Kaali-Meteoritenkrater

FStone

Aktives Mitglied
Lag bei einer Reise durch Estland am Weg:
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Siehe

BG&CS. Frank
 
Nice - danke für das Foto! :y:
Erstaunlich, daß nach diesen 4000 Jahren seit dem Einschlag dieser kleine See immer noch übrig geblieben ist und sich so deutlich von der Umgebung abzeichnet. Normalerweise warn solche "Löcher" in diesen Breiten schon längst mit Sediment aufgefüllt oder verlandet. Besonders tief sieht mir der Kratersee auch nicht mehr aus. Der Wassestand dürfte zu dieser Jahreszeit aber auch tief liegen. Aber interessant! :)
 
Hallo Winnie,
naja ~4000 Jahr sind ja nicht all zu viel. Die Eiszeit war viel früher, wo sollen da Sedimente in solcher Menge herkommen.
Der Wasserstand ist hier zwar Sommerlich niedrig, aber auch sonst wird das nicht drastisch mehr sein, wie die Bewuchsgrenze zeigt .
Was man hier schlecht sieht ist, dass der Wall sich ca 10m aus dem Gelände erhebt und das Zentrum dann ca 15m unter Gelände liegt.
Es gibt fußläufig noch 8 kleine Nebenkrater von denen wir auch 5 gefunden haben.
Laut Erklärtafeln gibt es sogar eine Reihe von Mythen zu dem Ereignisse, die eben auf ein Explosives Entstehen hindeuten, wobei erst seit 1937 sicher ist, dass es ein Meteor war.

BG. Frank
 
> Meteor

Meteorit... ;)

Nja, daß in 4000 Jahren so gut wie nichts in unseren Breiten an Bodenerosion entsteht, davon bin ich noch nicht überzeugt. Aber egal, ich bin auch kein Geologe. Der Krater ist von seiner Struktur her eindeutig als solcher zu erkennen. Laufen da noch Leute mit Metalldetektor rum odr ist das da verboten?
 
> Meteor
Laufen da noch Leute mit Metalldetektor rum oder ist das da verboten?
Ein Verbotsschild war da nicht, allerdings der dezente Hinweis, dass es sich um Privatgelände handelt.
Von den doch viele Tonnen schweren Teil hat man insgesamt nur ca. 3kg gefunden.
Ein stinknormaler Eisen Meteorit.

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Das ist einer der Nebenkrater, ca. 600m von Hauptkrater entfernt.

VG. Frank
 
> Ein stinknormaler Eisen Meteorit.

Die Dinger haben einen ziemlichen Wert - je seltener das Material, umso mehr.
Bei diesen relativ kleinen Kratern würde ich erwarten, daß man durchaus Bruchstücke findet. Aber in 4000 Jahren haben da sicher schon andere gesucht, wenn auch nur ein Stück Meteoreisen irgendwo offen an der Oberfläche lag.
 
In der öffentlichen Wahrnehmung fast unbekannt ist der Fakt, daß sich Alfred Wegener auch mit Impaktkratern beschäftigt hat, nämlich mit den damals als Sall bezeichneten und heute als Kaali bekannten Kraterfeld in Estland. Zur damaligen Zeit gab es eine wissenschaftliche Debatte um deren Ursprung, Explosion, Einsturzdoline, Salzdiapir standen zur Debatte. R. Meyer, Dozent in Riga, äußerte in seiner Korrespondenz mit Wegener die Idee, daß sie durch den „Aufsturz“ eines Meteoriten entstanden sein könnten. Als Wegener im Herbst 1927 in Riga Vorlesungen hielt, bot sich ihm die Gelegenheit die Krater selbst zu besuchen. Am 14. 9. kamen er und seine Begleiter R. Meyer und E. Kraus in Arensburg (heute Kuressaare, Estland) an. Bis zum 18. 9. untersuchten sie die Krater um danach die Heimreise anzutreten. Wegener übernahm dabei mit Meyer die Vermessung des Kraters. Die drei Untersucher waren sich in der Deutung der Ergebnisse nicht einig, Kraus blieb bei der Einschätzung, es handele sich Salzdiapir, Meyer und Wegener sprachen sich für den Meteoriteneinschlag aus, wohlwissend, daß sich das Fehlen von Meteoritenfunden in oder um die Krater ein wichtiges Argument dagegen war. Meteoritenbruchstücke wurden erst zehn Jahre später von I. Reinwald gefunden. Wegener vergleicht die Kaali-Krater mit seinen experimentell erzeugten Kratern in Zement und findet Übereinstimmungen, ebenso wie mit dem bis dahin einzig akzeptierten Krater in Arizona und den angeblichen von Kulik bei dessen erster Expedition gefundenen Kratern im Tunguskagebiet, bei denen es sich aber in Wirklichkeit um Bildungen durch Permafrost handelte.



Kraus E, Meyer R, Wegener A (1928): Untersuchungen über den Krater von Sall auf Ösel, Gerlands Beiträge zur Geophysik Bd. 20, 3-4, S. 312-378
Reinwald I. (1938): Der Krater von Saal (Kaalijärv) – ein Meteoritenkrater-Feld in Estland, Natur und Volk 68, 1, 16-24
 
Weil wir gerade bei estnischen Meteoritenkratern sind:
Auf Hiiumaa, der kleineren Nachbarinsel von Saaremaa gibt es einen weiteren Krater, viel älter ( 450Mio Jahre), viel größer (7km der Ringwall) viel mehr Energie (500m Durchmesser, 40km/s).

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Quelle - lokale Info-Tafel

Dort gibt es nichts topografisches zu sehen, der Nachweis erfolgte geophysikalisch.
Aber - es gibt leicht schräg stehende Kalksteinschichten durch den Impact

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und
das wiederum führt in der Gegend zu artesischen Brunnen. Das Wasser schmeckt übrigens ausgezeichnet!

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BG. Frank
 
und zum dritten - der Neugrundkrater
100km westlich von Tallinn, im Meer,
Noch ein bisschen älter und größer und
auch nur zufällig darüber "gestolpert",.
Beim Beobachten des Sonnenuntergangs ist das Leuchtfeuer auf der kleinen Insel Osmussaar zu sehen. Dort und an der Küste ist dann ein spezifisches Gestein zu finden (siehe Link oben)
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parimate soovidega ja selge taevas
Frank
 
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