b_schaefer
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Hallo,
in unserem Haushalt gibt es eigentlich keine guten Voraussetzungen für ein Hobby wie Astronomie. Weder die Zeit noch die notwendige Geduld sind verfügbar. Jetzt sind die Kinder halt klein und fordern Aufmerksamkeit. Ich nehme es gerne hin, sie werden schnell genug groß...
Gestern nach dem Abendbrot zeigte die älteste Tochter aus dem Küchenfenster (Westen) einen hellen „Stern“. Papa konnte mal wieder dozieren, daß es sich dabei um einen Planeten handele. Kunststück, das Handy mit Stellarium verrät sogar den Namen: Venus. Gleich daneben noch so ein Leuchtpünktchen, aha: Merkur.
Jetzt steht auch der bald vierjährige Sohn daneben und staunt die Planeten an. Sieht irgendwie anders aus als bei „Bob die Bahn auf Planetenfahrt“. Aber ist echt! Ich überlege noch, ob es sich lohnt, das „große“ 71mm Fernglas in die Küche zu holen, aber die Abendroutine fordert mich an anderer Stelle.
Nach dem Windelwechseln für den ganz Kleinen (1,5 Jahre) ist leider Venus hinter dem Schornstein des Nachbarhauses verschwunden und die Große schmollt entsprechend. Als Trost werden jetzt Ferngläser ausgegeben, der Mittlere bekommt 6x32, die Große 8x42 und Papa versucht sich mit 12x50 am Merkur. Ah, lustig, ein leuchtender Tischtennisball hüpft durch‘s Bild...
Dozieren darf jetzt die Tochter, Merkur ist der Planet, der am nächsten an der Sonne sei, dort wäre es aber zu heiss für uns. Mama verdreht die Augen. Mach mir keine Nerds aus den Kindern, hat sie mal gesagt. Kurz darauf fragte die Große, wie man noch mal das „W“ schreibt. Na wie Kassiopeia, sage ich. Ach so, sagt die Große zufrieden. Zu spät, sagte Mama resigniert.
Jedenfalls ist Merkur dann auch bald hinterm Hausdach und ich denke mir noch, dass ich nicht viel verpasst habe. Mit meinem 71er Fernglas ist bei Venus und Merkur eh nicht viel zu holen. Am späteren Abend, als dann Mama nochmal vom Babyfon abberufen wird, gehe ich noch schnell auf die Loggia (Osten) und ‚cruise’ mit dem 71er durch den Nachthimmel.
Was gibt’s zu sehen? Sterne, aha. Ich habe keine Lust, noch was lohnendes rauszusuchen und will gerade das Fenster schließen, da sehe ich über einem anderen Dach in südöstlicher Richtung wieder so ein verdächtig nach Planet aussehenden Leuchtpunkt. Stellarium meint: Jupiter.
Also komme ich doch noch dazu, die 3,4mm Siebert Star Splitter zu testen. Endlich mal ein Planet im „großen“ Fernglas! Irre, das ist ja gar kein Punkt, sondern ein Scheibchen! Knapp 120-fache Vergrößerung hilft da schon mal ganz gut. Sehr schön auch die vier Monde auf schräger Linie. Passt in der Gesamtsicht gerade noch in die 60° sGF. Und jetzt mal genau hinsehen... ja, da sind Wolkenbänder auf dem Jupiter! „Immerhin“, lobe ich mein Fernglas väterlich.
Die vier Monde am Jupiter im 8x42 sind der Grund für die Anschaffung des 12x50 und letztlich des „großen“ Borg-Binos aus zwei 71FL-Objektiven gewesen. Jetzt will ich es aber wissen, und setze die 2,5mm Nagler ein (160x). Irgendwelche Reflexionen stören. Ich schraube die Staubschutzfilter aus den EMS-Umlenkeinheiten, aber es wird nicht entscheidend besser. Da ist einiges an Staub auf den Okus, erkenne ich im blendenden Schein des Planeten im Strahlengang. Im Dunkeln die Nagler putzen? Lieber nicht.
Also doch wieder zurück zu den Sieberts. Auch hier gibt es Reflexionen, aber viel schwächer. Ich sehe mir noch ein wenig den Jupiter an. Es bewegt sich alles recht beschaulich, manuelles Nachführen ist noch kein Problem. Mama kommt nochmal ins Wohnzimmer und wird natürlich gleich auf die Loggia geschoben. Sie wickelt die Strickjacke fester um sich, schaut in die Okulare und meint halbwegs anerkennend: „Hm“.
Zufrieden schließe ich die Fenster und setze die Kappen aufs Fernglas. Ein erfolgreicher Astroabend in der Familie findet kurz nach Mitternacht sein Ende. Kinder begeistert, erste Planetenbeobachtung im Borg-Bino und eine gnädig gestimmte Mama. Was will man mehr? Gute Nacht.
Viele Grüße,
Sebastian
in unserem Haushalt gibt es eigentlich keine guten Voraussetzungen für ein Hobby wie Astronomie. Weder die Zeit noch die notwendige Geduld sind verfügbar. Jetzt sind die Kinder halt klein und fordern Aufmerksamkeit. Ich nehme es gerne hin, sie werden schnell genug groß...
Gestern nach dem Abendbrot zeigte die älteste Tochter aus dem Küchenfenster (Westen) einen hellen „Stern“. Papa konnte mal wieder dozieren, daß es sich dabei um einen Planeten handele. Kunststück, das Handy mit Stellarium verrät sogar den Namen: Venus. Gleich daneben noch so ein Leuchtpünktchen, aha: Merkur.
Jetzt steht auch der bald vierjährige Sohn daneben und staunt die Planeten an. Sieht irgendwie anders aus als bei „Bob die Bahn auf Planetenfahrt“. Aber ist echt! Ich überlege noch, ob es sich lohnt, das „große“ 71mm Fernglas in die Küche zu holen, aber die Abendroutine fordert mich an anderer Stelle.
Nach dem Windelwechseln für den ganz Kleinen (1,5 Jahre) ist leider Venus hinter dem Schornstein des Nachbarhauses verschwunden und die Große schmollt entsprechend. Als Trost werden jetzt Ferngläser ausgegeben, der Mittlere bekommt 6x32, die Große 8x42 und Papa versucht sich mit 12x50 am Merkur. Ah, lustig, ein leuchtender Tischtennisball hüpft durch‘s Bild...
Dozieren darf jetzt die Tochter, Merkur ist der Planet, der am nächsten an der Sonne sei, dort wäre es aber zu heiss für uns. Mama verdreht die Augen. Mach mir keine Nerds aus den Kindern, hat sie mal gesagt. Kurz darauf fragte die Große, wie man noch mal das „W“ schreibt. Na wie Kassiopeia, sage ich. Ach so, sagt die Große zufrieden. Zu spät, sagte Mama resigniert.
Jedenfalls ist Merkur dann auch bald hinterm Hausdach und ich denke mir noch, dass ich nicht viel verpasst habe. Mit meinem 71er Fernglas ist bei Venus und Merkur eh nicht viel zu holen. Am späteren Abend, als dann Mama nochmal vom Babyfon abberufen wird, gehe ich noch schnell auf die Loggia (Osten) und ‚cruise’ mit dem 71er durch den Nachthimmel.
Was gibt’s zu sehen? Sterne, aha. Ich habe keine Lust, noch was lohnendes rauszusuchen und will gerade das Fenster schließen, da sehe ich über einem anderen Dach in südöstlicher Richtung wieder so ein verdächtig nach Planet aussehenden Leuchtpunkt. Stellarium meint: Jupiter.
Also komme ich doch noch dazu, die 3,4mm Siebert Star Splitter zu testen. Endlich mal ein Planet im „großen“ Fernglas! Irre, das ist ja gar kein Punkt, sondern ein Scheibchen! Knapp 120-fache Vergrößerung hilft da schon mal ganz gut. Sehr schön auch die vier Monde auf schräger Linie. Passt in der Gesamtsicht gerade noch in die 60° sGF. Und jetzt mal genau hinsehen... ja, da sind Wolkenbänder auf dem Jupiter! „Immerhin“, lobe ich mein Fernglas väterlich.
Die vier Monde am Jupiter im 8x42 sind der Grund für die Anschaffung des 12x50 und letztlich des „großen“ Borg-Binos aus zwei 71FL-Objektiven gewesen. Jetzt will ich es aber wissen, und setze die 2,5mm Nagler ein (160x). Irgendwelche Reflexionen stören. Ich schraube die Staubschutzfilter aus den EMS-Umlenkeinheiten, aber es wird nicht entscheidend besser. Da ist einiges an Staub auf den Okus, erkenne ich im blendenden Schein des Planeten im Strahlengang. Im Dunkeln die Nagler putzen? Lieber nicht.
Also doch wieder zurück zu den Sieberts. Auch hier gibt es Reflexionen, aber viel schwächer. Ich sehe mir noch ein wenig den Jupiter an. Es bewegt sich alles recht beschaulich, manuelles Nachführen ist noch kein Problem. Mama kommt nochmal ins Wohnzimmer und wird natürlich gleich auf die Loggia geschoben. Sie wickelt die Strickjacke fester um sich, schaut in die Okulare und meint halbwegs anerkennend: „Hm“.
Zufrieden schließe ich die Fenster und setze die Kappen aufs Fernglas. Ein erfolgreicher Astroabend in der Familie findet kurz nach Mitternacht sein Ende. Kinder begeistert, erste Planetenbeobachtung im Borg-Bino und eine gnädig gestimmte Mama. Was will man mehr? Gute Nacht.
Viele Grüße,
Sebastian