Martin_Wylicil
Aktives Mitglied
Hallo Sternenfreunde,
mal ein "realistischer" Beobachtungsbericht - wie weit manchmal Planung und Realität auseinanderliegen können!
Habe meinem 10-Jährigen Filius zu Weihnachten ein Newton geschenkt mit parallaktischer Montierung. Da heute herrlicher blauer Himmel, haben wir große Pläne gehabt:
1. Erstaufbau seines Teleskopes und erste Erfahrung mit parallaktischer Montierung sammeln
2. Beobachtungsobjekt: Mond, Terminator Tag 11, Gruithuisen-Berge u.v.m.
3. Beobachtungsobjekt: Jupiter mit Monden
Eigenes Dobson-Newton schon früh zum Abkühlen rausgestellt (Temperatur - 1 Grad Celsius, Luftfeuchte 70 %), dann bei beginnender Dämmerung das Paket mit Sohnemanns Teleskop begeistert ausgepackt und alles zusammengeschraubt - Stativ, Montierung, Schellen, Teleskop, Sucherfernrohr etc.
Dunkel wars, der Mond schien helle.... kräftiger Dunst bescherte uns zunächst einmal einen "fehlenden Polarstern", so dass die Erstausrichtung nach Norden nur grob erfolgen konnte. Dann der erste Versuch, den Mond anzuvisieren, bekamen aber irgendwie den Tubus nicht "hoch genug", alle Achsen benutzt, erst viel später gesehen, dass wir den Tubus um 180 Grad verdreht montiert hatten....
Dann endlich alles standfest... inzwischen war der Dunst so dicht, dass ich selbst mit meinem 12-Zoll nur unscharfe wabernde Flächen sehen konnte.
Also pausiert, Literatur gewälzt, und sehr viel später, so gegen 23:00 Uhr, nochmal raus: Dunst weg! Polarstern anvisiert, Prinzip der parallaktischen Montierung endlich verstanden und angewendet, Begeisterung: Das Objekt der Begierde bleibt tatsächlich zentriert, wenn man an dem kleinen Rädchen ganz langsam dreht...
Schnell auf Jupiter gerichtet: Io, Jupiter, Ganymed, Europa und Callisto wie mit dem Lineal gezogen auf einer Linie, wunderbarer Anblick... der dunstfreie Beobachtungsspaß dauerte genau 15 min, dann war alles voller Wolken, alles dicht!
Aufräumarbeiten, Okulare wegpacken, Teleskope wieder hineinwuchten...
Effizienz: Ca. 3 Stunden Vor- und Nacharbeit mit zunächst viel Frust, Beobachtungsspaß: Maximal 20 min..... eine Zeichnung.
Fazit: Astronomie ist trotzdem ein tolles Hobby. Nach 10 Jahren Dobson eine andere Montierung kennengelernt, die beiden Gruithuisen-Berge dann zuletzt doch noch 1A gesehen und Spaß mit Sohnemann gehabt.
Werden bestimmt noch mal ein paar gute Nächte kommen im Winter...
Frohes neues Jahr mit vielen tollen Beobachtungsnächten wünsche ich Euch,
Martin
mal ein "realistischer" Beobachtungsbericht - wie weit manchmal Planung und Realität auseinanderliegen können!
Habe meinem 10-Jährigen Filius zu Weihnachten ein Newton geschenkt mit parallaktischer Montierung. Da heute herrlicher blauer Himmel, haben wir große Pläne gehabt:
1. Erstaufbau seines Teleskopes und erste Erfahrung mit parallaktischer Montierung sammeln
2. Beobachtungsobjekt: Mond, Terminator Tag 11, Gruithuisen-Berge u.v.m.
3. Beobachtungsobjekt: Jupiter mit Monden
Eigenes Dobson-Newton schon früh zum Abkühlen rausgestellt (Temperatur - 1 Grad Celsius, Luftfeuchte 70 %), dann bei beginnender Dämmerung das Paket mit Sohnemanns Teleskop begeistert ausgepackt und alles zusammengeschraubt - Stativ, Montierung, Schellen, Teleskop, Sucherfernrohr etc.
Dunkel wars, der Mond schien helle.... kräftiger Dunst bescherte uns zunächst einmal einen "fehlenden Polarstern", so dass die Erstausrichtung nach Norden nur grob erfolgen konnte. Dann der erste Versuch, den Mond anzuvisieren, bekamen aber irgendwie den Tubus nicht "hoch genug", alle Achsen benutzt, erst viel später gesehen, dass wir den Tubus um 180 Grad verdreht montiert hatten....
Dann endlich alles standfest... inzwischen war der Dunst so dicht, dass ich selbst mit meinem 12-Zoll nur unscharfe wabernde Flächen sehen konnte.
Also pausiert, Literatur gewälzt, und sehr viel später, so gegen 23:00 Uhr, nochmal raus: Dunst weg! Polarstern anvisiert, Prinzip der parallaktischen Montierung endlich verstanden und angewendet, Begeisterung: Das Objekt der Begierde bleibt tatsächlich zentriert, wenn man an dem kleinen Rädchen ganz langsam dreht...
Schnell auf Jupiter gerichtet: Io, Jupiter, Ganymed, Europa und Callisto wie mit dem Lineal gezogen auf einer Linie, wunderbarer Anblick... der dunstfreie Beobachtungsspaß dauerte genau 15 min, dann war alles voller Wolken, alles dicht!
Aufräumarbeiten, Okulare wegpacken, Teleskope wieder hineinwuchten...
Effizienz: Ca. 3 Stunden Vor- und Nacharbeit mit zunächst viel Frust, Beobachtungsspaß: Maximal 20 min..... eine Zeichnung.
Fazit: Astronomie ist trotzdem ein tolles Hobby. Nach 10 Jahren Dobson eine andere Montierung kennengelernt, die beiden Gruithuisen-Berge dann zuletzt doch noch 1A gesehen und Spaß mit Sohnemann gehabt.
Werden bestimmt noch mal ein paar gute Nächte kommen im Winter...
Frohes neues Jahr mit vielen tollen Beobachtungsnächten wünsche ich Euch,
Martin