ClausPeter_H
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Liebe Sternfreunde,
ich hoffe, von euch hat jemand die angekündigte Bedeckung des hellen Sterns im Orion beobachten können.
Hier bei mir, südlich von München wars eine Sache für Kaltbütige. Herden von Schumikumulus jagten im Formel1-Tempo von Westen nach Osten, so dass der vorgesehene Beobachtungsplatz mal geduscht wurde, und mal im gleißenden Licht des Vollmonds brutzelte.
Etwa eineinhalb Stunden vor dem Ereignis hatte ich es aufgegeben, die Sache auf Video zu nehmen, denn einen im Platzregen abgesoffenen Videorecorder oder abgefackelten Monitor war sie mir doch nicht wert.
Allerdings, eine btn-Beobachtung wollte ich doch noch versuchen (btn = better than nothing). Also die Stoppuhr gestartet, den billigen 114/1000er katadioptrischen Kaufhausnewton geschnappt und vors Haus gestellt.
Die ersten zehn Minuten war alles dicht, dann lockerte es von Westen her auf, und die Hoffnung stieg.
Schließlich gelang es, von Beteigeuze ausgehend über mu Ori zum Verfinsterungskandidaten SAO 95460 zu hopsen.
Da der Verfinsterungskandidat gut zu sehen war, aber andererseits immer wieder Wolkenstreifen durchzogen, blieb das 25er Billig-Kellner drin. So konnte auch der 26 Bogenminuten entfernte 75 Orionis als Vergleichsstern im Gesichtsfeld gehalten werden.
Um nicht vorzeitig zu ermüden, begann ich die Dauerbeobachtung erst gut eine Minute vor dem angesagten Zeitpunkt, wenn überhaupt, dann auf ein sehr kurzes Verschwinden des Sterns gefaßt.
Da, schlagartig verschwindet der Zielstern - sofort eine Zwischenzeit genommen. Der Vergleichsstern ist noch unverändert hell, also ists die Bedeckung. Erstaunlich viel Zeit vergeht, dann erscheint er ebenso plötzlich wieder, nächste Zwischenzeit.
Jetzt aber noch drangeblieben, für den Fall von Sekundärereignissen. Auf ein Mal waren beide Sterne weg - Zwischenzeit genommen und aufgeblickt: mittlerweile war eine fast geschlossene Wolkendecke aufgezogen. Ein zweiter Blick auf die Uhr zeigte: drei Minuten über den nominellen Zeitpunkt, also ohnedies Ende der Vorstellung.
Später zeigte die Auswertung der Zwischenzeiten, daß die Bedeckung knapp 2.6 Sekunden gedauert hatte.
Kurz darauf begann es heftig zu regnen, und beim Betrachten der Regenradar-Karte im Morgenmagazin sagte mir irgend etwas, dass diesmal die Zahl der erfolgreichen Beobachtungen die Hunderter-Grenze nicht antesten würde...
Ach ja, an die IOTA ist natürlich auch schon gemeldet.
Wie sagt die Spruchweisheit?
Man soll die Nacht nicht vor dem Morgen schelten
oder, wie man hierzustadt zu sagen pflegt:
A bisserl was geht immer.
beste Grüße,
Claus-Peter
ich hoffe, von euch hat jemand die angekündigte Bedeckung des hellen Sterns im Orion beobachten können.
Hier bei mir, südlich von München wars eine Sache für Kaltbütige. Herden von Schumikumulus jagten im Formel1-Tempo von Westen nach Osten, so dass der vorgesehene Beobachtungsplatz mal geduscht wurde, und mal im gleißenden Licht des Vollmonds brutzelte.
Etwa eineinhalb Stunden vor dem Ereignis hatte ich es aufgegeben, die Sache auf Video zu nehmen, denn einen im Platzregen abgesoffenen Videorecorder oder abgefackelten Monitor war sie mir doch nicht wert.
Allerdings, eine btn-Beobachtung wollte ich doch noch versuchen (btn = better than nothing). Also die Stoppuhr gestartet, den billigen 114/1000er katadioptrischen Kaufhausnewton geschnappt und vors Haus gestellt.
Die ersten zehn Minuten war alles dicht, dann lockerte es von Westen her auf, und die Hoffnung stieg.
Schließlich gelang es, von Beteigeuze ausgehend über mu Ori zum Verfinsterungskandidaten SAO 95460 zu hopsen.
Da der Verfinsterungskandidat gut zu sehen war, aber andererseits immer wieder Wolkenstreifen durchzogen, blieb das 25er Billig-Kellner drin. So konnte auch der 26 Bogenminuten entfernte 75 Orionis als Vergleichsstern im Gesichtsfeld gehalten werden.
Um nicht vorzeitig zu ermüden, begann ich die Dauerbeobachtung erst gut eine Minute vor dem angesagten Zeitpunkt, wenn überhaupt, dann auf ein sehr kurzes Verschwinden des Sterns gefaßt.
Da, schlagartig verschwindet der Zielstern - sofort eine Zwischenzeit genommen. Der Vergleichsstern ist noch unverändert hell, also ists die Bedeckung. Erstaunlich viel Zeit vergeht, dann erscheint er ebenso plötzlich wieder, nächste Zwischenzeit.
Jetzt aber noch drangeblieben, für den Fall von Sekundärereignissen. Auf ein Mal waren beide Sterne weg - Zwischenzeit genommen und aufgeblickt: mittlerweile war eine fast geschlossene Wolkendecke aufgezogen. Ein zweiter Blick auf die Uhr zeigte: drei Minuten über den nominellen Zeitpunkt, also ohnedies Ende der Vorstellung.
Später zeigte die Auswertung der Zwischenzeiten, daß die Bedeckung knapp 2.6 Sekunden gedauert hatte.
Kurz darauf begann es heftig zu regnen, und beim Betrachten der Regenradar-Karte im Morgenmagazin sagte mir irgend etwas, dass diesmal die Zahl der erfolgreichen Beobachtungen die Hunderter-Grenze nicht antesten würde...
Ach ja, an die IOTA ist natürlich auch schon gemeldet.
Wie sagt die Spruchweisheit?
Man soll die Nacht nicht vor dem Morgen schelten
oder, wie man hierzustadt zu sagen pflegt:
A bisserl was geht immer.
beste Grüße,
Claus-Peter