Katadioptrischer Newton - großer Unterschied?

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el_donquijote

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Hallo zusammen,

wieder mal ein paar Fragen eines Einsteigers... ;)

Also als Besitzer eines bescheidenen 76/900 Newtons aus der Jugendzeit, habe ich vor ca. 2 Monaten mit dem Beobachten nach vielen Jahren wieder angefangen (wie konnte ich nur solange warten...) und habe mich für einen Neukauf eines 114/900 entschieden (für alle 200erDob-Fans, wirklich tolle Geräte - habe mir einige an- und duchgesehen und mich trotzdem für die nächsten Jahre die o.g. Öffnung entschieden).

Meine Rahmenbedingungen:

- Möchte gern nen 114er Spiegel
- max 200 Euro, nur sehr ungern gebraucht
- keine Fotographie in den nächsten Jahren
- trotzdem EQ Montierung (angenehmer und komme mit dem Einnorden usw. i.d.R. klar)
- sehr gern mit Leuchtpktsucher, kein opt. Sucher


So nun meine eigtl. Frage(n):

1. (und wichtigste) ist der Unterschied eines Katadioptrischen Newtons so groß bei der Planetenbeobachtung im Vgl. zu einem Normalen (außer die geringere Max.-vergr., von der ich las)?
(mein Augenmerk zur Zeit auf Celestron Astromaster 114 EQ mit 114/1000, Tubuslänge 500 --> ist wohl so einer, oder? Seine Optik soll trotz eingebauter Barlow o.ä. im Rahmen des Preises, sowie Montierung i.O. sein)
Sonst Nachteile (außer Justierung)?

2. Von meinem alten 76-billig-Newton bin ich total von der Schwingungsempfindlichkeit genervt. Falls es doch z.B. ein Skywatcher mit EQ2 wird: ist EQ2 ausreichend stabil oder doch lieber EQ3 (Wohgemerkt nur visuelle Vorhaben)?

3. Was sagt Ihr zum 76/900-Eigenimport von TS mit neuer Montierung - hat einer Erfahrung damit? Optik und Montierung ok? zu empfehlen?

4. Andere Teleskop-Vorschläge für 114-Spiegel?

Schon vorab, vielen Dank an alle für Rat und Geduld.


Grüße und CS,

Martin
 
Hallo Martin

Die Kat-Newton haben eine konkav Linse zur Verlängerung der Brennweite. Dadurch wird das Teleskop kürzer und leichter und geht auf einer billigen Montierung. Dar Nachteil ist, das diese Linse zusaätlich optische Fehler bewirkt (Farbe, Reflexionen, Lichtverlust, usw,)

Ich hatte einen 76 f/8 Newton von Celestron mit so einer Korrekturlinse. Das Teil war wesentlich schlechter als ein Kaufhausrefraktor 60/900.

Beispiel Saturn: Im Cat-Newton ein gelber Fleck mit Henkeln, im billig Refraktor war der Planet mit Ring sauber zu sehen.

Ich möchte keine Cat-Newten mehr.

Und achte beim Kauf darauf, dass es ein beugungsbegrenzter Parabolspiegel ist.

CS
Daniel
 
Hallo Martin,

wenn du dich für einen 114er Newton entschieden hast, tue dir selbst einen großen Gefallen und nimm einen normalen 114/900er und keinen Kat-Newton. Du wirst dich sonst später drüber ärgern.

Als Montierung solltest du eine EQ-3 o.ä. anpeilen. Ein Neugerät bekommst du schon für ca. 140,- €. Bei dem eingeplanten Budget solltest du allerdings einen Gebrauchtkauf eines Markengerätes (z.B. Vixen) gegenüber der Anschaffung eines billigeren No-Name-Geräts überlegen.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Martin,

laß die Finger von so einem Spielzeugteleskop. Du wirst keinerlei Freude daran haben.
Nur der Original-Newton taugt was, auch (oder gerade weil) er länger ist. Die gestauchten haben auch meist eine gestauchte Abbildung und das Kollimieren wird zur Qual.

CS
Winfried in aller Deutlichkeit...
 
Hallo,
nachdem ich gerade vom 114/1000 auf nen 200/1200 umgestiegen bin (NEIN, ich konnte den neuen IMMER NOCH NICHT TESTEN... ;) ), kann ich dir nur empfehlen, keinen KAT-Newton zu nehmen. Habe es selbst erlebt. Das Bild ist einfach nicht so klar. Selbst mit einem kleineren Gerät ohne Korrektorlinse wirst du voraussichtlich mehr Spaß, weil mehr Details zu sehen, haben.

Was Winfried bzgl. der Kollimation angesprochen hat, kann ich so nur unterstreichen!

So, jetzt warte ich aufs WE, wo das Wetter wieder besser werden soll.......

Grüße

Matthias
 
Hallo Daniel,

also ich möchte dann doch mal was ergänzen, weil es mir wichtig erscheint, dass man weiß, wo die Probleme liegen.

Der Cat-Newton basiert ja auch laut den Chinesen auf dem Jones-Bird-Korrektor (was man fälschlich "Barlow" nennt). Der Korrektor an sich macht seine Arbeit gut und auf der Achse gibt es keinen Farbfehler der so krass ausschaut, wie es sich vielleicht liest. An meinem 114/1000 ist mir ein Farbfehler nicht aufgefallen. Beim wesentlich extremeren 8-Zöller der im Rutten & van Venrooij beschrieben ist, ist die optische Situation jedenfalls angespannter und ein Farbfehler wird wohl bemerkbar werden.

Beim 114/1000 ist das aber nicht der Fall. Hier liegen die Probleme
- in der Justage des Teleskopes insgesamt und zum Korrektor
- in der optischen Qualität des Korrektors
- in der optischen Qualität der Spiegel

Daraus resultiert die schlechte Abbildung. Das Problem ist: An schlechter Qualität der Optik kann man nichts mehr reparieren, wenn man ein schlechtes Gerät hat (die sind häufig). Und die Justage eines Cat-Newton ist für den Einsteiger auch sehr schwierig.

Daher kann man von den Geräten nur abraten.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Winfried,

naja, aufgrund des Sammelsuriums zuvor sollte man dem entgegenhalten, dass es durchaus Exemplare dieser Gattung gibt, die richtig gut funktionieren. Da stellt sich der kaufwillige Kunde dann doch leicht die Frage, warum...

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

ich möchte hier doch mal anmerken daß es durchaus Geräte dieser Bauart gibt die funktionieren.

Ich hatte mal ein TAL 120M, ja sowas gibt es, und war sehr zufrieden damit. Es hatte mit dem Korrektor 860mm Brennweite, war aber vom Tubus her nur rund 60cm lang.
Der Korrektor war fest und sehr gut justiert im Okularauszug eingebaut, allerdings nicht im verfahrbaren Rohr. Justageprobleme hatte ich damit nie und ärgere mich heute ein bischen daß ich das Gerät verkauft habe.

Deshalb denke ich daß man diese Geräte nicht pauschal als schlecht erklären sollte. Allerdings auch nicht unbedingt für Anfänger geeignet.

Grüße
Hans
 
Hallo zusammen,

erst einaml vielen Dank für Eure Antworten. Werde mal von dem Gerät (Kat-Newton) wohl absehen.

Der Grund für mein Interesse war, dass die kurze Bauweise lockte. So ein kürzerer 114 oder 130er wäre halt auf ner EQ 2 wahrscheinlich schwingungsärmer als ein "normaler" 114/900 Newton...

Was meint Ihr zu einem 130/650, also einem f/5?

Habe nie durch so einen durchgeblickt.
Bisher folgende Infos zusammengesucht:

- Justage schwieriger
- großes Gesichtsfeld --> Richfield
- bei großen Vergrößerungen (oder sogar immer) großer Anspruch an die Okulare

Ich würde auch gerne Planeten damit beobachten so bis etwa 160X (4mm)... Welche Okulare würdet ihr emphfehlen:
reichen Super-Plössl oder sollte man höher stapeln?

Oder liegen die Ansprüche so eines Geräts okularmäßig so hoch, dass Ihr einem (Wieder-)einsteiger davon abraten würdet (was man ja auch hier und da liest)?

Gruss und Dank,
CS
Martin
 
Hallo Martin,

die Justage des f/5 ist einfacher als die des f/10 Cat-Newtons! Und außerdem erlernbar...
Der Anspruch an die Okulare besteht immer, nur in anderen Disziplinen. Bei hoher Vergrößerung kommt es auf die Schärfe auf der Achse an, bei niedriger Vergrößerung ist die Randabbildung kritisch. Trotzdem kann man auch bei f/5 mit Plössls überleben ;)
Ein Planetenteleskop ist ein f/5 nicht unbedingt, es kommt da auf gute Justage, einen guten Spiegel und gute Okulare an.
Wenn Du finanziell in der Lage bist, passende Okulare anzuschaffen, dann wäre das der "erste Weg". Der zweite Weg wäre, eine gute Barlow anzuschaffen (zum Beispiel konkret TeleVue 3x) und die mit Taiwan-Plössls zu kombinieren. Das gibt auch sehr gute optische Eigenschaften und man kann dann, eine gute Spiegelqualität vorausgesetzt, auch die 200-fach anstreben. Für Jupiter und Mars etwas zurücknehmen auf 180-fach.
Ansonsten wären ED-Okulare oder Planetary HR Okulare, die mit f/5 definitiv zurecht kommen. Plössls ohne Barlow haben bei f/5 die Eigenschaft, die beste Schärfe abseits der Bildmitte zu zeigen und sie sind da laut Optikrechnung auch schon nicht mehr ganz koscher, kriegen die Sterne vielleicht nicht mehr ganz punktförmig, wenn es an die Maximalvergrößerung geht.

Ich finde nicht, dass man einem Einsteiger davon abraten muss, weil man eben passende Okulare bekommen kann. Aber klar ist, dass der Posten Okulare und Zubehör bei f/5 genauer betrachtet werden muss, als bei f/8 oder bei f/10. Tja, und das kostet eben auch etwas Geld.

Beim 130/650 würde ich übrigens unbedingt auf einem Parabolspiegel bestehen. Manche Händler (die Geräte nur importieren aber sonst Kaffeemaschinen oder Küchenzeilen verkaufen) kennen den Unterschied zwischen Parabolspiegel und Kugelspiegel nicht. Es muss ein Newton mit Parabolspiegel sein, sonst gibt es am Planeten eine Abbildung unter aller [zensiert]! Also sollte man sich entweder den Parabolspiegel, oder besser noch eine beugungsbegrenzte Abbildung auf der Rechnung notieren lassen.

Eine gute Alternative für die Planetenbeobachtung ist auch ein Mak, der kostet aber gewöhnlich mehr als der 130mm Newton. Müsstest Du mal vergleichen. So ein Mak ist schön kompakt und mit den verschiedenen Travelmak 127 die mir so begegnet sind, konnte man schön Planeten schauen. Die brauchen dann auch nicht so spezielle Okulare, kommen mit Plössls oder Orthos prima klar. Auch Kellner tun daran ihren Dienst (wobei Kellner ist nicht gleich schrottig zusammengedengeltes Kellner).

Clear Skies
Sven
 
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