Justieren von einem Kronos 26x70

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Thomas1

Neues Mitglied
Wie justiere ich mit möglichst einfachen Worten ein Kronos 26x70? Ich habe persönlich das Gefühl, dass das Bino schilt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />. Nebenbei ist noch zu vermerken, dass die einzelnen Optiken scharf einstellbar sind.
Besten Dank zum voraus
Thomas
 
Diese Ferngläser haben m.E. das Problem, dass sie für die hohe Vergrößerung nicht "steif" genug sind. Es kann also sein, dass die beiden Tuben nicht exakt parallel zueinander stehen und das kann man mit "Justieren" im herkömmlichen Sinne nur bedingt ausgleichen.
 
Hallo Thomas,
das Kronos 26x70 kenne ich nicht. Ich habe aber schon mal das Berkut 25x70 justiert - kann sein, dass die weitgehend baugleich sind. Beim Berkut lassen sich die Objektive über drei Madenschrauben justieren. Die Madenschrauben siehst Du, wenn Du die Abdeckkappen am Objektiv abschraubst. Beim Berkut waren die Blechkappen mit Feingewinde festgeschraubt (vorsicht beim wieder draufschrauben, die verkanten leicht), ich musste ziemlich kräftig drehen, bis die Kappen sich gelöst haben. Die Objektive werden noch von einem Blechring, der mit drei Schrauben befestigt ist in die Fassung gedrückt, diese Schrauben habe ich vorm Justieren locker geschraubt.
Ich habe das Glas nach der Methode scharfer Stern - unscharfer Stern justiert (Beschreibung der Methode findest Du auf meiner Homepage unter Selbstbau/Ferngläser).

CS Frank
www.stern-freund.de
 
Hi Thomas...

ich habe das Kronos (bzw das Baugleiche Tento) 20x60.
Die Objektive sind sind in exzentrischen Ringen gelagert wodurch die optische Achse verschoben werden kann. Ich denke mal daß das beim 26x70 genau so sein wird.
Zur eigentlichen Justage empfehle ich auch die Methode am unscharfen Stern wie sie Frank erwähnt hat.

Grüße,

Bernd
 
Hi zusammen
Besten Dank für die aufschlussreichen Anworten ich habe deine Hompage Frank studiert und auch deine Antwort Bernd werden es mir jetzt hoffentlich ermöglichen das urchige Fernglas wieder zu justieren.
Tschüs
Thomas
 
Das 20x60 zu justieren ist ein Kinderspiel im Vergleich zu dem angefragten 26x70!

Ist jedenfalls meine Meinung ...
 
Hallo Adson,
ich fand, dass das russische Berkut 25x70 leichter zu justieren war als das russische 20x60 - bzw. alle Ferngläser mit Exzenterring (ich finde, das Berkut war sogar leichter zu justieren als ein Zeiss-Jena 8x30). Beim 25x70 kann man die Objektive sehr feinfühlig mit drei Madenschrauben verschieben. Bei Exzenterfassungen hat man immer das Problem jeweils zwei Ringe gegeneinander verschieben zu müssen (dazu benötigt man eigentlich drei Hände wenn das Fernglas nicht auf einem bombenfesten Stativ montiert ist - eine Hand hält das Fernglas, zwei Hände verdrehen die Ringe gegeneinander). Beim Anziehen des Vorschraubrings können die Exzenter sich verdrehen, ausserdem verkippen die Objektive sehr oft.
Bei den russischen Gläsern sind auch die Tuben ausreichend steif, um diese zu verbiegen benötigt man schon brachiale Gewalt (man kann natürlich alles irgendwie hinkriegen). Was mich bei den russischen Gläsern sehr stört ist die klapprige Fokussiermechanik.

CS Frank
 
Hallo Frank,

ich hatte bisher 3 26x70 und 2 von denen waren so "schief", dass man da alles ausbauen und dann mit roher Gewalt biegen musste. Aber natürlich ist die russische Technik sehr reparaturfreundlich. Die sehr leichtgängige Fokussierung ist leider weit verbreitet, habe da aber mit verschiedenen Basteleien auch ganz brauchbare Ergebnisse erzielt.
 
Hallo,
kann man sich bei der soliden Mechanik gar nicht vorstellen - da fragt man sich, was manche mit ihren Ferngläsern so anstellen. Ich habe mich allerdings auch schon darüber gewundert, dass die meisten russischen Gläser, die man bei eBay bekommt, dejustiert sind. Wenn mit diesen Gläsern jemand Fernrohrweitwurf gespielt hat (nur so kann man sich eigentlich die Dejustage erklären wenn man unterstellt, dass die Gläser mal richtig justiert waren), müssten die Gläser eigentlich entsprechende Blessuren aufweisen.
Wie lassen sich die Objektive beim 26x70 justieren? Wie schon geschrieben, ich habe ein 25x70. Dieses Glas sieht genau so aus wie das Kronos 26x70. Wenn sich die Objektive des 26x70 auch über drei Schrauben justieren lassen, wäre das ein weiterer Hinweis darauf, dass die Gläser tatsächlich baugleich sind.
Wie hast Du die Fokussiermechanik beim Zentraltrieb verbessert? Ich habe da noch keine vernünftige Lösung gefunden.
Bei den russichen Gläsern mit Einzelokulareinstellung helfe ich mir dadurch, dass ich die Gewindehülse durch einen leichten Körnerpunkt verenge. Wenn die Gewinde dann mit schweren Hochvakuumfett geschmiert werden, läuft das Gewinde ganz vernünftig.

CS Frank
 
Angefangen habe ich, die "Passung" des Mitteltriebs etwas verkleinern zu wollen. Da habe ich mit verschiedenen Methoden experimentiert, die aber alle vergeblich waren, weil nur von kurzem Erfolg gekrönt. Bei einer kompletten Demontage eines SOTEM 15x50 habe ich dann einfach mal einige Punkte oder besser "Linien" mit Heißkleber gelegt, dann sitzt der Trieb einigermaßen stramm und nun noch das - wie ich sehe, auch von Dir verwendete - schwere Fett reinpressen. Ergebnis: Das Ding lief satt und sauber wie ein Zeiss ... naja fast <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ... im Vergleich zu vorher wesentlich besser und ich habe seither noch bei 2 Tento die gleiche Methode angewendet. Das eine verwende ich seit Herbst 04 recht häufig, also nun schon den 2. Winter und muss sagen, bisher hat es noch keine erneute Verschlechterung gegeben. Nachteil des Ganzen ist der Aufwand der Demontage, einen Körnerpunkt draufhauen wäre natürlich schneller machbar ...
 
Hallo Adson,
das mit dem Heißkleber muß ich mal probieren.
Noch als Hinweis - falls jemand das mit dem Körnerpunkt probieren will - keinesfalls "draufhauen". Ich habe bei den Ferngläsern mit Einzelokularverstellung die Okulare bzw. bei Ferngläsern mit Mitteltirieb das verstellbare Okular (dieses ist bei den russischen Gläsern durch einen Vorschraubring gegen das Herausdrehen gesichert) aus der Hülse herausgeschraubt. Dann habe ich mit einem Körner ganz vorsichtig (mit Hilfe eines leichten Feinmechanikerhammers) einen leichten Punkt auf die Aussenseite der Hülse über das Gewinde gesetzt. Dann habe ich geprüft, wie sich das Okular in das Gewinde schrauben läßt. Diesen Vorgang habe ich solange wiederholt, bis das Okular im Gewinde kein nennenswertes Spiel mehr hat. Man muss da (wie überhaupt beim Basteln an Ferngläsern) sehr vorsichtig vorgehen, ja nicht draufhauen und rohe Gewalt anwenden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" />.

CS Frank
 
Hallo Frank, ja sehr gut dass du das nochmal erwähnst. Der Werkstoff ist i.d.R. sehr spröde und platzt ruck zuck weg. Dann hat sich das Thema mit Spiel usw. erübrigt. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und auch des Fernglasbastelns.
 
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