Hallo Christian,
fein, daß Du die Einstiegsfragen beantwortet hast, jetzt können wir mal weiter sehen:
Es ist also ein Dobson, eine beliebte Bauform, der nachgesagt wird, preisleistungsbezogen die größte Öffnung zu bieten. Mein größtes Gerät ist auch ein Dobson (8"-f/6, also 200 mm Hauptspiegeldurchmesser und 1200 mm Brennweite).
a) Welche Öffnung und welche Brennweite hat das Gerät?
b) Parabolischer Hauptspiegel?
Es könnte ein 6"-f/8 (150/1200) oder auch ein 8"-f/6 (200/1200)sein, das geht aus Deiner Kurzbeschreibung nicht klar hervor. Wichtig ist das eventuell, weil: wenn es ein 8"-f/6 wäre, wäre ein Zwei-Zoll-Okularauszug eigentlich Pflicht, sonst hast Du nicht die Option auf große Felder mit Weitwinkligkeit.
Wie Sven schon schrieb, solltest Du Dir min. Beugungsbegrenztheit schriftlich zusichern lassen. Ganz wichtig: daß das Gerät einen parabolischen Hauptspiegel hat, sonst ist im Hochvergrößerungsbereich keine freudvolle Beobachtung (scharfe Abbildung) gegeben. Bei den genannten möglichen Öffnungen [150/200 mm] würde das dann nicht mal für Beugungsbegrenztheit reichen. Bei den Öffnungen wäre das Gerät dann definitiv kein "Allround-Teleskop". (Ganz heftig wäre, wenn ein 8"-f/6 sowohl nur 1,25"-OAZ und dann noch keinen parabolischen sondern nur sphärischen Hauptspiegel hätte: Großfeld mit Weitwinkel geht nicht und Hochvergrößerung auch nicht...). Ganz allgemein hatten wir hier im Forum mal erörtert, daß reine Newtons mit sphärischen Spiegeln und f/x ab f/7,9 nur bis max. 114 mm HS-Durchmesser akzeptabel sind. Alles über 114 mm Öffnung mit marktgängigen Öffnungsverhältnissen muß also parabolisch sein, um im Hochvergrößerungsbereich ordentlich (und min. beugungsbegrenzt) abbilden zu können.
Du fragst nach meinen Geräten: GSO-Dob 8"-f/6, den ich gerade komplett durchtune und mit Eigenbau-Dob-Drive und EQ-Plattform aufrüste, 90/1000-Achromat als angedachtes Leitrohr oder wenn ich mal mit Besuch beobachte, 114/450-parabol-Newton auf Lidl-Monti für mal schnell eben/Kofferraum-Platzschonend, 70/350-"Achromat" als Sucher/Spektivchen fürs Fotostativ und Bi-Tubus-Aldi für gelegentliche Milchstraßenfahrten, ist aber eigentlich eher überflüssig geworden...
Um Kontakte zu Sternfreunden in der Nähe aufzubauen, könntest Du beispielsweise:
1. im Treffpunktforum hier anfragen,
2. auf der Astronomie.de-Portalseite links oben unter GAD (Verzeichnis von Vereinen im deutschsprachigen Raum) suchen,
3. auf der Astronomie.de-Portalseite über eine Mailfreundschaft Kontakte anfragen.
4. auf einer Astronomie-Messe (z. B. ATT in Essen am 13.5.) oder ein Teleskop-Treff (z. B. ITV im letzten Mai-Drittel, soweit ich weiß) Kontakte zu Sternfreunden/Arbeitsgruppen/Vereinen knüpfen. Überdies sind sowohl ATT als auch ITV sehr günstige Kaufgelegenheiten für Astrooptik: deutlicher Messe-Rabatt in Extremkonkurrenz, individuelle Paketvorteile, Kauf nach "Besprechen, Anfassen, Bewegen, Reinschauen", Kauf nach rückkoppelnden Gesprächen mit erfahrenen Sternfreunden vor Ort und schließlich: versandkostenfrei.
Über das 2-wöchige Rückgaberecht würde ich nochmal mit dem Anbieter reden, für eine ordentliche Überprüfung der höchstvergrößerten Sternabbildung braucht es klaren Himmel und gute Luftruhe, da können hierzulande 2 Wochen mal knapp sein.
Schließlich noch einige Kniffe/Bedenkenswertes am Dobson:
1. für Hochvergrößerung muß das Gerät ausgekühlt sein. Also: wenn möglich vorkühlen (Balkonlagerung vor der Beobachtung) oder billigen PC-Lüfter unter den Hauptspiegel basteln. Meine Lösung aus Hartschaumplatte (3 €), die sich mit starker Schere schneiden läßt, Batteriehalter (2€) und Discounter-Akkus (6€) hat sich sehr bewährt.
2. Newtons müssen justiert sein. Anleitungen findest Du hier im Forum reichlich mit der Suchfunktion.
3. Weitwinkelokulare machen den allermeisten Dobsonauten viel Spaß, eigentlich bei allen Brennweiten. Für große Felder (Geringvergrößerung) wegen des genussvollen Eintauchens, bei Hochvergrößerung, weil man sonst so oft: Nachschubsen, Warten aufs Ausschwingen, kurz Beobachten, Nachschubsen, Warten... muß. Bei 200x läuft das Objekt auch 200mal so schnell am Himmel entlang. So gesehen kann es sehr sinnvoll sein, wenn man das Gerät ausgewählt hat, erst über die gewünschte Okularausstattung
nachzudenken und dann günstig im Paket zu erwerben. Ich empfinde häufig die beiliegenden Okulare als recht schnell überflüssig/doppelbesetzt, wenn man die entsprechenden Brennweiten durch bessere und oft genug weitwinklige ersetzt hat, wie es wohl die Regel ist. Da hatte ich mal Ausführliches zu geschrieben in einem meiner letzteren Postings (such mal, wenn Du magst). In der Regel rate ich zu preislich günstigerem Tausch der beiliegenden Okulare, als im kommenden Doppelbesetzungsfall diese veräußern zu müssen.
4. Marktgängige Dobsons lassen sich von bastlerisch ambitionierten Sternfreunden gründlich tunen, auch dazu gibt es viele Inhalte hier, nutzte mal die Suchfunktion. (z. B. Innenschwärzung verbessern durch Schwarzvelours-Klebefolie, Außenisolation durch billige Heizkörpertapete, Tubus sternwärts verlängern mit stabilisiertem Schwarzvelous zur weiteren Streulichtunterdrückung...)
5. Viele Sternfreunde nutzen heute die günstigen, leichten und vom Einblick/Durchblick unkomplizierten Peilhilfen anstelle eines Suchers. Sollte man mal ausprobieren, was einem mehr liegt. Manche nutzen auch beide Aufsuchhilfen, je nach Objekt. Ich persönlich würde einen Peiler auf jeden Fall einem 6x30-Sucher (oder noch kleiner) vorziehen.
Klare Himmel und Top-Bedingungen wünscht
Matthias.