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Hallo,
kleine Mondkrater mit 10-facher Vergrößerung - geht nicht? Geht doch.
Am Abend des 28. März konnte ich einfach nicht widerstehen und unternahm nach einigen Monaten mal wieder einen Mondspaziergang mit meinem Fernglas. Bis zu "Alpha Centauri" verbrachte ich über zwei Stunden am Dreiviertelmond, abwechselnd mit Blick durch's 10x50 und in Rükls Atlas.
Zwischen Regenbogenbucht und Kopernikus
Mein Blick ging zuerst auf das Sinus Iridium, die Regenbogenbucht, in die die östlichen Berge schon einen gut sichtbaren Schatten warfen. Der größte Teil des Gebirgszuges lag aber noch verborgen auf der dunklen Seite. Während etwas weiter südlich der Krater Helicon (25 Kilometer) zu sehen war, war der ungefähr gleich große Le Verrier (20 Kilometer) überhaupt nicht zu erfassen. Weiter in Richtung Kopernikus fiel ich ausgehend von den hellen Montes Archimedes - direkt unter Archimedes, der sich als matter Lichtring zeigt - über ein Dreieck aus Pytheas, Lambert und Mons La Hire auf. Wie ich feststellte entscheidet nicht die Größe über eine Sichtbarkeit der beiden Krater. Während ersterer mit 20 Kilometer als heller Lichtfleck erscheint, muss man beim 10 Kilometer größeren Lambert etwas genauer hinschauen, denn sein schmaler Schatten im Kraterinneren wird fast unscheinbar.
Fleckige Apenninen und Wallace
Ich überflog auch die Apenninen, wobei ein kleiner Abschnitt noch Schatten zu werfen schien, und ich studierte die hellen Flecken in der Gebirgskette und stieß dabei auch auf das Mons Hadley-Massiv, wo Apollo 15 landete. Nach einem Blick auf die Rükl-Karte 21 versuchte ich mich an den versunkenen Wallace (26 Kilometer), der vor 3,85 Milliarden Jahren mit Lava überflutet wurde. Die Suche war nicht erfolgreich, doch als ich später nochmal zurückkehrte, fand ich zwischen Kopernikus' Strahlen, die die Gegend von Wallace markieren, einen kleinen querliegenden Streifen. Nach einer Sichtung von Mario Weigands Mondportraits kann ich jetzt sogar sagen, dass der ca. 20 Kilometer lange Lichtstreifen zur nördlichen Kraterwand des lavaüberfluteten Wallace darstellt.
Leuchtturm am Kap
Als ich mit dem Fernglas nochmal um Viertel vor 10 über die noch mit Finsternis gefüllte Regenbogenbucht schwebte, fiel mir der erste Lichtpunkt des Juragebirges auf der noch unbeleuchteten Seite auf. Das Sonnenlicht erreichte 50 Kilometer jenseits des Terminators den ersten Gipfel der Bergkette, die die Bucht zur Hälfte umschließt. Eine Viertelstunde später folgte im selben Abstand zum ersten ein weiterer heller Punkt, dazu tauchte im südlichen Jura - ebenfalls etwa 50 Kilometer hinter dem Terminator - ein dritter Lichtfleck im Dunkel auf. Ich vermutete, hier beschien die Sonne bereits das westliche Kap des Gebirges, das Promontorium Heraclides (Kap Heraklides); vielleicht war es auch ein Leuchtturm am Kap. Schließlich konnte ich noch verfolgen, wie sich die beiden nördlichen Punkte langsam verbreiteten, vielleicht sogar verbanden.
Kleine Krater von Nord nach Süd
Neben dem Flug über das Mare Imbrium (Regenmeer) wendete ich mich mehr der östlichen Mondhälfte zu und befasste mich - angeregt durch die Karte auf Seite 25 - mit der Suche nach kleineren Kratern, die durch ihre große Albedo gerade um die Vollmondzeit mehr auffallen. Zu den kleinen Kratern zähle ich in Anbetracht des kleinen Instruments Kraterdurchmesser von weniger als 20 Kilometer.
Im Norden
Im nördlichen Mare Frigoris (Meer der Kälte) war ausgehend von Aristoteles (87 Kilometer) der Krater Egede A (13 Kilometer) leicht zu finden. Unmittelbar nördlich von den beiden bemerkte ich noch zwei weitere etwas schwächere Punkte, zuordnen ließen sie sich jedoch nicht. Bei einem von ihnen könnte es sich sogar um Galle B (7 Kilometer) handeln. Mit Sichtung des Kartenmaterials war ich mir später auch nicht mehr sicher, ob ich Cassini A (17 Kilometer) oder Cassini C (13 Kilometer) beobachtet hatte. Mit Beobachtungen um das folgende Wochenende stieg die Wahrscheinlichkeit, dass ich in diesem Gebiet nördlich der hellen Alpenflecken Cassini C (17 Kilometer) und Cassini K (weniger als 4 Kilometer!) gesehen habe.
Nahe am Rand
Auf dem strukturlosen, dunklen Basaltboden des Mare Crisium (Meer der Gefahren) blitzte kurzzeitig Picard (23 Kilometer) auf. Zwischen Mondrand und Langrenus (132 Kilometer) wurde ich erneut fündig. Neben dem eingezeichneten Langrenus M (17 Kilometer) fand ich einen weiteren hellen Fleck, der sich später als La Pérouse A (4 Kilometer!) herausstellen sollte. Noch weiter südlich stieß ich im Mare Fecunditatis (Meer der Fruchtbarkeit) auf Cook B (9 Kilometer) und Cook F (6 Kilometer).
Nahe der Mitte
In Ricciolis Terra Sanitatis (Land der Gesundheit) hatte meine kleine Durchmusterung ihren Anfang genommen, in dem ich gleich in die Vollen ging. Ich suchte nach Werner D (2 Kilometer), aber auch nach mehreren Anläufen war nichts zu machen. Allein durch die um vieles schwierigere Orientierung in den hellen Hochländern sind wiederholte Ansätze nötig. Deswegen ließ sich neben Cassinis Fleck nordöstlich von Tycho (85 Kilometer) eigentlich nur Abulfeda F (13 Kilometer) und Ammonius (früher Ptolemaeus A, 9 Kilometer) gesichert bestimmen.
CS
Gruß - Nico
kleine Mondkrater mit 10-facher Vergrößerung - geht nicht? Geht doch.
Am Abend des 28. März konnte ich einfach nicht widerstehen und unternahm nach einigen Monaten mal wieder einen Mondspaziergang mit meinem Fernglas. Bis zu "Alpha Centauri" verbrachte ich über zwei Stunden am Dreiviertelmond, abwechselnd mit Blick durch's 10x50 und in Rükls Atlas.
Zwischen Regenbogenbucht und Kopernikus
Mein Blick ging zuerst auf das Sinus Iridium, die Regenbogenbucht, in die die östlichen Berge schon einen gut sichtbaren Schatten warfen. Der größte Teil des Gebirgszuges lag aber noch verborgen auf der dunklen Seite. Während etwas weiter südlich der Krater Helicon (25 Kilometer) zu sehen war, war der ungefähr gleich große Le Verrier (20 Kilometer) überhaupt nicht zu erfassen. Weiter in Richtung Kopernikus fiel ich ausgehend von den hellen Montes Archimedes - direkt unter Archimedes, der sich als matter Lichtring zeigt - über ein Dreieck aus Pytheas, Lambert und Mons La Hire auf. Wie ich feststellte entscheidet nicht die Größe über eine Sichtbarkeit der beiden Krater. Während ersterer mit 20 Kilometer als heller Lichtfleck erscheint, muss man beim 10 Kilometer größeren Lambert etwas genauer hinschauen, denn sein schmaler Schatten im Kraterinneren wird fast unscheinbar.
Fleckige Apenninen und Wallace
Ich überflog auch die Apenninen, wobei ein kleiner Abschnitt noch Schatten zu werfen schien, und ich studierte die hellen Flecken in der Gebirgskette und stieß dabei auch auf das Mons Hadley-Massiv, wo Apollo 15 landete. Nach einem Blick auf die Rükl-Karte 21 versuchte ich mich an den versunkenen Wallace (26 Kilometer), der vor 3,85 Milliarden Jahren mit Lava überflutet wurde. Die Suche war nicht erfolgreich, doch als ich später nochmal zurückkehrte, fand ich zwischen Kopernikus' Strahlen, die die Gegend von Wallace markieren, einen kleinen querliegenden Streifen. Nach einer Sichtung von Mario Weigands Mondportraits kann ich jetzt sogar sagen, dass der ca. 20 Kilometer lange Lichtstreifen zur nördlichen Kraterwand des lavaüberfluteten Wallace darstellt.
Leuchtturm am Kap
Als ich mit dem Fernglas nochmal um Viertel vor 10 über die noch mit Finsternis gefüllte Regenbogenbucht schwebte, fiel mir der erste Lichtpunkt des Juragebirges auf der noch unbeleuchteten Seite auf. Das Sonnenlicht erreichte 50 Kilometer jenseits des Terminators den ersten Gipfel der Bergkette, die die Bucht zur Hälfte umschließt. Eine Viertelstunde später folgte im selben Abstand zum ersten ein weiterer heller Punkt, dazu tauchte im südlichen Jura - ebenfalls etwa 50 Kilometer hinter dem Terminator - ein dritter Lichtfleck im Dunkel auf. Ich vermutete, hier beschien die Sonne bereits das westliche Kap des Gebirges, das Promontorium Heraclides (Kap Heraklides); vielleicht war es auch ein Leuchtturm am Kap. Schließlich konnte ich noch verfolgen, wie sich die beiden nördlichen Punkte langsam verbreiteten, vielleicht sogar verbanden.
Kleine Krater von Nord nach Süd
Neben dem Flug über das Mare Imbrium (Regenmeer) wendete ich mich mehr der östlichen Mondhälfte zu und befasste mich - angeregt durch die Karte auf Seite 25 - mit der Suche nach kleineren Kratern, die durch ihre große Albedo gerade um die Vollmondzeit mehr auffallen. Zu den kleinen Kratern zähle ich in Anbetracht des kleinen Instruments Kraterdurchmesser von weniger als 20 Kilometer.
Im Norden
Im nördlichen Mare Frigoris (Meer der Kälte) war ausgehend von Aristoteles (87 Kilometer) der Krater Egede A (13 Kilometer) leicht zu finden. Unmittelbar nördlich von den beiden bemerkte ich noch zwei weitere etwas schwächere Punkte, zuordnen ließen sie sich jedoch nicht. Bei einem von ihnen könnte es sich sogar um Galle B (7 Kilometer) handeln. Mit Sichtung des Kartenmaterials war ich mir später auch nicht mehr sicher, ob ich Cassini A (17 Kilometer) oder Cassini C (13 Kilometer) beobachtet hatte. Mit Beobachtungen um das folgende Wochenende stieg die Wahrscheinlichkeit, dass ich in diesem Gebiet nördlich der hellen Alpenflecken Cassini C (17 Kilometer) und Cassini K (weniger als 4 Kilometer!) gesehen habe.
Nahe am Rand
Auf dem strukturlosen, dunklen Basaltboden des Mare Crisium (Meer der Gefahren) blitzte kurzzeitig Picard (23 Kilometer) auf. Zwischen Mondrand und Langrenus (132 Kilometer) wurde ich erneut fündig. Neben dem eingezeichneten Langrenus M (17 Kilometer) fand ich einen weiteren hellen Fleck, der sich später als La Pérouse A (4 Kilometer!) herausstellen sollte. Noch weiter südlich stieß ich im Mare Fecunditatis (Meer der Fruchtbarkeit) auf Cook B (9 Kilometer) und Cook F (6 Kilometer).
Nahe der Mitte
In Ricciolis Terra Sanitatis (Land der Gesundheit) hatte meine kleine Durchmusterung ihren Anfang genommen, in dem ich gleich in die Vollen ging. Ich suchte nach Werner D (2 Kilometer), aber auch nach mehreren Anläufen war nichts zu machen. Allein durch die um vieles schwierigere Orientierung in den hellen Hochländern sind wiederholte Ansätze nötig. Deswegen ließ sich neben Cassinis Fleck nordöstlich von Tycho (85 Kilometer) eigentlich nur Abulfeda F (13 Kilometer) und Ammonius (früher Ptolemaeus A, 9 Kilometer) gesichert bestimmen.
CS
Gruß - Nico