stefand
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
dasst auch ein 4" Maksutov unterm Himmel herum tollt und was sich damit bei aufgehelltem Himmel dennoch erspähen lässt, habe ich mal in einem kleinen BB zumsammengefasst. Wenig Emotional, aber er soll beschreiben, was man mit so einem Geröt unter einem 4 - 4,5m Himmel sehen kann.
Nix werden jetzt einige sagen ... ein paar Einschränkungen sind auch zu machen, aber Spaß macht es trotzdem:
Vom 30.07.10, ca. 22:45 – 00:30 Uhr, heller Himmel, gutes Seeing und sehr gute Transparenz
Bosma Rumak 4“ (auf AZ4) 25mm,19mm, 12mm, 8mm und 6mm
Fst: 4 - 4,5m, je nach Himmelrichtung
Wenn ich die 1000mm Brennweite bei Einsatz eines Zenitspiegels auf ca. 1200mm erhöhe, dann käme ich beim 25mm TV Plössl auf ein Gesichtsfeld von ca. 1°. Das ist beim Einsatz eines Leuchtpunktsuchers manchmal sehr wenig. Da wird ein Objekt anhand einer ungefähren Position aus dem Sternenatlas angefahren - bei einem 4.5mag Himmel gibt es viele leere Sternenfelder - und man rührt anschließend ein wenig umher. Wenn man bereis das Suchen als Teil der astronomischen Nacht betrachtet, macht es einem wenig aus.
Ein 8*50 Sucher leistet hier als Zwischenstufe sehr gute Dienste. Auch wenn dieser ein umgekehrtes Bild produziert (gehört zum Newotn der Sucher und da passt es ja) und der Maksutov mit ZS ein aufrechtes/seitenverkehrtes Bild.
Objekt: M39 (OH)
Bei 25mm recht unspektakulär, eigentlich fast übersehbar. Eine zufällig höhere Anzahl von Sternen im Gesichtsfeld. Ein Rechteck mit einem Doppelstern zeigt sich als wieder erkennbare Form heraus.
Objekt: NGC7209 (OH)
Bei 25mm bereits viele Sterne zu sehen, der helle Himmelshintergrund ließ bestimmt einige Sterne verblassen, daher auf 19mm erhöht. Das Bild war auch gleich nochmals schöner, mit einem 12mm Okular war der Ausschnitt zu klein und das Bild dann auch zu dunkel.
Objekt: M71 (KS)
Wenn alpha-Sge und beta-Sge (beide ca. 4.5m) mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, dann ist es schon eine Herausforderung M71 mit einem 4“ Maksutov zu suchen. Bei 25mm war dieser KS vor dem hellen Himmel kaum zu sehen. Mit dem 19mm hat sich an der Auflösung nichts verändert, aber der Kontrast zum Himmel wurde besser. Mit einem 12mm Okular kam dann ein erstes Gemottel auf und mit dem 8mm ‚drohten’ ein paar Sternchen mit Sichtbarkeit.
Objekt: M27
Mit dem 25mm und einem UHC-Filter ergab sich ein schön helles und kontrastreiches Bild, aber die Hantelform oder Strukturen wollten sich nicht zeigen. Daher wurde in Schritten 19mm, 12mm, 8mm und 6mm mit den Filterkombinationen UHC/E und UHC versucht das beste Bild zu finden. Der M27 ist recht hell, dass kann mit dem 6mm festgestellt werden, aber das beste Bild ergab sich bei 8mm mit UHC/E-Filter. Die Form ist eher länglich, ein wenig rechteckig mit Helligkeitsschattierungen im Bild.
Objekte: M103,NGC663, NGC457,NGC436
Wie immer ist ein Besuch in der Cassiopeia eine Augenweide, da sich hier viele kleine Sternenhaufen tummeln. Der M103 besteht aus wenigen, aber recht markanten Sternen, welche bei diesem Himmel an einen Hobel erinnerrn Der NGC663 hat einfach viele Sterne und an den benachbarten kleinen NGC-Sternenhaufen kann ich die Himmelsqualität ablesen, da hier sehr viele schwache Sterne einen nebligen Hintergrund bilden. Beim NGC457 viel auf, dass der heller der beiden Sterne, welche „die Augen“ bilden, rötlich schimmerte, was mit dem 25mm und dem 19mm gut heraus kam. Der kleine NGC436 am Fuße der Eule ist bei diesem Himmel wieder recht schwach auf der Brust, aber noch zu erkennen.
Objekt: Jupiter
Nahe dem Mond sehr schön mit bloßem Auge anzusehen und in seiner Helligkeit der Venus nahe, aber von anderer Farbe und an der falschen Stelle (Nachts um 0 Uhr steht die Venus nicht im Osten). Mit dem 12mm will ich festgestellt haben, dass es sich kaum mehr um eine 83fache Vergrößerung handeln können. Durch den Zenitspiegel ergibt sich eine Verlängerung der HS-Brennweite und ich würde eher in Richtung 100x tippen. Der Jupiter hatte nur ein Band … auf der anderen Hälfte waren Schattierungen zu erkennen, speziell der Pol auf dieser Seite war etwas dunkler. Die Jupiterhälfte, wo das Band ‚fehlte’ erschien heller. Das verbliebene Band war nicht ganz glatt, sondern besaß ‚Knoten’ und Unebenheiten. Nach einigen Minuten kamen auch auf der helleren Oberfläche, zwischen Band und Pol einige Schattierungen zum Vorschein.
Der Einsatz des 8mm wurde nicht belohnt, da sich hier das unruhige Bild deutlich verschlimmerte und bei 20° über den Horizont wohl nicht mit dieser Vergrößerung gewinnbringend gearbeitet werden kann.
Was bleibt ist der typische Eindruck eines Mak bei DeepSky. Sternenhaufen, wenn nicht zu groß gehen immer, auch Kugelsternhaufen und PN sind gut nöglich. Bei 4" Öffnung fehlt effektiv ein wenig Lichtsammelleistung, aber so ein Teil ist ziemlich schnell aufgebau und transportiert. Will es mal so sagen: Ein wenig Leidenschaft gehört schon dazu ...
CS,
Stefan
dasst auch ein 4" Maksutov unterm Himmel herum tollt und was sich damit bei aufgehelltem Himmel dennoch erspähen lässt, habe ich mal in einem kleinen BB zumsammengefasst. Wenig Emotional, aber er soll beschreiben, was man mit so einem Geröt unter einem 4 - 4,5m Himmel sehen kann.
Nix werden jetzt einige sagen ... ein paar Einschränkungen sind auch zu machen, aber Spaß macht es trotzdem:
Vom 30.07.10, ca. 22:45 – 00:30 Uhr, heller Himmel, gutes Seeing und sehr gute Transparenz
Bosma Rumak 4“ (auf AZ4) 25mm,19mm, 12mm, 8mm und 6mm
Fst: 4 - 4,5m, je nach Himmelrichtung
Wenn ich die 1000mm Brennweite bei Einsatz eines Zenitspiegels auf ca. 1200mm erhöhe, dann käme ich beim 25mm TV Plössl auf ein Gesichtsfeld von ca. 1°. Das ist beim Einsatz eines Leuchtpunktsuchers manchmal sehr wenig. Da wird ein Objekt anhand einer ungefähren Position aus dem Sternenatlas angefahren - bei einem 4.5mag Himmel gibt es viele leere Sternenfelder - und man rührt anschließend ein wenig umher. Wenn man bereis das Suchen als Teil der astronomischen Nacht betrachtet, macht es einem wenig aus.
Ein 8*50 Sucher leistet hier als Zwischenstufe sehr gute Dienste. Auch wenn dieser ein umgekehrtes Bild produziert (gehört zum Newotn der Sucher und da passt es ja) und der Maksutov mit ZS ein aufrechtes/seitenverkehrtes Bild.
Objekt: M39 (OH)
Bei 25mm recht unspektakulär, eigentlich fast übersehbar. Eine zufällig höhere Anzahl von Sternen im Gesichtsfeld. Ein Rechteck mit einem Doppelstern zeigt sich als wieder erkennbare Form heraus.
Objekt: NGC7209 (OH)
Bei 25mm bereits viele Sterne zu sehen, der helle Himmelshintergrund ließ bestimmt einige Sterne verblassen, daher auf 19mm erhöht. Das Bild war auch gleich nochmals schöner, mit einem 12mm Okular war der Ausschnitt zu klein und das Bild dann auch zu dunkel.
Objekt: M71 (KS)
Wenn alpha-Sge und beta-Sge (beide ca. 4.5m) mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, dann ist es schon eine Herausforderung M71 mit einem 4“ Maksutov zu suchen. Bei 25mm war dieser KS vor dem hellen Himmel kaum zu sehen. Mit dem 19mm hat sich an der Auflösung nichts verändert, aber der Kontrast zum Himmel wurde besser. Mit einem 12mm Okular kam dann ein erstes Gemottel auf und mit dem 8mm ‚drohten’ ein paar Sternchen mit Sichtbarkeit.
Objekt: M27
Mit dem 25mm und einem UHC-Filter ergab sich ein schön helles und kontrastreiches Bild, aber die Hantelform oder Strukturen wollten sich nicht zeigen. Daher wurde in Schritten 19mm, 12mm, 8mm und 6mm mit den Filterkombinationen UHC/E und UHC versucht das beste Bild zu finden. Der M27 ist recht hell, dass kann mit dem 6mm festgestellt werden, aber das beste Bild ergab sich bei 8mm mit UHC/E-Filter. Die Form ist eher länglich, ein wenig rechteckig mit Helligkeitsschattierungen im Bild.
Objekte: M103,NGC663, NGC457,NGC436
Wie immer ist ein Besuch in der Cassiopeia eine Augenweide, da sich hier viele kleine Sternenhaufen tummeln. Der M103 besteht aus wenigen, aber recht markanten Sternen, welche bei diesem Himmel an einen Hobel erinnerrn Der NGC663 hat einfach viele Sterne und an den benachbarten kleinen NGC-Sternenhaufen kann ich die Himmelsqualität ablesen, da hier sehr viele schwache Sterne einen nebligen Hintergrund bilden. Beim NGC457 viel auf, dass der heller der beiden Sterne, welche „die Augen“ bilden, rötlich schimmerte, was mit dem 25mm und dem 19mm gut heraus kam. Der kleine NGC436 am Fuße der Eule ist bei diesem Himmel wieder recht schwach auf der Brust, aber noch zu erkennen.
Objekt: Jupiter
Nahe dem Mond sehr schön mit bloßem Auge anzusehen und in seiner Helligkeit der Venus nahe, aber von anderer Farbe und an der falschen Stelle (Nachts um 0 Uhr steht die Venus nicht im Osten). Mit dem 12mm will ich festgestellt haben, dass es sich kaum mehr um eine 83fache Vergrößerung handeln können. Durch den Zenitspiegel ergibt sich eine Verlängerung der HS-Brennweite und ich würde eher in Richtung 100x tippen. Der Jupiter hatte nur ein Band … auf der anderen Hälfte waren Schattierungen zu erkennen, speziell der Pol auf dieser Seite war etwas dunkler. Die Jupiterhälfte, wo das Band ‚fehlte’ erschien heller. Das verbliebene Band war nicht ganz glatt, sondern besaß ‚Knoten’ und Unebenheiten. Nach einigen Minuten kamen auch auf der helleren Oberfläche, zwischen Band und Pol einige Schattierungen zum Vorschein.
Der Einsatz des 8mm wurde nicht belohnt, da sich hier das unruhige Bild deutlich verschlimmerte und bei 20° über den Horizont wohl nicht mit dieser Vergrößerung gewinnbringend gearbeitet werden kann.
Was bleibt ist der typische Eindruck eines Mak bei DeepSky. Sternenhaufen, wenn nicht zu groß gehen immer, auch Kugelsternhaufen und PN sind gut nöglich. Bei 4" Öffnung fehlt effektiv ein wenig Lichtsammelleistung, aber so ein Teil ist ziemlich schnell aufgebau und transportiert. Will es mal so sagen: Ein wenig Leidenschaft gehört schon dazu ...
CS,
Stefan