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Kleine Einsteigerberatung

Alex8802

Mitglied
Hallo,

erst mal kurz zu mir. Ich bin der Alex komme aus der Umgebung von Nürnberg und will mir mein erstes Teleskop zulegen.
Ich bin kompletter Neuling und hab mich in den letzten Monaten zum Thema eingelesen.
Beobachten will ich visuell. Es soll auch alles schnell und einfach aufgebaut sein.
Daher habe ich mich eigentlich schon für den 10 Zoll Dobson von Skywatcher entschieden.
Der Himmel bei mir ist relativ gut und im Umkreis von 15 km hab ich mehrere noch bessere Stellen zum beobachten.
Interessieren würden mich auf jedenfall Deep Sky aber eben auch der Mond, Saturn und Jupiter.

Jetzt eigentlich zu meiner Frage wo ich noch überhaupt nicht sicher bin.
Die Auswahl des nötigen Zubehörs und Okularen.

Empfohlen wurde mir vom Händler ein Zoomokular. ( Seben/Baader)
Jetzt bin ich mir aber nicht sicher ob das wirklich auf längere Sicht eine zufriedene Leistung bringt oder ob ich mich dann ärger nicht gleich in etwas besseres investiert zu haben.
Meine Überlegung war z.B folgendes:

Das Baader Okularset

und dazu ergänzend das Hyperion 31 mm
oder (wobei ich da noch paarmal drüber schlafen muss. Preis:(( ) das Explore Scientific 82 30mm

Was haltet Ihr davon ? Sind die Okulare von Explore Scientific den Baaders überlegen und braucht man dazu dann auch noch die Barlow Linse?

Dazu würd ich denn noch einen passenden Mond und Nebelfilter ordern.

Was würdet Ihr sonst noch so empfehlen was man unbedingt für dieses Teleskop benötigt ?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe :))

Lg Alex
 

mbba18

Mitglied
Hallo Alex,

willkommen im Forum.

Mit einem Dobson hast Du eine solide Grundlage um rein visuell zu beobachten.

Bei der Okularfrage halte ich mich immer zurück, das ist mir einfach zu individuell.
Z.B. die von Dir verlinkten Okulare, die Hyperions.
Ich komme bestens klar mit denen, habe aber auch schon gegenteiliges gelesen.
Ich persönlich bevorzuge Festbrennweiten.
Grundsätzlich zum "Durchstarten":
- 1x für Übersicht/Auffinden, >30mm, so ab 68° und in 2"
- 1x für die mittlere Vergrößerung, um die 17mm bis 24mm, ca. ab 68°
- 1x für die hohe Vergrößerung, um die 7mm bis 14mm, ca. ab 68°
Die Lücken dazwischen, je nach Bedarf und sich entwickelnden visuellen Vorlieben, mit der Zeit auffüllen.

Barlow, fürs visuelle benutze ich sie kaum, bringt halt noch mehr Glas in den Lichtweg.
Um Planetenvideos zu erstellen brauch ich sie.

Für den Mond wäre ein Polarisationsfilter gut. Den kannst Du stufenlos auf Deine Bedürfnisse einstellen.

Nebelfilter, sprich OIII- / UHC-Filter, würde ich für später aufheben.
Da ist Qualität gefragt und die bietet, nach mehr oder weniger einhelliger Meinung, Astronomic.
Aber schau Dir erst die Preise an. In 2" sind knapp 200,-€ fällig, je Filter.
Aber an der Stelle sparen lohnt nicht.

Für weiteres Zubehör:
- für einen Dobson empfiehlt sich ein Telrad, oder die etwas kostengünstigere Variante von Omegon.
- dazu den DeepSky Reiseführer und den DeepSky Reiseatlas. Die Karten im DeepSky Reiseatlas sind mit Telradkreisen ausgeführt. Hilft ungemein.
- eine Rotlichlampe oder eben eine normale Taschenlampe die mit einer roten Folie versehen ist.
- jetzt langsam warme Klamotten ;)
- Tisch, Stuhl
 

markusd112

Mitglied
Hallo,

ich nutze ein Baader Mark IV Zoom Okular und bin damit eigentlich sehr zufrieden, da man ohne lästiges Okularwechseln die Brennweite von 8mm bis 24mm einstellen kann. Ich persönlich kann das nur empfehlen. Später kann man sich ja noch das ein oder andere hochwertige Festbrennweitenokular zulegen, z.B. eines mit geringer Brennweite für Planeten- und Mond-Detailbeobachtung, oder eines mit geringer Brennweite und großem Bildfeld als Übersichtsokular.

@edit: ach ja: als Rotpunktsucher nutze ich einen Baader SkySurfer V: der ist sehr solide verarbeitet, passt auf einen Sucherschuh und bietet auch die Möglichkeit der Sonnenbeobachtung über eine Lochblende. Ein paar Kritikpunkte gibt's bei dem Ding auch: die Justierung ist im Dunkeln eine Herausforderung, da man dafür einen Schraubenzieher braucht. Das ist nicht durchdacht und bringt Abzüge in der B-Note. Aber ansonsten bin ich damit zufrieden.

Viele Grüße

paulchen
 
Zuletzt bearbeitet:

Antares

Mitglied
Hi Alex
Zoomokulare sind ein Kompromiß und daher aus meiner Sicht und langen Erfahrung in den seltensten Fällen nur noch Okulare für Sonderverwendungen. Bino, Reise und kleine Gepäck, Vergeleiche etc .

Auf längere Sicht sind gute Festbrennweiten gewinnbringender.
Die Hyperions sind mittlerer Güte. Man kann damit arbeiten, aber aus Preis-Leistungsgesichtspunkten sind sie zu teuer. Zu fast identischem Preis sind die ES 82 Grad Okulare erhältlich, die ich nicht nur wegen dem größeren Feld vorziehen würde.

Okulare und Preise: Das teuerste sind Okulare die gekauft und wegen Unzufriedenheit verkauft werden.
Da Okulare auch kein Zubehör sind sondern maßgeblich am Beobachtungsergebnis beteiligt sind, ist da zu sparen, sich selbst Leistung zunehmen. Insofern rate ich immer hier zu investieren.

Ich erinnere mich immer wieder mal an das erste Ethos zurück. Es war eines der ersten In D und kostete damals schon rd. 630 EUR. Ich habe gefühlt nach 30 Sekunden entschieden, es zu kaufen obwohl ich 2 3 Jahre vorher mit den Preisen der Nager T6 ca. 300 EUR damals, sehr gehadert habe. Es lohnt sich. Das Ethos habe ich heute noch -egal welches Teleskop ich verwende.
Soll sagen, perspektivisch lohnt es in Qualität zu inverstieren.

A propos Nürnberger Umgebung. Da gibt es einen Stammtisch von Schicko hier. Kontaktiere ihn mal. Er ist lange dabei und erfahren. So könnte sich ggf Probekucken regeln lassen, was Deine Etnscheidungen maßgeblich beeinfflussen könnte. ;)

CS
 

lacrimosa

Mitglied
Hallo,

Empfohlen wurde mir vom Händler ein Zoomokular. ( Seben/Baader)
Jetzt bin ich mir aber nicht sicher ob das wirklich auf längere Sicht eine zufriedene Leistung bringt oder ob ich mich dann ärger nicht gleich in etwas besseres investiert zu haben.
das Seben 8-24mm hatte ich anfangs an meinem 200/1200er Dobson genutzt. Später ab und zu am C8. Vor ein paar Jahren kam es leider bei einem Einbruch abhanden. Anfangs mochte ich das Zoom, weil es einen angenehmen Einblick hatte und ich das zoomen sehr praktisch fand. Auch hat es mir dabei geholfen, "meine Lieblingsbrennweite" herauszufinden. Der Nachteil ist aber das kleine Gesichtsfeld. Das mag nicht jeder und gerade bei einem Dobson ist ein großes Gesichtsfeld kein Nachteil.
Irgendwann bin ich auf Festbrennweiten mit mindestens 82 Grad umgestiegen.

Ob das Seben an einem f/5er etwas taugt, weiss ich nicht. Finanziell schmerzt es halt weniger als das Baader-Zoom.
Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass man möglicherweise zweimal kauft, da es nicht ausgeschlossen ist, dass man sich später sowieso eine Festbrennweite zulegen wird.

Ein Okular ist sehr individuell. Da kommt es auf das Einblickverhalten, den Augenabstand oder auch die Augenmuschel an. Im optimalen Fall kann man bei anderen Sternfreunden durchgucken und dann entscheiden. Falls Du diese Möglichkeit hast, dann nutze sie.

Gruß
Ronald
 

Antares

Mitglied
Hi Uwe
wozu der Einspruch?
So wie Du Deine Sicht hast, so habe ich meine Erfahrungen und die daraus resultierende Sicht.
Das Leica soll sehr gut sein, ich kenne es live leider nicht. Selbst mit sehr guter Optik würde es bei mir auch nur für Sonderverwendungen herhalten müssen, da ich 100 Grad Sehwinkel seit deren Erscheinen klar favorisiere. Es wäre für den Urlaub vllt eine schöne Ergänzung zu meinem Speerswaler Zoom 8- ca 3,5 ;)
Wäre mal interessant zu sehen wie es sich denn macht u.a. auch am schnellen Gerät
Aber das wäre einen separaten Beitrag wert.
CS
 

Alex8802

Mitglied
Hey,

danke für eure Hilfe und Tipps.
Jetzt ist mein 10 Zoll Skywatcher Dobson endlich da und ich hatte gestern mal kurz Zeit ihn am Mond zu testen.
Dazu habe ich jetzt noch ein paar Fragen.
Mit den mitgelieferten 25 mm Okular war der Mond super scharf zu sehen.
Ich hatte mir noch ein 31mm Baader Hyperion und ein 13mm Hyperion dazubestellt.
Mit diesen habe ich aber immer nur einen gelb/weiß verwaschenen Punkt gesehen.
Bekomm damit den Mond nicht in den Fokus.
Spiegel ist perfekt eingestellt. Das hatte ich nochmal überprüft.
Ausgekühlt war natürlich auch alles.
Vielleicht stell ich mich auch einfach nur blöd an :))

Lg Alex
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Manchmal kommt man mit bestimmten Okularen leider nicht in den Fokus.

Probier mal, das Okular ein wenig aus dem Auszug zu ziehen, wenn der Auszug ganz ausgefahren ist, ob es dann scharf wird. Wenn man das Okular weiter hineinstecken müsste, als der Auszug in ganz eingefahrenem Zustand hergibt, dann fehlt "Frontfokus". Wenn der Auszug ganz ausgefahren ist und noch weiter raus müsste, dann fehlt "Backfokus". Manchmal fehlt aber nur ein Tick, dann kann man eben das Okular ein wenig herausziehen und dann klemmen.

lg
Niki
 

Antares

Mitglied
Hi Alex
als wenn der Mond nur ein Punkt war, dann war es vllt gar nicht der Mond. Schnell verstellt sich das Gerät oder das Objekt rennt aus dem Feld.
Bei den Skywatchergeräten muss man in der Regel die beigelegten Verlängerungen nutzen, die es in 1,25 und 2 Zoll gibt.
Aber immer nur einen und scharf stellen via Fokusräder nicht vergessen. ;)
CS
 

Sperbereule

Mitglied
Hallo Alex,

es ist so, wie Antares sagt: Du musst vor dem Okular unbedingt den beigelegten Adapter für 1,25 bzw. 2 Zoll verwenden. Ich kann das bestätigen, da ich auch die Hyperions für den Skywatcher-Dobson hatte. Ich komme auch mit den WW-Okularen anderer Hersteller ohne die Adapter gar nicht in den Fokus.

Was die Hyperions angeht, bin ich der Meinung, dass sie für den Einstieg eine gute Wahl sind. Besonders mit dem 31 mm hat mir das Beobachten viel Spaß gemacht. Das ES 30mm/82 Grad spielt aber schon in einer anderen Liga. Für den doppelten Preis gibt es hier ein Okular der Oberklasse mit großem Sehfeld, besserem Kontrast und besserer (Rand-)Schärfe. Ich hatte beide Okulare und konnte sie direkt vergleichen.

Du hast dich noch nicht dazu geäußert, ob du Brillenträger bist und ob du mit Brille beobachtest. In diesem Fall sind die Hyperions eine gute Wahl gewesen, da sie voll brillentauglich sind und einen komfortablen Einblick ermöglichen. Das ES 30mm/82 Grad ist auch brillentauglich, was aber nicht für alle Okulare der 82-Grad-Serie gilt.

Viele Grüße

Claus
 
Zuletzt bearbeitet:

Alex8802

Mitglied
Danke für eure schnelle Hilfe. Der Mond war es sicher, war wie gesagt nur ein großer verwaschener Kreis. :)
Beim 2 Zoll Okular habe ich tatsächlich ohne die Verlängerungshülse gearbeitet. Beim 1,25 glaub ich hatte ich es aber dran. Muss ich aber nochmal überprüfen. Vielleicht lag es wirklich daran.
Brillenträger bin ich nicht direkt, da ich eigentlich immer Kontaktlinsen trage. Aber gut zu wissen, dass die auch mit Brille funktionieren.
Habe mir auch noch ein 18 mm ES Okular vorbestellt. Mal sehen wann das kommt.
Freu mich auf jedenfall schon auf die nächste Beobachtungsnacht :)
 
Einspruch Euer Ehren!
Man darf nicht immer nur auf das billige bis mittlere Sortiment schauen. Wer bereit ist, Geld für Televue Okulare auszugeben, darf auch mal an das Leica asph. 8,9 -17,8mm denken. Ich mag jedenfalls diese Okularstöpslei nicht mehr. Zusammen mit einer Powermate deckt sie meine Okularbrennweiten ab.

Gruß Uwe
Hallo,

kommt auf das Teleskop an.
Das Leica-Zoom kann an meinen Apos (TV85, ES127, FS128) sehr gut mit meinen besten Festbrennweiten (Pentax XL u. XW, Radian) mithalten.
An meinem 11" Edge HD ist es jedoch ein Totalversager. Da sind die Festbrennweiten sehr deutlich überlegen.
Vlt. sind unter diesem Aspekt auch die hier auftauchenden konträren Meinungen zu Zoom-Okularen zu verstehen.

VG
Günter
 

sunspot

Mitglied
Hallo Günter,

Ich hatte gedacht du hattest vor längerer Zeit deinen FS-128 verkauft da dein ES-127 im direkten Vergleich deutlich besser war .... oder hast du dir nun wieder einen FS-128er zugelegt ?

Viele Grüsse
Swen
 
Hallo Günter,

Ich hatte gedacht du hattest vor längerer Zeit deinen FS-128 verkauft da dein ES-127 im direkten Vergleich deutlich besser war .... oder hast du dir nun wieder einen FS-128er zugelegt ?

Viele Grüsse
Swen
Hallo Swen,

ich habe aktuell keinen FS128.
Ich wollte nur darstellen, an welchen Instrumenten ich meine Erfahrungen mit dem Leica-Zoom gesammelt habe.

VG
Günter
 
Zuletzt bearbeitet:

Sperbereule

Mitglied
Brillenträger bin ich nicht direkt, da ich eigentlich immer Kontaktlinsen trage. Aber gut zu wissen, dass die auch mit Brille funktionieren.

Wenn du Kontaktlinsen trägst, ist die Brillentauglichkeit kein Kriterium mehr, es sei denn, du steigst irgendwann auf die Brille um. Du könnest also genauso gut die ES-82-Grad-Reihe nehmen.

Brillentaugliche Okulare haben einen Augenabstand von ca. 16-20 mm. Bei den Hyperions liegt dieser bei 20 mm (siehe technische Daten). Sie sind damit optimal für den Einblick mit Brille geeignet. Wie gesagt, die ES 82 Grad haben nicht alle einen ausreichenden Augenabstand für den Einblick mit Brille.

Habe mir auch noch ein 18 mm ES Okular vorbestellt. Mal sehen wann das kommt. Freu mich auf jedenfall schon auf die nächste Beobachtungsnacht :)

Diese Vorgehensweise finde ich gut, denn so kannst du die beiden Serien miteinander vergleichen. Bei der Okularwahl ist vieles Geschmackssache, auch Haptik, Verarbeitung usw. spielen eine Rolle. Wenn dir die ES besser gefallen, kannst du noch rechtzeitig umsteigen. Wenn du den ganzen Okularsatz Hyperions verkaufen müsstest, wäre der Umstieg mit einem größeren Verlust verbunden. Also lege dich besser nicht vorschnell auf eine Serie fest - Mischen ist auch eine Option.

CS und viele Grüße

Claus
 

Alex8802

Mitglied
Hab gestern den Abend und den Vollmond nochmal genutzt und die Okulare ausprobiert. Diesmal hat alles super funktioniert.
Hab mich beim ersten mal scheinbar ein bisschen angestellt :)
 

Sperbereule

Mitglied
Schön, dass es jetzt funktioniert.

Ein Tipp: Am besten bei Halbmond beobachten oder wenn der Mond im Viertel steht. Dann sind die Formationen am Terminator (Licht-Schatten-Grenze) deutlich zu sehen. Bei Vollmond wirken sie hingegen flach.

Viel Erfolg und Grüße

Claus
 

Christian_S2

Mitglied
Hi Alex,

es kann sein, dass Du beim ersten Mal knapp am Mond vorbei gezielt hast. Dann sieht man eine Art Scheinbild vom Mond ohne Strukturen. Das ist mir auch schon öfters passiert. Man meint einen unscharfen Mond zu sehen und versucht verzweifelt, ihn scharf zu bekommen. Was aber nicht funktionieren kann... Und wenn man den Tubus ein bischen verschiebt... Zack, da ist der Mond in voller Pracht!

Freundliche Grüße
Christian
 
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