Kaufberatung für ein Spektiv

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Stimmt ja alles, aber ich glaube hier ging es mehr um die "Kaufberatung für ein Spektiv" als um "Welches Instrument hat die besseren Weitfeldeigenschaften" ... und ein Tento 20x60 mit einem Spektiv zu vergleichen, na ich weiß nicht. Äpfel und Birnen, sag ich da nur.


 
Hallo Kraupi:

Tschuldigung - habe halt so meine Kriterien für optische Instrumente, und da habe ich bisher für ein billiges Zoom-Spektiv nie Argumente finden können, (genausowenig wie für alle existierenden ZOOM-Ferngläser, Leica Duovid vielleicht ausgeschlossen).
Was die teuren Zoom Spektive dagegen bringen ist mir nie interessant genug gewesen, mich damit detailliert zu beschäftigen, da ich nicht vor habe dafür die notwendigen 1500€ auszugeben. Für Astro ist das ALLES TEURER SCHROTT gegenüber einem kleinen guten Refraktor mit 2" Weitwinkelokular.
Für andere Beobachtungen mag es interessant aussehen (z.B. Mond), aber wenn ich da den Vergleich mit meinem 8" Newton oder auch mit meinem kleinen 4 1/2"Newton mache, sieht das alles extrem mickrig aus (vor allem, da man dann ja auch irgendwann eine Nachführung und damit eine Montierung braucht). Und auch mit meinem Tento 20x80 Fernglas ist der Mond auf stabilem Stativ gut dargestellt.
Also vor allem für den Bereich, den Ferngläser bei der Naturbeobachtung nicht mehr bringen (z.B. von der Vergrößerung her) aber da ist die mangelnde Naheinstellbarkeit bereits bei meinem Tento-20x60 und meinem Danubia 11x80 ein Problem (beide um 20-30m Minimum) und für die höhere Vergrößerung muß man ein (schweres, leichte taugen nichts) Stativ mitschleppen.
Also zum "immermitschleppen" würde ich eher ein Fernglas empfehlen und für die höheren Vergrößerungen einen ganz normalen Refraktor mit Amiciprisma (die mir bekannten schönen handlichen kleinen Spiegelteleskope vom Typ Russentonne 500mm geben gegenüber guten Refraktoren auch nur unscharfe, flaue Bilder - sind eher für Fotografie entwickelt).

Ist natürlich auch ein ganz individuelles Problem (was genau will ich sehen und welches Gerät bringt das mit minimalem Aufwand). Ich habe hier auch schon dargestellt, daß ein billiges Zoom-Spektiv zum Preis eines normalen Okulars am Mond mehr bringt als jedes Fernglas, bloß wer guckt schon ausschließlich Mond? Wer dagegen nur für die Schießbahn (Bogen oder Gewehr) ein Zielerfassungsgerät braucht, hat da bei geringen Kosten sicher was brauchbares gefunden. Und für 40fach gibt es keine Ferngläser und die Zoom-Spektive sind genau da noch am brauchbarsten.

Gruß
 
Ich habe das 20-60x80-Spektiv von Wolfi. Das Okular weist die beschriebenen Untugenden zumindest nicht im vollem Umfang auf:

- Das Bild ist scharf, auch bei 60x. Natürlich kommen die Farbfehler des Objektivs zum Tragen, aber wenn man einen strengen Gelbilter hineinsetzt, sieht man, dass das Okular scharf ist.
- Das Gesichtsfeld bei Überblicksvergrößerung (20x) ist - wie bei den meisten Zoom-Okularen - recht klein.
- Die Naheinstellgrenze liegt bei etwa 6 Metern. Ferngläser kommen näher heran, bis zu 1 Meter 50. Aber nicht mit diesen Vergrößerungen.
- Der Augenabstand ist komfortabel.
- Das Okular ist nicht homofokal, d.h. beim Zoomen muss die Schärfe nachgeregelt werden.
- Verzeichnungen fallen zumindest nicht auf, genau untersucht habe ich das nicht.

Aus meiner Sicht weit von Schrott entfernt, aber das sieht jeder anders.
 
Hallo,

hanz hat natürlich in vollem Umfang recht, ich möchte da auch ausdrücklich nochmal darauf hinweisen, wir sprechen von der Preisklasse unter 200 EUR. Ein kleiner Refraktor ist da keine Alternative, weil schon ein wirklich gutes Okular in diese Preisklasse vorstößt. Dann haben wir immer noch das Bild auf dem Kopf und der Einblick ist unbequem.

Uwe Pilz hat das ganze nochmal schön zusammengefasst. Wenn ich das Spektiv als "Hauptinstrument" benutzen wollen würde, dann wäre die Preisklasse wohl eher um den Faktor 10 höher. Ich glaube, in diesem Bereich hatte der Frager ganz zu Beginn keine Ambitionen ...

Gruß
Adson
 
HAllo Uwe,

also 6m für 60fach wäre für Kleintierbeobachtung schon iinteressant, das entspricht wohl so grob 1m mit einem 10fach Glas - oder gehen die 6m nur bei 20 fach, so wie bei den meisten Digitalcameras, wo die höchste Vergrößerung nur im Weitwinkelbereich erreicht wird (wäre selbst bei 20fach nicht schlecht, mein Tento-Fernglas und andere 400mm Objektivbrennweite-Optiken fangen meist erst bei 15-20m an)?
In diesem Bereich (Kleintiere) ist bisher das beste, was ich kenne, das Pentax Papilio, das bis auf 0,5m einstellbar ist (gibt's in 6 und 8facher Vergrößerung und ist seit 3 Jahren mein "immerdabei", vorher war es das Leitz 10x25 Trinovid - da ist der Nahbereich so ab 4-6m etwa).

Gruß
 
Weil es mich interessierte, habe ich es auch ausprobiert:

60x - 7,50 m
20x - 6,80 m

Ich vermute, es kann auch je nach dem Akkomodationsvermögen der Augen da zu gewissen "Schätzfehlern" kommen ...

Gruß
Adson
 
Weil wir einmal dabei waren, habe ich gestern abend versucht, Epsilon Lyrae zu trennen. War nicht ganz einfach, ging aber bei 60x. Das Epsilon1 war dabei deutlich schwieriger und konnte nur länglich gesehen werden. Das Epsilon2 zeigte schöne Beugungsringe und etwas Zwischenraum.
 
Ich habe gestern nur die herrliche Mondfinsternis genossen, 60 km südlich von Leipzig ... von wenigen kleinen, dünnen durchziehenden Wölkchen abgesehen seit langem wieder mal ein Erfolgserlebnis an der Finsternis-Front ;)

Für meine Gäste hatte ich das 80er Spektiv, das Miyauchi 22x60 und ein Fujinon 10x50 jeweils auf relativ leichten Fotostativen montiert. Es waren alle begeistert ... ja und natürlich wäre totale Finsternis noch schöne gewesen. Aber immerhin hatte ich dieses Mal einen klaren Himmel.

Das Spektiv ist sehr beliebt bei den Mitbeobachtern, gestern war aber das Miyauchi am meisten umlagert. Meine Gäste sagten, da wäre das Bild "greifbarer" und der Mond als Kugel sehr schön wahrnehmbar ...

Gruß
Adson
 
Das Miyauchi war am meisten umlagert? Mist, jetzt habe ich mir das Spektiv besorgt ... ;)
 
Habe das Spektiv noch nicht (noch unterwegs), habe deshalb zusammen mit meiner Tochter mit meinen Orion 100 ED beobachtet. Bei 45facher Vergrößerung fand wir es beide am schönsten ...
 
Hallo,

meine Frau war froh, dass die anderen so auf das Miyauchi versessen waren. Sie fand das 80er Spektiv toll und hatte ebenfalls bei 20x das "beste Bild". Ich habe mit meiner DSLR ein paar Fotos bei 400 mm Brennweite gemacht und nebenbei überall mal mit kurz durchgeschaut.

@ Kraupi: Mit dem Tento wäre das auch ein ästhetischer Genuss gewesen !!

Gruß
Adson
 
Das war natürlich auch dabei!
 
Hallo,

gestern konnte ich mein "neu gebraucht erworbenes" TS SP 80 Z zum ersten Mal kurz am Mond testen.

Also erstmal ist das Spektiv ja wirklich sehr sehr handlich und leicht und man kann es in aller Ruhe im Wohnzimmer schon mal "fertig" machen und dann samt Stativ ohne Mühe rausschaffen, wenn sich, wie gestern, mal kurz die Wolken verziehen.

Vom Bild am Mond war ich sehr angetan, auch das Zoom-Okular war am Mond wirklich gut. Bei 60facher Vergrößerung sieht man zwar den Farbfehler, aber bei weitem nicht so doll wie z.B. beim 102/500 Richfielder. Eigentlich stört es mich persönlich wirklich kaum bis gar nicht, vielleicht weil ich schlimmere Farbfehler gewohnt bin.

Bei der höchsten Vergrößerung passt der Mond genau rein ins Feld, man sieht also ein schönes "Gesamtbild des Mondes" mit wirklich schon sehr vielen Details und das TS SP 80 Z ist, wie bereits von anderen Sternfreunden bestätigt, wirklich knackscharf.

Deep Sky war gestern wegen Mond und Wolken zwar nicht drin, aber allein um schnell mal den Mond zu beobachten, haben sich für mich die knapp 100 Euro, die ich für das gebrauchte TS SP 80 Z im Neuzustand bezahlt habe, schon gelohnt.


Beste Grüße.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo ,

ich denke auch gerade über den Kauf des TS 80'er Spektivs nach.
Zu welchem (Foto-)stativ würdet Ihr raten ?
Es soll vor allem mobil und reisetauglich sein ( ich fahre bald auf die Azoren, da will ich das ganze sowohl am Himmel als auch zur Walbeobachtung einsetzen..).

Gruss, Mark
 
Hallo Mark,

falls Du bei TS direkt kaufst, lass Dir doch einen Preis zusammen mit dem TS XT Stativ kalkulieren.

Gruß
Adson
 
Ich rate zu der azimutalen Montierung ST Az, mit Feinbewegungen. Das zugehörige Stativ ist zwar kein Ausbund an Stabilität, reicht aber aus. Insgesamt bezahlbar. Du brauchst dann noch die kurze Prismenschiene.

Ich habe übrigens vorigens Wochenende die Montierung zerlegt und das Chinafett entfernt. Das ist aber ein Problem aller Fern-Ost-Montierungen
 
Hallo,

ich finde es seltsam, eine recht gute Montierung nur im Paket mit einem windigen Stativ zu verkaufen. Warum man nicht (z.B.) das XT darunter anbietet, verstehe ich nicht wirklich.

Gruß
Adson
 
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