Kälteempfindlichkeit von Ha Teleskopen

guenster

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Hallo zusammen!

Bei den Ha Ansätzen, zum Beispiel von Daystar wird ausdrücklich gewarnt, diese Temperaturen unter 5 °C auszusetzen. Aber wie ist das beim normalen Etalon Element wie zum Beispiel in einem HelioStar 76 Ha von Skywatcher? Sollte man dort auch die Kälte meiden? Oder ist das egal?
 
Hallo,

als Lunt Besitzer kann ich nur von der Seite die Auskunft vom Bresser-Support weitergeben, als ich mich mal wegen meinem LUNT LS100MT/B3400FT und tiefen Temperaturen erkundigt hatte:

dem Teleskop und den darin eingebauten Filtern machen kalte Temperaturen nichts aus, es kann auch jetzt im Winter ganz normal benutzt werden.

Allerdings kann es bei sehr kalten Temperaturen vorkommen, dass der Blocking-Filter des Teleskops nicht mehr richtig funktioniert. Er geht dadurch nicht kaputt, aber solange er entsprechend kalt ist kommt man dann nicht mehr richtig in die H-Alpha Wellenlänge, die Details auf der Sonne sind dann nicht mehr richtig sichtbar. Sobald der Blocking-Filter erwärmt wird funktioniert er dann wieder normal. Wenn bei extrem kalten Temperaturen die Sonne mit dem Teleskop beobachtet wird und dieses Problem auftreten sollte empfehlen wir als zusätzlich erhältliches Zubehör diese Heizung für den Blocking-Filter:

https://www.bresser.de/Astronomie/S...ter/LUNT-Heiz-Modul-fuer-Blocking-Filter.html

Da jeder Blocking-Filter etwas unterschiedlich auf Kälte reagiert, kann man leider keine feste Temperatur nennen, ab der Probleme auftreten können. Bei einigen Blocking-Filtern treten schon bei Temperaturen um 0 Grad Celsius Probleme auf, bei anderen erst ab -10 Grad. Man kann dies bei einem bestimmten Blocking-Filter wirklich nur durch Beobachtung herausfinden. Sie wissen ja, wie das Bild der Sonne durch das Teleskop normalerweise aussieht, wie gut Protuberanzen und Filamente sichtbar sind. Wenn sich diese Abbildungsqualität stark verschlechtert, Protuberanzen und Filamente plötzlich kaum noch oder sogar gar nicht mehr zu sehen sind, dann sollte eine entsprechende Heizmöglichkeit genutzt werden.

Wenn ich das korrekt verstanden habe, wird bei einem Daystar Quark (Habe ich nicht) der Etalon über die Temperatursteuerung justiert. Je nach Temperatur ändert sich der Brechungsindex und damit die Resonanzbedingung. Bei z.B. Lunt gibt es keine Soll-Temperatur, die aktiv erreicht werden muss, nur einen optische Drift bei extremen Temperaturen.
 
Hallo,

Bei den Luftspaltetalons wie sie bei den Lunt Teleskopen benutzt werden hat die Kälte keine Auswirkungen auf das Etalon. Das Heliostar sollte ebenfalls ein Luftspaltetalon verbaut haben. So viel ich weis wird das Etalon in den Heliostar per Druck auf die Glasplatten im Etalon auf die H-alpha Linie getunt.

Bei den Mica-Etalons ist eine sehr dünne Glimmer-Platte verbaut. In den optischen Stapel des Mica-Etalons sollte meines Wissens optisches Öl enthalten sein. Dieses und die Glimmer-Platte sind kälteempfindlich. Das Öl kann bei tiefen Temperaturen ausfrieren und das Etalon beschädigen.
Aus diesem Grund sollten beheizte Mica-Etalons nicht bei tiefen Temperaturen betrieben und auch nicht gelagert werden.

Viele Grüße
Gerd
 
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