Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert?

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ionsix

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Hallo zusammen,

ich bin noch ein ziemlicher Anfänger in der Astronomie und möchte nun von meinem frikligen Discountteleskop auf was ernsteres umsatteln.
Der "Stalker-Virus" hat mich gepackt und da muss was besseres her. :biggrin:
Ich habe jetzt ein altes Meade Starfinder 8" 200/1220 angeboten und möchte euch fragen ob ihr vielleicht schon damit Erfahrung gemacht habt und mir zum Kauf raten könnt.
Das SF soll 200 Euro kosten, ist auf einer Rockerbox und in Originalzustand (inkl. 25 mm Okkular).
Anschaun kostet natürlich nichts, aber ich möchte mich trotzdem erstmal darüber informieren (der orig. Auszug soll nicht so toll sein, habe ich gelesen).

Ansprüche habe ich noch keine all zu großen und 200 Euro fände ich als Laie eigentlich OK. 3 vernünftige Okkulare würde ich mir dann noch bestellen.
Habe es im Moment noch auf Planeten und Kugelsternhaufen abgesehen. DS Objekte wären natürlich später auch fein, aber erstmal eins nach dem anderen....

Es gibt ähnliche Dobson-Angebote die dann mit ein paar Okkularen 300 Euro kosten und dafür halt neu sind und jetzt bin ich am Grübeln.

Könnt ihr mir weiterhelfen?

Danke
Manuel

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert?

Hallo Manuel,

der Gebrauchtpreis erscheint mir relativ normal. Man bekommt die Geräte zwar manchmal günstiger, dann ist aber nichts an Zubehör dabei. Wenn also das Zubehör komplett ist.

Die Sache mit "noch zwei Okulare anschaffen" unterschätzt Du vielleicht etwas, andererseits kann man damit auskommen. Wenn Du aber mal im Forum nach den vielen Okularanfragen für 200/1200 schaust.

Bitte achte darauf, dass das Gerät einen 2" Okularanschluss haben sollte, sonst würde ich es auf keinen Fall nehmen.

Clear Skies
Sven
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Danke für deine Antwort Sven.

Der Anschluss für 2" Okulare ist samt Adapter auf 1,25" mit dabei.
Im Net habe ich über diese Starfinder Serie gelesen, dass der Tubus aus einer Art "Pappe" sein soll und die neuen und gängigen eher aus Alu sind. Das macht mich etwas skeptisch...
Rentiert sich die Anschaffung so einer "Pappröhre" heute noch, oder ratet ihr mir zu eher etwas stabilerem.
Hier im Forum habe ich über SF-Teleskope nichts gefunden und daher zweifle ich etwas an der Qualität bzw. langlebigkeit.
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Hallo,

hui ich häng mich mal eben hier dran weil ich Starfinder lese, kann's mir zwar im Moment nicht leisten und bin mit meinem 8"er auch bestens ausgelastet aber spasseshalber:

12,5" Starfinder - 450€

Guter Preis?

Die übrigen Fragen bzgl. Tubus und allgmeinen Starfindererfahrungen interessieren mich natürlich ebenso ;)

CS Benny
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Hi Zusammen,

ich weiß relativ wenig über die Starfinder und deren konkrete Konstruktionsmerkmale. Aber mal soviel:
Ein Papptubus ist eigentlich eine interessante Sache, wenn das vernünftig gemacht wird. Früher haben viele Sternfreunde solchen Tuben selbst gebaut, indem viele Papp- oder Papierlagen mit wasserfestem Leim zu einer Röhre gerollt wurden. Ein solcher Tubus ist am Ende ordentlich stabil, kann lackiert werden wie ein Metalltubus und er ist für Fotografen interessant, weil durch die Faserstruktur praktisch keine Längenänderung des Tubus bei Temperaturänderung auftritt. Beim Dobson ist das natürlich egal. Soweit ich weiß, ist ein Papptubus schwerer als ein Alutubus oder auch einer aus Kohlefaser, gegen einen Stahltubus kann er glaube ich mithalten. Thermisch ist so ein Papptubus interessant, weil er das Teleskop besser isoliert gegen Tubusseeing, als Metall das tut.

Trotzdem sollte man sich anderen Problemen dieser günstigen Meade Dobsons zuwenden. Da gibt es nämlich was. Man hat den Spiegel nämlich bei einigen Modellen auf eine Spanplatte gelegt, anstatt in eine richtige Spiegelzelle. Als Polster dazwischen ist Blasenfolie oder ähnliches. Nun ist das quasi eine 1000-Punkt-Lagerung, über die der Spiegel sich freut, aber der Spiegel braucht sich dabei nicht die Hände zu reiben, denn im Rücken hat er's stets mollig warm. Durch die Blasenfolie und die Spanplatte hindurch kann so ein Spiegel kaum auskühlen, der strahlt also verzweifelt alle Wärme nach vorne ab und erzeugt dort sehr lange Tubusseeing. Schlecht...
Dann soll es auch so Nummern geben, dass der Spiegel auf die Spanplatte geklebt wurde. Nun, Spanplatte hat auch praktisch keine Temperaturausdehnung, der Spiegel aber schon. Weicht also die Spiegeltemperatur von der "Aufklebetemperatur" ab, fängt das Glas an, gegen die Verklebung zu arbeiten - der Spiegel verspannt und das Bild wird beeinträchtigt.

Die Spiegel selber sind ab und an auch mal vermessen worden und ich meine im Kopf zu haben, dass die optisch ganz OK waren. Die Probleme entstanden dann einfach aus der Restkonstruktion, wie beschrieben.
Achso, Restkonstruktion, da gab es auch mal wen, der hatte durch das Gewicht seiner Nagler die Plastikzahnstange am Okularauszug durchgenudelt... Auf die Schwachstelle sollte man auch einen Blick werfen.

Tja, zusammenfassend also würde ich von einem Dobson (gleich welchen Herstellers) folgende Merkmale unbedingt fordern:
- richtige Spiegelzelle
- Metall-Okularauszug (Zahn & Trieb reicht völlig am Dobs, Crayford ist Luxus, erst eine Untersetzung oder ein Fokussiermotor macht einen Unterschied)
- 2" Anschluss (zumindest ab 8")
- Optik "beugungsbegrenzt"

Darüberhinaus gibt es noch ein paar Punkte, die man gerne haben möchte, die aber teilweise auch auf Bastellösungen oder "sinnvolle Pinglichkeit" hinauslaufen:

- Tubusrückseite offen, so dass eine neue Rückwand mit saugendem Lüfter montiert werden kann.
- Tubusübergröße, damit Seeing abfließen kann und die Luft vom Lüfter um den Spiegel herumgesaugt werden kann.
- Tubusüberlänge als Streulichtblende und zum Schutz vor Beobachterseeing (Atemluft).
- Fangspiegelhalterung ohne Temperaturproblem (manche Halterungen quetschen bei kalten Temperaturen den Fangspiegel). Billige Silikonblobs sind bei richtiger Anwendung prima.
- Velours-Innenauskleidung
- Höhenräder so groß wie der Spiegeldurchmesser gegen Slip-Stick-Effekt, ggf. Teflonpads.
- Justageschrauben des Hauptspiegels in Paaren als 3x2 Anordnung und nicht in undurchdachter 6x1 Anordnung.

Das ist so das, was mir einfällt. Aus dem Stehgreif, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Clear Skies
Sven
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Hi Sven,

danke für deine Einschätzungen und Tipps :super:

Summa Summarum: Wer was zum basteln sucht kann hier fündig werden, wer eine auch nur mit den Taiwandobsons vergleichbare Sofortlösung sucht für den sind die eher nichts...

Tja leider war meine Frage rein akademischer Natur, im Vergleich zu einem gebrauchten 12" GSO ist ein 12,5" mit 450€ auch nicht abgehoben billig.

CS Benny
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Hallo,

um Svens Aussage noch einmal zu konkretisieren:
Der Papptubus war damals ein Wickeltubus, nicht derjenige, den wir heute kennen und der sicherlich sehr gut ist. Der "alte" hatte die Eigenschaft, sich bei Feuchtigkeit aufzulösen. Das betrifft die ganz alten blauen ebenso wie die weissen.

Meines Wissens nach waren die Spiegel auf der Spanplatte verklebt, was, wie Sven schreibt, nicht das Gelbe vom Ei ist.

Auch wenn das Teleskop günstig ist, es wären solche Nachbesserungen von Nöten, daß ein neuer billiger käme.

Der Auszug war damals von der billigsten Sorte. - es gab ja auch in diesem Segment kaum ein anderer. Also müsste der auch noch ausgetauscht werden.

Summa Summarum: auch wenn der Preis in Ordnung geht, lieber die Finger davon lassen, das Gerät entspricht nicht mehr heutigen Erwartungen und benötigt zu viele Umbaumaßnahmen.

CS
Winfried

(hatte früher sebst so einen, in blau, ca. 1874)
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Hallo,

hatte früher sebst so einen, in blau, ca. 1874

Wow :augenrubbel:

Gibt's die Starfinder eigentlich noch in den USA? Konkret hat mich jemand per e-mail auf den 12,5"er den er angeboten bekommen hat angesprochen (wusste aber nicht wie alt der ist), konnte ihm da natürlich mangels Erfahrung nichts zu sagen ausser dem was ich ergooglen konnte und es gibt bei Meade USA auch noch aktuelle Informationen zum 12,5" und 16" Starfinder, dann allerdings schon in aktueller Ausführung mit Crayford, richtiger Spiegellagerung ect. dass das früher so gänzlich anders war wusst ich nicht, aber derjenige hat sich inzwischen auch lieber auf ein neues 8" f/6 Gerät festgelegt weil ihm 12,5" zu schwer zu transportieren ist :)

Vor einiger Zeit bin ich mal auf einen Umbaubericht eines 16" Starfinders gestossen (also faktisch wurde nur der Spiegel weiterverwendet), wahrscheinlich sind die alten dann tatsächlich nur als Spiegelspender zu gebrauchen.

Grüsse Benny
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Richtig Benny,

derjenige, der meinen damals gekauft hat, hat diesen auch nur ausgeschlachtet. Die Spiegel waren nicht übel, meiner war ein 8" damals. Aber vom Wickeltubus war nicht mehr all zu viel übrig, er hatte sich auch gänzlich verzogen. Da ich nicht basteln kann, habe ich ihn hergegeben.

Den 12,5 kenne ich nicht, aber ich stand damals in Stuttgart bei Herrn Keller (Kosmos) gemeinsam mit meiner Frau staunend vor dem 16" Gerät, das schon imponierte. War auf der großen deutschen Montierung aufgesattelt und hatte schon die Steuerung, allerdings nur in einer Achse. Die Encoder gab`s auch noch nicht, da war das LX-6 glaube ich das einzige von Meade mit seinen Derivaten 2080 etc. Aber ich hatte damals mein 8" LX-6 abgeholt, als Nachfolger des 8" Dobsons. Mehr Platz hatten wir damals in der Mietwohnung nicht.

CS
Winfried
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Also das Starfinder ist es bei mir nicht geworden (war schon ziemlich vergilbt und hat nach Rauch gestunken), deswegen habe ich auch meine Ansprüche entspr. meinem Budget etwas nach unten geschraubt.
Ich habe nun bei einem Bresser Messier N-130 zugeschlagen und hätte noch eine Frage zu den Okularen an euch, da keine dabei sind.

Es handelt sich um ein 130/1000er Newton.
Meine Überlegung war jetzt für den Anfang ein 25er oder 32er Plössl und jeweils ein Goldkanten-WW von Reese in 15 und 9 (oder ein 6er?).
Meint ihr diese Kombination macht bei meinem neuen Teleskop Sinn oder was würdet ihr ändern?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Hallo,
na dann Glückwunsch zum neuen Scope und viel Spaß damit.
Die Kombi 32-15-9 klingt gut, ein 6er dazu für den Mond oder Sternhaufen/Planetarische Nebel halte ich auch für sinnvoll.
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Im Forum steht ja auch schon einiges zu Okularen und vergleichbaren Scopes. Da werde ich mich noch durchlesen. Danke nochmal euch allen!
 
Re: Kauf eines alten 8" Starfinders empfehlenswert

Zitat von Benny:
Vor einiger Zeit bin ich mal auf einen Umbaubericht eines 16" Starfinders gestossen (also faktisch wurde nur der Spiegel weiterverwendet), wahrscheinlich sind die alten dann tatsächlich nur als Spiegelspender zu gebrauchen.

Grüsse Benny

Hi!

Spiegelspender triffts ganz gut, stationäres Teleskop auch: Wir haben seit vielen Jahren einen 16er im VErein, der grad auf seinen Umbau zum Gitterrohr wartet, um vielleicht doch mal benutzt zu werden. Das Teil ist sauschwer, rucklig in der Nachführung und benötigt zwei Passat Kombi zum Transport - je nach Baujahr vom Auto auch noch was größeres. Wie gut sich der Tubus gehalten hat, keine Ahnung. Was parallaktisches ist schneller transportiert und mit weniger Aufwand aufgebaut als das Teil.

Die Optik hat bei den wenigen Einsätzen aber wirklich einen guten Eindruck hinterlassen.

Gruß,
Alex
 
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