MikeWölle
Aktives Mitglied
Hallo, draußen schüttet es gerade, ideale Bedingungen um hier meine neue Karte von den Jupitermonden zu veröffentlichen.
Nach Ganymed, Io und Kallisto nun also Europa.
Europa hat eine hohe Albedo, aber sie ist nicht nur der Kleinste der Galileischen Monde, sondern auch sehr kontrastarm. Man erkennt bestenfalls drei schwache verschiedene Farbtöne: Haselnuss,Vanille und ein bisschen Schokolade, wie beim beliebten Eskimo Eis.
Für die Aufnahme der notwendigen Fotos für die Karte brauchte ich diesmal sehr viel länger als, sonst: 3 Jahre!
Erstens konnten nur gute bis sehr gute Nächte verwendet werden und zweitens waren über 50 Aufnahme notwendig.
Aufwendig war auch das Herauskitzeln der in den mittels Lucky Imaging gewonnen Information die in den Fotos steckte.
Man muss die Fotos regelrecht mit verschiedenen Parametern durchscannen.
Verwendet wurde wieder die bewährte Hardware:
18"UC+TEPP+Paracorr2+ADC+IRCut+ASI462mc+Lenovo Yoga7i+AS3+RS6+Fitswork+Gimp
Die Belichtungszeit pro Frame minimal kurz, die Gesamtbelichtungszeit möglichst lange.
Hier ein paar der vielen Dutzend Bilder:
Wie schwierig Europa ist zeigt dieses Bild einer engen Begegnung von Ganymed mit Europa, bei sehr gutem Seeing. Während Ganymed eine Vielzahl an Einzelheiten bietet, ist auf Europa viel weniger zu erkennen, allerdings war die Ausarbeitung ein Kompromiss um die von der Helligkeit sehr unterschiedlichen Monde gleichzeitig abzubilden.
Hier nun die aus den Bildern in langer Arbeit erstellte Karte:
Man erkennt mehrere unterschiedliche Gebiete:
Den Großteil machen die Regionen( Regio) aus, das sind unterschiedlich gefärbte Albedostrukturen.
Weiters einen einzigen, sehr junger Krater namens Pwyll- natürlich erkennt man nicht den winzigen Krater an sich, sondern sein über hunderte Kilometer geschleudert helles Auswurfmaterial aus Schutt und Eis, immerhin.
Und dann etwas Überraschendes, was ich nicht für möglich gehalten hätte:
Europa ist von dünnen, aber sehr langen und kontrastreichen Linien( Linea) durchzogen, zu dünn um sie aufzulösen, da sie aber auch gebündelt parallel auftreten ist hart an der Grenze des Möglichen doch etwas zu erkennen:
Ein dunkler Bogen an der Stelle, wo auf Nasakarten die Minos Linea und die Cadmos Linea verlaufen. Eine andere noch schwächere Asterius Linea, das ist aber total unsicher, die habe ich nur leicht angedeutet.
Damit ist das Galileo Projekt abgeschlossen und alle vier Monde fotografiert und kartiert.
Ich möchte alle Planetenfotografen animieren es diese Saison auch einmal mit den Möndchen zu versuchen.
CS Mike Wölle
PS Das ist mein 5000. Beitrag in Forum
Nach Ganymed, Io und Kallisto nun also Europa.
Europa hat eine hohe Albedo, aber sie ist nicht nur der Kleinste der Galileischen Monde, sondern auch sehr kontrastarm. Man erkennt bestenfalls drei schwache verschiedene Farbtöne: Haselnuss,Vanille und ein bisschen Schokolade, wie beim beliebten Eskimo Eis.
Für die Aufnahme der notwendigen Fotos für die Karte brauchte ich diesmal sehr viel länger als, sonst: 3 Jahre!
Erstens konnten nur gute bis sehr gute Nächte verwendet werden und zweitens waren über 50 Aufnahme notwendig.
Aufwendig war auch das Herauskitzeln der in den mittels Lucky Imaging gewonnen Information die in den Fotos steckte.
Man muss die Fotos regelrecht mit verschiedenen Parametern durchscannen.
Verwendet wurde wieder die bewährte Hardware:
18"UC+TEPP+Paracorr2+ADC+IRCut+ASI462mc+Lenovo Yoga7i+AS3+RS6+Fitswork+Gimp
Die Belichtungszeit pro Frame minimal kurz, die Gesamtbelichtungszeit möglichst lange.
Hier ein paar der vielen Dutzend Bilder:
Wie schwierig Europa ist zeigt dieses Bild einer engen Begegnung von Ganymed mit Europa, bei sehr gutem Seeing. Während Ganymed eine Vielzahl an Einzelheiten bietet, ist auf Europa viel weniger zu erkennen, allerdings war die Ausarbeitung ein Kompromiss um die von der Helligkeit sehr unterschiedlichen Monde gleichzeitig abzubilden.
Hier nun die aus den Bildern in langer Arbeit erstellte Karte:
Man erkennt mehrere unterschiedliche Gebiete:
Den Großteil machen die Regionen( Regio) aus, das sind unterschiedlich gefärbte Albedostrukturen.
Weiters einen einzigen, sehr junger Krater namens Pwyll- natürlich erkennt man nicht den winzigen Krater an sich, sondern sein über hunderte Kilometer geschleudert helles Auswurfmaterial aus Schutt und Eis, immerhin.
Und dann etwas Überraschendes, was ich nicht für möglich gehalten hätte:
Europa ist von dünnen, aber sehr langen und kontrastreichen Linien( Linea) durchzogen, zu dünn um sie aufzulösen, da sie aber auch gebündelt parallel auftreten ist hart an der Grenze des Möglichen doch etwas zu erkennen:
Ein dunkler Bogen an der Stelle, wo auf Nasakarten die Minos Linea und die Cadmos Linea verlaufen. Eine andere noch schwächere Asterius Linea, das ist aber total unsicher, die habe ich nur leicht angedeutet.
Damit ist das Galileo Projekt abgeschlossen und alle vier Monde fotografiert und kartiert.
Ich möchte alle Planetenfotografen animieren es diese Saison auch einmal mit den Möndchen zu versuchen.
CS Mike Wölle
PS Das ist mein 5000. Beitrag in Forum
Zuletzt bearbeitet: