Karte und Fotos von Europa 2022-2025

MikeWölle

Aktives Mitglied
Hallo, draußen schüttet es gerade, ideale Bedingungen um hier meine neue Karte von den Jupitermonden zu veröffentlichen.
Nach Ganymed, Io und Kallisto nun also Europa.
Europa hat eine hohe Albedo, aber sie ist nicht nur der Kleinste der Galileischen Monde, sondern auch sehr kontrastarm. Man erkennt bestenfalls drei schwache verschiedene Farbtöne: Haselnuss,Vanille und ein bisschen Schokolade, wie beim beliebten Eskimo Eis.
Für die Aufnahme der notwendigen Fotos für die Karte brauchte ich diesmal sehr viel länger als, sonst: 3 Jahre!
Erstens konnten nur gute bis sehr gute Nächte verwendet werden und zweitens waren über 50 Aufnahme notwendig.
Aufwendig war auch das Herauskitzeln der in den mittels Lucky Imaging gewonnen Information die in den Fotos steckte.
Man muss die Fotos regelrecht mit verschiedenen Parametern durchscannen.

Verwendet wurde wieder die bewährte Hardware:
18"UC+TEPP+Paracorr2+ADC+IRCut+ASI462mc+Lenovo Yoga7i+AS3+RS6+Fitswork+Gimp
Die Belichtungszeit pro Frame minimal kurz, die Gesamtbelichtungszeit möglichst lange.

Hier ein paar der vielen Dutzend Bilder:



2025-02-19-1717_7-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30.jpg
2025-02-15-1725_8-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30.jpg
2025-02-01-1810_9-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30.jpg
2024-12-31-2011_9-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30.jpg
2024-11-30-2223_7-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30_2.png

2024-10-27-2358_1-RGB_lapl5_ap1_Drizzle30_2.jpg


Wie schwierig Europa ist zeigt dieses Bild einer engen Begegnung von Ganymed mit Europa, bei sehr gutem Seeing. Während Ganymed eine Vielzahl an Einzelheiten bietet, ist auf Europa viel weniger zu erkennen, allerdings war die Ausarbeitung ein Kompromiss um die von der Helligkeit sehr unterschiedlichen Monde gleichzeitig abzubilden.
2022-11-09-1911_8-U-RGB_lapl5_ap2_Drizzle30_2.jpg


Hier nun die aus den Bildern in langer Arbeit erstellte Karte:
E38.jpg

Man erkennt mehrere unterschiedliche Gebiete:
Den Großteil machen die Regionen( Regio) aus, das sind unterschiedlich gefärbte Albedostrukturen.
Weiters einen einzigen, sehr junger Krater namens Pwyll- natürlich erkennt man nicht den winzigen Krater an sich, sondern sein über hunderte Kilometer geschleudert helles Auswurfmaterial aus Schutt und Eis, immerhin.
Und dann etwas Überraschendes, was ich nicht für möglich gehalten hätte:
Europa ist von dünnen, aber sehr langen und kontrastreichen Linien( Linea) durchzogen, zu dünn um sie aufzulösen, da sie aber auch gebündelt parallel auftreten ist hart an der Grenze des Möglichen doch etwas zu erkennen:
Ein dunkler Bogen an der Stelle, wo auf Nasakarten die Minos Linea und die Cadmos Linea verlaufen. Eine andere noch schwächere Asterius Linea, das ist aber total unsicher, die habe ich nur leicht angedeutet.

Damit ist das Galileo Projekt abgeschlossen und alle vier Monde fotografiert und kartiert.

Ich möchte alle Planetenfotografen animieren es diese Saison auch einmal mit den Möndchen zu versuchen.

CS Mike Wölle
PS Das ist mein 5000. Beitrag in Forum
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mike,

Eine super Arbeit, klasse.
Jetzt fehlen nur noch Karten der Monde Kallisto und Io. :)
Weiter so und viele Grüße.

Stefan
 
Hallo Mike,

ein tolles Ergebnis ist Dir da gelungen - da steckt ja ungeheuer viel Arbeit und Geduld drinnen.
Deine Aufforderung, die Monde zu fotografieren, ist sicher gut gemeint, aber Viele werden Dir da nicht folgen!

LG und CS Erich

P.s.: Amalthea wartet!
 
Danke Erich,

ich schlage vor es es als erstes mit Ganymed zu versuchen, das ist der einfachste und lohnenswerteste Mond. Relativ groß, viel Detail und abwechslungsreiche Geländeformationen, im Prinzip ein kleiner Mars nur ohne Wetter und Wolken.
Kochrezept:
Möglichst winziger ROI, gute Nachführung bei der Plattform, superkurze Belichtung pro frame, viele, viele frames pro Video ca. 100.000 bis 300.000, perfekte Justierung, Scharfstellung,,ADC, Paracorr und Seeing wär gut(gelingt halt nicht immer),
Fernrohr jederzeit eiinsatzbereit halten um gute Wetterphasen zu erwischen und mit eisernen Willen Schönwetterkatastrophenn wirklich ganz auszunutzen.
Der Trick bei der Ausarbeitung liegt am sorgfältigen Ausnutzen der Regler bei Registaxs, da bin ich durch Probieren dahinter gekommen.

Amalthea werden ich eher nicht machen;)
Aber die Io könnte noch Geheimnisse verbergen, die man versuchen könnte aufzudecken (Veränderungen an der Oberfläche)
und Titan ist dieses Jahr auch schon hoch genug um Unrelmässigkeiten in der Atmosphäre nachzuweisen. Da hab ich bis jetzt nur ein einzelnes altes Foto, das müsste diese Saison ernsthaft angehen.
2024-07-27-0213_3-U-R_lapl5_ap1_Drizzle30_2.png


CS Mike Wölle
 
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