Kann mich nicht entscheiden

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

surfjoe

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
wer kann mir helfen? Ich möchte mir gerne ein Teleskop zulegen und war mir eigentlich schon sicher, dass es ein Galaxy Newton 110/800 ohne Motor sein soll. Ich habe bisher erfahren, dass es sich dabei wohl um ein qualitativ gutes Einsteigergerät handelt. Ich bin bisher nicht auf die Idee gekommen, ein "Kaufhaus Teleskop" zu kaufen und werde das auch nicht tun. Das Galaxy soll 300 Euronen kosten. Nun habe ich aber bei - darf ich das hier sagen? - Teleskop Service ein 114/900 Newton inkl. RA-Motor (was is RA?) für 248 Euro gesehen. Den Motor könnte ich doch prima für erste Fotoversuche nutzen, oder? Will sagen, für 50 Euro weniger bekomme ich auch noch einen Motor. Das klingt eigenartig/verlockend. Will mich natürlich nicht ärgern. Wer kann mir den qualitativen Unterschied auf die Praxis übertragen klar machen. Mein Wunsch ist es (bis jetzt!), Planeten und den Mond zu beobachten. Foto wäre cool, geht mit dem Galaxy ohne Motor aber eh nicht. Noch ein andere Frage: wie schnell wandert ein Planet eigentlich aus dem Blickfeld im Teleskop und wie einfach ist dann das händische Nachführen mit einem Galaxy bzw. wieviel werde ich mich dann über den RA-Motor am TS 114/900 freuen können. Und noch etwas für mich ganz wichtiges. Wer wohnt in meiner Umgebung (22880 Wedel), der mich mal schauen lässt, was man eigentlich so sehen kann.
Danke für Hilfe
Joe
 
Hi Joe,

ein Planet wandert bei 200-facher Vergrößerung etwa in 60 Sekunden durch das Gesichtsfeld eines Plössl-Okulares. Beim Ortho sind es ca 35 Sekunden. Da man aber den Planeten lieber in der Mitte hält, auch weil da die Schärfe am besten ist, greift man alle 15-30 Sekunden zur Handwelle. Bei 100x verdoppeln sich die Zeiten entsprechend.

Was die beiden Teleskope angeht, so dürften sich die Geräte wohl im Zubehör und/oder der Montierung unterscheiden. Das solltest Du überprüfen. Auch die Qualität des Okularauszuges kann ein Kriterium sein. Während eine Motorisierung für die Planetenbeobachtung wirklich komfortabel ist, so ist für die Fotografie eine genauere Betrachtung notwendig.
Du kannst mit so einem Gerät keine Aufnahmen durch des Teleskop machen, ausser für Mond und Planeten. Was damit geht, ist eine Aufnahme mit einer Huckepack aufgesetzten Kamera, zunächst mit 50mm Objektiv oder 135mm Tele. Damit kannst Du Problemlos 5 Minuten belichten. Wenn Die Aufstellung der Montierung gut zum Polarstern passt, gehen auch längere Zeiten. Dabei sollte man dann mit einem Fadenkreuz-Okular im Newton anhand eines Sterns kontrollieren, ob die Nachführung auch richtig läuft. Das ist bei einem 135mm Tele noch unkritisch, aber man sollte es schonmal üben, wenn man sich weiterentwickeln will.

Meistens unterschätzt man als Einsteiger übrigens den Stellenwert der Montierung. Sobald die Optik einigermassen passabel ist (114/900: Kein Problem!) entscheidet die Montierung über den Erfolg und den Spaß bei der Beobachtung. Die Montierung muß ja das Teleskop so stabil halten, daß man auch bei 150-facher Vergrößerung und mehr das Bild ruhig genug erkennen kann, um überhaupt den Schärfepunkt zu finden. Wenn Die Montierung dann länger als 5 Sekunden nachschwingt, oder auch bei leichtem Wind schon erzittert, dann kann man vernünftige Planetenbeobachtungen nicht gut machen.
Es ist also durchaus wichtig, die Montierungen der beiden Angebote genau zu vergleichen. Wenn Du zum Beispiel weisst, daß Du das Hobby lange Jahre beibehalten wirst (weil Dein Interesse am Sternenhimmel schon lange besteht und Du z.B. auch mit Feldstecher usw schon beobachtet hast), dann wäre es auch eine interessante Option, eine Montierung zu kaufen, die "zu groß" für das 114/900 ist.
Zu stabil kann eine Montierung eigentlich nicht sein. Aber wenn es eine Montierung ist, die später noch ein 8" Teleskop, wie ein Schmidt-Cassegrain oder einen kurzen Newton, ordentlich trägt, dann kann das Geld sparen und den Spaß am Beobachten verbessern. Nachteil einer größeren Montierung ist natürlich das Gewicht. Eine Montierung für einen 8-Zöller packt man z.B. nicht so einfach aufs Fahrrad, während man einen 114/900 noch irgendwie auf Buckel und Gepäckträger verteilt bekäme.

Clear Skies
Sven
 
Hi Joe,

war ein montiertes Newton bisher die Einzige Möglichkeit, welche du in Betracht gezogen hast? Wenn Fotografie nicht wirklich sein muß, dann könnte ich dir auch Dobsons empfehlen. Deren simple "Monti" erlaubt es, einen wesentlich größeren Preisanteil in die Optik fliessen zu lassen. Bei Martin Birkmaier(www.intercon-spacetec.com) gibt es z.B. das 8" Galaxy Dobson für 399€. Dieser 200mm-Eimer ist schon ein ganz ordentlicher Lichtsammler. Kannst dir ja auch dort mal die aktuelle Preisliste ansehen.

Ich sehe gerade du kommst aus Wedel. Sagt dir die Hetlinger Schanze an der Elbe etwas? Da bin ich früher desöfteren zum Spechteln hingefahren. Ziemlich ruhige Gegend, keine störenden Objekte in nächster Nähe...
 
Hi surfjoe,

was is RA? steht für Rektaszension.

wie schnell wandert ein Planet eigentlich aus dem Blickfeld im Teleskop

Nun das hängt natürlich von der Vergrößerung und dem (scheinbaren) Gescihtsfeld des Okulares sowie vom Öffnungsverhältnis deines Teleskopes an.

Faustwert bei 150x ca. 30 Sekunden.

Ich würde mich für den 114/900mm entscheiden, achte aber auf eine stabile Montierung EQ3 aufwärts.

Gruß

Lots

 
Hi Joe,
meine Wahl wäre ein 114/900 Newton - ein wie ich finde schönes Einsteigergerät mit guten Allroundeigenschaften, wenn ich mal Richfield außen vorlasse.
Montieren kannst Du das Ding visuell ab Astro3, Lidl-Monti, Vixen Cosmostar.
Zum Fotografieren wäre mir da ne EQ 3-2 aber lieber.
CS
 
Hallo Joe,

als ich vor gut einem Jahr mit dem Beobachten begann, habe ich mir ein 114/900 Newton auf einer EQ3 zugelegt. Um Geld zu sparen habe ich erst mal auf die RA-Nachführung verzichtet. 2 Wochen später habe ich sie dann doch dazugegauft, weil es mich bei relativ kleinem Gesichtsfeld einfach genervt hat, imme von Hand nachstellen zu müssen. Die nächste Investition war ein Telrad Sucher. Als Okulare habe ich Superplössls mit 40, 20 und 7.5mm benutzt. Mit dieser Konstellation hatte ich fast ein Jahr lang viel Spaß und Erfolg. Die EQ3 hat dann übergangsweise mein momentanes
(Gebraucht-) C8 getragen. Zwar grenzwertig aber immerhin.
Mit dem Newton habe ich mit der Digicam sehr schöne Mond- und Planetenaufnahmen machen können. Ohne Nachführung fast ein Unding. Ich kann Dir zum 114er Newton als Anfängergerät
raten, zumal es sich, bei vernünftiger Montierung bei Bedarf auch wieder gut verscherbeln lässt.

Grüße
Rolf
 
Hi Joe,

*werbung an*: auf meiner Homepage findest du ein paar Bilder, die ich mit einem 114/900er gemacht habe. Hier ist der Link: http://www.einsteiger-astronomie.de *werbung aus* <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

eine weitere sehr informative Seite mit Beobachtungsberichten und Bildern ist die Seite von Klaus Lowitz. Hier der Link: http://www.newton114mm.lowitz.de/ Schau´s Dir doch mal an.

Viele Grüsse
Guido
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben