Kleiner Beobachtungsbericht vom 15.09.2024

Quanten

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Hallo zusammen,
gestern hatte ich wahrscheinlich den besten Saturn dieser Saison gesehen, zum Einsatz kam ein 16" Newton, mit ADC und Bino.
Der erste Blick auf den tief stehenden Mond wahr schon vielversprechend, trotz einer geringen Kulminationshöhe von nur ca. 23° sah das Bild sehr ruhig und knackig aus.
Daher verweilte ich zuerst auf dem Mond bei: MONS RUMKER, VALLIS SCHROTERI, DOMS MARIUS, REINER GAMMA, GASSENDI usw.
Bei der Mondbeobachtung gilt mein Augenmerk auch immer jenen Kraterrändern, welche glänzend weiß erstrahlen und dadurch einen tollen Kontrast zu der dunklen Terminator Seite bilden.
Durch den ADC ist es immer eine Freude lästige Farbränder einfach weg drehen zu können und übrig bleibt feinster Kontrast.

Dann gegen 22:30 Uhr musste ich auf Saturn schwenken, damit ich morgens auch wieder aus dem Bett kommen konnte und siehe da ein fast stehender Saturn.
Was mir sofort auffiel wahren die grünlich wirkenden Polgebiete, welche wiederum eine ganz feine Struktur zu haben schienen.
Hier zeigte sich wie schon oft wahrgenommen, dass der 16" eine bessere Farbwiedergabe für die Binokulare Beobachtung erzeugen kann, als kleinere Öffnungen, wo Saturn entweder zu dunkel erscheint, oder nur im einheitsgelb wiedergegeben wird.
Dann eine hellgelbe Bauchbinde, bzw. Äquatorband, wo vor sich der Ring als feine Linie abzeichnete.
Der Ring selbst sah wiederum etwas dunkler aus, fast gräulich, dabei zeigte sich auch immer wieder die Cassini Teilung, was bei dieser Ringstellung keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Der Blick auf die Mondkette neben Saturn zeigte dann noch Dione, Tethys, Rhea und Titan als winziges orangenes Scheibchen.
Titan wurde mit einer scheinbaren Größe von 0,82" angegeben.

Berauscht von diesen schönen Ausblicken ging es dann doch länger als geplant, doch die leichte Katerstimmung am morgen wurden durch die schönen Erinnerungen schnell wieder hinweggefegt und zum Glück gibt es Kaffee!
LG
 
Hallo Quanten,

schöner Bericht. Da hattest du viel Glück mit dem Seeing, während es hier im Südwesten dicht war. :y:

Hattest du bei deiner Saturnbeobachtung auch versucht, die noch schwächeren Monde Enceladus und Mimas zu beobachten? Vor allem Mimas lohnt sich bei sehr ruhigen Bedingungen, bzw. dieser wird in aller Regel erst bei ziemlich gutem Seeing überhaupt erst sichtbar.


Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,
Enceladus und Mimas waren laut Skysafari so dicht an den Ringen, da hatte ich wenig Chancen die zu sehen.
Sehr klein und zudem Lichtschwach, da ist der Kontrastunterschied zum Planeten bzw. Ringen einfach zu groß.
Jedenfalls nein, die habe ich nicht gesehen.
LG
 
Hallo Quanten,

mit dem Bino ist es (wegen des Lichtverlustes) zumindest bei Mimas enorm schwierig. Für dieses schwache Möndchen geht es dann nur monokular. Im 9er war dies neulich auf der Emberger Alm bei ca. 343x möglich, wenn auch ziemlich grenzwertig. Etwas Ringdistanz war auch gegeben. Enceladus (ca. 1 mag heller) war hierbei die gesamte Zeit relativ einfach sichtbar.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,
ich habe es mir erst verkniffen, aber jetzt ist es raus, für solche Extremfälle kann man dann einen großen APO gut gebrauchen ;) :)
Durch den 9er würde ich auch gerne mal beobachten, der macht bestimmt traumhafte Bilder.
Wie schlägt er sich so mit der Auskühlung und dem Tubusseeing?
LG
 
Hallo Quanten,

Ja, in diesen Fällen kann der APO seine Stärken natürlich gut zeigen. Direkt neben der Saturnkugel und den Ringen pechschwarzer Himmel läßt es bei guten Bedingungen zu, dass selbst die sehr schwachen Möndchen ins Netz gehen.

Mit Tubusseeing hatte ich bisher keine Probleme. Selbstverständlich braucht er zur kompletten Auskühlung seine Zeit, aber auch bei meinen größeren Optiken kann man nicht erwarten, dass diese binnen wenigen Minuten das volle Potenzial abrufen können. Von daher bin ich das geduldige Abwarten schon gewöhnt.

Im Gebirge hatten wir mit dem Seeing Glück und der APO hat das mit einer traumhaften Performance zurückgegeben. :)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
eine Frage, wie heißt das Programm bzw. der Link, wo die Stellungen der Saturnmonde ersichtlich sind. Hatte vor etlichen Jahren mit dem 12.5" Dobson bei 304fach sechs Monde gesehen. Eine entspr. Zeichnung einem Sternfreund zugeschickt, der sie dann analysierte.
Schon mal einstweilen vielen Dank für die Antwort.

Gruß
Günther
 
Hallo Günther,

da gibt es verschiedenste Programme, welche das anbieten.
Ich verwende Guide 9.1 sowie SkySafari Pro.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,
am Montag und Mittwoch (gestern) konnte ich wieder schöne Beobachtungen machen.

Zuerst den Kometen C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS).
Im Fernglas zeigte sich ein schöner langer weißlicher Schweif und im Teleskop ein Wattebausch mit Koma drum herum.

Gegen 21:00 Uhr war dann auch der 16" Newton auf Betriebstemperatur und Saturn überquerte die 30° Höhe ü.H..

Wieder offenbarte sich bei 320x Vergrößerung in den 18mm Okularen das beste Bild.

Die Polgebiete waren wieder grünlich und fein Strukturiert.
Die Bauchbinde in hellen Gelb, davor eine feine scharfe Linie als Ring.
Auf dem Ring den Schatten der Kugel als kleines schwarzes Dreieck.
In den Sekunden bester Luft war noch ganz schwach und schemenhaft die Cassini Teilung zu erkennen.
Auf der B-Ring Seite zur Cassini Teilung war ebenfalls in den besten Momenten eine weißliche Aufhellung bzw. Knötchen zu erkennen.

Villeicht interessant zu wissen ist, wie man mit wachsender Vergrößerung 144× (40mm), 230x (25mm), 320x (18mm)... immer noch bei jeder Stufe, feine Reste der Atmosphärischen Dispersion am Saturn feststellen kann.

Dabei wirkt der ADC häufig wie ein zweiter Fokussierknopf.
Sind die Farbränder weg lässt sich das Bild häufig nochmal besser scharf stellen.
Ohne ADC würde man einfach schon früher aufgeben und denken mehr Vergrößerung bringt nichts.
Auch die feinen Farbdetails wie die grünliche Färbung der Polgebiete oder die weißen Knötchen des B-Ring sind ohne ADC nahezu unsichtbar.
LG
 
Hallo Quanten,

da hattest du mehr Glück als ich.:y: War ca. 4 Stunden bei meinem DS Beobachtungsplatz. Manches Mal sind auch von dort die Planeten beeindruckend. Gestern aber nicht. Seeing war ziemlich grausig und ich hatte auch mit etwas mehr Wind zu kämpfen. Bei mir zu Hause war es dagegen komplett windstill. Da hatte ich mir mehr erhofft.

Immerhin konnte ich den Kometen noch relativ leicht mit freiem Auge inkl. mehrere Grad langem Schweif erkennen. Im kleinen Fernglas beeindruckend und auch im 22er habe ich zum ersten mal den Kometen betrachtet. Die Auffächerung des Schweifs und leichte Asymmetrien um den Kernbereich herum war nur im Teleskop zu sehen. Einen Gegenschweif habe ich visuell nicht beobachten können.

Die meiste Zeit verbrachte ich mit der Beobachtung von „Standardobjekten“ mit Ausnahme von Abell 426. Dabei wurde mir wieder einmal bewußt wie sehr im Laufe der Jahre es auch bei meinem Beobachtungsplatz auf der schwäbischen Alb heller geworden ist. Mehr als 5,5 mag freiäugig ging gestern nicht. Ich kann mich gut an Nächte erinnern als dort mehr als eine Größenklasse schwächer möglich war. Gut, vielleicht hat auch leichter Dunst die Grenzgrenze etwas herabgesetzt, aber die auffällig hell angestrahlten Wolken hatte ich so nicht in Erinnerung.

Neptun hatte ich kurz gestreift aber da auch Saturn nicht eben beeindruckend war, blieb ich bei Kugelsternhaufen hängen.:)

Viele Grüße
Werner
 
Natürlich nicht „Grenzgrenze“ sondern Grenzgröße…:giggle:
 
Hallo Werner,
ich habe hier ebenfalls sehr hohe Luftfeuchtigkeit und zum Teil auch Bodennebel, was für diese Jahreszeit auch nicht verwunderlich ist.

Der Feuchtigkeitsmesser steht auch Tagsüber häufig auf über 80% Luftfeuchtigkeit.
Und morgens in der Dämmerung sieht man dann erst was für eine Suppe auf den ersten 2-3m über dem Boden schwebt.

Da bilde ich mir ja immer ein, als Balkonaut grundsätzlich aus dem Gröbsten heraus zu sein?
Mit der Taukappe ist die Öffnung des Newton dann in ca. 6m Höhe.

Zum Seeing, dass wurde bei mir auch erst gut, als Saturn über die 30° gegangen ist.
Hinzu kommt das der Hauptspiegel dann auch zum Großteil angepasst war.
Ohne Lüfter wäre das nichts geworden.

So langsam kommt auch Jupiter mehr ins Visier und für die kommende Woche ist zumindest kein Regen angesagt, dass könnte was werden?
LG
 
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