Kleiner und schneller Astrograph im Stil von einem Veloce RH 200

Hallo Dieter,

ja ich habe für mich auch beschlossen, dass ich zukünftig keine LZOS Optiken mehr neu erwerben will, welche wohl primär bei diesem Händler zu bekommen sind. Das ist einfach nicht professionell, was da abläuft.

Nebenbei auch vom selben Händler:

Glücklicherweise, waren es nur die wenigen Käufe, und werden wohl auch zukünftig nicht mehr werden. Ich hoffe ich komme aus der Geschichte, ohne einen Anwalt einschalten zu müssen.
 
Naja, es gibt mehrere tausend extrem zufriedene Kunden mit LZOS Optiken.Vermutlich hätte der gute Herr Rohr den "Fehler" gefunden.Ich denke noch immer, daß sich etwas im Strahlengang befindet + Verkippung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

ich wollte mal wieder ein aktuelles Update veröffentlichen. Das LZOS ist gerade von Wellenform "mal wieder" auf dem Weg zu mir. Es konnte nichts festgestellt werden, und mein gezeigter Fehler nicht Reproduziert werden. Ich hege immer mehr Verdacht, dass mein OAG hier für die Beugung verantwortlich ist, denn das ist das einzige Objekt, welches hineinragt. Vielleicht reagiert dieses System empfindlich auf so etwas, was bei meinen anderen Systemen ohne Probleme klappt. Es wurden aber trotzdem Arbeiten durchgeführt, um das weiter zu optimieren, vielleicht wirkt sich das doch noch auf mein Problem auf.

Hallo Herr Vetter,

die Arbeiten an dem LZOS-Objektiv dauern etwas länger.

Den Reflex (Licht-Strahl) der auf Ihrem Foto am hellen Stern zu sehen ist konnte ich bei meinen Tests auf der optischen Bank nicht verifizieren. Anbei zwei unbearbeitete Fotos vom sehr hellen, künstlichen Stern bei 5 Minuten und 10 Minuten Belichtungszeit vom APS-C Sensor. Ein solcher Reflex ist auf den Fotos nicht zu sehen. Die Tests wurden mit dem von Ihnen angeschraubten Korrektor gemacht.

Trotzdem habe ich das LZOS-Objektiv nochmal zerlegt und 2 der 6 Spacer, die am nächsten zum Rand der Apertur standen, entfernt, gekürzt und neu aufgeklebt. Den Bereich um die 6 Spacer habe ich nochmal sorgfältig gereinigt, um eine Störung der Apertur durch noch vorhandene Klebereste vom alten Kleber des Herstellers zu vermeiden. Um Reflexionen an den Klebeflächen links und rechts der Spacer zu verhindern, habe ich diese Flächen ein Stück weit geschwärzt.

Weil das neue Aufkleben der beiden gekürzten Spacer eine neue Einstellung des 3-Linsers bzgl. Sphärischer Korrektur, Zentrierung der 3 Linsen und der Minimierung vom lateralen Farbfehler erfordert, dauert die Bearbeitung etwas länger.

Um die sehr gute optische Qualität sowie die herausragend gute Farbkorrektur des 130 f/6 LZOS APO nach meiner zweiten Bearbeitung zu prüfen/zu belegen, werde ich heute und morgen interferometrische Prüfungen bei 4 Farben machen. Dadurch kann ich die optische Qualität und Farbkorrektur vom Objektiv quantitativ bestimmen und mit dem Zertifikat vom Hersteller abgleichen.

1756375795583.png
 
sieht doch prima aus.
Vielleicht wäre die Idee von weiter oben bei reduzierten Imagetrain vielleicht nicht ganz verkehrt gewesen und hätte viele Nerven gespart.
Ich drücke mal die Daumen für den nächsten Versuch.

CS,
Franz
 
Ich weiß nicht...mir wär da schon lange der Kragen geplatzt. Ich hatte letztens einen kleinen Takahashi hier, der hat ähnliche Probleme gemacht. Den habe ich wieder zurück gegeben. Wenn ich mir sowas kaufe, dann erwarte ich eigentlich, dass das aus dem Stand besser abbildet als mein Evoguide oder mein aus Abfall zusammen genagelter Mininewton für je unter 200€. Hat es aber nicht. Dabei habe ich mich ja extra deswegen durchgerungen mal richtig Geld in die Hand zu nehmen. Der 60er Tak war teurer als mein 125mm Volksapo, den ich vor fast 10 Jahren einfach auf die Montierung gesetzt habe und der seitdem ohne mit der Wimper zu zucken ein tolles Bild nach dem anderen macht. Da sind sogar bei Vollformat die Sterne in den Ecken noch besser als bei dem LZOS ohne.

Die Effekte würde ich allerdings eher beim Imagetrain suchen als beim Objektiv. Die Probleme mit dem Tak sahen ähnlich aus und das war ein designbedingtes Problem des Reducers. Der Workaround war im dem Fall abblenden. Aber dann kann ich mir auch gleich ein weniger extremes System für 20% des Preises holen. Die Strahlen am Stern in der Bildmitte hätte ich vielleicht dem OAG zuordnen können. Vermutlich in Kombination mit dem Kameragehäuse. Das in den Ecken ist meiner Meinung nicht mit dem OAG zu erklären. Das ist so weit weg, dass der Strahlenkegel nicht beeinträchtigt werden kann. Der ist ja dort schon relativ klein. Das kann meiner Meinung nur von weiter vorne kommen. Der OAG macht eher so Regenbogeneffekte über das Bild, wenn ein heller Stern in der Nähe ist. Das in den Ecken sieht für mich wie ein Abbildungsfehler aus.

Aber das lässt sich einfach herausfinden, in dem man mal eine Vollmondnacht nutzt um die Kamera blank an den Apo und danach genauso an den Reducer zu hängen. Ohne Guiding und so weiter. Danach einfach alle Komponenten Stück für Stück einzubauen. Spätestens nach 1-2h weiß man woran man ist. Da sieht man genau nach welchem Arbeitsschritt der Effekt eintritt. Dann kann man das ganze nochmal in anderer Reihenfolge machen und danach ist das Thema festgenagelt.

Grüße
Joachim
 
Es wäre ein Weg gewesen, einen Imagetrain zu zerpflücken, da für mich aber keine Option besteht, meine bewährten Imagetrains anzupassen, und meine Erwartung ist, dass es damit funktionieren muss, habe ich es auch genau damit versucht. Mal davon abgesehen, dass meine Imagetrains absolut nicht ungewöhnlich sind, und ich auch nicht auf en OAG verzichten werde. Meine Erwartung ist hier auch, dass ein 8000€ Teleskop mit einem OAG tadellos funktioniert. Das mag alles etwas stur und uneinsichtig klingen, und kann nicht einmal erklären warum das so ist, und eigentlich will ich das nicht einmal.

Ich weiss auch nicht, wie ich das bis jetzt durchgehalten habe. So ein Apo ist jetzt für mich auch nicht Überlebenswichtig. Vielleicht habe ich da schon aufgrund unzähliger anderer Problemen in diesem Hobby in den letzten Jahren eine gewisse Hornhaut oder Gleichgültigkeit gebildet. Keine Ahnung. Was ich sagen kann, dass dieser Fall mir wieder sehr viel Motivation in dem Hobby geraubt hat.
 
Es wäre ein Weg gewesen, einen Imagetrain zu zerpflücken, da für mich aber keine Option besteht, meine bewährten Imagetrains anzupassen, und meine Erwartung ist, dass es damit funktionieren muss, habe ich es auch genau damit versucht. Mal davon abgesehen, dass meine Imagetrains absolut nicht ungewöhnlich sind, und ich auch nicht auf en OAG verzichten werde. Meine Erwartung ist hier auch, dass ein 8000€ Teleskop mit einem OAG tadellos funktioniert. Das mag alles etwas stur und uneinsichtig klingen, und kann nicht einmal erklären warum das so ist, und eigentlich will ich das nicht einmal.

Ich weiss auch nicht, wie ich das bis jetzt durchgehalten habe. So ein Apo ist jetzt für mich auch nicht Überlebenswichtig. Vielleicht habe ich da schon aufgrund unzähliger anderer Problemen in diesem Hobby in den letzten Jahren eine gewisse Hornhaut oder Gleichgültigkeit gebildet. Keine Ahnung. Was ich sagen kann, dass dieser Fall mir wieder sehr viel Motivation in dem Hobby geraubt hat.

Wenn du einen anderes Teleskop benutzt, das einen anderen Bildkreis ermöglicht und der Strahlengang unter völlig anderen Winkeln auf deinen imagetrain Reducer trifft, dann sind natürlich auch andere Probleme möglich. Gerade der Riccardi Reducer gilt als sehr anspruchvoll bei der Installation/Ausrichtung.
Ich hatte gerade erst wieder einen extrem kompetenten Sternfreund welcher eine Verkippung nicht in den Griff bekam. Dann stellte es sich heraus dass es die Filter selbst waren im Filterrad.

Du musst ja an deinem Image drehen auch nichts zerpflücken einmal abgeschraubt und wieder angeschraubt.
Ich habe an meinem LZOS 130/780 lange Zeit ohne Flattener fotografiert (Vomlformat). Mit guten Ergebnissen, da ohnehin oft nur ein Auschnit verwendet wurde.

Es gibt sogar Berichte in denen allein der rechteckige Ausschnitt vor dem Bildsensor einer Kamera zu Problemen führte.
 
Ich weiß nicht...mir wär da schon lange der Kragen geplatzt. Ich hatte letztens einen kleinen Takahashi hier, der hat ähnliche Probleme gemacht. Den habe ich wieder zurück gegeben. Wenn ich mir sowas kaufe, dann erwarte ich eigentlich, dass das aus dem Stand besser abbildet als mein Evoguide oder mein aus Abfall zusammen genagelter Mininewton für je unter 200€. Hat es aber nicht. Dabei habe ich mich ja extra deswegen durchgerungen mal richtig Geld in die Hand zu nehmen. Der 60er Tak war teurer als mein 125mm Volksapo, den ich vor fast 10 Jahren einfach auf die Montierung gesetzt habe und der seitdem ohne mit der Wimper zu zucken ein tolles Bild nach dem anderen macht. Da sind sogar bei Vollformat die Sterne in den Ecken noch besser als bei dem LZOS ohne.

Die Effekte würde ich allerdings eher beim Imagetrain suchen als beim Objektiv. Die Probleme mit dem Tak sahen ähnlich aus und das war ein designbedingtes Problem des Reducers. Der Workaround war im dem Fall abblenden. Aber dann kann ich mir auch gleich ein weniger extremes System für 20% des Preises holen. Die Strahlen am Stern in der Bildmitte hätte ich vielleicht dem OAG zuordnen können. Vermutlich in Kombination mit dem Kameragehäuse. Das in den Ecken ist meiner Meinung nicht mit dem OAG zu erklären. Das ist so weit weg, dass der Strahlenkegel nicht beeinträchtigt werden kann. Der ist ja dort schon relativ klein. Das kann meiner Meinung nur von weiter vorne kommen. Der OAG macht eher so Regenbogeneffekte über das Bild, wenn ein heller Stern in der Nähe ist. Das in den Ecken sieht für mich wie ein Abbildungsfehler aus.

Aber das lässt sich einfach herausfinden, in dem man mal eine Vollmondnacht nutzt um die Kamera blank an den Apo und danach genauso an den Reducer zu hängen. Ohne Guiding und so weiter. Danach einfach alle Komponenten Stück für Stück einzubauen. Spätestens nach 1-2h weiß man woran man ist. Da sieht man genau nach welchem Arbeitsschritt der Effekt eintritt. Dann kann man das ganze nochmal in anderer Reihenfolge machen und danach ist das Thema festgenagelt.

Grüße
Joachim


Natürlich hat dein Volksapo bei knapp bei F/8 mit ca. 1m Brennweite eine viel geringere Bildfeldkrümmung als ein Teleskop mit 780mm Brennweite.

Der Unterschied von 780mm zu 650(beide LZOS) ist auch gigantisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

von mir ein letztes finales Update, weil ich dem Händler noch einen Test nach einer zweiten Optimierung bei Wellenfront versprochen hatte.

Mit Reducer Groß und der ASI6200MC bei der ich sogar noch das Schutzglas gegen ein neues ausgetauscht habe, um auch hier ein Problem am Schutzglas auszuschließen. Man sieht, das Problem ist weiterhin vorhanden.
1758312311615.jpg


Hier das gleiche Setup, die Kamera etwas gedreht.

1758312343176.jpg


Hier nun ein Wechsel der Kamera zu der ASI6200MM mit dem Luminanzfilter. Auch hier genau der gleiche Effekt, weshalb die Kamera wohl auszuschließen ist. Außer das LZOS ist irgendwie nicht mit ZWO Vollformat-Kamera kompatibel. ;)

1758312368539.jpg


Parallel wurde ein kleiner M63 Riccardi Reducer extra von einem Fachmann angepasst, damit ich meine 75 mm Arbeitsabstand erhalte. Es wurde das Gewinde an der Kameraseite vom Reducer gekürzt. Auch hier der gleiche Effekt, aber diesmal noch zusätzlich mit einer runden farbigen Reflexion.

1758312459768.jpg


Bis hier hin hatte ich nun die Vermutung, dass es vielleicht nur noch am OAG liegen kann, da dieser als einziges in einem kleinen Hauch in das Bildfeld ragt, und vielleicht für diese Beugung/Spikes sorgt. Also habe ich meine letzte Motivation noch zusammengerafft, und auch noch meinen Imagetrain zerlegt, und den OAG ausgebaut. Ohne Guiding sind die Sterne leider aus dem Rahmen gefallen, aber der Effekt ist tatsächlich weiterhin ohne OAG vorhanden!

1758312550712.jpg


Damit habe ich den LZOS 130/780 nun mit zwei großen M82 Riccardi Reducern, einem kleinen M63 Riccardi Reducer, sowie mit einer ASI6200MC und einer ASI6200MM mit L-Filter, sowie ganz ohne OAG, nur mit reiner Kamera abgeprüft. Die Spikes/Lichtausbrüche/Beugung an helleren Sternen bleibt immer identisch vorhanden. Die Reducer und Kameras scheinen da nicht wirklich einen Einfluss zu haben.

Das Witzige an der Sache, bevor das ganze zur ersten Optimierung zu Wellenfront ging, sah das noch so aus, wie im gleich folgenden Bild ein paar Beiträge früher. Eigentlich recht gut, bis auf diesen Inverting Lighthouse Effekt, durch die Plättchen. Wenn man vergleicht, gibt es bei den oberen Aufnahmen auch nicht mehr den typischen weich auslaufenden Halo. Wären die Schatten weg, und der Halo gleichmäßig, wäre es für mich gut. Also irgendetwas hat sich hier deutlich verändert, was auch immer das ist. Die aktuelle Abbildung von helleren Sternen ist für mich auf jeden Fall nicht natürlich, das war es anfangs mit dem Halo für mich eher.

1758313043574.png


Mittlerweile ist alles (mal wieder) zerlegt und auseinandergebaut und zu einem Teil für die Rücksendung verpackt.

Am Ende habe ich nun etliche Stunden mit Testen, Umbauen, Verpacken und Versenden, Auspacken und Aufbauen u.s.w. verbracht. Leider alles vergebens, und am Ende mache ich selbst noch Verluste, da ich diverses Zubehör nun teilweise nicht mehr einsetzen kann, oder vergünstigt verkaufen muss.

Was ich nun für mich gelernt habe: Ein gutes Zertifikat garantiert noch lange keine perfekten Sterne. Genauso wenig das Wiederholen von Aussagen, dass man diese Optiken seit 20 Jahren verkauft, und es noch nie solche Probleme gegeben hat.

Nach diesem langen und aufbrausenden Abenteuer kann man sich nun wieder dem eigentlichen Thema in diesem Thread widmen:

"Kleiner und schneller Astrograph im Stil von einem Veloce RH 200"

;)
 
Mensch Dane, Du armer Kerl. Ist schon zu ner richtigen Odyssee geworden. Ja, ist nicht selten wirklich ärgerlich mit den nicht wirklich guten Optiken, sogar im eher hochpreisigen Bereich.
 
Dane

Den Noctutec 200 F/2.8
Der hat garantiert Spikes
Zum Apo ... Beim kleinen Reducer ist ja we igstens noch ein netter Ringnebel dazu gekommen, duck und weg.
Was sollst, ich hab nen APO da muss man die Farben einzeln Fokussieren

Gruß Frank
 
Das tut mir leid, Dane. Kann man da wirklich nichts im Strahlengang sehen bei dem riesigen Spike? Aber ich wäre das weitere Forschen jetzt auch leid. Ich hatte ja ähnlich tolle Erfahrungen mit den sogenannten „Premium-Optiken“ (allerdings kein LZOS).
 
Hast du mal komplett ohne Korrekturoptik geprüft, also ohne Reducer / Flattner. Nur Optik mit Kamera, sind dann die Spikes auch zu sehen?
 
Einfach einen schmalen Ring aus schwarzem Papier (oder einem schwarzem Baumwollfaden) vor die Optik oder dahinter einlegen. Du siehst das Ergebnis sofort.

Dann kannst noch immer reklamieren, hast aber den Fehler gefunden.
Das Linsenpaket kann dann getrennt und die Abstandsplätchen vom Lieferanten gekürzt werden.

Die LZOS Fassung ist extrem Temperatur und - kollimationsstabil.
Nicht ohne Grund verwendete man seit 25 Jahren diese dicken Bleiplättchen und Abstandshalter.
 
Hier einmal Spikes am 130er LZOS durch Verkippung der Kamera/Flattener links vorhanden rechts eliminiert.
Alles ist möglich
 

Anhänge

  • Collinder399-130erApo-autostretch2.jpg
    Collinder399-130erApo-autostretch2.jpg
    484,1 KB · Aufrufe: 82
Zurück
Oben