Justierung mit Cheshire

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lacrimosa

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Hallo,
ich habe gerade versucht, meinen Dobson mit Cheshire neu justieren, blicke aber mittlerweile nicht mehr durch.
Zwar habe ich auch einen Laser, aber mit dem traue ich es mich nicht mehr, weil ich schon mal versehentlich in den Strahl geschaut habe. Ist mir zu gefährlich.

Ich komme weder mit der Anleitung auf www.seeing1.de, noch mit der auf Pteng zurecht. Gibt es irgendwo ein Video bzw. eine ganz genaue Anleitung mit Screenshots usw.?


Gruß

Ronald
 
Hallo Ernie,


Zitat von Terrorernie:

hm, hier lande ich auf einer Google-Seite. Habe ich vorher noch nie gesehen.


der mir das hier gebracht hat:

http://www.astro-okulare.de/eigen/Cheshire Anleitung.pdf ...

Die Anleitung ist doch ziemlich übersichtlich, oder?

Ist es das, was Du gesucht hast?

Gruß
Ernie

danke, ich bin mir nicht sicher. Ich denke, ich sollte erstmal eine Nacht darüber schlafen und es morgen bei Tageslicht nochmal versuchen. Im Moment fehlt mir die Ruhe dazu.

Gruß

Ronald

 
Hallo,
Ich weiß noch wie ich angefangen hab. Plötzlich schien das Newton eine komplizierte Aperatur aus 100erten Spiegeln zu sein, die alle auf den Nanometergenau aufeiner abzustimmen sein. Ich hab auch zum Beispiel an den falschen Schrauben gedreht. Wenn du Probleme hast kannst du sie ja nochmal genauer schildern.


Gruß Deadlock
 
Hallo,

ich habe versucht, mich an die Anleitung des Teleskope Service zu halten (Justierung eines Newton Teleskopes) und habe mir auch die Anleitung des Fernrohrführerscheins als Ergänzung genommen.
Diese Anleitungen sind im Prinzip gut, aber mir bereiten sie Schwierigkeiten. Ich weiss ich nicht, was ich genau tue. Wenn ich es richtig verstehe, muss ich zunächst den Fangspiegel mit den drei Justierschrauben so einstellen, dass er mittig im Okularauszug erscheint.
Ich glaube, dass ich das hinbekommen habe. Allerdings sind die Halterungen der Spinne absolut außer der Mitte und ich weiss nicht, wie ich das verändern kann. Laut Anleitung von TS verstehe ich es so, dass ich das mit den Justierschrauben des Hauptspiegels verändern kann. Das habe ich versucht, allerdings schaffe ich es nur, den schwarzen Punkt (das dürfte das Spiegelbild des Cheshires sein) auf den Kreis des Hauptspiegels zu zentrieren. Und das wäre eigentlich Schritt 3. Die Fangstreben der Spinne sind weiterhin absolut außermittig.
Dann habe ich im Fernrohrführerschein-Heft gelesen, dass man die Spinne mit den Außenschrauben am Tubus justieren kann. Diese Schrauben sind ziemlich fest und ich sehe nicht, dass sich etwas verändert.
Ich glaube, dass ich das nur verstehe, wenn es mir jemand direkt am Teleskop erklärt und ich dabei zuschauen kann. Wenn ich sehe, was welche Schrauben bewirken, dann weiss ich auch, was ich tun muss.

Gruß

Ronald
 
Zitat von lacrimosa:
...muss ich zunächst den Fangspiegel mit den drei Justierschrauben so einstellen, dass er mittig im Okularauszug erscheint.

So geht das nicht. Mittig erscheint der FS hauptsächlich, weil man ihn um die mittlere Schraube dreht. Leider gibt es dafür keine Feineinstellung. Wenn man die Reflexionsrichtung des FS (bei meiner Anleitung Azimut genannt) änder will, also ihn in Richtung OAZ drehen will, kippt man ihn in´mmer auch aus der Mitte, das geht nicht anders.

Du musst zuerst verstehen, welche Justier"bewegungen" du benötigst und wie die zu realisieren sind.
 
Hallo Uwe,

Zitat von UwePilz:
So geht das nicht. Mittig erscheint der FS hauptsächlich, weil man ihn um die mittlere Schraube dreht. Leider gibt es dafür keine Feineinstellung. Wenn man die Reflexionsrichtung des FS (bei meiner Anleitung Azimut genannt) änder will, also ihn in Richtung OAZ drehen will, kippt man ihn in´mmer auch aus der Mitte, das geht nicht anders.

Du musst zuerst verstehen, welche Justier"bewegungen" du benötigst und wie die zu realisieren sind.

vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Mit "mittig" meinte ich, dass man ihn durch den OAZ in der Mitte sieht. An der mittleren Schraube habe ich einmal aus Neugier leicht gedreht und gesehen, dass damit der Fangspiegel "gekippt" (so würde ich es beschreiben) werden kann.

Als ich an den drei Justierschrauben des Fangspiegels drehte, hatte ich gehofft, dass sich der Fangspiegel samt Spinne sozusagen etwas nach links oder nach rechts verschiebt, wenn ich durch den OAZ blicke. Es wurde aber nur der Fangspiegel "verschoben".

Derzeit ist der Reflektionspunkt des Cheshire in der Markierung des Hauptspiegels. So soll es auch sein, wenn ich es richtig verstanden habe.

Wenn ich durch den OAZ schaue, dann ist das "silbrig glänzende", auf dem ich z.B. das sehe, worauf mein Teleskop gerade gerichtet ist, der Hauptspiegel.

Es stört mich "nur", dass das Reflektionsbild des Cheshire nicht zentriert über der Reflektion der Fangspiegelhalterung (wenn ich das Bild in Deiner Anleitung richtig verstehe) zu sehen ist, wenn ich durch das Cheshire schaue.

Du musst zuerst verstehen, welche Justier"bewegungen" du benötigst und wie die zu realisieren sind.

Das sehe ich auch so und ich hoffe, dass es mir irgendwann gelingt. Zumindest hoffe ich jetzt zu wissen, was der Fangspiegel ist, was der Hauptspiegel ist und was das Cheshire-Reflektionsbild ist, wenn ich durch den OAZ schaue.

Gruß

Ronald
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Der FS ist das schwierigere. Du musst zuerst mit einer Filmdose o.ä. den Spiegel so ausrichten, dass er in etwa rund erscheint.

Als allererstes ist dabei die oben-unten-Symmetrie zu prüfen. Das sollte nach der Auslieferung aber stimmen. Ansonsten musst du die zenrale Schraube wieder in die Fassung rein drehen und die drei Justierschrauben alle gleichmäßig lösen oder umgekehrt. "Oben" und "unten" (axial) sollte vom Justierokular aus gleich viel Raum bleiben.

Als nächstes sind die Drehung des FS zum OA und die Größe der Verkippung dran. Ich weiß nicht, wie die Justageschrauben bei dir angeordnet sind. Ich gehe mal davon aus, dass eine vom Okularauszug weg angeordnet ist und zwei dem OA näher.
Die beiden näheren sollten für den Anfang "gleich lang" im Gewinde stecken, damit der FS nicht seitlich aus der Achse verdrückt ist. Mit der hinteren und parallel dazu mit den beiden vordern kann man den Winkel von 45° einstellen.
Vorher muss man dafür sorgen, dass der FS auch zum OA hinzeigt ("Azimut"). Dazu muss die zentrale Schraube ein wenig gelöst werden, nur ein wenig!, so dass sich der FS gerade eben drehen lässt. Er muss so gedreht werden, dass er am breitesten erscheint. Ein Problem dabei ist, dass man den Rand des FS bei den vielen Spiegeleien nicht erkennt. Hier hilft es, ihn einfach mal am Rand anzufassen, währen man in den OA schaut. Vorsicht! Nicht aus Versehen auf den Spiegel greifen! Oder Handschuhe anziehen.

Dann den Winkel einstellen.
Wenn das grob ausgerichtet ist, muss ein Justierokular oder ein Laser ran, um die optische Achse des FS einzustellen. Der FS muss so justiert werden, dass der Laserstrahl oder das Fadenkreuz des Justierokulars auf die Markierung des HS zeigen. Bei einer ordentlich gebauten Spinne bleibt es bei den beschriebenen Bewegungen.

Beim HTT mache ich jedes jahr einen Justageworkshop. Vielleicht verschlägt’s dich ja mal in den Osten.
 
Also mal ganz einfach:
- Als allererstes diesen Link durchlesen, ist gut bebildert:
http://www.astro-baby.com/collimation/astro babys collimation guide.htm
- Dann das Rohr horizontal stellen und ein weißes Blatt Papier hinter dem FS in Richtung HS ins Rohr kleben, damit man im Auszug nur den FS sieht.
- Dann die 3 kleinen Fangspiegelschrauben etwas lockern und die große Mittenschraube so verstellen, dass sich der Fangspiegel mittig im Auszug zeigt (die Verkippung durch die Schraubendrehung hat keine Bedeutung, einfach den Spiegel mit der Hand wieder einigermaßen rund drehen). Dann Papier entfernen.
- Mit den 3 Fangspiegelschrauben den Fangspiegel rund einstellen, es sollte sich dann der Hauptspiegel ebenfalls schön mittig am Fangspiegel abbilden. Wenn das noch nicht gut geht, die große Schraube nachstellen und dann wieder die 3 kleinen Schrauben einstellen (hier bewährt sich das Concenter-Oku sehr).
- Danach den Hauptspiegel an dessen Justierschrauben so einrichten, dass die Mittenmarkierung im Cheshire zentriert wird - Fertig!

Das Ganze ist einfacher auszuführen als es zu beschreiben. Drum wäre es am Besten es sich von jemandem, der es kann, zeigen zu lassen.
 
Hallo Ronald,

Ich hatte bei meinem Newton am Anfang auch Probleme mit der Justierung, ich hatte allerdings nur die Filmdose benutzt.
Mittlerweile habe ich mir ein Concenterokular angeschafft. Damit habe ich insbesondere die Justierung des Fangspiegels gleich beim ersten Versuch innerhalb von ein paar Minuten hinbekommen. Sogar inklusive Offset!
Ich kann das Teil wirklich empfehlen.

Marcus
 
Zitat von antaresxt:
Also mal ganz einfach:
- Als allererstes diesen Link durchlesen, ist gut bebildert:
http://www.astro-baby.com/collimation/astro%20babys%20collimation%20guide.htm
- Dann das Rohr horizontal stellen und ein weißes Blatt Papier hinter dem FS in Richtung HS ins Rohr kleben, damit man im Auszug nur den FS sieht.
- Dann die 3 kleinen Fangspiegelschrauben etwas lockern und die große Mittenschraube so verstellen, dass sich der Fangspiegel mittig im Auszug zeigt (die Verkippung durch die Schraubendrehung hat keine Bedeutung, einfach den Spiegel mit der Hand wieder einigermaßen rund drehen). Dann Papier entfernen.
- Mit den 3 Fangspiegelschrauben den Fangspiegel rund einstellen, es sollte sich dann der Hauptspiegel ebenfalls schön mittig am Fangspiegel abbilden. Wenn das noch nicht gut geht, die große Schraube nachstellen und dann wieder die 3 kleinen Schrauben einstellen (hier bewährt sich das Concenter-Oku sehr).
- Danach den Hauptspiegel an dessen Justierschrauben so einrichten, dass die Mittenmarkierung im Cheshire zentriert wird - Fertig!

Das Ganze ist einfacher auszuführen als es zu beschreiben. Drum wäre es am Besten es sich von jemandem, der es kann, zeigen zu lassen.

Vielen Dank.
So sieht es bei mir in etwa aus:
Klick

Gruß

Ronald
 
Zitat von UwePilz:
Der FS ist das schwierigere. Du musst zuerst mit einer Filmdose o.ä. den Spiegel so ausrichten, dass er in etwa rund erscheint.

Als allererstes ist dabei die oben-unten-Symmetrie zu prüfen. Das sollte nach der Auslieferung aber stimmen. Ansonsten musst du die zenrale Schraube wieder in die Fassung rein drehen und die drei Justierschrauben alle gleichmäßig lösen oder umgekehrt. "Oben" und "unten" (axial) sollte vom Justierokular aus gleich viel Raum bleiben.

Als nächstes sind die Drehung des FS zum OA und die Größe der Verkippung dran. Ich weiß nicht, wie die Justageschrauben bei dir angeordnet sind. Ich gehe mal davon aus, dass eine vom Okularauszug weg angeordnet ist und zwei dem OA näher.
Die beiden näheren sollten für den Anfang "gleich lang" im Gewinde stecken, damit der FS nicht seitlich aus der Achse verdrückt ist. Mit der hinteren und parallel dazu mit den beiden vordern kann man den Winkel von 45° einstellen.
Vorher muss man dafür sorgen, dass der FS auch zum OA hinzeigt ("Azimut"). Dazu muss die zentrale Schraube ein wenig gelöst werden, nur ein wenig!, so dass sich der FS gerade eben drehen lässt. Er muss so gedreht werden, dass er am breitesten erscheint. Ein Problem dabei ist, dass man den Rand des FS bei den vielen Spiegeleien nicht erkennt. Hier hilft es, ihn einfach mal am Rand anzufassen, währen man in den OA schaut. Vorsicht! Nicht aus Versehen auf den Spiegel greifen! Oder Handschuhe anziehen.

Dann den Winkel einstellen.
Wenn das grob ausgerichtet ist, muss ein Justierokular oder ein Laser ran, um die optische Achse des FS einzustellen. Der FS muss so justiert werden, dass der Laserstrahl oder das Fadenkreuz des Justierokulars auf die Markierung des HS zeigen. Bei einer ordentlich gebauten Spinne bleibt es bei den beschriebenen Bewegungen.

Beim HTT mache ich jedes jahr einen Justageworkshop. Vielleicht verschlägt’s dich ja mal in den Osten.

Danke für die ausführliche Anleitung. Ich werde es erstmal alleine versuchen.

Gruß

Ronald
 

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  • Kollimation Ronal.jpg
    Kollimation Ronal.jpg
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Ich dachte, der Primary Mirror wäre der Fangspiegel. Laut Foto wäre es aber der Hauptspiegel.
Den kann ich mit den drei Justierschrauben verstellen, was ich gestern schon versucht habe. Merkwürdig, aber auch interessant.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nachtrag:
"Note also the offset typical of a fast Newtonian."

Mein Englisch ist nicht so gut. Ich kann es nur erahnen, was gemeint ist.
Das heisst, das ist normal und ich muss gar nichts einstellen?

Wenn wieder klarer Himmel ist, werde ich es an einem Stern ausprobieren.

Gruß

Ronald
 
Bei Deinem f/6-Newton brauchst Du Dich um FS-Offset nicht zu kümmern. Stell das alles zentrisch ein und mach den Sterntest, dann haut das schon hin. Newton-Justage ist im Grunde keine Kunst, wenn man sich an den Ablauf hält - (ich verstehe nicht, was da immer für ein Akt drum gemacht wird).
 
Zitat von winnie:
Bei Deinem f/6-Newton brauchst Du Dich um FS-Offset nicht zu kümmern.

vielen Dank für die Info. Diesen Begriff kannte ich noch nicht. Wieder etwas dazugelernt!

Zitat von winnie:
Stell das alles zentrisch ein und mach den Sterntest, dann haut das schon hin.
Newton-Justage ist im Grunde keine Kunst, wenn man sich an den Ablauf hält

Das glaube ich auch.

Zitat von winnie:
- (ich verstehe nicht, was da immer für ein Akt drum gemacht wird).

Das ist ganz einfach zu verstehen: Man benötigt nur etwas Einfühlungsvermögen dazu. Dann versteht man es sofort. ;)

Gruß

Ronald
 
Hallo Ronald,

ein Mal im Monat kommt so eine Meldung wie diese hier:

Astronomiestammtisch Rhein/Main/Taunus

Die nächste soll bald erscheinen. Wenn du kannst, pack Newton und Justagetools ein und komm einfach vorbei. Die Justage wird danach nur ein Kinderspiel für dich sein.

Viele Grüße,
Horia
 
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