Kaufberatung Teleskop bis ca. 2000 Euro für Beobachtung und Fotografie

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Mike2000

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Hallo,

ich möchte mir mein erstes Teleskop anschaffen. Dafür habe ich ein Budget von ca. 2000 - 2500 Euro am Anfang. Beobachten will ich vor allem bei mir im Garten (bayerischer Wald mit wenig Lichtverschmutzung). Da ich auch leidenschaftlicher Fotograf bin möchte ich mich auch der der Astrofotografie versuchen. Ich würde gerne mit meiner Vollformatkamera Nikon Z7 dies machen, auch wenn das vllt nicht die ideale Kamera dafür ist.

Beobachtungsziele sollen von Planeten bis Nebel und Galaxien sein, also ein Allroundgerät.

Mein momentaner Plan wär die Meade LX85 GoTo Montierung. Ich weiß, viele sind gegen GoTo, aber ich möchte das haben und es ist gesetzt.

Was wäre für Fotografie und reine Beobachtung das Ideale Teleskop darauf? Momentan schwanke ich zwischen SC und Meade Apo 6000er Serie.

Kann mir jemand einen Tip geben? Oder auch ein anderer Hersteller/Montage den ihr besser/geeigneter findet? Da mein Vater das Teleskop mitnutzen will, jedoch nur zur Beobachtung, liegt der Schwerpunkt auch bei Beobachtung.

Schöne Grüße
 
Hallo.

Meade ist soweit ich weiß Geschichte, die gibt's nicht mehr. Falls Service da mal irgendwann nötig wäre, und Elektronik ist auf längere Sicht je nach Einsatzbedingungen mehr oder wenig anfällig für Überraschungen, könntest Du dann schlechte Karten haben. Ich würde mich im Falle von SCs vielleicht eher bei Baader/Celestron umsehen, da gibt's Support und durchdacht konstruierte GoTo- Systeme, die visuell und fotografisch viel Spaß machen können.

Das Edge C8 z. B. gilt als eine der besten erhältlichen SC-Optiken überhaupt, und wäre rein optisch eine dicke Empfehlung, wenn Du das Vollformat Deiner Kamera nutzen willst - solange man mit dem höheren Preis und seinen kleineren systemspezifischen Nachteilen klarkommt (z. B. weniger Backfokus, längeres Auskühlen...). Drunter dürfte eine parallaktische AVX gut reichen, die ist nicht bleischwer und trotz Stabilität noch gut transportabel.

Aber auch ein günstigeres klassisches C8 hat seine Meriten und bildet trotz schwächerer Feldkorrektur achsnah (Planeten) genauso gut ab. Visuell ist der Unterschied für jüngere Beobachter nicht so groß wie für Ältere, die die höhere Bildfeldwölbung nicht mehr gut wegakkomodieren können. Dein Vater würde das Edge daher wahrscheinlich deutlich bevorzugen.

Ein finanziell vergleichbarer mittelgroßer Apo liefert brilliantere Bilder und größere Felder, und ist schneller ausgekühlt, hätte aber visuell weniger Öffnung und braucht wegen seines Hebels bei höherem Gewicht besser eine schwere und stabile Monti. Da muß man dann abwägen, wo der Schwerpunkt liegen soll...

Gruß,
Mathias
 
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Hallo Mike,

ich stelle mir immer wieder die Frage, warum man sich immer gleich auch die Astrofotografie mit "antun" will.

Mit dem rein visuellen Beobachten, mittels eines Teleskopes hat man schon ein recht komplexes System vor der Brust, das kennengelernt werden will.

Da ist die Vielfalt der Bauformen
- Spiegel, Reflektoren
- der Hauptvertreter ist der Newton
- Linse, Refraktor
- nach Frauenhofer (FH)
- Apochromaten
- EDs.
- katadioptrische Teleskope, Bilderzeugung mittels Linse und Spiegel
- Hauptvertreter Schmidt-Cassegrain (SC), Maksutow-Cassegrain (MC) und der Schmidt-Newton

Dann die Montierung
- Alt/AZ
- Altitude, einfach ausgedrückt rauf/runter
- Azimuth, einfach ausgedrückt rechts/links
- mit dem Manko der Gesichtsfelddrehung
- parallaktische-, deutche- oder auch equatoriale Montierung
- für Astrofotografie DeepSky zwingend notwendig
- als manuelle Ausführung
- motorisch nachgeführt, entweder auf einer Achse (RA-Achse) oder auf beiden
- oder eben als GoTo, bringt Nachführung mit
- GoTo = feine Sache bringt aber Stolpersteine mit sich
- Einnorden und Alignment, für rein visuelle Beobachtung kein Hexenwerk
- für Astrofotografie schon recht komplex und sehr genau auszuführen

Okulare für das visuelle Beobachten
- sehr vielfältig
- sehr individuell
- abhängig vom Teleskop

Dann noch das "Kleingeraffel"
- Filter
- Barlow

Für die Astrofotografie Deep-Sky kommt noch
- das Guding dazu plus passender Software
- die passende Kamera, DSLR
- Software um die erstellten Bilder zu bearbeiten
- viiiiiel Zeit, schau Dir mal auf den verschiedenen Astroplattformen die Daten zu den Bildern an

Planeten ablichten
- klassischer Weise mit einer Planeten-/Astrokamera die man, wenn sie einen Gudinganschluss hat, für das Guding nutzen kann
- wird per USB 3.0 an das Notebook angeschlossen
- dann noch Capture-Software und Software für die Bildbearbeitung

M.E. sollte man erst rein visuelle Anfangen.
Das Equipment kennenlernen.
Tagsüber im Zimmer oder im Garten mag einem das nach ein paar mal üben recht gut von der Hand gehen, aber dann im Dunkeln... :rolleyes:
Teleskop auf die Montierung packen, ausbalancieren... ...
Mal eben Licht anmachen ist nicht, außer man nimmt in Kauf das man wieder 20 bis 20 Minuten warten muss.
Das GoTo will auch beherrscht werden. Einnorden, Alignment hab ich schon erwähnt.
Dann Strom und Gewicht/Transport, OK im Garten nicht so das Thema.
 
Hallo Mike,

willkomen im Forum!

Das Allround Teleskop gibt es leider nicht. Jedes Teleskop hat seinen Himmel, sagt man. Wenn dann noch Fotografie mit ins Spiel kommt wird es noch enger was die Einsatzmöglichkeiten angeht und man muß sich schon entscheiden was man fotografieren will, und die Ausrüstung darauf abstimmen.

Wenn Du noch gar keine Erfahrung hast, würde ich eine stabile und zuverlässige Montierung kaufen (nicht unbedingt Meade LX85) und erstmal ein etwas einfacheres, 'preiswertes' Teleskop. Also nicht das vom Aldi, sondern ein solides Einsteigerteleskop mit dem Du auch erste Versuche mit Fotografie machen kannst.

Konkrete Empfehlungen sollten eher die Astrofotografen geben - ich bin keiner. Vielleicht schaust Du Dich auch mal hier in der Galerie oder bei Astrobin um und dort mal die technischen Daten der Aufnahmen an. Daraus kann man schon einiges sehen, was mit welcher Ausrüstung möglich ist (wenn man die entsprechende Erfahrung hat).

CS.Oli
 
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