sollte das Teleskop schon ne Weile vorher Draussen zum abkühlen stehen, damit sich bei den Temperaturunterschieden am Gerät und der Aussenluft keine Spannungen ergeben, die die Sicht beeinträchtigen können, sogar massiv!

Bei trockener Luft (meist kontinentale Ostwetterlagen im Winter oder Föhn) in unseren Breiten, wo ja die feuchte Luft atlantischer Fronten vorherrscht und somit auch viele Schwebstoffe in der Luft sind wie allein schon größere Dunstpartikel lässt es sich besser beobachten, denn an den mikroskopisch kleinen Partikeln, die so immer in der Atmosphäre sind kondensieren keine Wassertröpfchen, weil kaum Feuchtigkeit (Wasser) da ist.
Deshalb stehen alle großen Teleskope der internationalen Wissenschaft auf hohen Bergen in sehr trockenen Gegenden, z.B. in der Atacama-Wüste auf dem Plateau Paranal, so an die 5000m hoch!

- Hohe Vergrösserungen bringen das Risiko mit sich, auch den Dreck in der Luft gleich mitzuvergrössern! Im Frühjahr die Myriaden von Pollen! Manchmal bringen mittlere Vergrösserungen am Planeten mehr Details raus...kommt immer auf den Zustand der Atmospähre an....wenn du gegen 3h Morgens schaust Bartek...im Freien dann aber, wirst du verstehen, was eine gute Durchsicht ist. Da hat sich die Luft beruhigt, ist kühl und schwer und die Schwebstoffe sind nach unten gewandert, haben sich meist am Boden abgesetzt.

Die Barlo verdoppelt oft das Vergrösserungspotential des Okulars. Sie nützt nur bei wirklich extrem guten Sichtverhältnissen und sollte die Leistung deines Teleskopes nicht überfordern. Mit einer Barlow kann man sich aber eine ganze Palette an Okularen sparen. Hast ein 20iger, kannst ein 10ner draus machen usw...aber je mehr Zeugs am Oku ist, desto länger der Lichtweg und das beeinträchtigt dann natürlich wieder die Schärfe!

Mein Lieblingsoku ist das 26iger Weitwinkel in 2", auch das 32iger Weitwinkel, damit grase ich schön großräumig den Himmel ab und wenn ich was vergrößerungswürdiges finde, dann kommt das 13ner rein oder 5er, aber nur dann erst. Wobei das 5er nicht immer die volle Befriedigung gibt...es taugt nur in extrem klaren Nächten! Aber dann die hellste Freude damit.

Wenn du Strassenlampen hast die dich nerven, kannst den Balkon auch mit Sichtschutz-Ständern abschirmen, das hilft schon ein wenig.
Na dann weiterhin viel Spass Bartek!

Gruss von Anette
 
Genau das meinte ich letzte Mal. ?)

Natürlich habe ich das Fenster beim Beobachten geöffnet. Und auch 30-45min vor dem ersten Erspähen aufgebaut. :totlach2:
Ich mache es "NUR" weil meine Tasche zum Transport noch nicht geliefert wurde, ansonsten wird dann nur noch draußen geschaut :biggrin:

Du weißt doch sicherlich wie das ist wenn man etwas sein ganzes Leben lang haben woollte, endlich hat und nur noch nicht richtig nutzen kann.

Was bringt mir ein Neuwagen ohne Reifen? :help: Kann mich schonmal rein setzten und vertraut machen!

Genau das habe ich auch mit den Beobachtungen von zu Hause aus erreichen wollen. Und auch dank DEINER Hilfe hat es auch rieeeesig vieeel gebracht!!! Theorie ist nicht Praxis ... deshalb bin ich im Nachhinein sehr froh darüber vom Wohnzimmerfenster aus erste Erfahrungen gesammelt zu haben.
Sonst hätte es bei meiner ersten Tour eine böse oder enttäuschende Überraschung gegeben.

Lieben Gruß
Bartek
 
Klar, hast Recht Bartek! Erstmal mit dem Gerät und all seinen Anforderungen vertraut machen, damit ein Fleisch und ein Blut werden. Nur gut, dass du dann hier auch immer gleich Schritt für Schritt mit Fragen angehst, es könnte passieren, dass einer, der sich nun keine Informationen holt, sehr enttäuscht sein wird und dann dieses schöne Hobby verteufelt und das Teleskop irgendwo im Keller verstaubt. Wenn du mit der Handhabung immer sicherer wirst, wirst du Draussen auch von Anfang an mehr Erfolg und Spaß haben.

Aus dem geöffneten Fenster vom Raum aus ist sogar noch unvorteilhafter als aus der geschlossenen Scheibe, weil die Luft von Draussen dazu tendiert in den Raum zu fliessen und dabei entsteht ein Flimmern am Okular...du vergrößerst diese Fliess-und Wellenbewegungen der Luft mit. Luft will immer ausgleichen, von kalt nach warm oder unter warm und warm immer nach oben oder aufbauend vor kalt...dabei entstehen immer Berühungsflächen (Fronten) auch im klleinräumigen Geschehen. Diese Spannungen sind dann die sogenannten Luftturbulenzen. Es kann sein, dass am Boden Windstille herrscht und in großen Höhen die Hölle los ist, Winde über 300 Km/h. Der Himmel ist wolkenlos doch die Durchsicht auf diese Weise schlecht.

Das wirst du auch öfters erleben, dass ein wolkenloser Himmel nicht immer brauchbar ist, seine Durchmischung, Temperierung spielt eine große Rolle. Oder gar der viel bestaunte Funkel-Sternhimmel! Astronomen mögen gerade diesen nicht, weil dieses Funkeln (Sintilation) von diesen Reibereien in der Luft herrührt. Sirius ist das beste Beispiel, der steht so tief in der horizontnahen Dunst-Suppe, dass er eigentlich immer funkelt. Und am Horizont konzentriert sich der meiste Dunst, Dreck, Schwebeteilchen und die halbe Wüste Sahara....wenn bei uns so ein Kältehoch aus dem Osten sich aufbaut und die Luft schon tagsüber trocken wird.....dann wart ich auf die Nacht wie ein Luchs.

Frage noch an Dich: Wieso Tasche für das Teleskop? Kannst den Trumm nicht hinten ins Auto laden, die Rockerbox auf´m Sitz und ab die Post nach Draussen? Hier gibt´s einen Manfred im Forum, der karrt seinen Dobson auf ne Karre und zieht die ins Freie durchs Örtchen.....wehn die Leidenschaft gepackt hat.....

Gruss von Anette
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Anette,

die Wellenbewegungen der Luft habe ich beim letzten Beobachten am Sonntag erheblich gespürt. Da findest du erstmals Jupiter und der springt nur so durch Gesichtsfeld und kommt nicht einmal für eine halbe Sekunde zur Ruhe. Genossen hab ich ihn trotzdem! :biggrin:

Zu deiner Frage:

Ich weiß nicht was so ein Tubus alles aushält? Durch die Gegend schieben würde ich das Teleskop aber nicht. Entstehen durch die Vibrationen keine Schäden(zB im Inneren)?

Ich möchte unnötige Schäden vermeiden. Und eine gepolsterte Tasche garantiert einen sichererereren Transport.
Oder bin ich da jetzt übertrieben vorsichtig?

Gruß
Bartek




 
Ok, so ein 8ter Dobson kann man noch irgendwie bequem mit Tasche tragen. Meinen 10ner und vor allem den 16ner schon gar nicht. Den 16ner hab ich auf einem extra dafür konzipierten Transportgestell auf vier aufgepumpten Gummireifen und ich ziehe den holterdipolter durch meinen Waldgarten über knorrige Baumwurzeln zu einem geeigneten, freien Platz. Klar, das rappelt ganz schön, aber ich musste ihn seit einem halben Jahr erst einmal kollimieren, das war gestern, geht in zwei Minuten und fertig! Laser rein, oben den Fangspiegel mittig in die Mittenmarkierung mit dem Laserstrahl und dann von unten den Laserstrahl in das Loch vom Kollimator dirigieren, fertig. Habe mich gestern Nacht gewundert, dass der Saturn so schwammig aussah, an den Sternen fiel mir das gar nicht auf und am Mond auch nicht, dann hab ich mal den Kollimator rein und hups, da sehe ich, dass der Laserpunkt doch ganze paar Zentimeter neben der Mittenmarkierung vom Spiegel lag. Schnell hab ich das wieder gerichtet und nun zeigt er wieder scharfe Bilder am Planeten.
Manche basteln aus dem Untergestell von einem alten Kinderwagen was zurecht, aufgepumpte Räder sind da aber besser als harte, so weich gepolstert, kannst den Dobs überhall hinkutschieren find ich! Das ist so bequem so einen über 50Kg schweren Trumm in minutenschnelle wohin zu ziehen!

Aber wenn du eh rausfahren willst, ist ne Tasche auf jeden Fall ne gute Überlegung Bartek.

Liebe Grüsse von Anette
 
Hi Anette,

heute ist die Tasche geliefert worden.Musste dann natürlich sofort los und draußen testen.
Mond,Jupiter & später dann Saturn waren traumhaft. Besonders der Mond. Mit dem 9mm + 3x Barlow :o Wahnsinn!

Nur DeepSky konnte ich knicken ... lag das jetzt an dem zu hellen Mond?
Habe alles versucht eine Galaxie im Virgohaufen zu entdecken. Bin jämmerlich gescheitert! Jaja aller Anfang ist nun mal schwer.
Ich "könnte" eine gesehen haben: Betonung liegt auf könnte!
Wenn ichs beschreiben müsste würde ich sagen: Ein Stern, also Sterngröße, der nicht zum Punkt wird (beim Scharfstellen)sondern hmmm wie ne Spiralgalaxie halt eben aussieht (zu nem Strudel verläuft)! Ziemlich hell!
Sehen die denn so klein aus? Warum habe ich im Virgohaufen eigentlich so gut wie nichts gesehen?

Morgen könnte ich genauere Einzelheiten berichten ... liege schon im Bett - Wecker auf 5Uhr gestellt

Leider war der Standort nicht so gut getroffen, habe mir da deutlich mehr erhofft. Mit der höchste Punkt im Ennepe-Ruhr-Kreis. Eine alte Burg 11Jahrhundert erbaut. Sah sehr vielversprechend aus. Ich war mit meiner Freundin einmal zum Neumond dort. Alles stockduster - zig Sterne!
Heute habe ich gar keine Rotlichttaschenlampe gebraucht!

Ich hoffe mal das es nur zum Teil an meinem Unvermögen lag und zu einem Großteil an dem Halbmond.

Schöne Grüße aus Wetter
& Gut Nacht
Bartek
####IHRHAUFENKÖNNTMIRNICHTWEGLAUFEN####
 
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