Klare Nacht mit kleinen technischen Problemen

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klawipo

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Hallo liebe Astrofreunde,

wie Coyote nutzte ich auch gestern die klare Nacht im Rheinland. Die Bedingungen in der Nähe von Rheinbach waren gut, die Sommermilchstraße immerhin über zwei Drittel des Himmels gut und gen Süden strukturiert zu erkennen. Um die Marsopposition wenigstens einmal genutzt zu haben schaute ich recht lange mit meinem 12 Zoll Dobson bei 190fach auf den roten Planeten. Gelegentlich waren zwei dunkle "Schraffuren" zu erkennen, eine größere und eine kleinere, dazwischen gab es aber viel Gewaber. Von der atmosphärischen Dispersion sah ich dagegen erstaunlich wenig, Fehlfarben Fehlanzeige. Die Marsscheibe schien auch insgesamt größer als gedacht. Ganz unbeachtet lassen wollte ich auch den Saturn nicht. Hier war die Cassini-Trennung nur gelegentlich zu sehen. Die Sichtungen lassen erahnen was bei den Planeten in Opposition derzeit von südlichen Standorten zu sehen ist, denn auch Saturn schien mir selten so gewaltig groß wie gestern.

Da der Mond nun untergegangen war, war jetzt Deep Sky an der Reihe. Ich ging zuerst auf drei einfach zu findende Standardobjekte, für die ich keine Sternkarte brauche. M13 hatte ich mit dem großen Dobson noch nicht so kontrastreich und prächtig gesehen. Dazu trug neben der zenitnahen Stellung und dem dunklen Hintergrund vermutlich auch meine neue Streulichtsocke bei. Die Whirlpool-Galaxie hatte ich dagegen schon besser gesehen. In Richtung Norden war der Himmel auch leider leicht aufgehellt. Beim Ringnebel sah ich mit 80fach ein zartes rot im äußeren Bereich. Bei höherer Vergrößerung war der Farbeindruck weniger deutlich. Auch hier profitierte ich von dem zu der Zeit für unsere Gegend guten Himmelskontrast.

Im Schlangenträger hatte ich etwas Mühe mit dem Auffinden von M12 und M10, fand aber doch schließlich beide Kugelsternhaufen. M12 (glaube ich) hatte eine Reihe hellerer Sterne zu bieten, während M10 gleichmäßiger wirkte. Beide Objekte waren aber schön aufgelöst. Der unweit stehende planetarische Nebel NGC 6309 war aufgrund seiner Kleinheit leicht zu übersehen. Bei 120fach aber sah man schon deutlich ein nebliges, nicht gerade überwältigendes, unregelmäßiges ovales Fleckchen, das sich an einen Stern anschmiegte. Der offene Sternhaufen IC4665 präsentierte eine Reihe weit außeinander stehender, etwa gleich heller Sterne. Nicht schlecht, aber eher ein Fernglasobjekt. Der Kugelsternhaufen M5 zeigte wie immer schön hell und ein bisschen strudelig. Überhaupt finde ich dass Kugelsternhaufen visuell viel individueller wirken als auf Fotos.

Ein Highlight war dann noch M11. Für einen offenen Haufen stehen die sehr vielen Sterne bei dem "Wildentenhaufen" ungewöhnlich dicht beieinander und sind in einer interessanten, annähernd dreieckigen Form angeordnet. Wie ich es manchmal zu tun pflege schwenkte ich in dieser Sternreichen Region ein wenig hin und her und fand dabei den zwar ziemlich großen, aber eher nebulösen Kugelsternhaufen NGC6712.

Es wurde spät, die Temperaturen sanken unter 10 Grad und ich packte meine Sachen. Das war nach vielen Wochen mit unfreundlichem Astrowetter mal wieder ein tolles Erlebnis. Einziger Wermuthstropfen war mein ab und an gerade bei horizontnaher Beobachtung durchrutschender Dobson. Ich habe das Gefühl dass das in den letzten Monaten etwas schlimmer geworden ist. Vielleicht hat sich das Holz leicht verzogen, so dass es weniger Reibungsfläche gibt. Kann aber auch an der am Boden etwas feuchten Witterung gelegen haben.


Allen Lesern viele klare Nächte wünscht
Klaus
 
Hallo Klaus,
du gehörst ja auch dankenswerterweise zu den Sternfreunden, die hier regelmäßig ihre Ergebnisse niederschreiben, dank dir dafür.
Ich möchte kurz einige deiner Beobachtungen Aufgreifen; deine Beobachtung zum Ringnebel ist für mich insofern spannend, da ich erst vor wenigen Tagen den gleichen Eindruck hatte! Ein zartes rot, eher als ein Hauch zu beschreiben . Ich war mir sehr unsicher ob das denn sein könnte... Beobachtet mit einem 8" f4 Newton. Sehr gut kamen auch die seitlichen Ohren und leichte Strukturen im Ring. Selten so gut gesehen, obwohl der Himmel hier bei uns nicht mehr tief schwarz wird.
M51 hatte ich auch im Okular... Ich konnte relativ sicher zwei Spiralarme ausmachen. Beide Kerne sehr hell stellar und dann diffus nach außen , schon sehr beeindruckend.
M13... mein absolutes Lieblingsobjekt. Auch jetzt nach weit mehr als 20Jahren Astronomie immer wieder mein Abendhighlight. Am schönsten im 9mm 100* mit Einzelsternen bis zum Zentrum und viiieeel Feld darum! Spektakulär! Im 4,5mm Delos dann in tausende Sterne zerlegt, unglaublich was wir für ein tolles Hobby haben😄.
M11 kenne ich bisher nur über meinen 4"Apo... Im Weitfeldokular ein echter Augenschmaus!

Gruß Holger
 
Hallo Holger,

Farbe im Ringnebel hatte ich vor ein paar Wochen bei schlechteren Bedingungen schon geahnt, war aber nicht sicher. War aber jetzt doch recht deutlich. Die Farbwahrnehmung ist ja individuell und bei mir bestimmt nicht am besten ausgeprägt, daher ist bestimmt mit anderen Augen bei 8 Zoll auch was möglich.

CU Klaus
 
Hi Klaus

ich greife mal den durchrutschenden Dob auf.
Das kann gut an der Feuchte liegen.
In dem Fall, ist Deine Balance im Trockenen kein Gleichgewicht sondern zu einem Teil nur über die Haftung der Höhenräder am Gleitpartner erreicht. Dagegen tun kann man 2 Dinge Gewichtsverteilung und/oder Gleitpartner optimieren.
Mögliche Ansätze wären z.B.
- guck mal ob der HS etwas nach hinten/unten verlegt werden kann. Die Justageschrauben erlauben im Rahmen ja eine Positionsverlagerung.
- Gewicht am Hut wie SUcher, Telrad wenn möglich näher an den HS legen
- GLeitpartnercheck - Ich arbeite gerne mit Rolladengurtband gegen Alu oder gegen Ebony.
CS
 
Hallo Antares,

danke für die Tipps. Muss mir die Sache nochmal in meiner spärlichen Freizeit am Tage
anschauen. HS ist schon weit unten weil die Fokuslage sonst nicht passt.

CU Klaus
 
Hi Klaus,

Dobsonprobleme im Zenit ...was must ich schmunzeln. Aber Deines kannst du ja beheben, meines kann ich leider nicht beheben, als Schrumpfschlumpf komm ich ohne Leiter nicht umhin. M 57 mit Farbe? Darauf muss ich mal achten, ist mir noch nie passiert, klingt spannend. Den M11 liebe ich auch, den seh ich am liebsten durch das 26 Pano oder dem 13ner Oku am 6 Zöller. M13 wirkt für Oberprofies schon sehr abgedroschen, doch was schön ist, ist einfach schön und immer wieder hüpft mein Herz beim Anblick von M13. Am 16ner Dobson im 13mm Weitwinkel muss ich mich dann anschnallen....atemberaubend!!!!!!!!! DA kommt nichts mehr mit, ist halt so....

Seit ich meine Kamera hab, vernachlässige ich meine visuellen Beobachtungen als auch Berichte....das ist nicht schön, nein!!! Hab ein schlechts Gewissen, wenn ich hier in den Thread schaue, ja ehrlich!

Danke ebenfalls für Deinen Bericht, das ist doch einfach sehr wichtig finde ich.

Sternenfunkelnde Grüsse von Anette
 
Hallo Anette,


Ich schaue mir auch gerne neue Galaxie-Funzeln an, aber nur so richtige “Profi-Objekte“, die man fast gar nicht sieht, fände ich auf Dauer auch ermüdend. Wobei es von den helleren natürlich auch einige unbekanntere aus dem NGC oder IC gibt.


CU Klaus
 
Hi Klaus,

dann werd ich meine Canon draufhalten! Die macht dem Gefunzel endlich ein Ende und ich kann Galaxien sichtbar machen, wie sie sonst Leute unter 6mag Himmeln sehen. Jetzt bin ich noch neugieriger.

Tschüssi von Anette
 
Hallo nochmal,

zumindest im Keller konnte ich jetzt eine schöne Balance des Dob erreichen. Dazu habe ich dem Spiegelkasten erst knapp 1cm hohe Füße spendiert und dann den HS soweit runter gedreht wie es ging unter der Bedingung dass dennoch alle Okulare noch locker in den Fokus kommen. Durch die Füße kommen die Justageschrauben dabei nicht auf den Boden. Reichte aber leider nicht. Im Keller kleines Holzkästchen entdeckt. Mit Montage Klebeband an Plastikprofil befestigt. Das Kästchen lässt sich so schön am Spiegelkasten fest klemmen. Als Gewichte kommen Flachverbinder aus Blech zum Einsatz. Das kleine Kästchen kommt damit auf ein knappes Kilo Gewicht, und der Dob schmiert nicht mehr ab. Feldtest steht aber noch aus.


CU Klaus
 
Hallo , eine Interessensfrage:

meiner Meinung nach kann man an allen flächenhaften Objekten keine Farbe sehen. Könnte es die atmosphärische Diffraktion gewesen sein ? Die führt ja zu einem roten und einem blauen Rand und geht auf die Lichtbrechung in der Atmosphäre zurück. Allerdings steht der Ringnebel sehr hoch über dem Horizont. Dort sollte dieser Effekt eigentlich nicht auftreten. Oder es wurde beobachtet, als M57 nur noch unterhalb von 30 Grad über dem Horizont stand.

viele Grüße

Franz
 
Hallo Franz,


schau mal hier http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1217491/Re:_Farbsehen rein, Farbsehen ist in der visuellen Astronomie immer wieder Thema. Viele Beobachter können ab einer bestimmten Öffnung Farbe eindeutig sehen allerdings nicht alle. Das ist schlicht davon abhängig wie empfindlich das eigene Auge auf Farbe reagiert, da scheinen die individuellen Unterschiede relativ groß zu sein.


Viele Grüße Felix
 
kleinere planetarische Nebel habe ich auch schon farbig gesehen. Aber beim Ringnebel sehe ich immer nur grau.
 
Ich habe die Farbe im Ringnebel genau zwei mal gesehen. Sonst ist er immer grau gewesen, auch letztens wieder. Atmosphärische Dispersion ist wegen Höhe auszuschließen. Außerdem ist es dieselbe Farbe einmal rundrum. Die Farbe ist irgendwie schwarzrot. So, wie wenn man eine rote Folie vor einen dunklen Hintergrund hält. Ein anderer Name fällt mir für die Kolorierung nicht ein.

CU
Klaus
 
Hallo Klaus,


beim Ringnebel hatte ich bisher wenn dann einen grau-grünlich-türkisen Farbeindruck. Den Rotanteil habe ich da visuell noch nicht wahrnehmen können glaube ich. Der Farbeindruck war in 12" Newtons zwar deutlicher aber nicht wirklich anders als in meinem 8" Newton.

Anders bei M42: da sehe ich die Schwingen wenn der Himmel klar genug ist mit 8" eindeutig rötlich, der Bereich um das Trapez ist grünlich. Bei 12" wird der Farbeindruck deutlich kräftiger ändert sich ansonsten aber auch nicht wesentlich.

Bei mir ist die ideale AP für Farbeindruck irgendwo um 3-4mm AP bei M42, der Ringnebel verträgt mehr Vergrößerung, noch mehr der PN blue Snowball NGC 7662.


Viele Grüße Felix
 
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