Justierung Dekarem

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W_Schulz

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Hallo und schönes Wochenende an die Forenleser,

ich weiß, daß Thema hat es hier schon oft gegeben, aber ich brauch nochmal Eure Hilfe.

Ich habe die Tage ein Dekarem innen gereinigt und dabei natürlich die vormals sehr gute Justierung vermurgst.
Die Linsen-Tuben konnte ich diverse male ab- und wieder anschrauben, ohne dass sich etwas verstellt hätte.
Außer beim letzten Mal!

Die Prismen habe ich nur vorsichtig gereinigt aber nicht verschoben. Die Linsen habe ich im Tubus auch nicht verdreht.
Wenn ich die Tuben wieder handfest anziehe, ist das aber nicht die richtige Position. Blöderweise ist die Justierung nur dann relativ gut, wenn ein Tubus nicht richtig festgedreht ist.

Die Justierung habe ich nach einem älteren Beitrag durch Defokussieren eines Okulars vorgenommen. Der kleine Punkt vom linken Glas passt gut in den größeren rechten Kreis. Das ist auch insgesamt ganz gut justiert, aber eben nicht vollkommen. Ich kann irgendwie nicht richtig entspannt sehen, da stört etwas (am Rotwein liegts übrigens nicht!).

Auch ist mir aufgefallen, dass beim "Sterntest", als das Fernglas noch nicht demontiert und gut justiert war, der kleine Stern nicht zentrisch im großen lag, sondern eher auf 12 Uhr. Jetzt sind sie nahezu zentrisch.

Jetzt gibt es, soweit ich das beurteilen kann, aber mehrere Möglichkeiten der Justage. Ich könnte beispielsweise das linke Glas nochmal 10 Grad weiterdrehen und das rechte wieder so ausrichten, das es passt. Eigentlich müßte es viele "Winkel-Paarungen" geben, bei denen der Sterntest passt.

Also kurzum, hat da jemand im Detail Ahnung? Den Hinweis auf Simone kenne ich bereits. Mein Fernglas ist aber äußerlich in einem so schlechten Zustand, dass sich eine professionelle Justierung wirklich nicht lohnt. Außendem interessiert mich die Technik einfach.

Für Tipps wäre ich Euch dankbar.

Schöne Grüße, cs
Wolfgang
 
Ich habe mein Dekarem schon ein paar Mal justiert. Aus meiner Sicht kann die Justage nicht dureinanderkommen, wenn man die Prosmen dort lässt, wo sie sind. Aber es kann leicht passieren, dass man die Objektive schräg einschraubt, da ja ein Drittel des Gewindes fehlt.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Uwe,

die Objektive habe ich auch schon ein paar mal schief reingedreht. Das merkt man aber nach 1-2 Umdrehungen, ob es dann bis ganz rein geht, weiß ich gar nicht.

Ich habe aber noch etwas anderes bemerkt: an der linken Okularfassung ist eine kleine Kerbe, die ins Gegenstück muß, dann ist das Okular passend gedreht in der Halterung.
Jetzt ist die richtige Justierung auch wieder etwa dort, wo die Objektive beim Reindrehen fest sitzen. Wenn´s das schon gewesen ist, wäre ja super.

Wie justierst Du denn das Dekarem?
Wenn man direkt die Frontlinsen in der Halterung dreht, gibt es dann verschiedene Möglichkeiten der richtigen Stellung?
Also können die beiden Seiten beispielsweise beide etwas nach links schauen und sich trotzdem in einem Punkt treffen?
Oder spielt das keine Rolle?

Gruß Wolfgang
 
Justageprobleme, welche durch die Frontlinsen hervorgerufen werden, habe ich nie bemerkt. Ich justiere mit den Prismen. Das war notwendig, weil mal jemand das Glas hat fallenlassen, einmal war ich es auch selbst (2x in 30 Jahren, geht eigentlich).
Ich habe die Prismen zuerst in definierte Lagen gegen die Anschläge gedrückt, in denen sie ja leicht klappern. Z.B. erst mal alles nach unten außen an den Anschlag. Dan stimmte es schon fast. Kleine Korrekturen nach der Versuch/Irrtum-Methode und fertig. Das Ganze macht man am halb demontierten Glas, ohne Abdeckungen und nach visuellem Augenschein. Ich habe es so genau hinbekommen, dass die ganz leicht vorhandenen Doppelbilder vom Gehirn nach geschätzt 1/10 Sekunde weggerechnet wurden. Am Anfang war dies erst nach vielen Sekunden der Fall. Du sieht, ich habe im "Pingelmodus" reingeschaut. Beim normalen Benutzen merke ich gar nix.
Auf diese Wiese habe ich auch das Billig-Aldi-Glas meines Freundes Jörn hinbekommen. Es ist erstaunlich, mit wie stark dejustierten Geräten mancher beobachtet, ohne dass es ihn sonderlich stört. Ich bin da empfindlich.
 
Ist diese Methode der Justierung nicht sehr umständlich?
Man muß doch nach jedem Versuch das Gerät, wenn auch nur provisorisch, wieder zusammensetzen.

Bei der Justierung bin ich dann sozusagen im "oberpingelich-Modus".
Ich habe eine weiße 3mm LED mit einem 100 kOhm Widerstand an einen Li-Ionen-Akku angeschlossen und möglichst weit weggestellt, das sind ca. 10 Meter.
Mit dem Aufbau bekomme ich in sehr kurzer Zeit eine Justierung hin, die man fast so lassen könnte.
Das die Bilder zusammenkommen, ist gar nicht das Problem, sondern die Feinjustierung.
Wie genau müssen die Kreise bei der Defokussierung zusammenpassen, wenn man mal davon ausgeht, das sie bereits ineinander liegen?
Das ist gar nicht so einfach, weil sich mit dem Dioptrienausgleich durch Defokussierung gar kein so großer Kreis erzeugen lässt.
Was macht man, wenn der defokussierte Kreis gar nicht kreisrund sondern oval ist?

Das haben hier im Forum doch schon Generationen von Fernglasfans gemacht.
Wäre schön, wenn sich jemand fände, der mir da weiterhelfen könnte.

Viel Grüße und cs

Wolfgang
 
Wie?

Kann man denn mit einem Fernglas auch etwas beobachten?
Ich bastel eigentlich immer nur daran herum, aber da bin ich hier wohl nicht ganz allein.

Auf besseres Wetter!
Cheers
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,
ich halte es nicht für ausreichend ein Objekt in eine Entfernung von 10 Meter zu stellen. Bei einem Objektivabstand von etwa 14cm beim 10x50 Feldstecher erscheint das Objekt bezüglich der zwei Objektive in einem Winkel von etwa 0,8°. Damit justiert man das Fernglas auf diese Entfernung. Zwar sind die Augen beim Nahsehen in der Lage eine Parallaxe auszugleichen. Bei einem derartig justierten Fernglas müsste dann bei Beobachtung eines (praktisch) unendlich entfernten Objektes eine Parallaxe in entgegengesetzter Richtung ausgeglichen werden.
Beim Justieren von Zeiss-Feldstechern hatte ich auch noch keine gravierenden Probleme. Die Prismensitze haben recht enge Toleranzen (zumindest bei den neueren Gläsern) und ich konnte die Gläser eigentlich immer mit den Objektivexzentern kollimieren. Man muss höchstens aufpassen, dass die Prismen wirklich in den ausgefrästen Bereichen sitzen und nicht verkantet eingebaut werden. Kritischer ist das bei russischen Gläsern (z.B. beim 20x60). Hier haben die Prismensitze relativ große Toleranzen. Da ist es etwas kniffliger die Prismen entsprechen einzubauen.
Beim bastelmäßigen Justieren gelingt es sicher nicht, die Deckungsfähigkeit bei allen Augenabständen zu erhalten. Dazu müsste man auch die Knickbrücke ausrichten. Ich hatte aber auch diesbezüglich noch keine Probleme (da ich ja die Deckungsfähigkeit bei extremen Augenabständen auch nicht feststellen kann - ich kann ja den Abstand meiner Augen nicht verstellen).

C.S. Frank
 
Hallo Frank,

ich habe auch gemerkt, dass die 10 Meter nicht ausreichen.
Meine erste LED mit Akku hatte ich in 150 Meter Entfernung an einen Baum gehängt. Schon am nächsten Morgen war´s geklaut.

Von Freitag auf Samstag war gute Sicht und ich habe nochmal am richtigen Stern justiert. Da gab es schon einiges an Abweichung.
Einen interessanten Hinweis habe ich von einem Optiker erhalten.
Danach ist die beste Einstellung die, bei der die Augen in Ruhestellung sind, das ist in der Regel parallel aber nicht immer, außendem ist diese Stellung ggf. am Tag anders als bei Dunkelheit.
Das macht die Sache nicht gerade einfacher.

Man kann auch einfach drehen bis es angenehm ist. Die Frage ist nur, ob man den Punkt überhaupt treffen kann.
Wenn ich da richtig liege, heißt das beim Dekarem: erst die Prismen so ausrichten, dass sie paarweise senkrecht zueinander stehen bzw. die Bilder genau aufrecht stehen und dann mit den Objektiven die Bilder übereinanderlegen.

Funktioniert auch ganz gut. Mich hätte nur interessiert, ob es noch was bringt, das richtig genau zu machen.
Bei meinem Dekarem können die "Sterne" nicht komplett konzentrisch eingestellt werden.
Das sieht dann so aus wie in der Skizze.

Gruß Wolfgang

 

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Hallo zusammen,

ich hatte mal einen Binokularansatz, der wegen eines Sturzes dejustiert war.
In der Hoffnung etwas zu erreichen öffnete ich ihn und löste die Prismen aus der Halterung.
Wenn ich nun die in der Hand an die ungefähr richtige Stelle gehaltenen Prismen bewegte,
dann änderte sich an der Abbildung nicht gravierendes, das Bild wanderte kaum.

Daher liess ich den Binokularansatz kollimieren und erfuhr,
dass die Stellung der Okulare zu den Prismen wesentlich für das fluchtende Bild ist und
dass ein Anfassen an den Okularen (beim Einstellen des Augenabstands oder beim Verstauen) zu vermeiden ist,
da diese aus der justierten Position gedrückt werden können.
 
Hallo Wolfgang,
ich wäre mit einem Fernglas, das ein Bild entsprechend Deiner Skizze zeigt, nicht zufrieden und habe das bei meinen Gläsern auch wesentlich besser hinbekommen.
Eine Möglichkeit zur Ausrichtung der Prismen ist, das Fernglas ohne die Abdeckkappen des Fernglaskörpers zu montieren und die Objektivexzenter auf "Neutralstellung" zu stellen (der dicke Teil des äußeren Ringes gegenüber dem dünnen Teil des Ringes an der Fassung). Dann die Prismen so verschieben, dass sich die Bilder ungefähr decken (notfalls die Prismen durch Unterlegen von etwas Staniol kippen). Jetzt lassen sich die Bilder für gewöhnlich mit den Objektivexzentern deckungsgleich stellen. So mache ich das bei den russischen Gläsern, wobei hier die Prismenklemmen in der Regel nicht geschraubt, sondern nur geklemmt sind (was die Sache noch fummeliger macht).
Das Justieren von Gläsern mit Objektivexzentern ist schon ziemlich fummelig. Man hat viele Freiheitsgrade (die Drehung der Objektive und die Stellung der Exzenterringe gegeneinander). Außerdem kann es vorkommen, dass ein Glas zwar eine Deckung auf der Bildmitte zeigt, im Bildfeld aber nicht mehr (wobei ich ein geringes Weglaufen außerhalb des Sehschärfekreises toleriere).
Der Optiker meinte bestimmt, dass es einen Punkt der Akkomodationsruhe gibt. Dieser ändert sich mit dem Alter und der Leuchtdichte (bei geringer Leuchtdichte können Augen kurzsichtig werden - die sogenannte Nachtmyopie - dies führt dann dazu, dass die Okulareinstellung korrigiert werden muß). Da Akkomodation und Konvergenz gekoppelt sind, ändert sich auch die Augenstellung. Unabhängig von diesen theoretischen Betrachtungen dürfte es aber möglich sein, ein Fernglas so zu justieren, dass ein (subjektiv!) entspanntes Sehen bei (praktisch) unendlich entfernten Objekten möglich ist. Vor einiger Zeit wurde hier aber schonmal diskutiert, dass wohl einige nicht in der Lage waren, die Überdeckung von scharfem und unscharfem Stern zu beurteilen. Ich konnte das bei mir und anderen Testpersonen aber noch nicht feststellen.

@Dietmar:
Ein Binoansatz sollte schon so steif sein, dass sich die Okulare nicht verschieben. Allerdings habe ich mit Binoansätzen keine weiteren Erfahrungen (ich besitze zwar auch einen, benutze den aber kaum). Die Binoansätze, die ich bisher gesehen habe, hatten alle Glaswege (gibt es eigentlich Welche ohne Glasweg?) und wirken dadurch, besonders an hochaperturigen Systemen, stark bildverschlechternd, da sie zuviel Öffnungs- und Farbfehler erzeugen.

C.S. Frank
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

die Stellung der Okulare ist natürlich wichtig, es gibt, so weit ich weiß, auch Ferngläser, bei denen man eine Justierung über die Okulare vornehmen kann.
Beim Dekarem sitzen diese allerdings in einer sauberen Fassung, in der man sie nur noch drehen kann. Das linke hat eine kleine "Nase", die in die entsprechende Kerbe passt. Damit hat man keine weitere Möglichkeit mehr.
Vorstellen kann ich mir das schon, aber wer fasst ein Fernglas an den Okularen an?

@Frank
Ich glaube, ich habe nur die Hälfte mitgeteilt: ich habe mit den Objektiven nur indirekt justiert, indem ich den gesamten Tubus im Gewinde gedreht habe. An die Exzenter habe ich mich noch gar nicht rangetraut, weil dadurch zu viele Freiheitsgrade entstehen.
Mit der Skizze habe ich zeigen wollen, wie der kleine und große Kreis auf der Bahn der großen blauen laufen, wenn ich die Tuben um 360° drehe.
Wenn ich besser einstelle, ergibt sich das in der nächsten Skizze.
Leider nicht 100% konzentrisch.
Ich habe erfahren, dass vertikale Unterschiede am schlechtesten sind. Ich frage mich, ob bei horizontalen Abweichung es besser ist, wenn sich die Blickwinkel schneiden, als dass sie auseinander gehen?
Dann müßte ich die beiden "blauen" Kreise noch weiter zusammenführen. Wahrscheinlich lässt sich das durch die Exzenter leicht hinkriegen.

Viele Grüße
Wolfgang
 

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Hallo Frank,

vielen Dank für den Link. Das ist, wonach ich gesucht habe.

Die quantitativen Aussagen bzgl. des scharfen und unscharfen Sterns fehlten mir einfach!

Vielleicht ist meine Variante mit dem Verdrehen der Tuben gar nicht sooo schlecht. Dadurch kann man sehr feinfühlig justieren. Die Tuben werden, auch wenn sie nicht bis zum Anschlag reingedreht sind, durch das vordere Abdeckblech geklemmt und können sich nicht verdrehen. Ganz sauber ist das allerdings nicht.

Schöne Grüße
Wolfgang
 
Hallo wolfgang,

zu Deiner ersten Anmerkung, dass Du den Eindruck hast, nach der Justage kannst Du trotzdem noch nicht richtig entspannt schauen, möchte ich meine Erfahrungen kundtun. Mir ging es ebenso. Hier mein Prozedere, Ferngläser zu justieren:

Ich nehme das Glas auf einen Stativhalter und visiere am Taghimmel einen weit entfernten Fixpunkt an. Bei mir ist das eine Mobilfunkantenne. Danach entferne ich mich (sitzend) vom Glas, so dass nur noch die Austrittspupillen wirksam werden. Somit kann man die Lage im Zentrum besser beurteilen.
Wenn das Glas noch nicht richtig justiert ist, sieht man den Fixpunkt nur in einer Fernglashälfte. Nun kann man über die Exzenter den Fixpunkt in die zweite Austrittspupille bringen. Ein Helfer macht sich dabei gut.
Übrigens habe ich fest gestellt, dass bei werksmäßig justierten Gläsern die Bildmitten nicht exakt in der Mitte der Austrittspupille stehen, sondern etwas nach innen verschoben. Ich denke, dass die Augen nicht parallel gerade aus schauen sollen (und wollen), sondern einen näheren scheinbaren Bildabstand fixieren sollen, so als wenn man einen Punkt in ca. 50 cm Abstand betrachtet. Mit der Methode habe ich bisher sämtliche mir vorgelegten CZJ Gläser einschließlich eines Notarems einwandfrei justieren können.
Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
Hallo Hans-Jürgen,

die Methode werde ich auch ausprobieren. Ich muß nur noch einen entsprechenden Stativadapter bauen.

Einen ähnlichen Vorschlag habe ich schon einmal bekommen. Dabei wird einmal durchs rechte und einmal durchs linke Glas geschaut und zwar auf zwei Objekte, die voneinander soweit entfernt sind, wie die Fernglashälften.
Ich kann mir bei der Methode aber schwer vorstellen, wie man die Objekte genau in der Mitte positioniern kann, ohne ein Fadenkreuz zu benutzen.

Das geht bei Deiner Methode wahrscheinlich deutlich besser, da man durchs Entfernen automatisch zentriert.

Freut mich, dass der Beitrag noch richtig gut geworden ist.
Ich bin dabei jedenfalls nicht dümmer geworden.
Es sind meiner Meinung nach sogar alltagstaugliche Justiermethoden rausgekommen, die eine vernünftige Genauigkeit erreichen.

Danke nochmals!

Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,
ich kann Hans-Jürgen nur zustimmen. Ich benutze die Methode auch. In Ermangelung eines Statives lehne ich mich mit dem Fernglas mit ausgestreckten Armen gegen ein Fenster und visiere einen möglichts weit entfernten Punkt an. Bei mir ist es eine Satelitenschüssel, die beinahe die Austrittspupille füllt. Dann versuche ich, über die Exenter die Bilder in Übereistimmung zu bringen. Dies gelingt stets sehr gut. Sollte vorher an dem Fernglas noch nichts verändert worden sein, genügt meist nur eine kleine Korrektur. Ich würde mir sicherheitshalber die Position der Exenter (anhand der Kerben) an den Tuben mit einem Stift markieren, um erst mal den "Urzustand" wieder herzustellen, falls man es doch vollkommen dejustiert hat. Man lernt beim Probieren.

Ein Problem, dass mir beim Justieren erst später aufviel, war die Verschiebung der Bilder mit Veränderung des Augenabstandes, also Knicken des Fernglases (ich habe dies in einem anderen Beitrag angesprochen). Peter aus dem Forum hat mir den Grund einleuchend erklärt: Die beiden optischen Achsen hat man zwar zueinander korrekt parallel justiert, aber nicht 100%ig parallel zur Knickbrücke. Durch Knicken des Fernglases dejustiert man dann das Glas. Wie gesagt, wenn man das Glas nur selbst nutzt und den Augenabstand nicht verändert, fällt dieses Problem auch nicht auf. Das Auge kann wohl auch einiges ausgleichen. Ich habe es gemerkt, als ich das gut justierte Fernglas bei ausgestreckten Armen knickte. Mich wundert, dass darüber noch nichts im Forum zu finden war.

Viele Grüße,
Ringo
 
Hallo Ringo,

mittlerweile habe ich mir auch ein Stativadatpter gebastelt und die von euch angesprochene Methode ausprobiert.
Von der praktischen Seite geht das gut. Mir kommt es so vor, als wenn man genauer einstellen könnte, als mit der "Stern- Defokussier-Methode".
Leider gibt es bei mir ein Problem: dort, wo die Gläser vermeintlich am besten eingestellt sind, kann ich am schlechtesten mit beiden Augen durchsehen! Vielleicht liegt das an meinen Augen.

Ohne mir dessen bewußt zu sein, habe ich das Problem mit der veränderlichen Justierung durch das Einstellen des Augenabstandes schon im ersten Beitrag angesprochen.
Es gibt eben viele Winkelpaare, bei denen die beiden optischen Wege parallel sind, aber eben nicht parallel zur Knickachse.
Das noch hinzukriegen übersteigt aber wahrscheinlich die Möglichkeiten eines Bastlers. Oder gibt es hier jemand, der das schon gemacht hat?

Viele Grüße
CS Wolfgang
 
Hallo Wolfgang, Ringo und allerseits,

eine simple Methode, eine Verkippung der optischen Achsen relativ zur Knickachse festzustellen und dann durch entsprechendes Justieren zu beseitigen hatte ich ja neulich beschrieben. Vielleicht ist das ja seinerzeit übersehen worden, deshalb hier noch mal ein Hinweis darauf:

Justage relativ zur Kickachse

Falls der Sinn der Übung nicht klar ist, kann ich gerne noch weitere Erklärungen dazu geben, aber mit einigem Nachdenken sollte es eigentlich verständlich sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter,
vielen Dank für den Ratschlag. Ich hab es nicht übersehen, sondern kam noch nicht dazu, es zu probieren und zu antworten, wie es geklappt hat. Die Vorgehensweise hört sich aber sehr logisch an. Im Idealfall sollte es auf diese Weise möglich sein, die beiden optischen Achsen zu parallelisieren, ohne sie direkt miteinander zu vergleichen. Ich bin gespannt.

Viele Grüße,
Ringo
 
Hallo Ringo,
Du schreibst:
Durch Knicken des Fernglases dejustiert man dann das Glas. Wie gesagt, wenn man das Glas nur selbst nutzt und den Augenabstand nicht verändert, fällt dieses Problem auch nicht auf. Das Auge kann wohl auch einiges ausgleichen. Ich habe es gemerkt, als ich das gut justierte Fernglas bei ausgestreckten Armen knickte. Mich wundert, dass darüber noch nichts im Forum zu finden war.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du das Fernglas mit ausgestreckten Arm entfernt vor die Augen gehalten und das Fernglas dann geknickt. Dass Du da unterschiedliche Bilder in beiden Fernglashälften siehst ist klar und hat nichts damit zu tun, dass das Glas dejustiert ist. Wenn die Austrittspupille des Fernglases nicht in der Augenpupille liegt, hat man eine Art "Schlüssellochsituation". Dies kann man sich klar machen, wenn man zwei Zettel mit jeweils einem kleinen (dem Durchmesser der Fernglasaustrittspupille entsprechenden) Loch vor die Augen hält. Wenn der Abstand der Löcher dem Augenabstand entspricht, sieht man durch beide Löcher das gleiche Bild. Wenn man den Abstand der Löcher ändert, schaut man schräg durch die Löcher, man sieht also unterschiedliche Bilder. Die von Hans-Jürgen angegebene Methode funktioniert also nur, wenn das Glas auf den richtigen Augenabstand eingestellt ist.
Ich halte das Problem der Änderung der Fusion beim Knicken übrigens für nicht so gravierend. Die beiden Fernglashälften sind ja durch Einhaltung der (sicher sehr engen) Fertigungstoleranzen schon recht gut parallel. Mit den Objektiexzentern gleicht man nur relativ kleine Beträge aus. Es ist sicher durchaus möglich, dass die Fusion bei extremen Einstellungen wegläuft, ich treibe aber dafür keinen zusätzlichen Aufwand.

CS. Frank
 
Hallo allerseits,

wie Frank richtig sagt, ist es bei der von Hans-Jürgen und Ringo durchgeführten Methode (bei der man das Glas mit ausgestreckten Armen vor sich hält und dann prüft, ob ein entferntes Target in beiden Augen mittig platziert ist) essentiell, dass dies ausschliesslich bei der für den jeweiligen Beobachter zutreffenden Knickbrückeneinstellung stattfindet! Dies gilt jedenfalls solange, wie der beschriebene Test beidäugig gemeint ist, wovon wir hier wohl ausgehen dürfen.

Für andere Knickwinkeleinstellungen wird so ein beidäugiger Test (mit ausgestreckten Armen oder bei entsprechender Entfernung zum Glas) auch für ein perfekt justiertes Glas eine Dejustierung vortäuschen, weil die Augen nun nicht mehr im Okularabstand stehen und demzufolge ein Target in beiden Hälften unter einem etwas verschiedenen Winkel erscheint.

Um einen derartigen Schieleffekt zu vermeiden, ist es also wesentlich, für beide Fernglashälften identische Einblickrichtungen relativ zur optischen Achse zu haben. Beidäugig geht das dann nur für die korrekte persönliche Knickwinkeleinstellung.

Für andere Einstellungen braucht man dann entweder Testpersonen mit entsprechendem Augenabstand, oder man fixiert die Einblickposition mit entsprechenden Lochblenden im korrekten Abstand und vergleicht die Targetposition, indem man einäugig abwechseld erst durch die eine und dann durch die andere Hälfte schaut.

Ich hab das heute mal an einem alten CZJ 7x50 Binoctem durchgespielt und konnte so eine sehr geringfügige, aber echte, knickwinkelabhängige Dejustierung feststellen. Da der Effekt sehr klein ist, erübrigt sich eine Korrektur.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Frank,

bei dem von dir geschilderten Fall einer Veränderung des Augenabstandes eines gut justierten Glases mit ausgestreckten Armen verschieben sich die Bilder durch das Schielen, wie von dir beschrieben, horizontal.
Sind die Strahlengänge bei einem bestimmten Augenabstand parallel justiert, verlaufen aber nicht parallel zur Knickachse, dann kommt es beim Knicken auch zu einem vertikalen Versatz.
Peter hat dies sehr anschaulich im Beitrag "Probleme beim Justieren" beschrieben.
Viele Grüße,
Ringo
 
Hallo Wolfgang,

das sagst Du durchaus etwas was man beim Justieren von Ferngläsern beachten sollte.
Wenn es zu lange dauert, kriegst Du den Knick in die Optik und Du glaubst es sei gut. Am nächsten Tag sieht das ganz anders aus.
Die Augen ermüden recht schnell und dann kommt hinzu, dass das Hirn bei den letzten paar Prozent, wenn es fast passt, Bilder auf Deckung rechnet, die nicht deckungsgleich sind.
Längere Pausen schaden dem guten Ergebnis also nicht.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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