Jupitermonde, Galileische Monde: Ereignisse

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LambdaOmega

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Hallo zusammen,

ich begeistere mich zur Zeit für die Galileischen Monde.
Heute nacht habe ich versucht, die Bedeckung von Europa durch Callisto im 8-Zoll Dobson zu verfolgen.
Der Helligkeitsabfall sollte laut CalSky 0,9 Magnituden sein.

Da hab ich mir gedacht, eine Größenordnung müsste man doch locker sehen, allerdings habe ich in den 11 Minuten kaum bis gar keinen Helligkeitsverlauf feststellen können.

Zudem sollte der Schatten von Europa auf Jupiter zu sehen sein.
Da habe ich aber auch nichts gesehen. Seeing war in Ordnung, vergrößert habe ich bis 130-fach.

Ich hätte gerne realistische Einschätzungen von euch, was im 8-Zoll möglich ist und was nicht.

Heute nacht soll Ganymed's Schatten Europa partiell verfinstern, und zwar mit einem Helligkeitsabfall von 2,4 mag. Das versuche ich mitzuverfolgen, da dürfte ja von Europa kaum mehr etwas zu sehen sein.

Also (bitte realistisch, ich stehe nicht mit 18 Zoll in Namibia, sondern mit 8 Zoll in einer Kleinstadt mit mäßigem Seeing ;) ):
- Schatten vor Jupiter sichtbar?
- gar ein Mond vor Jupiter sichtbar?
- minimal beobachtbarer Helligkeitsabfall?

Was sind für euch die spektakulärsten Ereignisse? Stelle es mir auch klasse vor, wenn ein Mond in Jupiters Schatten verschwindet. Himmelsmechanik live :)

Liebe Grüße,
Clemens
 
Hallo Clemens,

unnten Antworten für meine 4"-7" Geräte, Großstadtrand, schlecht isolierte Häuser in Umgebung,

Gruss,
Stano

- Schatten vor Jupiter sichtbar?
Immer, beim grottenschlechten Seeing verschwindet ab und zu und ist halt nicht so schön scharf und rund, aber es ist immer klar zu erkennen ob Ereignis gerade stattfindet oder nicht

- gar ein Mond vor Jupiter sichtbar?

Ja, aber nur am Rande - die ersten und letzten Minuten von Transit, in der Mitte zur Zeit keine Chance (weil sie derzeit in der nähe von Jupiterequator laufen - kein Kontrast)


 
Moin Clemens!

Ich versuche mal deine Fragen zu beantworten. Allerdings hängt auch viel von der Qualität der Optik, den Okularen und der eigenen Beobachtungserfahrung ab. Es gibt also keine statischen Richtwerte.

> - Schatten vor Jupiter sichtbar?

Bereits mit deulich kleineren Optiken so gut wie immer zu erkennen.

> - gar ein Mond vor Jupiter sichtbar?

Ja, wenn er sich kontrastmäßig vom Planeten gut abhebt. Starker Einfluß der Qualität der Optik und Okulare.

- minimal beobachtbarer Helligkeitsabfall?

Erfahrungssache. 2,4 Magnituden Abfall sollten im Vergleich mit den anderen Gal. Monden direkt auffallen.
 
Hallo Clemens,

ich habe viele Jahre mit einem 8" Newton und vorher mit einem 6" Newton beobachtet. Größtenteils aus der Stadt heraus. Beide Teleskope haben f=5, am besten paßte Jupiterbeobachtung mit Vergrößerungen zwischen 200 und 250 fach.

In beiden Teleskopen waren die Mondschatten aller 4 Galileischen Monde immer vor der Jupiterscheibe zu sehen, sofern Jupiter höher als 20° am Himmel stand, das Teleskop halbwegs an die Umgebungsluft angeglichen und das Seeing Durchschnitt oder besser war.

Monde vor der Jupiterscheibe sind schon etwas kniffliger. Dazu muß vor allem das Seeing passen. Alle 4 Monde konnte ich im Bereich der Randabdunklung an Jupiter sehen, mittig vor der Jupiterscheibe fallen die Monde weniger auf, mit etwas Beobachtungserfahrung kann man sie aber auch erkennen.

Grundvoraussetzung für solche Beobachtungen ist ein gut justierter Spiegel und hohe Vergrößerung. ;)

Heute nacht habe ich versucht, die Bedeckung von Europa durch Callisto im 8-Zoll Dobson zu verfolgen.
Der Helligkeitsabfall sollte laut CalSky 0,9 Magnituden sein.

Da hab ich mir gedacht, eine Größenordnung müsste man doch locker sehen, allerdings habe ich in den 11 Minuten kaum bis gar keinen Helligkeitsverlauf feststellen können.

Hast Du denn die Annäherung der beiden Monde (als klar definierte separate Scheibchen) sehen können? Immerhin stand Jupiter zu dieser Zeit (2:32 bis 2:45 Uhr MEZ) nur noch rund 25° über dem Horizont. Dunst, Bodennebel, viel Luftunruhe, all das zusammen erschwert da schon eine Beobachtung des Helligkeitsabfalls.

Mangels Vergleichssterne im Okular fällt es schwer, da eine Helligkeitsschätzung zu machen. Bei solchen Ereignissen sollte man als visueller Beobachter eher auf die Form achten. Ob man die Monde getrennt, als "8" bzw. leicht länglich sieht... Es kann dabei helfen, den hellen Jupiter aus dem Gesichtsfeld zu schieben.

Mit einem Dobson ohne Nachführung ist schon die Beobachtung von Jupiter bei 200 facher Vergrößerung sportlich, dann auch noch die Konzentration auf "händische Nachführung" und Beobachtung der Monde splitten stelle ich mir knifflig vor.

Ich hab meine Newtons parallaktisch montiert, da brauche ich mich nicht um die Nachführung kümmern. Das ist gerade bei solchen Ereignissen ein großer Vorteil...

Zudem sollte der Schatten von Europa auf Jupiter zu sehen sein.
Da habe ich aber auch nichts gesehen. Seeing war in Ordnung, vergrößert habe ich bis 130-fach.

Kann es sein, daß Du Dich im Datum verhauen hast? Gestern Nacht ist Europa hinter Jupiter durchgelaufen, da kann es rein physikalisch keinen Schatten auf der Jupiteroberfläche geben. 130-fache Vergrößerung ist für eine Schattenbeobachtung etwas wenig. Hast ne Barlow? Die würde ich mal vor ein Okular schnallen, um höhere Vergrößerung zu erreichen. Bei 130-fach kann der Schatten schlicht durch die Flächenhelligkeit von Jupiter überstrahlt werden...

Heute nacht soll Ganymed's Schatten Europa partiell verfinstern, und zwar mit einem Helligkeitsabfall von 2,4 mag. Das versuche ich mitzuverfolgen, da dürfte ja von Europa kaum mehr etwas zu sehen sein.

Zwischen 1:20 und 1:25 Uhr bedeckt Ganymed einen winzigen Teil (nur den Rand) von Europa. Da wird visuell kein Helligkeitsabfall zu sehen sein. Nur die Annäherung der beien Monde, dann eine "8" oder ein "länglicher" Mond, dann das Auseinanderlaufen.

Die Jupitermonde stehhen zu dem Zeitpunkt in rund 37° Höhe, das könnte bei ruhigem Seeing noch zu sehen sein.

Die Verfinsterung von Europa dagegen geschieht zwischen 3:51 und 3:55 Uhr MEZ, da steht Europa grad mal 13° über dem Horizont. In dem horizontnahen Dunst und dank stark verwirbelter Luft wirst Du von diesem Ereignis nichts mehr mitbekommen...

Die gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen werden noch bis Juni zu beobachten sein - es kommt sicher noch ein Abend, wo das in optimaler Höhe (45° und mehr) und ruhiger Luft zu beobachten ist. :Trost:

Transits von Monden und Schattendurchgänge vor Jupiters Oberfläche kommen öfters vor, so etwa jeden 2. oder 3. Abend. Da hast viel Gelegenheit zum Üben der Beobachtung... Eventuell kann es Dir auch helfen, einen leichten Graufilter vors Okular zu schrauben, um die blendende Helligkeit von Jupiter etwas zu dämpfen, wenn Du nur 130 fach vergrößern kannst...
 
Hallo zusammen,

danke für eure schnellen Antworten! Ich habe mich gestern bezüglich des Schattenereignisses im Datum vertan :mauer:
Immer wieder verwirrend wenn man Sonntag Abends nach Montag morgens schauen muss :D

Ich werde in den kommenden Nächten mal versuchen, ein Schattenereignis zu beobachten. Ich kann (mit einem 6mm TS Okular) maximal 200-fach vergrößern, hatte aber auch noch nie das Bedürfnis, höher zu gehen, im Gegenteil, die 130 habe ich immer als angenehmer empfunden. Teleskop ist 1A justiert.

Wie stark wirkt sich denn die Qualität des Okulars aus? Würde es sich lohnen, mal über ein 6mm Okular mit besserer Qualität nachzudenken?

Noch eine Erfahrung von euch wäre mir wichtig:
Die Zeiten in CalSky (wenn man das richtige Datum wählt...), stimmen die haargenau? Ich habe mir die Bedeckung gestern auch in Stellarium angesehen, da hat das ganze 20 Minuten (!!) früher stattgefunden (?) Meine Orte haben in CalSky und Stellarium definitiv gestimmt. Habe dann lieber CalSky vertraut.

Zu heute Nacht: Es stimmt, (bei uns) bedeckt Ganymed Europa um 1:22, mir zeigt CalSky noch die Verfinsterung Europas durch Ganymeds Schatten um 3:52 Uhr an, ich sehe allerdings gerade, dass Jupiter da nurnoch gut 10° über dem Horizont steht, das macht keinen Sinn, dafür aufzustehen, oder?

Grüße,
Clemens
 
Moin Clemens!

Wie stark wirkt sich denn die Qualität des Okulars aus?

Was 'ne Frage - das ist so ziemlich das Entscheidene... :o

> mal über ein 6mm Okular mit besserer Qualität nachzudenken?

Kommt drauf an, was du bis jetzt hast...

> da hat das ganze 20 Minuten (!!) früher stattgefunden (?)

Stichwort: Lichtlaufzeit - da muß man die richtigen Einstellungen vornehmen. Stellarium vertraue ich nicht weiter als ich es werfen kann.

> das macht keinen Sinn, dafür aufzustehen, oder?

Wenn du die Ausführungen von Fee oben nachgelesen (und verstanden) hättest, würde sich die Frage erübrigen. :biggrin: Oder kurz: Nein.
 
Hallo nochmal,
neulich habe ich Schatten von Europa in 4" bei etwa 110x problemlos gesehen, es ist also nich so kritisch mit der Vergrösserung. Mit Binoansatz natürlich, ich erkenne im Bino sogar mit zwei einfacheren/günstigeren Okularen deutlich mehr, als mit einem Spitzenokular monokular.
 
Zu der Verfinsterung, stimmt habe ich überlesen, sorry!

Ich habe ein TS SW 6mm (200-fach) und ein TS HR 9mm (130-fach) als Okulare. Sollte ich mir da bessere zulegen?

Das mit der Lichtlaufzeit habe ich nicht bedacht, sehr gut! Also CalSky, oder was benutzt ihr?

Danke für die Antworten!

Grüße,
Clemens
 
Hallo!

Mondschatten auf Jupiter habe ich schon mit meinem 2" Refraktor gesehen. Die hellen Mondscheibchen vor dem Planetenrand habe ich mit 2" nicht dokumentiert, das gaht aber mit 80mm ganz sicher. Monde vor bzw. nahe der Planetenmitte sind auch mit 80mm machbar, wenn ein dunkler Mond vor einer hellen Zone steht. Dafür muß das Seeing aber ausreichend gut sein.
In diesem Jahr sind mir schon ein paar schöne Mondbeobachtungen gelungen, zwei Bedeckungen und eine Verfinsterung konnte ich mit 130mm bzw. 80mm verfolgen. Ich hoffe, es kommen noch ein paar dazu!

Gruß, Michael
 
Hallo Clemens,

ja, CalSky ist eine gute Wahl. Die Daten sind erfahrungsgemäß verlässlich.

Viele Grüße
Martin
 
Hallo Clemens,

ich beobachte mit meinem C8 EHD visuell und vorwiegend aus der Grosstadt heraus. Zu Deinen Fragen:

Mondschatten auf Jupiter sichtbar? Ja problemlos sofern Jupiter hoch genug steht und das Seeing ok ist. Auch doppelte Mondschatten funktionieren, Nur dreifachen können nie beobachtet werden, weil es dann immer bewölkt ist. ;)

Mond vor Jupiter sichtbar? Beim momentanen Seeing nur im Randbereicht danach verliert sich der Mond schnell vor der Oberfläche. Ich habe allerdings bei besten Bedingungen früher schon Mond und Schatten vor Jupiter beobachtet.

Minimaler Helligkeitsabfall? Bei der von Dir erwähnten Ereignis ist mir auch keine Beobachtung des Helligkeitsabfalls gelungen. Dafür reicht meine Beobachtungspraxis, der Standort und auch das Seeing nicht aus. Die Ereignisse weiter nach Mitternacht habe ich nicht probiert. Ab wo ich etwas kann ich nicht genau sagen.

Bringen bessere Okulare etwas? Ja tun sie aber das kostet leider auch etwas Geld. Ein guter Kontrast ist wesentlich an Planeten. Die Vergrößerung muss natürlich auch zum Seeing und Objekt passen. Für Jupiter verwende ich bei dem momentanen Bedingungen 140 - 200 fach.

Gruss und cs,
Bernd
 
@Michael: Mit welcher Vergrößerung arbeitest du? Muss ja ein irrsinnig guter 2 Zöller sein?

@Werner: Die Lichtlaufzeit in Stellarium habe ich auch eben entdeckt, danke :) Ist doch toll wenn man nebenher die aktuelle Situation in Stellarium verfolgen kann ;)

Zu den Okularen: Sind bei den Jupitermonden Orthoskopische Okulare oder Plössl empfehlenswerter? Werde mir ein weiteres 6mm für die 200-fache Vergrößerung zulegen.

Grüße,
Clemens
 
Zur 2-Zoll-Öffnung Frage: Ich sah regelmäßig Mondschatten auf Jupiter im alten Vixen 60/910 Fraunhofer bei 90facher Vergrößerung.

Zu den Okularen: Orthos sind sicher empfehlenswert. Der Nachteil des kleineren Felds wird dadurch ausgeglichen, dass der gesamte Feld ohne Einschränkung verwendet werden kann. Es hat schon was, wenn eine gestochen scharfe, farbfehlerfreie Jupiterhälfte über'm Bildfeldrand lugt, und erst recht, wenn die Saturnringe hineinschauen. Ausserdem erlauben es solche Okulare eher, den Planeten ausserhalb des Bildfeldes zu stellen um sich auf ein Mond zu konzentrieren, weil sie weniger anfällig sind für's Hineinstrahlen heller Objekte ausserhalb des Bildfeldes.

CS, Christopher
 
Müsste man nicht auch die Mondscheibchen sehen, um die Mondschatten auf Jupiter zu sehen? Ich kann die Scheibchen bei 200-fach höchstens erahnen, kann mir nicht vorstellen, dass man sie bei 90-fach sieht.
Wie viel größer ist der Mondschatten auf Jupiter als das Mondscheibchen?

Ich denke ich besorge mir das Baader Classic Ortho 6mm, da liest man echt nur gutes davon.

Grüße,
Clemens
 
Hallo Clemens.

Zitat von Clemens:
Müsste man nicht auch die Mondscheibchen sehen, um die Mondschatten auf Jupiter zu sehen?
Warum sollte dem so sein? Die Monde sind hell, wie Jupiter selber, also heben sie sich kaum von der Oberfläche ab.

Die Schatten sind dunkel, die haben einen starken Kontrast zu hellen restlichen Oberfläche.

Wie viel größer ist der Mondschatten auf Jupiter als das Mondscheibchen?
Die Schatten sollten kleiner sein.

Ich denke ich besorge mir das Baader Classic Ortho 6mm
Gute Wahl, denke ich. Orthos sind bei kurzen Brennweiten etwas angenehmer als Plössl.

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

Die Monde sind hell, wie Jupiter selber, also heben sie sich kaum von der Oberfläche ab.

Entschuldigung, ich meine nicht das Mondscheibchen vor Jupiter, sondern neben ihm. Auch da kann ich Scheibchen höchstens erahnen.
Die Mondscheibchen sind hell auf schwarzen Hintergrund, das ist der gleiche Kontrast wie der Schatten auf Jupiter.

Sollten die Schatten gleich groß sein, müsste es doch eigentlich relativ schwer sein, die eine Bogensekunde bei unter 200-fach zu sehen?

Die Sonne ist von Jupiter aus gesehen eine Punktquelle, die Strahlen laufen auseinander, treffen den Rand der Monde und laufen hinterher weiter auseinander. Dann müsste doch der scheinbare Mondschatten größer sein als das scheinbare Mondscheibchen?

Vielleicht habe ich auch einen Denkfehler ;)

CS, Clemens
 
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