Kleinplanet (3122) Florence

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Sven_Melchert

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Gestern, am Abend des 28. August, war von Stuttgart aus die erste Möglichkeit, dem Vorbeiflitzer nachzustellen. Hab nach der visuellen Sichtung noch schnell die 6D an den 80er-Refraktor geklemmt und 100 Bilder à 10 Sekunden bei 2000 ISO gemacht. Das Bild ist beschnitten, etwa zwei Grad breit, Norden oben:

Link zur Grafik: http://himmelsfoto.de/images/asteroids/2017-08-28_3122-Florence_Melchert.jpg

Lustig finde ich die bunte Spur von Florence, kommt wohl durch die Szintillation in Horizontnähe (Höhe ca. 15 Grad)?

Wetter sieht heute gut aus und der Kleinplanet wird deutlich höher stehen, dann wage ich noch einen Versuch.

Grüße
Sven
 
Hallo Sven,

Tolle Ergebnisse; Gratulation!

hast Du eine Idee, wo ich Ephemeriden-Daten finden kann.

Für meine Kometensammlung habe ich bisher die IAU Daten für THESky 6 verwendet.

Beste Grüße & CS
Hans

e-Mail: hans-georg.mohr@web.de
HP: salem-astronomie.com

 
Hallo Hans,

Bahndaten für alle Lebenslagen gibt's beim Minor Planet Center:

http://www.minorplanetcenter.net/iau/MPEph/MPEph.html

Einfach oben die Kleinplanetennummer eintragen und dann weiter unten bei "Format for elements output" den Tick bei TheSky setzen. Nach einem Klick auf "Get Ephemerides" (ganz unten) die Datei abspeichern und anschließend in TheSky importieren. Eigentlich sollte das TheSky auch direkt können, funktioniert bei mir aber nicht (irgendwann hat das MPC mal seine Adresse geändert, das ist in der alten TheSky-Version wohl nicht berücksichtigt).

Die im anderen Board angegebenen Ephemeriden wurden für das Geozentrum gerechnet. Da uns Florence aber recht nah ist, macht sich die Parallaxe deutlich bemerkbar, aktuell knapp fünf Bogenminuten.

Den zweiten Faden habe ich übrigens aufgemacht, da im visuellen Board Fotos nicht gern gesehen werden. Finde diese Zweiteilung auch unpraktisch.

Grüße
Sven
 
Da müssen sich die Forenmods mit abfinden. Wenn ein Aufruf zur Beobachtung gepostet wird, gehören die Ergebnisse dazu.

Sonst müssen sie die Aufteilung überdenken.
 
Hallo,

trotz widriger Umstände (Mond, ständig vorüberziehende Zirren) war es letzte Nacht kein Problem, Florence bei seiner Passage durch den Delphin, mit einem Teleobjektiv abzubilden:
Zeitraffer_Florence
(234x 20sek; iso800; 2,8/200; EOS 40D)

Mit sternfreundlichen Grüßen
Jörn
 
Hallo zusammen,

unter www.aew2000.de habe ich eine Aufnahme von Florence eingestellt, die eine priodische (2,5 min) Wellenlinie zeigt. Rotationseffekt?

LG Jens
 
Foto-Upload

Hier zwei inverse Fotos (Ausschnitte):
 

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  • 2017-09-01-20h01 1x300s Florence-inv.jpg
    2017-09-01-20h01 1x300s Florence-inv.jpg
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  • 2017-09-01-20h40 2x600s Florence-inv.jpg
    2017-09-01-20h40 2x600s Florence-inv.jpg
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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Foto-Upload

Hallo Jens,

meine Vermutung geht mehr in die Richtung eines leichten Schwingens der Montierung bzw. Nachführeinrichtung während der Langzeitbelichtung. Die Amplitude der Wellenform der aufgezeichneten Asteroidenspur entspricht ja mehreren Bogensekunden. Das ist auch der Bereich und Richtung, in der die Sterne im Hintergrund von einer idealen Rundabbildung abweichen.

Sternfreundliche Grüße
Jörn
 
Re: Foto-Upload

Hallo Jörn, hallo Auriga_HH,
ein Schwingen der Montierung halte ich für sehr unwahrscheinlich, zumal eine Periode von etwa 2,5 min für ein Schwingen viel zu lang wäre. Beim Pentax 75 SDHF mit 500 mm Brennweite entspricht ein Pixel etwa 3,6 Bogensekunden.
Die Erklärung mit dem ovalen Sternenscheibchen ist wahrscheinlicher, wenngleich 10 min Belichtungszeit ohne Guiding schon ein wenig ovale Sternenscheibchen durch die nicht exacte Polausrichtung erklären würden. Die Wellenform irritiert mich nach wie vor (?). Da liegt wohl ein handwerklicher Fehler meinerseits vor.
Rotation ist es nämlich offenbar nicht, da diese nicht 2,5 min sondern laut Radarmessungen der Nasa 2,5 Std beträgt: https://cneos.jpl.nasa.gov/news/news199.html
Falls sich die Wolken am Samstag noch einmal lichten sollten, werde ich mit mehr Brennweite eine Aufnahme machen.
LG Jens
 
Jedenfalls hat die Form und Größe der eiförmigen Kuller entlang der Asteroidenspur nichts mit der Gestalt oder der Rotationsperiode des Asteroiden zu tun. Dafür sind die einzelnen Kuller viel zu fett: zur Zeit der Aufnahme hatte das Objekt gerade mal einen Winkeldurchmesser von knapp 0,1", das ist also unterhalb der Winkelauflösung.
 

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  • Florence.jpg
    Florence.jpg
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Hallo P_E_T_E_R,

ja, der Durchmesser war zum Zeitpunkt der Aufnahme etwa 0,07", ein Pixel in meinen Originalaufnahmen bildet etwas mehr als 0,5" x 0,5" ab. Das Seeing war sicher auch nicht besser als 1,5".

Bleibt aber die Frage:
Wo liegt die mögliche Ursache für solche "Kuller"?

LG Jens
 
Zitat von jenspj57:
Wo liegt die mögliche Ursache für solche "Kuller"?
Hallo Jens, die Belichtungszeit für jeden einzelnen der insgesamt 34 Asteroiden-Kuller war 20 Sekunden, die Gesamtbelichtungszeit für die Hintergrundsterne war 34 x 20 = 680 Sekunden. Deshalb ist das Sternscheibchen von GSC 3934:709 mit 10,97 mag sehr viel größer als jeder einzelne Kuller, obwohl der Asteroid zum Zeitpunkt der Aufnahme ziemlich genau dieselbe Helligkeit hatte. Die längliche Form der Kuller kommt natürlich durch die Bahnbewegung innerhalb der Belichtungszeit von 20 Sekunden zustande.

Dass die Form und die Ausrichtung der Kuller fluktuiert und nicht exakt der Trajektorie zu folgen scheint, ist ein Hinweis auf seeing-bedingte Fluktuationen. Diese wirken zwar auch bei den abgebildeten Sternen, bei einer 34-fach längeren Belichtungszeit mitteln sich Positionsschwankungen dort aber viel stärker, so dass die Sternscheiben zwar aufgebläht werden, in der Summe aber rund erscheinen.

Du kannst ja mal die Fluktuation der Sternpositionen für die 34 Einzelaufnahmen untersuchen. Diese sollte ähnlich groß wie die Fluktuation der Kuller sein.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

vielen Dank für deine gute Erklärung. Ich habe mal zwei Bilder zum Vergleich gegenübergestellt und kann genau diese Ursache feststellen. Die beiden Sterne zeigen unten fast perfekt eine runde Abbildung (kein starker Seeingeinfluss), hingegen oben weisen beide eine Positionsschwankung in ein und dieselbe Richtung auf (starker Seeingeinfluss). Gleichfalls ist die Strichspur von Florence in diese Richtung verzerrt. LG Jens
 

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  • Seeingeinfluss.jpg
    Seeingeinfluss.jpg
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Hallo Jens, da hast Du ja eine überzeugende Demonstration des Effekts herausgearbeitet! Das ist ja das Schöne an der Naturwissenschaft, dass man mit Akribie und Ausdauer auch zunächst seltsame Erscheinungen verstehen kann ... - Gruß, Peter

 
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