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Nightshift478

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

Bevor ich los lege Stelle ich mich kurz vor.
Ich bin Jahrgang 1978, arbeite im Sicherheitsdienst und beschäftige mich mit Astronomie so richtig erst seit kurzem.

Vor gut 20 Jahren hatte ich mir einen Billigheimer spontan gekauft und war enttäuscht, dass mehr als der Mond mit dem Refraktor nicht drin war.
100 DM waren für einen Azubi zwar viel Geld, aber aus Fehlern lernt man - meist jedenfalls *g*

Nungut, soviel dazu.

Der Sohn (13 Jahre) meiner Partnerin interessiert sich für Astronomie und war mit der Schulklasse bereits in der Sternwarte - allerdings tagsüber.
Ich werde mit ihm in den Ferien noch mal abends hin fahren, da ich der Astronomie auch nicht abgeneigt bin - trotz meiner Erfahrungen mit dem Billigheimer damals.

Im Mediamarkt stand neulich ein Danubia Delta 30 für 199 Euro, welches mich dazu bewogen hat, mal wieder im Netz zu surfen.
So bin ich dann auch auf Euch gestoßen.

Hier habe ich dann gelesen, dass es in Fellbach ein entsprechendes Fachgeschäft gibt.
Dort bin ich dann vorstellig geworden und habe dort nach meinen Vorstellungen entsprechend ein "Einsteigergerät" gesucht.
Lange Rede kurzer Sinn:

Für den Anfang sollen Mars, Jupiter und Co ausreichen.
Das Gerät sollte transportabel sein, damit der Junge damit alleine aufs Feld gehen kann.
Achso, Stadtrand einer Kleinstadt (Balkon und Fenster scheiden aus baulichen Gründen zur Beobachtung aus).
Als Budget stehen erst mal 200 Euro zur Debatte, die sich aber noch erhöhen können.
Ja ich weiß, damit lässt sich kein Blumenpott gewinnen - das ist mir bewusst.
Die Mutter hat's halt nicht so dicke, was die Verwandtschaft zum Geburtstag gibt wissen wir noch nicht und ich selber kann auch keine 500 Euro oder mehr beisteuern.

In dem Fachgeschäft wurden mir Refraktoren ect. In meiner Preisklasse gezeigt, die dem Gerät entsprechen, welches ich früher hatte....

Mir wurde dann ein Heritage Dobson 130 / Flextube zum Einstieg empfohlen, welches bei 189 Euro glaub lag.
Parallel dazu ein weiteres Dobson Gerät, welches 100 Euro mehr kostet und deutlich größer ist.

Naja, ein Dobson wollte ich eigentlich nicht - aufgrund dessen, dass man dann noch nen Tisch brauch zum aufstellen ect.
Allerdings wird wohl kaum was anderes mit Stativ in meiner Preisklasse zu finden sein, oder?
Immerhin sollten dann ja auch noch Sternkarte, Rotlichtlampe ect. dazu kommen.


Hab ich jetzt alle relevanten Daten eingebaut, die Ihr braucht?
Ich hoffe ja, wenn nicht, dann ran an die Tasten :)

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten !

Liebe Grüße vom Nachtschichtler
 
Hallo Nachtschichtler,

Ich würde da einen 6'' F8 Dobson empfehlen, liegt zwar über den 200 EUR, aber es lohnt sich. Ich habe einen 8'' F6 GSO Dobson und den trage ich schnell aus der Garage in den Garten und kann sofort loslegen. Steht stabil und lässt sich schön leicht in alle Richtungen schwenken.
Ein Bekannter hatte seinem Sohn letztes Jahr so einen Billigrefraktor auf einer Wackelmontierung geschenkt, als ich da zu Besuch war habe ich echt einen Schreck bekommen. Das war so wackelig, dass da keine Freude aufkommt. Dann lieber etwas mehr ausgeben und zumindest einen günstigen Dobson holen, vielleicht auch gebraucht.
Sternkarte verwende ich nicht, da nehme ich lieber die Freeware Stellarium. Auch mit den teilweise im Lieferumfang enthaltenen Okularen kann man schon etwas anfangen.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke Holger, Du bestätigst damit meine bisherigen Erfahrungen mit den Billigheimern.

Also dann doch eher den größeren Skywatcher Skyliner 150 P Classic Dobson für knapp 300 Euro :(
Dann hoffe ich mal, dass die Verwandtschaft im Gegensatz zum Kindsvater bissle was springen lässt.

Oder hat noch jemand einen anderen Vorschlag?

Achso, noch eine Frage:
Gibt es in oder rund um Marbach am Neckar Astrofreunde, die man eventuell kontaktieren könnte?

Ziel wäre es eventuell, dass Dominik Kontakte (Idealfall gleichaltrig) knüpfen kann und nicht ganz alleine da steht mit diesem Hobby.
Wo er Fragen stellen kann und Tips bekommt.
Ich selber arbeite in Schichten und bin leider keine all zu große Hilfe, da ich ja selber Anfänger bin *g*

Danke und Grüßle Thomas :)
 
Danke für den Link Dirk,
Mittwoch Abend werde ich den Dominik wieder sehen, dann rede ich mit ihm.
Bissle Arbeit soll er selber rein stecken, geht ja schließlich um ihn :)

Hab mir die Site grad mal angeschaut - Danke noch mal für den Link.
Hab den Eindruck, dass die Backnanger ihre Aufmerksamkeit voll und ganz auf die Astronomie legen und die Homepage "nebenher" läuft :D
Ohne das jetzt negativ auszulegen!
 
Nabend Nachtschichtler,

Ich werfe mal als ebenfalls Neuling einen Feldstecher in den Raum.
War gerade das erste mal mit meinem kleinen Cometron (7x50)
draußen und habe den Sternenklaren Himmel über Hannover bewundert.
Gerade als Anfänger empfand ich es als sehr Hilfreich ein größeres Gesichtsfeld zu haben. Mir wurde das größere
von beiden empfohlen was auch nächsten Monat auf der Einkaufsliste steht. Liegt bei 100€. Aber selbst durch das
kleine habe ich heute schon das erste mal Jupiter bewusst beobachtet und auch gleich 3 seiner größten Monde. Einfach nur genial!

Ist wie gesagt nur ein Tipp, den man evtl auch noch in Betracht ziehen könnte.

Natürlich ist ein Feldstecher kein Teleskop, aber mir hat es den Anfang in die Astronomie
wirklich vereinfacht. Vorallem weil ich durch ein ebenfalls "billig" Teleskop auch schon ziemlich frustriert war.

cs, Sebastian
 
Moin Sebastian,

Macht denn so ein Feldstecher wirklich so viel aus, dass man Jupiter samt ein paar seiner Monde sehen kann?
Das hätte ich jetzt echt nicht erwartet *staun*

Heißt das, dass je größer der Feldstecher, desto mehr kann man (theoretisch) sehen?
So langsam Wirts interessant hier :D

 
Hab mal Tante Google befragt und bin unter anderem beim Celestron Skymaster 20-100 x 70 gelandet.
Könnt ihr das empfehlen?
Preislich liegt es ja im ursprünglichen Rahmen.

Grüßle Thomas, der fast Feierabend hat :)
 
Moin Thomas,

ich würde dir von einem Feldstecher mit Zoom abraten.
Hier kann ich jetzt leider nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ein bekannter von mir hat auch eigene Feldstecher und meinte nur das von diesen Grundsätzlich die Finger zu lassen ist.
Sie verlieren durch den Zoom natürlich an Gesichtsfeld und oft wohl auch an Bildqualität. (Verbessert mich wenn ich komplett daneben liege)
Hier mal ein Link wo Zoomfeldstecher genauer erklärt werden:

http://www.fernglasagentur.de/wissenswertes/zoom-fernglas/

Zu deinem zweiten Punkt ist zu sagen, das je größer die Feldstecher sind, desto weniger Gesichtsfeld zeigen sie. (Sichtbarkeit in m auf 1000m)
Deshalb gerade für den Einstieg am besten einen Feldstecher den man gerade noch Freihändig halten kann.

Hier noch zwei links die mir viel geholfen haben:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...1109062/Kauftipp_für_den_Einstieg#Post1109062

http://forum.astronomie.de/phpapps/...gonew/1/Celestron_Echelon_10x70_Ferngl#UNREAD

Abschließend ist zu sagen, das ich fürs erste hoch zufrieden mit meinem Cometron 7x50 bin und es für 35€ auch nicht teuer war. Ich werde aber wie gesagt definitiv noch auf das große umsteigen was man wohl auch noch Freihändig halten kann, wozu ich mir aber definitiv auch ein Stativ holen werde.
Aber selbst in dem kleinen siehst du
a) mehr Sterne als mit bloßem Auge
b) ja den Jupiter habe ich tatsächlich bewusst gesehen mit Europa, Ganymed und Kallisto. (Io war gestern leider durch Jupiter bedeckt)
c) Natürlich sieht man Jupiter nicht wie auf Fotos, es war nur ein sehr heller leuchtender Punkt der von drei kleinen umgeben war. (Auch mit sehr teuren Teleskopen siehst du keine Farben wenn du dir Nebel o.ä. anschaust. Wohl aber mehr Details auf Planeten, Mond usw.)
Was du allerdings mit einem 200€ Teleskop siehst wenn du dir Planeten anschaust müssen dir andere Berichten.
Zum Schluss ist das ganze natürlich nur meine persönliche Meinung, aber gerade als "auch" Anfänger wollte ich dir diesen Tipp einfach geben.

cs, Sebastian


PS: Sorry das der eine Link nicht funzt, kopier ihn einfach.
Aber das Thema ist auf der ersten Seite im Forum Ferngläser
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Thomas,
habt ihr etwas Werkzeug zuhause?Mit etwas bastlerischem Geschick läösst sich z.B. ein klassischer 114/900 Newton zu einem Dobson umbauen.
Dobsonumbau
So ein 114er zeigt schon einiges am Himmel und ist leicht zu transportieren.Außerdem wäre noch etwas Zubehör im Rahmen des Budgets machbar :)

Grüße Rainer
 
Hallo Thomas,

ich werfe hier mal ein paar Cent von mir dazu:

1. Feldstecher
Es sollte kein Zoom sein und man sollte es als eine angenehme Ergänzung sehen. Hübsch, wenn ein für den Feldstecher erreichbarer Komet da ist, so wie jetzt noch ein paar Tage. (C/2014Q2 "Lovejoy") Sollte aber auch in Erinnerung rufen, dass man als Erwachsener 10x50 schon anstregend finden mag. Der Blick wird unruhig, man muss üben, den Feldstecher ruhig zu halten. Bei 70mm Linsen, z.B. 15x70, wird das freihändig dann Training. Das geht nach einer Weile, aber für Jugendliche taugt das ohne Stativ gar nichts - und ein Stativ beraubt einem dann doch zu einem weiten Teil der Freiheit des "umherblickens".
Ein Feldstecher ist bestimmt eine Anschaffung, aber um jetzt von Mars, Jupiter und Saturn etwas zu sehen, ist das nichts. Realistisch betrachtet wird man sehen, dass Jupiter eine Kugel ist mit den Monden als Sternpünktchen in verschiedenen Positionen daneben.

2. Teleskop
Ein Dobson 150/1200 mit einem Parabolspiegel (es gibt leider auch Produkte, bei denen man meint, mit einem Kugelspiegel auszukommen) ist eine grundsolide Empfehlung für die geplanten Beobachtungen. Das Gerät ist einfach in der Handhabung, hat bezüglich der Justage Toleranzen die einem wirklich erlauben, mit Werksjustage auszukommen, bis man sich das mal zeigen lassen kann, und es stellt keine besonderen Ansprüche an die Okulare. Der realistische Vergrößerungsbereich von ca 25x bis 215x gibt einiges an Spielraum. Für die Planetenbeobachtung bedeutet dies, dass man selbst bei unseren derzeit dürftigen Marsoppositionen (Mars ist bei den Beobachtungsperioden der nächsten Jahre immer ziemlich weit weg und entsprechend klein) noch Strukturen auf der Oberfläche erkennen kann. Bei Jupiter kommt man auch an Vergrößerungen heran, die eine Menge Strukturen erkennbar werden lässt. Am Saturn kann man sich neben der Beobachtung von Ringteilung und Bauchbinde schon mit der Jagd nach den schwächeren Monden beschäftigen und auch Uranus und Neptun sind, wenn man sie denn findet(!!!) eindeutig von Sternen zu unterscheiden. Sollte man sich aber nicht zu leicht vorstellen.

Was ich hier noch einwerfen möchte: So einen 150/1200 Dobson sollte man auch gebraucht bekommen. Optik wird nicht schlecht, man kann sie halt nur schlecht behandeln. Ich sehe jedenfalls bei einem Gerät dieser Größenordnung weit mehr Anfängerpotenzial im pflegeleichten 150/1200 Volltubus, als im "Wabbeltube". Und das mit dem Tisch... den braucht ein 150/1200 nicht. Der braucht einen Stuhl und keinen Tisch. Einen Bügelstuhl, dessen Höhenverstellung leicht zu bewerkstelligen ist - oder man beobachtet eher im Stehen und nimmt nur für niedrige Rohrstellungen einen Blech-Klapphocker für 5 Euro aus dem Baumarkt...

Naja. Was die Empfehlungen von "Fachgeschäften" angeht, würde ich mich wirklich mal freuen, von einer zu lesen, die ich akzeptieren (wenigstens akzeptieren) könnte...

Ansonsten: Anschluss zu Beobachtern in der Umgebung ist eine gute Sache.

Clear Skies
Sven
 
Der 150/1200er Skywatcher ist allemal ein gutes Teleskop, nicht nur für den Jungen sondern auch für Erwachsene. Man kann auf mehr als 200-fach vergrößern, es hat einen Parabolspiegel, einen vernünftigen Sucher, zwei Okulare sind inklusive, das Öffnungsverhältnis von 1 zu 8 erlaubt eine scharfe Abbildung bereits mit preiswerten Okularen, die Einzelteile sind verhältnismäßig leicht, das Teleskop ist schnell einsatzbereit, sehr stabil, es hat einen 2-Zoll-Okularauszug und notfalls einen guten Wiederverkaufswert.

Allerdings findet man ihn selten in den Verkaufsanzeigen. Wer ihn hat, gibt ihn nicht wieder her, selbst wenn er längst etwas größeres besitzt.

Gruß, Günther.
 
Hallo,

ich als Beobachtungs-Einsteiger möchte nochmal auf den Heritage 130 P Flextube zurückkommen.

Ich kenne zwei Exemplare davon und finde ihn Klasse. Er ist leicht genug, um von einem Jugendlichen in einem Stück getragen werden zu können und er benötigt nicht viel Platz, weil der Tubus zusammenschiebbar ist.

Man braucht auch nicht zwingend einen Tisch zum Beobachten. Ich hatte mir mal einen ausgeliehen, ihn auf den Boden gestellt und mich zum Beobachten auf eine Isomatte daneben gesetzt. Man könnte ihn auch alternativ mit azimutaler Montierung auf ein Stativ setzen und stehend beobachten.

Wer mit dem Hertiage anfängt und sich später Größeres anschafft, behält ihn wohl auch gerne als Schnellspechtel- oder Reiseteleskop. Vielleicht findet man ihn deshalb auch selten gebraucht, aber neu kostet er auch nur ca. 185€, 2 Okulare inklusive.

Ich hab mich zwar aufgrund der größeren Öffnung und dem 2 Zoll-Okularauszug gegen den Heritage und für einen 8 Zoll F6-Dobson entschieden, aber nachdem ich das ganze Geraffel (Rockerbox, Tubus, Okularkoffer, Stuhl) ein paar Mal schleppen musste, fragte ich mich schon, ob der kleine Heritage nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Wenn man nicht von daheim aus beobachten kann, ist die Transportfähigkeit nicht ganz unwichtig.

Der 150/1200 ist zwar etwas leichter als mein 200/1200, aber auch ihn kann man wegen der Größe und dem Gewicht nicht in einem Stück tragen, sondern muss die beiden Teile gesondert transportieren - im Idealfall zu zweit.

 
Hallo Nicole,

mit dem Heritage handelt man sich aber beim Ziel Planetenbeobachtung einiges an optischen Problemchen ein. Für jemanden mit 5 Jahren Newton-Erfahrung hoffentlich kein Problem, für den Einsteiger aber ein riesen Berg!

1. Großes Öffnungsverhältnis. Das Ding hat f/5, will entsprechend genau justiert werden.

2. Nochmal großes Öffnungsverhältnis: Das verlangt für die Planetenbeobachtung kurzbrennweitige Okulare, die vielfach einen unbequem knappen Augenabstand haben. Wir reden Über Okularbrennweiten zwischen 3,5mm und 5mm und über recht häufig Einsetzbare Vergrößerungen von 130x bis 190x. Wer die Optik "etwas" überziehen will und auf z.B. 220x setzt, mag mal schauen, welche Auswahl man an 3mm Okularen so findet!

3. Schon wieder großes Öffnungsverhältnis: Viele Okulartypen funktionieren an f/5 nicht mehr so toll. Das zeigt sich am Rand zwar deutlich, kann aber auch in der Mitte zu vergrößerten Sternpunkten und somit schlechter Leistung des Gesamtsystems führen.

4. Der kurze, offene Tubus ist eine Einladung für Beobachterseeing. Wo soll der Atem denn hin? Man bessert sofort mit einer Socke nach. Hoffe der Flextube macht das mit.

So nett, wie das Heritage im Handling ist (aber: ggf. Sitzposition zu niedrig?), so problematisch ist es für die Planetenbeobachtung.
Meiner Meinung nach ist es nicht nötig, sich bei 5 Zoll Optikdurchmesser f/5 für die Planetenbeobachtung aufzuzwingen. Das Heritage 130p sehe ich eher als ein sehr hübsches Deepsky-Gerät, das bei guter Behandlung und entsprechender Okularwahl auch durchaus überzeugende Planetenbeobachtung ermöglicht. Vom Handling her muss wohl eine umgedrehte Bierkiste drunter. Oder man lernt, wie wacklig ein Tisch ist, den man bisher für robust gehalten hat.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

als (durchaus zufriedener) Heritagebesitzer möchte ich Sven praktisch in allen Punkten zustimmen!

Justage: Richtig, das ist f/5 typisch kritisch, schön ist dass wenn man das im Griff hat, die Justagestabilität (bei meinem Exemplar) sehr ordentlich ist.

Okulare: Auch da gibt es nicht viel zu sagen, außer eben, dass selbst wenn es das passende Okular gäbe der Spiegel in der überwiegenden Mehrheit der Fälle nicht "parabolisch genug" ist um diese Vergrößerungen mitzumachen. Es gibt Streuung en masse bei diesem Teilchen. Die beiden Exemplare die wir hier haben, haben wir voriges Jahr mal durch das Ronchi begutachtet - nicht völlig aussagekräftig - richtig fiese Fehler waren nicht zu sehen, aber eine merklich abgesunkene Kante und beim Sterntest zeigt sich einfach: Das ist und bleibt ein Gerät für mittlere Vergrößerungen bis etwa dem Durchmesser der Öffnung in Millimeter.

So nett, wie das Heritage im Handling ist (aber: ggf. Sitzposition zu niedrig?

Jein. Im Sommer finde ich das sehr fein, da hockt man sich auf ein Kissen ins Gras und stellt das Teleskop neben sich. Das macht man aber nicht bei herbstlichen und ganz sicher nicht bei winterlichen Temperaturen! Hier wandert das Gerät dann auf eine Alt-Az-Montierung (der angebrachten Prismenschiene sei dank). Tische jedweder Art (selbst ein betonierter auf unserer Beobachtungswiese) sind nicht wirklich geeignet.

Der kurze, offene Tubus ist eine Einladung für Beobachterseeing. Wo soll der Atem denn hin?

Auch richtig, nicht nur das Seeing auch Störlicht lädt hier ein (trotz festem Schutz auf der gegenüberliegenden Seite). Das lässt sich aber relativ einfach lösen: Eine passende schwarze Pappe o.ä. und gut.

Mein Fazit ist das selbe wie Svens: Man kann viele Probleme beherrschen, muss sie aber kennen und ein Planetengerät wird trotzdem nicht mehr daraus - ein gelegentlicher Blick auf Jupiter, Saturn und Co. bei mittleren Vergrößerungen geht damit aber durchaus.

CS und Gruß
Benny

 
Hallo Nicole,

bei der Beobachtung von Planeten würde ich grundsätzlich eine Barlowlinse vorsehen. Der dann schlankere Lichtkegel ist kaum okularkritisch. Ferner könnten dann Okulare mit größerer Brennweite, für ein verbessertes Einblickverhalten, verwendet werden.

Viele Grüße

Kurt
 
Hi Thomas

Hat sich schon ein Kontakt zu der Beobachtergruppe hergestellt?
Viele haben kleine 'Altgeräte', die gerade an Jugendliche gern günstig abgegeben werden.

Was den Transport mit dem Rad angeht:
Das funktioniert erfahrungsgemäß zumindest mit kurzen 6" Newtons; mein 150/750 fand im Tourenrucksack Platz, ein kurzes Holzstativ seitlich daran auch, die Montierung gut gepolstert im Körbchen auf dem Gepäckträger verspannt, ebenso der Okularkoffer. Mit einer Rockerbox wird das je nach Konstruktion noch einfacher - oder aber sperriger.
Ob das mit 1200mm Brennweite auch noch gut klappt, müsste man ausprobieren.

Trotzdem hab ich mir damit immer sehr sehr gut überlegt, ob ich wirklich ~5km rausradeln soll, oder ob der Garten nicht doch gut genug wäre... jeder hat eben einen anderen 'Faulheitsfaktor'.

Ungeachtet vom Gerät und dem Beobachtungsplatz noch einzwei Kleinigkeiten:
- Rotlichtlampen kann man günstig basteln; Anleitungen finden sich da zuhauf
- Stern- bzw. Aufsuchkarten gibt es ebenfalls zum selbst ausdrucken
- wirklich gelohnt hat sich bei mir an Literatur nur der 'Deep Sky Reiseführer'. Er stellt gerade auch für kleine Optiken sehr interessante Objekte vor. Vieles in der Art gibt es aber auch in der örtlichen Bücherei zum Ausleihen.

cs
Jürgen
 
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