kennt einer einen Klappspiegel-Sucher?

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Anette_Aslan

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Liebe Astrofäns,

habe ein altes Tasco Lumina 60/900 Teleskop für fast geschenkt erstanden und auf seinem Tubus ist ein Sucher installiert, der wohl mit einem Spiegel das Licht direkt aus dem Tubus vom Objektiv nimmt. Ganz ohne Parallaxe also kommt das Ding aus. Ein sogenannter Klappspiegel-Sucher, wie ich recherchieren konnte oder das Teil nennt man wohl auch Klappspiegel-Refraktor.

http://www.cashxchange.com.au/tasco-lumina-200x-telescope-in-box-with-attachment

Leider zeigt sich das Objekt der Begierde nicht mittig im Sucher, wenn ich ihn justieren möchte, also in dem ich das Objekt zunächst mittig ins Okular bekomme und danach den Sucher ausrichte, er lässt sich nicht bewegen, das Objekt liegt ca. einen halben cm links neben dem Fadenkreuzmittelpunkt. Es gibt links vom Sucher einen kleinen Drehknopf, mit dem drehe ich aber immer ins Leere, es tut sich nichts, wäre das wohl der Knopf für die Spiegelverkippung in diesem kleinen Ding? Muss ja wohl ein Spiegel sein, wie sollte sonst der STrahlengang funktionieren, da er ja in den Tubus reinragt?

Hat jemand Erfahrung mit einem solchen Sucher oder gar noch eine alte Anleitung? Nun bin ich gespannt.

Gruss von Anette
 
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Hallo Anette,

mein erstes Teleskop aus den 70ger Jahren war ein Refraktor von Revue (Quelle) Ein 60/910 und das hatte auch diesen Klappspiegelsucher. An der 45° Schräge des Suchers, wo Innen
der Spiegel befestigt ist sind bei meinem 4 Schrauben zu sehen. An der Mittleren hängt wohl der Spiegel und mit den
anderen Dreien kann man den Spiegel in allen Richtungen kippen.
Dadurch konnte ich Optik und Sucher justieren.
Der Knopf links am Sucher ist zum klappen des Spiegels.
Dort ist auch ein Aufkleber dran mit den Bezeichnungen
Sucher und Teleskop.
Dieses Teleskop hatte schon eine parallaktische Montierung.
Für den Einsteiger ideal weil man dann mit der Himmelsmechanik vertraut gemacht wird.

Gruß Anton.
 
Hallo Anton,

Danke für diese hilfreiche Antwort. Dacht ich mir schon, dass der Knopf zum Spiegelkippen gedacht ist. Der kleine Bolzenstift oder Schräubchen in der Versenkung dieses Drechknöpfchens ist wohl gelockert, muss den mit Uhrmacherimbus oder Minischraubenzieher wohl etwas anziehen, damit er auf den STift gelangt und sich die Sache wieder drehen lässt.

Ja, das Ding kostete damals einen halben Monatslohn, etwas über 600 DM!!!! Aber man konnte ja in Raten abzahlen. Ich finde es ganz solide verarbeitet, mein Fundstück muss wohl unbenutzt jahrzehntelang wo gelagert worden sein, bis ihn ein Trödelhändler hier auf Willhaben.at für 25 Euro verscherbelte. In den USA wird das gleiche Ding für über 160 Dollar angeboten. Ich habs einer Einsteigerfreundin vermacht und finde solch einen guten Zweizöller mit dieser Brennweite und äquatorialer Montierung als ideales Einsteigergerät. Das Ding ist noch tip top, Optik total in Ordnung, nur der Sucher muss noch eingestellt werden. Sowas habe ich noch nie gesehen. Ist aber sehr praktisch, vor allem erzeugt der Sucher ein so schönes helles Bild, bin ganz begeistert, schade, dass die heute so nicht mehr gebaut werden.

Gruss von Anette
 
Hallo Anette,

das Teleskop von dir hat bestimmt einen anderen Mechanismus.
Ich habe mal Fotos von meinem Teil gemacht.
Wie man an deinem Teil sehen kann ist der Aufbau des
Klappspiegels anders. Wie man da justiert kann ich nicht
sagen

Gruß Anton.
 

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Hi Anton,

edel, edel Dein Teleskop, macht einen sehr ästhetischen Eindruck!
Also ich glaub der Mechanismus ist wohl der Gleiche. Diese von Dir beschriebenen Schrauben befinden sich seitlich an jeder Ecke eine, sozusagen. Dieser Drehknopf ist aber total identisch, sogar dieser rotmarkierte Schraubeneinlass....da liegt genau mein Problem.....diese mini-wutzi-kleine Schraube in dieser rotmarkierten Versenkung muss wohl angezogen werden...Teleskop ist leider nicht bei mir.....aber ich werd sofort berichten, wenn ich das erledigt habe.
Dieser Tasco ist schon in China produziert und mit einem 1,25" Adapter versehen, eine schöne Innovation damals einerseits, die Aluminiumteile sind "coatet", grobkörnig überzogen, macht aber immer noch einen stabilen Eindruck auch die Taukappe sitzt total fest. Muss wohl Anfang der 80er in den Handel gekommen sein. Tasco ist ja heute leider am unteren Ende der Fahnenstange. Heut tät ich mich schämen einen neuen Tasco zu kaufen.

Gruss von Anette
 
Hallo Anette,

hatte es falsch beschrieben. Unter der schrägen Fläche liegt
der Umlenkspiegel mit den 3 Justierschrauben.
Darunter ist der Klappspiegel der wie beim Flip-Mirror in den
Strahlengang klappt. Der Lichtweg läuft dann über 2 Spiegel.
Bei meinem Refraktor waren allerdings nur 0,96" Okulare bei.
Habe mir aber später einen Adapter von 0,96" auf 1,25"
besorgt um auch "normale" Okulare verwenden zu können.
Ich habe dieses Gerät damals gerne und viel benutzt.
Und auch jetzt stelle ich es gerne für Astrointeressierte auf
weil man daran schön die Himmelsmechanik erklären kann.

Gruß Anton.
 
Hallo zusammen,

das Questar hat auch so etwas, dort ist es aber noch genialer, weil man sowohl für die Beobachtung als auch für den Sucher immer durch das "normale" Okular schaut.

Gelöst ist das so dass man zum Beobachten einen Spiegel in den Strahlengang schwenkt, der das Licht dann zum Objektiv schickt.
Ist dieser Spiegel nicht eingeschwenkt schaut man auf einen weiteren Spiegel weiter unten, der das Licht unter dem Tubus parallel zu diesem umlenkt.

Ich denke auf diesem Bild kann man es ganz gut erkennen:

Link zur Grafik: https://www.drew.edu/wp-content/uploads/sites/102/quest_19.jpg

Auf die gleiche Weise kann man auch einfach eine Barlow per Knopfdrehung einschwenken, was auch sehr nett ist :-)

Grüsse Jochen
 
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Übrigens, das berühmte Questar hat ebenfalls einen Klappspiegel-Sucher, welcher aber etwas anders als bei dem hier beschriebenen Tasco funktioniert.

Im Suchermodus klappt man den Zenitspiegel im Innern der Maksutov-Optik mit einem Umlenkhebel aus dem Weg und blickt dann über ein eingebautes Sucher-Objektiv und einen weiteren Umlenkspiegel unten am Tubus in den Himmel.

Der Clue ist aber, dass Sucher und Maksutov-Optik beide zum selben Okular führen, man braucht also mit dem Auge und dem Kopf nicht wie bei sämtlichen anderen Teleskopen zwischen zwei Okularen hin und her zu wechseln. Das Konzept ist wirklich genial.

Die Questars gibt es ja schon eine halbe Ewigkeit und sie werden wohl auch immer noch hergestellt. Sie waren schon immer sauteuer und hatten, ähnlich wie edle Schweizer Uhren, den etwas anrüchigen Nimbus von Spielzeug zum Angeben für die Superreichen.

Sie hatten und haben aber nicht nur eine vorzügliche Produktqualität, sondern auch einige ganz clevere Features. Dazu zählen neben dem beschriebenen Klappspiegel-Sucher auch eine einschwenkbare Barlow. Wo findet man denn sowas sonst noch?

P.S.: Na schau mal, der Jochen hat's auch schon geschrieben ...



 
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Das ist ja wirklich lustig, praktisch zeitgleich...

Mein Questar ist ein sehr Exemplar frühes aus den 70ern.
Ich habe es vor langer Zeit in erbärmlichem Zustand für kleines Geld bei Ebay USA bekommen und dann restauriert.
Auch wenn ich deutlich leistungsfähigere Instrumente besitze, dieses Juwel gebe ich nie mehr her, und wenn es zu 99% nur meinen Schreibtisch ziert :-)
Hin und wieder schleppe ich es unter den Nachthimmel und bin immer wieder begeistert, was es insbesondere an Mond und Planeten zeigt.

Grüsse Jochen
 
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Das klingt wirklich alles genial. Wieso nur ist man dieser Bauweise nicht treu geblieben? Und solch einen Questar gab es also schon in den 70ern! Wohl nur in den USA oder? Wirklich ein stolzes Stückchen, gratuliere!

Gruss von Anette
 
Zitat von Anette_Aslan:
Das klingt wirklich alles genial. Wieso nur ist man dieser Bauweise nicht treu geblieben?

Hallo Anette,

Du weißt aber auch, was so ein Questar kostete, mit all seinen schicken Gimmicks? Für dem Preis bekam man, als Meade sein ETX 90 einführte, etwa sieben bis acht Stück von den letzteren.

Grüße,

Klaus
 
Zitat von kapees:
Du weißt aber auch, was so ein Questar kostete, mit all seinen schicken Gimmicks? Für dem Preis bekam man, als Meade sein ETX 90 einführte, etwa sieben bis acht Stück von den letzteren.
Ja klar, und für den Preis einer schweizer Luxusuhr im oberen Preissegment bekommt man wohl zehntausend Smart-Watches ...
Zitat von Anette_Aslan:
Und solch einen Questar gab es also schon in den 70ern!
Die gab es sogar schon in den 50ern. Eine erste Werbung taucht wohl im Juni 1954 bei S&T auf, und ab November 1955 gab es dort weitere ausführliche Beschreibungen. Das Novemberheft von 1955 ist übrigens auch deswegen sehr lesenswert, weil es Berhard Schmidt und seine geniale Erfindung thematisiert.

Credit: Sky & Telescope
 

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Da sieht man die Nerds noch in ihren privaten Werkstätten. Toll ....ist doch was wert, sich solche alten Heftchen aufzuheben. Nun, einerseits ist´s ja auch schön, dass durch die Massenproduktion vielen Menschen ein Traum ermöglichst werden kann. Solche Dinge sind halt unsere Leitsterne, gell?

Gruss von Anette
 
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