Kleinste erkennbare Marskrater

MikeWölle

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
mann kann natürlich mit der Formel nach Dawes 116/D= Auflösungsvermögen in Bogensekunden, bei gegebenem Marsdurchmesser berechnen, wie klein die kleinsten noch erkennbaren Strukturen auf Mars sind, doch grau ist alle Theorie.
Viel spannender find ich die Realität: Wieviele Kilometer hat der kleinste noch erkennbare Marskrater, bei guter und justierter Optik bei gutem Seeing und ausreichend großer Optik?
Bei der letzten Marsopposition im Winter 2025, hatte Mars maximal ca.14.5 Bogensekunde Durchmesser, also nicht viel, er stand aber recht hoch und günstig am Himmel.
Um das Ganze vom subjektiven Eindruck des Beobachters zu befreien, verwenden wir, statt Auge und Okular, lieber eine Farbkamera mit Lucky Imaging.
Wir fangen bei den großen Strukturen an und tasten uns an immer kleinere Krater heran. Als Maßstab nehmen wir nicht Bogensekunden sonder Kilometer.

Wir beginnen mit dem allseits bekannten Hellas Planitia, ein gewaltiges Einschlagsbecken
Screenshot_20250710_084720_Gallery.jpg

mit etwa 2300km Durchmesser, südlich der großen Syrte. Sehr einfach auch mit kleinen Geräten zu erkennen.
CS Mike


Hellas war einfach, bei Isidis Planitia mit 1300km müssen wir schon genauer hinschauen, da dort die Ränder auf der linken Seite kaum noch vorhanden sind:
Screenshot_20250714_085508_Gallery.jpg

Kleiner, aber recht einfach als heller Fleck ist Argyre Planitia mit 900km zu erkennen.
Screenshot_20250710_152635_Gallery.jpg


Jetzt nach drei gewaltigen großen Ebenen, erreichen wir ein sehr bekanntes Objekt: Den höchsten Vulkan des Sonnensystems: Mons Olympus mit ca. 600km Durchmesser als helle Ellipse ein sehr einfaches Objekt:
Screenshot_20250715_145709_Gallery.jpg

weiter geht's mit einem ebenfalls sehr einfachen Objekt, der auch visuell gut zu erkennen ist: Der Sciaparelli Krater in der Nähe von Sinus Meridiani benannt nach dem "canali" Entdecker mit 490km:
Screenshot_20250711_103051_Gallery.jpg


CS Mike
....wird fortgesetzt
 
Zuletzt bearbeitet:
...weiter geht's mit einen Vulkan aus der Tharsis Region: Arsia Mons, der zusammen mit seinen Nachbarn bei passender Wetterlage orografische Wolken in Form eines W bilden kann. Sein Durchmesser: Etwa 350km Durchmesser,leicht auszumachen:
Screenshot_20250715_153952_Gallery.jpg

Ganz in der Nähe mit 300km ein weiterer Tharsis Vulkan: Pavonis Mons:
Screenshot_20250715_155256_Gallery.jpg

Gleich groß, und ebenfalls eindeutig zu erkennen ist der Krater Herschel.
Screenshot_20250711_211157_Gallery.jpg

300km sind also kein Problem, also weiter:
Schröter, mit 290km nur wenig kleiner und recht bekannt:
Screenshot_20250712_191317_Gallery.jpg

Wir lassen einige Krater aus und nehmen den recht deutlichen Mutch in der Nähe des Großen Mars Canons: Er hat nur mehr 210km Durchmesser:
Screenshot_20250713_182200_Gallery.jpg

CS Mike
Morgen geht's weiter...
 
... am besten wir nehmen uns eine gute Marskarte zu Hand, den nun kommen immer kleinere Krater, wie z.B. Baldet mit nur mehr 180km:
Screenshot_20250712_220514_Gallery.jpg

und Gale mit etwa 150km:
Screenshot_20250713_175829_Gallery.jpg

unter 150km wird es schon schwieriger:
Mit 130km finden wir einen bekannten Namen:
Orson Wells:
2024-12-30-2056_0-RGB_lapl5_ap66_Drizzle30_3.jpg

Dann Radau mit 120km
Screenshot_20250713_122119_Gallery.jpg

und Rutherford mit 110km
Screenshot_20250713_124259_Gallery.jpg


Nun haben wir fast geschafft, es folgt mit ca.100km Durchmesser der kleinste gerade noch aufgelöste Krater namens Marth.
Screenshot_20250713_175829_Gallery.jpg

Zum Zeitpunkt der Aufnahme von Marth hatte Mars einen Durchmesser von 12.9 Bogensekunden Durchmesser.
Das ist etwa die Hälfte des Durchmessers, den Mars in einer günstigen Perihelopposition erreichen kann.
Dann sollten Marskrater mit 50km Durchmesser erkennbar sein.
Wir halten also fest: Praktisches Auflösungsvermögen an Mars bei 12.9" scheinbaren Durchmesser und 46cm Öffnung, bei gutem Seeing und Farbkamera: Etwa 100 Kilometer.

CS Mike
 
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