Kamera an der Montierung

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simon_h

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Hallo zusammen!
Ich plane meine Canon EOS 350D an meiner Astro3 zu montieren, um mein Teleskop als Leitrohr benutzen zu können, um manuell nachführen zu können. Ist es dabei besser wenn ich die Kamera auf den Tubus setzte oder besser an die Gegengewichtstange?
Schonmal Dankeschön im voraus!
Clear Skies!
Simon
 
Hi Simon

Allein von der Gewichtsverteilung bietet sich die Gegengewichtsstange an - und weil der Tubus nicht mit im Bild ist selbst wenn Kamera und Teleskop parallel ausgerichtet sind.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich die Gegengewichtsstange an der Astro3 mitdreht; falls nicht kommt nur die Montage am Tubus in Frage.

CS (Juhu, Spechtelwetter :D)
Jürgen
 
Hallo Jürgen!
Ab Brennweite 55 ist auch der Tubus nicht mehr im Blickfeld der Kamera. Diesen Punkt sehe ich aber trotzdem auch als Pro Gegengewichtsstange. Wenn die Kamera aber auf dem Teleskop sitzt lässt sie sich bestimmt leichter parallel zu Teleskop ausrichten. Und könnte es vielleicht sein dass die Kamera oben auf dem Tubus Stärker wackelt als an der Gewichtsstange?
CS (Hoffentlich hält sich das Wetter so)
Simon
 
Hi Simon

Direkt auf eine Rohrschelle gesetzt wackelt eine Kamera eigentlich nicht; mit einem brauchbaren Kopf dazwischen gibt es ebenso keine Probleme (und ein Stativkopf oder eine Schnellwechselplatte ist zur Montage wesentlich angenehmer als die Kamera x-mal drehen zu müssen bis sie sitzt).
An der Gegengewichtsstange dürften sich aber keine Nachteile ergeben, sofern eine robuste Halterung eingesetzt wird.
Dazu muss sie sich aber unbedingt mitdrehen, sonst lohnt es sich nicht, über eine solche Halterung nachzudenken.

CS
Jürgen
 
Zitat von Nasus:
An der Gegengewichtsstange dürften sich aber keine Nachteile ergeben, sofern eine robuste Halterung eingesetzt wird.

Doch:
1.) Es kommt nicht selten vor, dass die Gegengewichtsstange eiert. Bei Weitwinkelfotos wird das nicht auffallen aber ich würde vorab Testfotos machen.
2.) Die Kontrolle des Bildfeldes (und oft auch die Bildkontrolle am Kameramonitor) ist meist etwas für Schlangenmenschen. Da tut ein Winkelsucher gute Dienste.
 
Ok,

an derartige Nachteile hab ich gar nicht gedacht. Schon gar nicht an eine eiernde Gegengewuchtsstange. Die Verrenkungen sehe ich nicht wirklich als Nachteil; Die Bildkontrolle ist ja eine einmalige Sache und mal kurz hinzuknieen bringt sicher keinen um. Wobei der erwähnte Winkelsucher schon eine feine Sache ist. Zumindest zum Fokussieren bei "normalen" DSLRs.

CS
Jürgen
 
Wie genau soll ich mir das mit der eiernden Gegengewichtsstange vorstellen? Mir ist nämlich noch nichts derartiges aufgefallen. Und um es hier einmal gesagt zu haben: Ja meine Gegengewichtsstange dreht sich mit.
Clear Skies!
Simon
 
Hi Simon,

na, wenn die Gegengewichtsstange nicht sauber koaxial zur Stundenachse steht (also einen Schlag hat), dreht sie sich war mit, addiert zu der beabsichtigten Bewegung der Stundenachse noch andere Winkelbewegungen, die bei längeren Brennweiten Nachführfehler einführen.

Daher der Rat, erstmal auszuprobieren, ob die Gegengewichtsstange sauber rund läuft!

Jörg
 
Hallo Jörg,

jetzt verstehe ich etwas nicht. Nach meinem Verständnis muß die Kamera lediglich starr mit der sauber ausgerichteten und sich drehenden Stundenachse verbunden sein. Alles andere ist belanglos. Die Verbindung zwischen Stundenachse und Kamera darf dabei beliebig schief und gebogen sein. Mein Teleskop steht keineswegs zur Stundenachse koaxial und wird dennoch korrekt nachgeführt. Die Achse meines Nachführrohres steht sogar windschief zur Stundenachse und auch hier wird eine darauf befestigte Kamera exakt nachgeführt. Wo irre ich mich?

Gruß

Kurt
 
Hallöchen Kurt,

Ich stimme dir zu, so wie du das schreibst. Jörg hat allerdings glaube ich nur etwas unglücklich formuliert, er meint nämlich schon das Richtige.

Ich fasse einmal zusammen:

1. Die Kamera muss NICHT parallel zum Telekop ausgerichtet sein (sofern wir die unterschiedliche Refraktion ignorieren - die spielt aber erst bei hohen Brennweiten eine wirklich Rolle). (Hier hat Kurt recht)

2. Die Gegengewichtsstange muss parallel zur DEKLINATIONSachse (Rektaszension ist hier egal) sein. Dazu darf die Gegengewichtsstange nicht 'eiern'. Bei einer perfekt eingescheinerten, perfekt laufenden Montierung spielt dieser Punkt keine Rolle, je größer meine Fehler aber sind (d.h. je mehr ich in Deklination nachkorrigieren muss), desto mehr merke ich's, wenn die Deklinationsachse unrund läuft. (Das ist das, was Jörg vermutlich gemeint hat)

Gruß
Andy
 
Hi Andy,

so isses. Wobei das vermutlich nur bei längeren Brennweiten zu sichtbaren Effekten führt, aber das müßte man mal ausrechnen.

Jörg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jörg, hallo Andi,

das Mißverständnis bedauere ich. Ich bin über "koaxial" und "Stundenachse" gestolpert. Aber selbst eine verbogene Gegengewichtsstange ist belanglos, wenn ich die Kamera, z.B. auf einem Kugelkopf, so ausrichte, daß sie senkrecht zur Deklinationsachse blickt, aber dann logischerweise schief zur krummen Stange steht. Für mich ist also in keinem Fall ein Problem vorhanden.

Grüße

Kurt
 
Mal aus eigener Erfahrung, wenn auch mit einer anderen Kombination:

Auf der Emberger Alm hatte ich mein 8" Meade SC dabei, auf der Polhöhenwiege.
Ich war zu faul, die genauen Ortsdaten an der Wiege einzustellen und wollte ansich nur "schnappschüsse" machen. Dann hat es mich aber doch übermannt und ich hatte Belichtungszeiten mit 30 Minuten - an der falsch ausgerichteten Wiege.
Zuhause war ich dann doch überrascht, nachdem die Dias entwickelt waren. Durch die Verwendung des 85mm Objektivs an der analogen Kamera waren die Aufnahmen allesamt scharf.
Anders bei Aufnahmen durch das Teleskop (1280mm bei f:6,3). Hier waren die Sterne zum Rand hin natürlich verzogen.

CS
Winfried
 
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