Kleiner Apo als mobiles Zweitgerät

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Heiko_s

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Hallo zusammen,

ich besitze derzeit ein 200/1200 Newton auf einer EQ6 und wohne in der Stadt. Damit bin ich allerdings nicht sehr mobil.

Ich hätte gerne noch einen kleinen Refraktor, den ich einfach im Alukoffer transportieren kann, um dann mit Bus und Bahn einen dunkleren Himmel aufzusuchen.

Ich möchte hauptsächlich Deep-Sky beobachten (erstmal visuell, möchte mir aber die Option offen halten auch später mal zu fotografieren). z.B. Plejaden, Orionnebel, Cirrus, Nordamerikanebel, M20, M31 ... und auch den ein oder anderen Sternhaufen.

Damit wäre ich bei Vergrößerungen um die 20-80x.

Ich habe schon ein 33mm SWAN Okular - 2" (72° Gesichtsfeld). Das hat mir am Newton schon richtig gut gefallen.

Ist für Nebel eine Öffnung von 80mm ausreichend, wenn ich noch einen OIII Filter verwende? Oder sollte ich lieber richtung 90mm Öffnung gehen? 3,5 kg Tubusgewicht könnte ich vermutlich noch verschmerzen, wenn es sich denn lohnt.
Oder kommt es nicht eher auf die AP (Okularwahl) an?

Mein derzeitiger Favorit ist der Explore Scientific ED APO 80mm Carbon
Der ist schön kompakt und leicht.

Mein Budget: ~ 2.000

Als Untersatz will ich ein Fotostativ + Getriebeneiger verwenden (ist schon vorhanden). Der sollte das Gewicht mit leichtigkeit tragen.

Was ich von der ganzen Sache erwarte:
- Schöne Großfeldbeobachtungen (100° Okular steht auch noch auf der Liste)
- gute Mobilität (Gewicht, Größe)
- Bis 100x Vergrößerung noch nadelfeine Sterne


Vielleicht hat auch jemand eine ganz andere Idee. Das Teleskop sollte auch nicht zu lang sein. Ein 60cm langer Newton ist mir eigentlich schon zu groß. Auf und Abbau sollte auch schnell gehen.

Danke schonmal!

Gruß Heiko
 
Hallo Heiko,

Der ED APO 80 ist schon der richtige Weg. Sternhaufen und Milchstraßenspaziergänge sind ein wahres Vergnügen mit einem kleinen Refraktor. Mond, Doppelsterne, Asteroiden, Variable Sterne u.a. gehen natürlich auch. Nur bei Planeten, Kugelsternhaufen und Galaxien musst du Abstriche machen (da helfen auch keine 90 mm).

Von einem OIII-Filter rate ich dir ab. Bei kleinen Öffnungen verschwinden zu viele Sterne. Darüber hinaus sind Filter ausgesprochen schwierig. Sie fallen sehr unterschiedlich aus - man muss viel experimentieren, was ins Geld geht.

Gruß Klaus
 
Hi!

Zitat von Heiko_s:
Ist für Nebel eine Öffnung von 80mm ausreichend, wenn ich noch einen OIII Filter verwende? Oder sollte ich lieber richtung 90mm Öffnung gehen?
Mehr Öffnung schadet nicht, aber für Cirrus- und Rosettennebel reicht ein 80-mm-Refraktor aus. Die genannten Objekte habe ich mit einem 80/400er Farbwerfer, 25-mm-Weitwinkelokular und Astronomik [O III]-Filter beobachten können.

]Vielleicht hat auch jemand eine ganz andere Idee. Das Teleskop sollte auch nicht zu lang sein. Ein 60cm langer Newton ist mir eigentlich schon zu groß. Auf und Abbau sollte auch schnell gehen.
114/500 parabol wäre noch eine Alternative. Weniger Öffnung wäre leichter, aber dann würde ich bei den Brennweiten wieder zum Refraktor raten.

Grüße

fquadrat
 
Ich habe einige Teleskope, auch einen 8-cm-Apo. Es ist mein meist genutztes Gerät. Vor allem deshlab, weil es sofort einsatzbereitist und das Aufbauen unaufwendig. Einfach vor die Tür tragen, in der anderen Hand ein Kistchen mit Okularen.
 
Hallo,

danke für eure Antworten!

Der OIII Filter ist schon vorhanden, kann ihn ja dann einfach mal testen.

Der 114/500 parabol klingt interessant, allerdings konnte ich keinen finden, der kompakt ist und einen 2 Zoll OAZ hat. Hast du an ein spezielles Teleskop beim 114/500er gedacht?

Ich tendiere nun eher zum 80er Apo. 90mm Öffnung sind eben min. 1 kg mehr und wohl auch keine Offenbarung.

Noch eine Frage zur Okularauswahl:
Sollte ich eher auf maximales Gesichtsfeld gehen mit 19x Vergrößerung (25mm, 100°) und 4,2 AP oder auf 24x (20mm, 100°) und 3,3 AP gehen?

Wenn ich mir Stellarium mit Okular ansehe, würde ich sagen zum beobachten aller Objekte reicht eigentlich 20mm. Oder sollte man die größere AP vorziehen?

Gruß Heiko
 
Hallo Heiko,

die von Dir genannten DS Objekte gehen mit 80mm gut. Wenn Du aber den Kleiderbügelhaufen, Kembles Kaskade, Praesepe, Mellote 111 ect. ansehen willst, brauchst Du maximales Feld, z.B. das 41mm Panoptik. Ein 25mm/100° Okular bringt zwar nominell das gleiche Feld aber die Randsterne nimmst Du nicht bewußt war. Von daher eher ein 41mm/68°. Probier einfach aus, wie´s in Deinem 33mm SWAN aussieht.

Gruß Uwe
 
Servus Heiko,
wir haben auf der Volkssternwarte Regensburg einen Skywatcher Heritage 135 als Beispiel für ein Leistungsfähiges Einsteigergerät. Hab das Teil auch schon unter dunklen Himmel testen können, Fazit: Wirklich erstaunlich, was für unter 200 Teuros an Teleskop geht. Trotz der leichten Unterkorrektur, die unser Heritage zeigt, ist der bis 100x excellent, bis 200x durchaus brauchbar, da ist dann etwas Routine im Umgang mit Rockerboxen gefragt. Das Ding ist halt auf 1 1/4" limitiert, im 24mm Maxvision mit 68° bedeutet das 27x mit 5mm AP und 2,5° am Himmel. Das Gesamtgewicht beträgt etwa 7kg. Weiss nicht, ob das für Dich in Frage kommt, macht aber definitif Spaß, und Du brauchst kein Fotostativ.

Viele Grüße,

Gottfried
 
Hallo Heiko,

darf ich vielleicht auch noch meine persönlichen Erfahrungen beisteuern.

Ich habe mir vor ca. 1,5 Jahren einen kleinen 80/400 "Farbwerfer" als ultramobiles Gerät gebraucht zugelegt. Kostet deutlich weniger als 100 Euro. Einfach auf einem Fotostativ montiert. Mittlerweile mein meistgenutztes - weil fast immer dabei - Instrument. Ist extrem leicht (1 kg), aber leider nur mit 1,25 Zoll Auszug. Ist wunderbar für Spaziergänge durch die Milchstraße. Offene Sternhaufen seh ich mit dem Gerät besonders gern. Die meistverwendeten Okulare sind bei mir ein 22mm LVW (18x, 4,4mm AP) und ein 11mm Nagler (36x, 2,2mm AP) sowie hin wieder ein 5mm Nagler (80x, 1mm AP). Der Farbfehler hält sich aus meiner Sicht in Grenzen, sodass auch Mond und Planeten durchaus Spaß machen. Filter verwende ich keinen.

Nutze es - wenn ichs schon dabei hab - auch für terrestrische Beobachtungen mit Umkehrprisma. Funktioniert gut.

Mein Traum wäre allerdings, wenn es nur astronomische Beobachtungen geht, ein 8 Zoll Hofheim Dobson. Komplett 8kg in einer ca. 30x30x20cm Box und mit f/4 ein Riesenfeld.

CS,
Norbert
 
Hallo Heiko,

meiner Meinung nach widerspricht sich das. Wenn man Deepsky-Himmel aufsucht, sollte man auch dementsprechend das Equipment wählen. Daher meine ich, dass man stets die größte transportable Öffnung, die man hat oder gewillt ist zu haben, mitnimmt. Somit sollte das Ziel eher sein, große Öffnung transportabel zu machen. Das kann ein Reisedobson sein - muss es natürlich nicht.
Ich persönlich nutze einen kleinen ED (110/655) um zusätzlich zur großen Öffnung Wiedefield nutzen zu können, also Vergrößerungsbereiche unterhalb der sinnvollen Minimalvergrößerung des Deepsky-Geräts. Dafür finde ich so ein Gerät interessant. Dabei spielen die 100° aber eher keine Rolle, da ich natürlich größtmögliches Gesichtsfeld anstrebe, was bei f/6 ein 40mm Okular bedingt. In 2" Steckdurchmesser ermöglicht das ca. 70°. Mit 655mm Brennweite und 2" kann man 100° maximal (käuflich) mit einem 25mm Okular nutzen. In dem Bereich liegt dann auch der 8-Zöller mit seiner Minimalvergrößerung, was für mich den Anwendungsbereich des kleinen Refraktors begrenzt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo nochmal,

@Uwe: Danke für den Hinweis mit dem Gesichtsfeld! Das war mir nicht bewusst.

@Gottfried: Danke für den Vorschlag, aber ich glaub der wäre mir zu sperrig zu transportieren.

So ein Hofheim Dobson wie Norbert vorgeschlagen hat, klingt genail. Allerdings hab ich schon einen 8 Zoll Newton und meine innere Stimme sagt, "du brauchst eigentlich keine 2 Stück". Irgendwann werde ich auch ein eigenes Auto haben, mit dem ich dann meinen jetzigen Newton + EQ6 rumfahren kann.

@Sven: Ich bin mit meinem 8 Zöller derzeit recht zufrieden, allerdings kann ich ihn derzeit nicht transportieren (was sich aber irgendwann ändern wird). Wenn ich mir jetzt z.B. ein teuren Reisedobson hole, dann wird er vermutlich später mal in der Ecke verstauben, weil ich meinen jetzigen auf die EQ packen kann und dann noch ne Nachführung habe. Einen kleinen Refraktor könnte ich dann als Großfelder daneben anbringen. - meine Gedankengänge bis jetzt

Ich denke mal, dass unsere Ansprüche auch etwas auseinandergehen. Ich kann hier in der Stadt Andromeda z.B. mit indirektem sehen gerade so erahnen, dass da ein Helligkeitsunterschied zum Himmel ist. Da würde ich mich schon freuen, das mal deutlicher sehen zu können. 80mm Öffnung werden mir vermutlich nicht ewig reichen, aber bis dahin kann ich bestimmt einiges damit beobachten.

Von den 90 oder 100mm Refraktor Öffnungen bin ich jetzt abgekommen. Das Gewicht kann ich mir jetzt sparen, da ich später dann eh den 8 Zoll Newton verwenden kann.

Dann werde ich vermutlich nach einem 80mm Refraktor mit etwas geringerer Brennweite ausschau halten. Dann hab ich schonmal eine gute Großfeld-Ergänzung zu meinem Newton.

Vielen Dank nochmal für die Ratschläge!

Gruß Heiko
 
Hi!

Zitat von Heiko_s:
Der 114/500 parabol klingt interessant, allerdings konnte ich keinen finden, der kompakt ist und einen 2 Zoll OAZ hat. Hast du an ein spezielles Teleskop beim 114/500er gedacht?
Der 114/500 parabol hat einen 1,25"-Auszug, welcher angesichts der (eher bei 450 mm anzusiedelnden) Brennweite aber eine Menge wahres Gesichtsfeld erlaubt. Es gibt AFAIK nur ein Teleskop mit diesen Daten und einem Parabolspiegel, und das wird von Synta hergestellt. Verkauft werden die Teile als Skywatcher, teilweise auch unter der US-Marke Orion.

Grüße

fquadrat
 
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