captain_cdr
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Hallo,
wo wir jetzt wieder aus dem Urlaub da sind, gibt's auch von mir einen Bericht zu unserem erfolgreichen Messier-Marathon. Es war anstrengend, bisweilen auch nervenaufreibend, aber am Ende wurde alles gut...
CS Gernot
0. Einleitung
Nach langer Zeit endlich mal wieder richtig Urlaub! Wir hatten so
richtig genug vom Winter, also war es nicht allzu schwer, einen
Urlaubsort zu bestimmen: Ab auf die Kanaren! Eigentlich sollte es
schon im Februar losgehen, der Trip mußte aber nochmal verschoben
werden, so waren wir Mitte März zuerst auf La Palma, dann auf
Teneriffa. Die Gelegenheit zum Messier-Marathon ergab sich also mehr
per Zufall. Aber wenn wir die Möglichkeit schon mal haben, dann mußten
wir (ich und mein Weib) es auch versuchen. So wurden die zwei Wochen
davor zumindest die Abendobjekte exzessiv trainiert, was sich später
auch als sinnvoll erweisen sollte.
1. Zeit
Laut XEphem fiel der Neumond im März auf Samstag, den 20., da wir am
Sonntag zurückfliegen mußten, konnten wir die Aktion nur von Freitag
auf Samstag durchziehen. Beginn des Marathons war am 19.3.2004 so
nach dem Sonnenuntergang. Um kurz nach Mitternacht waren wir mit M92
durch und legten die von von verschiedenen Webseiten empfohlene Pause
ein. Um zwei Uhr machten wir uns wieder auf zum letzten Teil des
Marathons und waren kurz vor drei wieder beobachtungsbereit. Kurz nach
sechs, schon deutlich in der Morgendämmerung, waren wir dann am Ende.
2. Ort
Unser Domizil auf Teneriffa war das Parador Cañadas del Teide im
gleichnamigen Nationalpark auf 2150m Höhe üNN. Für ein paar Tage haben
wir uns das geleistet. Das Parador hat auf seiner Ostseite eine
weitläufige Terasse, am Südende dieser Terasse steht der kleine
Schwimmbadbau, der den Hobbyastronomen normalerweise als Wind- und
Lichtschutz dient. Leider hat man hinter dem Schwimmbad nur einen sehr
beschränkten Westblick, deshalb begannen wir am Nordende der Terasse und
zogen nach M78 um hinter das Schwimmbad. Das gesamte Parador leidet
aber unter einem eingeschränkten Südhimmel, bedingt durch den Rand
der Caldera und den Guajara im Süden. Deshalb stiegen wir nach unserer
Pause mitsamt Ausrüstung ins Auto und fuhren ein Stück nach Norden, an
der Seilbahn vorbei zum Parkplatz Minas de San José. Also insgesamt
dreimal einnorden.
3. Bedingungen
Über den Himmel über den Kanaren haben wir in diesem Urlaub einiges
gelernt und ich werde dazu im Treffpunkt-Forum noch was schreiben. Wir
hatten Glück und hatten am Freitagabend keine Cirren wie am
Donnerstagabend. Dafür blies eine steife Brise aus Nordwest, die nach
Sonnenuntergang nicht nachließ, sondern eher stärker wurde und
zeitweilig auch mal Sturmstärke erreichte. Das Teleskop stand draußen
im Wind, die Notizen wurden im Windschatten des Gebäudes gemacht.
Der Himmel über dem Parador war dieses Mal nur ein blasser Schatten
der Grandezza vom Mai 2003. Das lag in erster Linie am Mangel an
Passatwolken während unseres Aufenthalts, so daß die Lichter von Los
Christianos und Puerto de la Cruz ungestört unseren Himmel
verschmutzen konnten. Der kleine Wagen war voll zu sehen, aber kein
Vergleich zur Emberger Alm. Auch auf dem Taubenberg hatten wir das
schon mal besser. Zumindest blieb der Vorteil von 28 Grad nördlicher
Breite.
4. Equipment
Zum zweiten Mal hatten wir unseren 102/500 Refraktor mit, diesmal auf
EQ-3 mit Zweiachssteuerung. Als Okulare dienten ein TS-SP 32mm, ein
10mm Kellner, ein 6mm Plössl und ein 5mm HC-Ortho. Dazu eine 2-fach
Barlow und ein O-III Filter. Die Kombination aus Kurzrefraktor und
EQ-3 (auf Astro-5 Stativ) erwies sich dem Wind als voll gewachsen, die
Einordung gelingt mit der Montierung binnen Sekunden.
Neu war diesmal unser TS 15x70 Fernglas. Lichtstärker als ein 10x50
aber wesentlich leichter als ein 20x80. Ideal für offene Sternhaufen
und Albireo ließ sich problemlos trennen. Und man kann es freihändig
halten.
Die meisten Objekte wurden sowohl mit dem Synta als auch mit dem
Fernglas beobachtet. Ausnahmen waren die offenen Haufen zwischen
Auriga und Cancer, die wir nur mit dem Fernglas abgrasten und (u.a.)
der Virgo-Haufen, für den wir nur den 102/500 einsetzten.
Als Aufsuchhilfen dienten der Karkoschka, der Stoyan und die
Messierliste von http://www.seds.org/messier/xtra/marathon/marath3.html, die
wir als Ausdruck dabei hatten.
5. Bericht
Mit dem Sonnenuntergang bauten wir auf und warteten auf die ersten
Sterne. Zuerst gab es natürlich mal fünf Planeten, dann kamen die
Plejaden heraus und schließlich wurden die ersten Sterne sichtbar. Wir
hatten die Reihenfolge etwas geändert, M52 würde als erstes hinter der
Flanke des Teide verschwinden, also zogen wir das vor. Danach, mit
zunehmender Dunkelheit, M103, der Andromeda-Kram und M76. M77,
auch noch OK, aber dann kam das Grauen: M74. Wir hatten das Aufsuchen
reichlich geübt, und das war auch nötig. Eine blendend helle Venus und
ein Zodiakallicht bis zu den Plejaden machten M74 wahrlich
schwierig. Ein blasser Fleck, kaum heller als der Hintergrund.
Damit war der schwere Teil aber erstmal rum. Relaxetes Beobachten. Im
Orionnebel ein wenig rumschauen, vergleichen von Fernglas und
Refraktor, das Trapez auf 200-fach vergrößern (nur vier Sterne zu
sehen), mit dem Fernglas durch Auriga und Puppis (die Gruppe um
M46/M47 mit bloßem Auge zu sehen).
Nach den offenen Sternhaufen der Galaxien-Teil. Leo, Ursa Major, Coma
und Virgo. Wesentlich besser als gedacht. Durch die in diesen Breiten
sehr zenitnahe Lage zeigen viele Galaxien einen Grad an Detail, den
ich mit dem 4-Zoll-Farbfernseher nicht erwartet hätte. Der Virgohaufen
läuft wie geschmiert. Als M102 nahmen wir die Draco-Galaxie NGC5866
an.
Nach den Galaxien folgen erstmal die Kugelhaufen. M68, M3, M5, M13,
M92 und dann... erstmal Pause machen. Nach Ruhephase, Autofahrt und
erneutem Aufbauen weiter in Leier und Schwan. Danach
Ophiuchus. Sagitta und Scutum, der Skorpion ist auch schon
draußen. Und dann, endlich, Sagittarius. Der O-III wird in das 10er
Okular geschraubt und los gehts. Das hatten wir vermißt. M17 schön
schwanig, Trifid etwas blaß aber mit Teilung, der Lagunennebel als
Höhepunkt.
Aber wenns am schönsten ist... kommen nur noch schwache
Kugelsternhaufen. Die meisten waren noch recht einfach, selbst M55 war
prima im 15x70 zu finden. Aber dann kam M75. Ich
verzweifelte schier (wie andere Leute auch) und wurde ziemlich dünnhäutig.
Vermutlich bin ich auf der Suche mehrmals mit dem 32mm direkt
drübergefahren, ohne es zu erkennen. Irgendwann beschloß ich, die
Sache mal systematisch anzugehen und die Sternmuster aus dem
Karkoschka zu suchen (mit Zenitspiegel gar nicht so leicht). Und, ecce
homo, da war er. Gut, Haken dran. Aber der Mensch ja gar so schlecht
lernt, hatte ich das selbe Drama bei M72 gleich nochmal. M73 dagegen
zeigte die Vorteile einer parallaktischen Montierung. RA-Achse auf,
kurz nach Osten und fertig.
Am Schluß blieb nur noch M30. Der Himmel im Südosten war trotz
wesentlich schwächerem Zodiakallicht durch Santa Cruz so hell, daß man
kaum die Steinbock-Sterne sehen konnte. Wir stellten das Teleskop auf
den Ort am Horizont ein, wo M30 nach dem Karkoschka auftauchen
sollte. Nach etwas hermumstochern war es dann so weit. Ein unscharfer
Fleck, der erst immer besser, dann mit zunehmender Dämmerung immer
schwächer sichtbar wurde. Und dann war's geschafft. Zur Entspannung
noch mal M52 (das "W" war grad wieder hinter dem Berg hervorgekommen)
und mit dem Feldstecher die Milchstraße zwischen Lagune und
Schmetterling entlang, dann einpacken und ins Bett.
6. Randbemerkungen
Neben den Messiers wurden selbstverständlich auch eine Menge andere
Objekte gleich mitgenommen, allerdings nicht in dem Maße, wie andere
Leute das schafften (200 Objekte!). Das Fernglas hat sich voll
bewährt, die Milchstraße mit ihren Dunkelwolken war
unglaublich. Zwischen den Messiers konnten wir auch mal ein paar
Minuten für Piggyback-Aufnahmen mit Olympus und Fadenkreuz-Oku
abknapsen (ich saß dabei auf Kohlen). Und unser endgültiger Aufbruch
wurde von einer Mercedes-Benz Werbecrew sehnsüchtig erwartet, die wohl
noch ein paar Aufnahmen von einem neuen Sportcoupe machen wollten und
uns im Morgengrauen an ihrer Location vorfanden.
7. Beobachtungszeiten
Im folgenden unsere notierten Beobachtungszeiten für die
Objekte. Diese Zeiten sind nicht immer ganz präzise, bisweilen wurde
auch eine Gruppe von Objekten beobachtet und dann kollektiv notiert.
Wenn ein Objekt mit beiden Geräten beobachtet wurde, ist die Zeit der
Beobachtung mit dem 102/500 festgehalten.
<pre><font class="small">code:</font><hr>
M31 20:13 M47 21:30 M102 23:01 M83 0:00 M26 3:52
M52 20:17 M46 21:30 M53 23:05 M5 0:03 M24 3:54
M32 20:25 M50 21:33 M64 23:06 M13 0:06 M17 3:55
M110 20:25 M48 21:33 M3 23:09 M92 0:10 M18 3:55
M33 20:30 M44 21:40 M99 23:12 M57 3:03 M16 3:59
M76 20:33 M67 21:40 M100 23:12 M56 3:11 M25 4:02
M103 20:36 M95 22:15 M98 23:15 M29 3:13 M23 4:04
M77 20:38 M96 22:15 M85 23:16 M39 3:18 M21 4:05
M74 20:41 M105 22:15 M84 23:18 M71 3:20 M20 4:05
M34 20:43 M65 22:19 M86 23:18 M27 3:22 M8 4:09
M79 20:47 M66 22:19 M87 23:20 M107 3:27 M28 4:13
M45 20:50 M81 22:25 M88 23:24 M10 3:30 M22 4:13
M42 21:00 M82 22:25 M91 23:25 M12 3:30 M69 4:21
M43 21:00 M97 22:28 M90 23:29 M14 3:30 M70 4:22
M78 21:01 M108 22:28 M58 23:31 M9 3:35 M54 4:23
M1 21:18 M109 22:41 M89 23:35 M4 3:37 M55 4:52
M35 21:22 M40 22:42 M59 23:37 M80 3:40 M75 5:06
M37 21:22 M106 22:48 M60 23:37 M62 3:43 M15 5:10
M36 21:22 M94 22:51 M49 23:40 M19 3:44 M2 5:13
M38 21:22 M63 22:53 M61 23:43 M6 3:47 M72 5:28
M41 21:30 M51 22:55 M104 23:53 M7 3:47 M73 5:30
M93 21:30 M101 22:58 M68 23:55 M11 3:49 M30 6:00
</pre><hr>
wo wir jetzt wieder aus dem Urlaub da sind, gibt's auch von mir einen Bericht zu unserem erfolgreichen Messier-Marathon. Es war anstrengend, bisweilen auch nervenaufreibend, aber am Ende wurde alles gut...
CS Gernot
0. Einleitung
Nach langer Zeit endlich mal wieder richtig Urlaub! Wir hatten so
richtig genug vom Winter, also war es nicht allzu schwer, einen
Urlaubsort zu bestimmen: Ab auf die Kanaren! Eigentlich sollte es
schon im Februar losgehen, der Trip mußte aber nochmal verschoben
werden, so waren wir Mitte März zuerst auf La Palma, dann auf
Teneriffa. Die Gelegenheit zum Messier-Marathon ergab sich also mehr
per Zufall. Aber wenn wir die Möglichkeit schon mal haben, dann mußten
wir (ich und mein Weib) es auch versuchen. So wurden die zwei Wochen
davor zumindest die Abendobjekte exzessiv trainiert, was sich später
auch als sinnvoll erweisen sollte.
1. Zeit
Laut XEphem fiel der Neumond im März auf Samstag, den 20., da wir am
Sonntag zurückfliegen mußten, konnten wir die Aktion nur von Freitag
auf Samstag durchziehen. Beginn des Marathons war am 19.3.2004 so
nach dem Sonnenuntergang. Um kurz nach Mitternacht waren wir mit M92
durch und legten die von von verschiedenen Webseiten empfohlene Pause
ein. Um zwei Uhr machten wir uns wieder auf zum letzten Teil des
Marathons und waren kurz vor drei wieder beobachtungsbereit. Kurz nach
sechs, schon deutlich in der Morgendämmerung, waren wir dann am Ende.
2. Ort
Unser Domizil auf Teneriffa war das Parador Cañadas del Teide im
gleichnamigen Nationalpark auf 2150m Höhe üNN. Für ein paar Tage haben
wir uns das geleistet. Das Parador hat auf seiner Ostseite eine
weitläufige Terasse, am Südende dieser Terasse steht der kleine
Schwimmbadbau, der den Hobbyastronomen normalerweise als Wind- und
Lichtschutz dient. Leider hat man hinter dem Schwimmbad nur einen sehr
beschränkten Westblick, deshalb begannen wir am Nordende der Terasse und
zogen nach M78 um hinter das Schwimmbad. Das gesamte Parador leidet
aber unter einem eingeschränkten Südhimmel, bedingt durch den Rand
der Caldera und den Guajara im Süden. Deshalb stiegen wir nach unserer
Pause mitsamt Ausrüstung ins Auto und fuhren ein Stück nach Norden, an
der Seilbahn vorbei zum Parkplatz Minas de San José. Also insgesamt
dreimal einnorden.
3. Bedingungen
Über den Himmel über den Kanaren haben wir in diesem Urlaub einiges
gelernt und ich werde dazu im Treffpunkt-Forum noch was schreiben. Wir
hatten Glück und hatten am Freitagabend keine Cirren wie am
Donnerstagabend. Dafür blies eine steife Brise aus Nordwest, die nach
Sonnenuntergang nicht nachließ, sondern eher stärker wurde und
zeitweilig auch mal Sturmstärke erreichte. Das Teleskop stand draußen
im Wind, die Notizen wurden im Windschatten des Gebäudes gemacht.
Der Himmel über dem Parador war dieses Mal nur ein blasser Schatten
der Grandezza vom Mai 2003. Das lag in erster Linie am Mangel an
Passatwolken während unseres Aufenthalts, so daß die Lichter von Los
Christianos und Puerto de la Cruz ungestört unseren Himmel
verschmutzen konnten. Der kleine Wagen war voll zu sehen, aber kein
Vergleich zur Emberger Alm. Auch auf dem Taubenberg hatten wir das
schon mal besser. Zumindest blieb der Vorteil von 28 Grad nördlicher
Breite.
4. Equipment
Zum zweiten Mal hatten wir unseren 102/500 Refraktor mit, diesmal auf
EQ-3 mit Zweiachssteuerung. Als Okulare dienten ein TS-SP 32mm, ein
10mm Kellner, ein 6mm Plössl und ein 5mm HC-Ortho. Dazu eine 2-fach
Barlow und ein O-III Filter. Die Kombination aus Kurzrefraktor und
EQ-3 (auf Astro-5 Stativ) erwies sich dem Wind als voll gewachsen, die
Einordung gelingt mit der Montierung binnen Sekunden.
Neu war diesmal unser TS 15x70 Fernglas. Lichtstärker als ein 10x50
aber wesentlich leichter als ein 20x80. Ideal für offene Sternhaufen
und Albireo ließ sich problemlos trennen. Und man kann es freihändig
halten.
Die meisten Objekte wurden sowohl mit dem Synta als auch mit dem
Fernglas beobachtet. Ausnahmen waren die offenen Haufen zwischen
Auriga und Cancer, die wir nur mit dem Fernglas abgrasten und (u.a.)
der Virgo-Haufen, für den wir nur den 102/500 einsetzten.
Als Aufsuchhilfen dienten der Karkoschka, der Stoyan und die
Messierliste von http://www.seds.org/messier/xtra/marathon/marath3.html, die
wir als Ausdruck dabei hatten.
5. Bericht
Mit dem Sonnenuntergang bauten wir auf und warteten auf die ersten
Sterne. Zuerst gab es natürlich mal fünf Planeten, dann kamen die
Plejaden heraus und schließlich wurden die ersten Sterne sichtbar. Wir
hatten die Reihenfolge etwas geändert, M52 würde als erstes hinter der
Flanke des Teide verschwinden, also zogen wir das vor. Danach, mit
zunehmender Dunkelheit, M103, der Andromeda-Kram und M76. M77,
auch noch OK, aber dann kam das Grauen: M74. Wir hatten das Aufsuchen
reichlich geübt, und das war auch nötig. Eine blendend helle Venus und
ein Zodiakallicht bis zu den Plejaden machten M74 wahrlich
schwierig. Ein blasser Fleck, kaum heller als der Hintergrund.
Damit war der schwere Teil aber erstmal rum. Relaxetes Beobachten. Im
Orionnebel ein wenig rumschauen, vergleichen von Fernglas und
Refraktor, das Trapez auf 200-fach vergrößern (nur vier Sterne zu
sehen), mit dem Fernglas durch Auriga und Puppis (die Gruppe um
M46/M47 mit bloßem Auge zu sehen).
Nach den offenen Sternhaufen der Galaxien-Teil. Leo, Ursa Major, Coma
und Virgo. Wesentlich besser als gedacht. Durch die in diesen Breiten
sehr zenitnahe Lage zeigen viele Galaxien einen Grad an Detail, den
ich mit dem 4-Zoll-Farbfernseher nicht erwartet hätte. Der Virgohaufen
läuft wie geschmiert. Als M102 nahmen wir die Draco-Galaxie NGC5866
an.
Nach den Galaxien folgen erstmal die Kugelhaufen. M68, M3, M5, M13,
M92 und dann... erstmal Pause machen. Nach Ruhephase, Autofahrt und
erneutem Aufbauen weiter in Leier und Schwan. Danach
Ophiuchus. Sagitta und Scutum, der Skorpion ist auch schon
draußen. Und dann, endlich, Sagittarius. Der O-III wird in das 10er
Okular geschraubt und los gehts. Das hatten wir vermißt. M17 schön
schwanig, Trifid etwas blaß aber mit Teilung, der Lagunennebel als
Höhepunkt.
Aber wenns am schönsten ist... kommen nur noch schwache
Kugelsternhaufen. Die meisten waren noch recht einfach, selbst M55 war
prima im 15x70 zu finden. Aber dann kam M75. Ich
verzweifelte schier (wie andere Leute auch) und wurde ziemlich dünnhäutig.
Vermutlich bin ich auf der Suche mehrmals mit dem 32mm direkt
drübergefahren, ohne es zu erkennen. Irgendwann beschloß ich, die
Sache mal systematisch anzugehen und die Sternmuster aus dem
Karkoschka zu suchen (mit Zenitspiegel gar nicht so leicht). Und, ecce
homo, da war er. Gut, Haken dran. Aber der Mensch ja gar so schlecht
lernt, hatte ich das selbe Drama bei M72 gleich nochmal. M73 dagegen
zeigte die Vorteile einer parallaktischen Montierung. RA-Achse auf,
kurz nach Osten und fertig.
Am Schluß blieb nur noch M30. Der Himmel im Südosten war trotz
wesentlich schwächerem Zodiakallicht durch Santa Cruz so hell, daß man
kaum die Steinbock-Sterne sehen konnte. Wir stellten das Teleskop auf
den Ort am Horizont ein, wo M30 nach dem Karkoschka auftauchen
sollte. Nach etwas hermumstochern war es dann so weit. Ein unscharfer
Fleck, der erst immer besser, dann mit zunehmender Dämmerung immer
schwächer sichtbar wurde. Und dann war's geschafft. Zur Entspannung
noch mal M52 (das "W" war grad wieder hinter dem Berg hervorgekommen)
und mit dem Feldstecher die Milchstraße zwischen Lagune und
Schmetterling entlang, dann einpacken und ins Bett.
6. Randbemerkungen
Neben den Messiers wurden selbstverständlich auch eine Menge andere
Objekte gleich mitgenommen, allerdings nicht in dem Maße, wie andere
Leute das schafften (200 Objekte!). Das Fernglas hat sich voll
bewährt, die Milchstraße mit ihren Dunkelwolken war
unglaublich. Zwischen den Messiers konnten wir auch mal ein paar
Minuten für Piggyback-Aufnahmen mit Olympus und Fadenkreuz-Oku
abknapsen (ich saß dabei auf Kohlen). Und unser endgültiger Aufbruch
wurde von einer Mercedes-Benz Werbecrew sehnsüchtig erwartet, die wohl
noch ein paar Aufnahmen von einem neuen Sportcoupe machen wollten und
uns im Morgengrauen an ihrer Location vorfanden.
7. Beobachtungszeiten
Im folgenden unsere notierten Beobachtungszeiten für die
Objekte. Diese Zeiten sind nicht immer ganz präzise, bisweilen wurde
auch eine Gruppe von Objekten beobachtet und dann kollektiv notiert.
Wenn ein Objekt mit beiden Geräten beobachtet wurde, ist die Zeit der
Beobachtung mit dem 102/500 festgehalten.
<pre><font class="small">code:</font><hr>
M31 20:13 M47 21:30 M102 23:01 M83 0:00 M26 3:52
M52 20:17 M46 21:30 M53 23:05 M5 0:03 M24 3:54
M32 20:25 M50 21:33 M64 23:06 M13 0:06 M17 3:55
M110 20:25 M48 21:33 M3 23:09 M92 0:10 M18 3:55
M33 20:30 M44 21:40 M99 23:12 M57 3:03 M16 3:59
M76 20:33 M67 21:40 M100 23:12 M56 3:11 M25 4:02
M103 20:36 M95 22:15 M98 23:15 M29 3:13 M23 4:04
M77 20:38 M96 22:15 M85 23:16 M39 3:18 M21 4:05
M74 20:41 M105 22:15 M84 23:18 M71 3:20 M20 4:05
M34 20:43 M65 22:19 M86 23:18 M27 3:22 M8 4:09
M79 20:47 M66 22:19 M87 23:20 M107 3:27 M28 4:13
M45 20:50 M81 22:25 M88 23:24 M10 3:30 M22 4:13
M42 21:00 M82 22:25 M91 23:25 M12 3:30 M69 4:21
M43 21:00 M97 22:28 M90 23:29 M14 3:30 M70 4:22
M78 21:01 M108 22:28 M58 23:31 M9 3:35 M54 4:23
M1 21:18 M109 22:41 M89 23:35 M4 3:37 M55 4:52
M35 21:22 M40 22:42 M59 23:37 M80 3:40 M75 5:06
M37 21:22 M106 22:48 M60 23:37 M62 3:43 M15 5:10
M36 21:22 M94 22:51 M49 23:40 M19 3:44 M2 5:13
M38 21:22 M63 22:53 M61 23:43 M6 3:47 M72 5:28
M41 21:30 M51 22:55 M104 23:53 M7 3:47 M73 5:30
M93 21:30 M101 22:58 M68 23:55 M11 3:49 M30 6:00
</pre><hr>