klassische Fragen zur Auswahl der passenden Komponenten

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Daniel1

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Hallo Ihr lieben

ich möchte mich in Zukunft etwas mit Astrofotografie beschäftigen und habe dazu noch ein paar Fragen an die gut Erfahrenen....
diesbezüglich wäre ich natürlich sehr dankbar um ein paar Antworten.....damit ich unsere Fachhändler nicht komplett als persönliche Astroberater missbrauchen muss :)

Betreff der Ausrüstung: Ich habe mir für den Anfang ein Seestar S50 sowie etwas Literatur zum Thema beschafft....nun hat sich durch Gelegenheit ergeben, dass ich ein Meade LX200 in 8" erwerben konnte. Dies hat ein Verhältnis von f/10 sowie die Möglichkeit 2" oder 1 1//4" Okulare aufzunehmen.
Standardmässig habe ich dazu ein 25mm plössl Okular sowie einen 90° Spiegel.

Nun würde ich gerne Spiralen Nebel Farbiges fotografieren, wobei sich die Frage stellt, ob dies überhaupt Sinn ergibt mit diesem Teleskop?
Und welches Zubehör /Kamera / Pixelgrössse / Bogensekunden? genau auf dieser Anforderung / Brennweite ideale Ergebnisse erzielt?

Gefallen würde mir nach erster Recherche so Preis Leistung technisch gesehen, eine Atik-Kamera mit Farbrad, die auch gleich eine Bildvorschau / Livebildaufnahme auf ein Display erlaubt?
Beste bezahlbare Option, wenn möglich gebraucht.....die aus meiner Sicht doch schon recht was her macht....wenn das so aufeinander passt? Was meint ihr dazu? Budgetplan wäre so 1000-2000.-Euro für die Kamera....insgesamt weniger ist natürlich auch immer super.

Eine Polwiege wäre dazu auch in Betracht zu ziehen.....seht Ihr das als unerlässlicher Faktor für gute Nebel Galaxien Bilder, oder geht es auch gut auf diese Wippenwiege im ersten Schritt mal eher zu verzichten?

Um eine standalone Lösung zu erhalten dachte ich mal einen kleinen Astrocomputer einzubinden, (der nach Möglichkeit auch zeitgleich das Seestar verbindet/bedient)... wobei sich mir hier die Frage stellt, ob dies überhaupt noch Sinn ergibt, oder die Bildbearbeitung und Speicherung mittlerweile auch direkt auf einem neuerern Tablet laufen würde, ohne zusätzliche Hardware?

Bei der Okularwahl möchte ich nach Möglichkeit gleich auf die bestmögliche Bildqualität und Ausbeute Wert legen, wobei ich diese dann Budgettechnisch wahrscheinlich schrittweise zulegen werde, aus meiner Sicht wären 2" Okulare wohl die lichtstärkste Wahl??
Diese TeleVue Delos oder vielleicht auch Ethos sind glaub recht gut? Oder könnt Ihr mir da was hochwertigeres (Bild) oder total anderes anraten/ empfehlen?

Des weiteren habe ich noch die Frage ob es vielleicht kleine motorisierte Drehteller gibt, auf welche man zum Beispiel ein Seestar S50 auf parralaktische Montierung aufrüsten /draufstellen kann?

In dem sinne wäre ich froh um ein paar Antworten....vielleicht nicht super spannend und wahrscheinlich auch schon tausend mal hier gefragt.....doch wie s halt so ist, am Anfang....
 
Hallo!
Nun würde ich gerne Spiralen Nebel Farbiges fotografieren, wobei sich die Frage stellt, ob dies überhaupt Sinn ergibt mit diesem Teleskop?
Unbedingt!
Und welches Zubehör /Kamera / Pixelgrössse / Bogensekunden? genau auf dieser Anforderung / Brennweite ideale Ergebnisse erzielt?
Da gibt es diesen „Rechner“ im Internet: astronomy.tools Dort suchst Du aus der Liste Dein Fernrohr aus und welche Größe das Objekt haben soll, das Du aufnehmen willst. Und dann kannst Du mit Kameraparemetern und dergleichen experimentieren und das für Dich passende Zubehör aussuchen.

...insgesamt weniger ist natürlich auch immer super.
Dann würde ich für den Anfang eine gebrauchte digitale Spiegelreflexkamera empfehlen (z.B. Canon EOS 6D wird gerne empfohlen, habe selbst auch eine...). Kostet ein paar hundert Euro (mit oder ohne Astromodifikation), stellt kaum Ansprüche an Rechner und Stromversorgung und Du kannst Erfahrungen sammeln.

Eine Polwiege wäre dazu auch in Betracht zu ziehen.....seht Ihr das als unerlässlicher Faktor für gute Nebel Galaxien Bilder, oder geht es auch gut auf diese Wippenwiege im ersten Schritt mal eher zu verzichten?
Was ist der Unterscheied zwischen einer „Polwiege“ und einer „Wippenwiege“? Auf alle Fälle brauchst Du eines von beiden. Oder einen Bildfeldderotator, aber das willst Du Dir wirklich nicht antun!
Um Fotos zu machen brauchst Du kein Okular.
Des weiteren habe ich noch die Frage ob es vielleicht kleine motorisierte Drehteller gibt, auf welche man zum Beispiel ein Seestar S50 auf parralaktische Montierung aufrüsten /draufstellen kann?

Warum wisst Du das machen? Das Seestar kann doch auch ohne Drehteller alles was es können soll.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Maximilian
Hallo Sternfreunde

vielen Dank für die prompte Antwort.

Uff, da bin ich doch mal froh, dass mich meine Intuition ohne wirklich Ahnung doch zum richtigen Kauf geführt hat.
Den Link werde ich mal ausprobieren, danke......ich bin etwas bei der ersten Ansicht (auf den Sirius) erschrocken,
wie der Stern bei Scharfstellung mit dem 25mm Plössl auf Stecknadelkopfgrösse verkleinert?geschrumpft/oder doch vergrössert? wurde..., sah zwar miniklein aus, jedoch bisschen wie eine brennende Wunderkerze...so ein lichtköcheln...schon sehr impossant in livetime....doch dachte erst ich hätte vielleicht eine Optik verkehrt drinn...so viel kleiner statt grösser :) erster Schluss: ich muss glaub als erstes noch ein Microskop zulegen damit ich das Okularbild vielleicht wenigstens ein bisschen bisschen vergrössern kann....

Daraufhin kam die Idee, ein Livebild in einer ansehlichen Grösse der Objekte auf einem hochwertigen Display zu erhalten, was die Sache wohl etliches vereinfachen würde und auch zur Livebeobachtung ideal ist.
Vielleicht wäre auch eine gute Möglichkeit, eine Okularkamera mit Okular zu nehmen...oder ein Iphone in ein hochwertiges Okular...?
als Start.....?

die Digitalkamera wurde mir auch schon als guter Einstieg von einem anderen Profi empfohlen.......wobei ich bei diesen Ministernchen dann auf dieses Livebild als wünschenswerte Lösung kam. Bei der Durchschau der etlichen superschönen Fotos hier, war mir auffallend dass viele Bilder die mir besonders gut gefallen, mit einer Atik Kamera und Filterrad (ist glaub cmos mit hintergrundbeleuchtetem Chip) gemacht wurden.....nun ist diese Kamera doch noch einigermassen erschwinglich und hätte eben diese gefragte Liveviewübertragung bereits integriert. und würde mir wohl dann doch eine gute Basis für die kommenden Jahre bieten.

Doch wenn mir nun schon zwei Leute mit Ahnung eine Spiegelreflex für den Anfang empfehlen, ist dies sicher auch keine dumme wenn nicht sogar die bessere Wahl, gibt es oftmals wenn man dann so im Nachhinein mal über die Sache drüberschaut...nun bin da noch etwas überfragt....doch auch nicht unbedingt in Eile. Dachte erspart mir vielleicht doppelte Anschaffungskosten.....doch wenn diese Form (Atik) der Bildaufnahme und Bearbeitung eh schon als fast unbedienbar für Anfänger gilt, wird es fraglich ob einem das für den Anfang überhaupt Freude macht/dienlich ist, oder total oversized und eher hinderlich ist damit ohne Ahnung auf irgend ein Resultat zu kommen?

Eine Frage zur Spiegelreflexkamera wäre noch: ist eine Bildübertragung per Kabel sowie die Ansteuerung des Chips per Tablet/Astroprogramm möglich, oder muss die Belichtungszeit..Etl. am Gerät eingestellt werden und dann für zum Beispiel 30 Aufnahmen, 30x der Auslöser gedrückt werden?

....Gemeint ist eine Polhöhenwiege, sorry sind ja hier in wissenschaftlichen Gefilden :)
doch danke für den Tipp, werde demfall sicher keinen solchen Rotator zulegen...

Ok, wusste ich so noch gar nicht mit dem Okular, danke; das heisst der Chip sollte möglichst direkt ins Lichtfeld? Oder werden dann dort noch Filter, BarlowLinsen.....irgendwas an Stelle des Okulars als Optik sinnvoll/nötig?

Dachte bei einem Seestar S50 mit Drehteller hat man eben dann 2 motorisierte Achsen (Zeitachse), was zur automatischen Nachführung ja unerlässlich ist....?? oder verstehe ich da was komplett falsch? die Deklinationsausrichtung ersetzt ja nicht komplett diese Achsenführung?

In dem Sinne, weiterhin vielen Dank für euren Rat......und viel Freude
...heute Nacht siehts doch endlich mal wieder schön klar aus..
 
Hallo!

Leider kann ich gerade nicht alle Fragen beantworten deswegen nur das (für mich) spontan beantwortbare:
...wie der Stern bei Scharfstellung mit dem 25mm Plössl auf Stecknadelkopfgrösse verkleinert?geschrumpft/oder doch vergrössert?
Wenn Du nur einen Punkt siehst, dann hast Du ein gutes Fernrohr und ein gutes Okular. Aus unserer Entfernung sind Sterne nur als Punkte zu sehen, alles andere sind Artefakte der Optik. Das wird vielleicht mit dem 39m „extremely large telescope“ anders, aber soweit sind wir noch nicht.
Vielleicht wäre auch eine gute Möglichkeit, eine Okularkamera mit Okular zu nehmen...oder ein Iphone in ein hochwertiges Okular...?
Mit einer digitalen Spiegelreflexkamera wie der von mir genannten ESO 6D kannst Du ein Livebild auf dem Handy oder Tablet anschauen. Per WLAN.
Eine Frage zur Spiegelreflexkamera wäre noch: ist eine Bildübertragung per Kabel sowie die Ansteuerung des Chips per Tablet/Astroprogramm möglich, oder muss die Belichtungszeit..Etl. am Gerät eingestellt werden und dann für zum Beispiel 30 Aufnahmen, 30x der Auslöser gedrückt werden?
Da kaufst Du Dir entweder von Canon für 120 Euro oder vom Aliexpress für 12 Euro einen Fernauslöser, der das alles für Dich erledigt. Inklusive Anzahl der Bilder und Aufnahmedauer pro Bild. DIe Kamera speichert alles auf ihrer Speicherkarte ab und wenn die Nacht vorbei ist, steckts Du die Karte in den Computer und lässt den die Bilder verarbeiten. Aber das ist eine Wissenschaft für sich.
Ok, wusste ich so noch gar nicht mit dem Okular, danke; das heisst der Chip sollte möglichst direkt ins Lichtfeld? Oder werden dann dort noch Filter, BarlowLinsen.....irgendwas an Stelle des Okulars als Optik sinnvoll/nötig?
Sowas verwendet man nur für lichtstarke Objekte, die man stark vergrössern möchte. Planeten z.B.
Dachte bei einem Seestar S50 mit Drehteller hat man eben dann 2 motorisierte Achsen (Zeitachse), was zur automatischen Nachführung ja unerlässlich ist....?? oder verstehe ich da was komplett falsch? die Deklinationsausrichtung ersetzt ja nicht komplett diese Achsenführung?
Der Seestar führt in zwei Achsen nach. Mehr braucht man nicht.

Grüße
Maximilian
 
Hallo,

ich möchte Dir nicht Deinen Elan dämpfen, hätte aber folgenden Vorschlag:

Fotografisch würde ich erst mal mit dem Seestar einsteigen.
Das vereinfacht einiges, was mit dem 8" Meade doch etwas komplexer wird.
Das Material, das es liefert, bearbeitest Du dann mit Siril, oder einer der alternativen Softwaren. Ich finde das schon ziemlich herausfordernd.
Das Seestar läuft gesteuert von einem iPhone oder Android oder Tablet. Nicht von einem PC.

Für das Meade 8" SC besorgst Du Dir alles, was Du zum visuellen Beobachten benötigst.
Für einen Einstieg ohne Fehlkäufe, und um das Optimum aus dem Gerät herauszuholen empfehle ich Dir:
Polhöhenwiege
2" Zenitspiegel
Hyperion 36mm (Für maximales Gesichtsfeld)
Hyperion Zoom 8-24mm evtl im Kit mit der 2 Fach Barlow
Taukappe

Damit wäre das Meade optimal für visuellen Hochgenuss gerüstet.
Und zwar für Deep Sky & Planeten & Mond.

Und wenn Du dann mit beiden sicher unterwegs bist, gehst Du die nächsten Schritte.
Das hat den genialen Vorteil, dass Du während das Seestar Photonen sammelt, visuell Deine Erfahrungen machen kannst.
Die nächsten Schritte könnten dann sein:
Astrokamera oder DSLR oder DSLM ans Meade
Guiding
Astrocomputer zur Steuerung
....

Du wirst die Frustkurve niedriger halten, wenn Du nicht direkt auch mit dem Meade fotografisch einsteigst.
Und ich würde nicht gleich mit Monokamera und Filterrad einsteigen.
Das wird alles nicht einfach so nach dem Zusammenstecken laufen.

Selbst arbeite ich übrigens mit sehr ähnlichen Equipment.
Seestar und Celestron C8.
Was ich fotografisch am meisten vom C8 verlange, sind Fotos von den Planeten .... und wenn Dein Ergebnis ähnlich wäre, würde erst mal eine Planetenkamera ohne Guiding genügen.

CS, Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure ausführliche Antwort......damit sollte ich wieder ein gutes Stück vorankommen .....
ja dieser Weg mit guter visueller Startusrüstung und dem Seestar als stacking Kamera für den Anfang wo alles bereit vorinstalliert ist,
gefällt mir gut....vielen Dank für die kompakten Infos was ein schönes, komplettes und passendes Set für mich ist.
Sowie zur Kamera, werde da wohl Anfangs nun sicher mal auf so eine genannte Spiegelreflex setzen und ein wenig Ausprobieren mit den längen und Adaptern für das Meade. Das 8" kam nun einfach als enthusiastischer Quereinsteiger noch dazu :) werde mich nun wohl einfach mal, grösstenteils an diese Einkaufsliste halten.....wobei ein Tablet mit Kamera direkt auf dem Okular montiert vielleicht auch noch eine Option wäre...? Hat jemand vielleicht Erfahrung damit ein grösseres, somit vom Tablet beleuchtetes, Okularbild auf solchem Weg zu erhalten?

....(Zur Bildbearbeitung habe ich gesehen, dass es eine Möglichkeit gibt, öffentlich die Rohdaten vom Teleskop Euclipse abzufotografieren/auszuwählen, herunterzuladen um darauf eine persönliche Bilbearbeitung / Gestaltung...ein eigenes Bild in hoher Qualität ohne Teleskop und Aufwand zu kriegen....) zum Ueben würds sicher reichen....

Ein zwei Fragen die ich noch hätte sind:
Kann vor so eine Spiegelreflex auch ein Schmalbandfilter /grüne viereckli verwendet werden, oder brauchts das nur bei schwarz weiss sensoren? ......müsste dann wohl von irgend einer Software wieder zu einem Bild gemacht werden? Oder ist dieses Schmalband das falsche für DeepSky da es nur Licht stiehlt...?

Eine Idee ist noch ein wenig die Sonne zu Fotografieren, die Frage dazu ist: Ist es einfach ein Sonnenbild zu erhalten wo eine Oberflächenstruktur / 2 Farben Kontrast / Winde / Erruptionen / Sonnenarme zu Erkennen sind, oder müsste man da schon so ein Sonnenteleskop haben?

In dem Sinne, vielen Dank für eure Antworten......
 
dieser Weg mit guter visueller Startusrüstung und dem Seestar als stacking Kamera für den Anfang
Hallo Daniel,

Das birgt genug Herausforderung für den Start ;-)
Wenn die über LiveView und Spiegelvorauslösung verfügt ist es vorteilhaft beim scharf stellen und Vermeiden von Erschütterungen.
Selbst setze ich da die D780 von Nikon ein.
ein Tablet mit Kamera direkt auf dem Okular montiert vielleicht auch noch eine Option wäre...?
Ich würde da eher mit einem Handy arbeiten. Gründe: Gewicht & Größe, die an dem Meade hinderlich sein werden - etwa bei Objekten in Pol- und Zenitnähe, die dann mit der Gabelmontierung nicht mehr erreichbar sind, da das Tablet an der Montierung anschlägt.
vor so eine Spiegelreflex auch ein Schmalbandfilter /grüne viereckli verwendet werden, oder brauchts das nur bei schwarz weiss sensoren?
Geht. Selbst habe ich da zeitweise ein LPR Filter eingesetzt. Und zwar hinten an das Schraubgewinde des Teleskops. Ist dann folglich rund.
Oder ist dieses Schmalband das falsche für DeepSky da es nur Licht stiehlt...?
Bringt nur bei Emissionsnebeln was. Bei Galaxien und Sternhaufen frisst der Filter nur Licht.
Ist es einfach ein Sonnenbild zu erhalten wo eine Oberflächenstruktur
Ja - mit Sonnenfilter gehen Sonnenflecken und Fackeln.

Das geht auch mit dem Seestar - Sonnenfilter liegt bei.
Dafür wird das Meade nicht genügen. Dafür braucht es ein spezielles Sonnenteleskop.

Guten Start ;-)
CS Thomas
PS.: bin auf Deine Ergebnisse gespannt!
 
Hallo Daniel,

sorry, wenn ich jetzt nochmal so eingrätsche: die Frage, ob Du eine DSLR-Kamera oder eine Astrokamera verwendest, hängt meines Erachtens davon ab wie und wo Du Astrofotografie betreiben willst. Von vorne herein auf eine DSLR setzen würde ich, wenn bereits eine vorhanden ist, um für den Einstieg Kosten zu sparen.

Wenn Du im Garten oder auf der Terrasse arbeitest, dann lohnt es sich, über eine Astrokamera nachzudenken. Dann brauchst Du halt einen Computer für die Sessions. Wenn Du im Feld fotografieren willst, spart Dir die DSLR den Astrocomputer. Das Procedere mit der Astrokamera und dem Computer finde ich aber prinzipiell einfacher.

Die ATIK würde ich allerdings nicht empfehlen. Das ist eine CCD Kamera, heute ist CMOS Standard - wie auch in der allgemeinen Tagesfotografie. Das was in der Werbung für die ATIK als Vorschau angepriesen wird, kannst Du mit jeder CMOS Kamera und einer frei erhältlichen Software genauso gut machen. Das ist im Grunde auch das was ich mache:

Ich betreibe "nur EAA", also Schnappschüsse von DeepSky-Objekten. Ich bearbeite die Daten nicht, in sofern ist das eben keine echte Astrofotografie. Ich bitte meine Aussagen vor diesem Hintergrund zu bewerten. Beispiele für Bilder findest Du in meiner Galerie bei Cloudy Nights - der Link ist in auch meiner Signatur.

Meine Optik ist fast die gleiche wie Deine: ein Celestron C8, was ich mit einem Starizona Correktor/Reducer ausgestattet habe. Das ist ein wichtiger Punkt: Du brauchst unbedingt einen Korrektor (ausser Du arbeitest mit einem seeeehr kleinen Sensor oder hast eine ACF Optik, wo der Korrektor dran ist), denn die SCTs verzerren die Sterne (Koma) ausserhalb der Achse relativ stark. Es gibt hierzu einen günstigen 0.63 SCT Reducer (ca. 100 Eur gebraucht) oder den viel besseren, aber sehr teuren Starizona Corrector/Reducer, der am C8 eine Reduzierung von f/10 auf f/7.1 bringt.

Für erste Versuche oder auch für Planeten und Mond brauchst Du nicht unbedingt eine Polhöhenwiege. Die mögliche Belichtungszeit reduziert sich dann halt auf wenige Sekunden. Dadurch kannst Du nur die hellsten DSOs sinnvoll ablichten. Für EAA habe ich eine ganze Weile mit dem CPC 800 ohne Polhöhenwiege gearbeitet, später mit Polhöhenwiege, inzwischen habe ich einen C8 Tubus mit einer parallaktische Montierung.

Der Vorteil des SCT ist übrigens, dass Du mit der großen Öffnung und der Brennweite halt auch die vielen kleinen DSOs, die es gibt, recht gut erreichen kannst.

Ich hoffe ich habe jetzt nicht all zu viel Verwirrung gestiftet ;) Wenn Du jemanden in Deiner Nähe findest, der mit einem 8" SCT fotografiert, dann schau Dir das am besten mal live an! Da lernst Du am meisten.

CS.Oli

ach ja: Sterne sind immer unendlich kleine Lichtpunkte! Je kleiner Dein Teleskop Sterne abbildet, desto besser ist die Optik. Nur Planeten kannst Du als Scheiben oder flächige Objekte wahrnehmen
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Mit dem C8 gibt es dann vor allem kleine Objekte,
Der Reducer hilft nicht viel da das ausgeleuchtete Feld durch das Blendrohr beschnitten wird, da macht schon APSC keinen Spaß mehr. Der langsamen Öffnung nach brauchst du eher große Pixel, die nicht ganz frische ASI 533 wäre mein Favorit, die älteren Kameras mit größeren Pixeln rauschen viel, die modernen kleinen Pixel kannst du nicht gebrauchen.
Mit Croopfunktion sollte es auch für Planeten möglich sein.
Livebild? Relativ je nach Programm und Ziel, meinst du EAA?
Langzeitbeilchtung mit dem C8 ist wenn du Erfarung mit 400-800mm Brennweite hast und alle großen Objekte durch bist das nächste Level, für jemand der Sterne vergrößern will definitiv der Horror.
Bei den großen SCs in Gabel mit dem riesen Backfokus wäre DeRotator eigentlich eine gute Option, wenn man den Aufbauaufwand und Gewicht , Platzbedarf betrachtet.

Wie wäre es mit einer Planetenkamera? Die geht dann auch später zum guiden......dann brauchst nur noch Barlow und ADC....wie a7ch immer, es hängen immer zusätzliche Kosten dran.

Gruß Frank
 
Hallo Sternfreunde

vorab mal vielen Dank für die vielen guten Infos.....:y:
Ich denke Platz, Strom und Gewichtstechnisch bin ich nicht Eingeschränkt...mein Mac mit Mojave hat einfach das Seestar nicht gefunden,
was sich jedoch dank der Antwort, dass Dieses nur auf einem iPhone/Pad läuft, somit erübrigt hat. Also bin ich nicht abgeneigt, auch je nach Bedarf einen PC einzubinden...wenn die Software das noch mitmacht.....dachte beim Astrocomputer eher daran, dass nach Möglichkeit viel grössere Datenmengen / Rohdaten per Glasfaser versendet / gespeichert werden könnten....und vielleicht direkt mit eigener Speichermöglichkeit meinen PC / IPhone vor riesigen Datenströmen und Mengen etwas freihalten.
Oder ist das gar nicht nötig so, für diese Rohbilder?

Planetenkamera / kurz Bild / Film als Liveansicht würde wohl passen....doch nehme für den Start glaub mal das iPhone.
Gibt auch so Kameras die wie eine Runde Linse mit rundem Rahmen, glaub irgendwo zwischen die Optik eingebracht werden?....mal schauen...ideal wäre ein Linsenverlängerungs / Lichtkabel aus Glasfasern von der Linse bis auf die Kamera / das Auge....gibts schon zur flexiblen Beleuchtung von Lupen und Mikroskoptischen....:)

Ich habe eine werkseitig produzierte / die Standard GoTo Montierung von Meade,...kann diese mit zusätzlicher Polhöhenwiege eine gleichwertige Nachführung wie eine moderne paralaktische Montierung für die Fotografie generieren?
Das Betreiebsprogramm des Meade ist noch etwas älter, mit weniger gespeicherten Stern Objekten,
kann diese Steuerung mit einem Guiding und entsprechender Nachführungssoftware aufgerüstet werden?

Zur Wahl der Kamera....ich werde mal ein wenig mit dem Seestar arbeiten und daraufhin entscheiden ob ich eher Richtung bearbeitete Bilder oder eher in Richtung Echtbilder ohne Bearbeitung gehen möchte, daraufhin werde ich entweder erst in möglichst gute Okulare und Liveinstrumente setzen, oder direkt in eine cmos oder bis dahin neueres investieren (oder gebrauchtes das mal [zensiert] teuer war / von den Profis abfällt, ist natürlich auch immer toll).....wobei ich dann schon diese Bogensekundengeschichte in die Wahl miteinbeziehen möchte....sowie evtl. auch die Pixelgrösse im richtigen Verhältnis zum Okular.
Anderseits ist so eine Canon mit Spiegelvorauslösung auch schon ganz amtlich.....und einfach....ich schau glaub mal was sich so ergibt.

Die Optik ist eine Smith Caisse Graine, 200x f/10= 2m Brennweite? die glaub bereits ein sehr flaches Bild generiert, also ein flatener gar nicht mehr nötig ist?? Und dieses Koma auch schon recht gut ausfällt..?? keine Ahnung ob das so Ausreicht?
Wie es mit Barlowlinse oder sonstigem genau aussieht, bin ich noch ein wenig überfragt....der Verkäufer hat noch ein Taurohr/Taukappe für mich....kommt diese Barlow dann vorne auf dieses Taurohr drauf?

Gibt es Unterschiede in der Wahl der Vorsätze und Optiken/Barlow/Flatener.....Etl. für eine CMOS oder eine Spiegelreflex oder kann dies kompatibel gewählt werden / ist dies immer gleichbleibend, unabhängig von der Kamera?

In dem Sinne, vielen Dank für alle Infos von jeglichen Seiten......
und schönes weekend.
 
Hallo

Ich glaube du kannst schon schreiben, dann müsstest das auch mit lesen funktionieren, man weiß ja nie, gibt auch Spracherkennungssoftware :)
Ist mir egal, aber alles sagt mir du weist gar nicht wo beim Teleskop hinten und vorne ist.
Ein Buch wäre ratsam zu dem was dich interessiert, oder eben erst mal visuell und Schritt für Schritt oder mal persönlich bei anderen abgucken.
Wenn du das hin bekommst das Bild vom Teleskop zur Kamera über Glasfaser zu bekommen kauf dir nichts, gehe damit zur ESO, die werden dir alles zur Verfügung stellen.

Gruß Frank
 
Hallo Daniel,

schau einfach, ob es sich um eine ACF Optik handelt, dann ist der Korrektor schon eingebaut. 8" SCTs (Schmidt-Cassegrain-Teleskope) von Meade oder Celestron haben ca 2000 mm Brennweite.

Barlow brauchst Du da eigentlich nicht. Hängt auch von der Kamera ab (Pixelgröße). Für eibe ACF Optik brauchst Du ggf einen speziellen Reducer.

Die Kamerawahl hängt davon ab, was Du damit machen willst. Der Klassiker für das 8" SCT für DSO Fotografie ist die ZWO ASI 294. Hier mal ein Foto vom Celestron 8" SCT auf der Gabelmontierung mit Polhöhenwiege (CPC800):

20210427_022151.jpg

Da hängt der Reducer und die ASI 294 ungekühlt dran. Für größere Sensoren ist das ausgeleuchtete Bildfeld dieser Optik zu klein.

Mit der Polhöhenwiege ist die Nachführung genau genug für Astrofotografie. Wenn Du es schaffst, die Montierung über ASCOM mit Deinem Computer zu verbinden, kannst Du sie auch damit steuern und die Ziele mit Platesolving ansteuern. So arbeitet Dein Seestar auch. Letztendlich ist so ein Setup ja nix anderes als ein Seestar in groß und auf hohem Niveau, mit dem Du sehr viel mehr Auflösung hast und bessere Ergebnisse erzielen kannst - mit viel mehr Aufwand natürlich.

Die Idee mit dem Buch, was Frank geschrieben hat, würde ich auch unterstützen!

CS.Oli
 
Visuell ist das gekaufte 8" SC sicher zu gebrauchen, ich konzentriere mich aber auf die Astrofotografie.
Mit dem Seestar können mehrere wichtige Bestandteile der Astrofotografie gelernt werden, aber noch lange nicht alle.
Dazu gehört auch unbedingt (nicht sofort) die einzelnen Aufnahmen zu stacken und weiter zu bearbeiten.
Als nächster Schritt bieten sich eher kurze Brennweiten von 20-400mm an, mit vernünftiger Montierung und Nachführung.
 
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