Hallo Meixner,
was der Händler sagt und was dieser als "Auffälligkeiten" versteht sind ein paar Schuhe, welches ich hier nicht behandeln will. Aber zurück zum Thema - ich gehe mal davon aus, dass es ein 10" GSO ist. Wenn nicht, ist der Rest des Textes nicht relevant.....
Prinzipiell ist das Auskühlen ENORM wichtig, wobei 2 Stunden alleine, bei geschlossenem Tubus oft zu wenig sind. Es hängt nicht zuletzt von der Temperaturdifferenz ab!
Entgegen der landläufigen Meinung den Tubus beim Auskühlen senkrecht zu stellen, kann man das Gerät waagerecht (jedoch offen), Spiegelseite sogar höher als die Öffnung stellen, da dadurch das System und vor Allem der Spiegel schneller abkühlt.
Wenn es jedoch ein 10" GSO ist, dann gibt es einige andere mögliche Ursachen, welche in der Konstruktion des 10er begründet liegen, so am 8" nicht zu beobachten sind.
Es kann sein, dass sich der Tubus verspannt hat. Gerade der 10er reagiert hier recht heftig und Spannungen können sich teilweise erst nach Stunden bemerkbar machen. siehe hierzu auch hier -
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=Einsteiger&Number=22519&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1
Ich habe auch (auszugsweise) folgenden Inhalt an einen GSO-Händler gesendet -
".....Nach meinen Beobachtungen tritt das Problem beim 8" auch auf, jedoch nur während der ersten 20 Minuten, wo eh keiner durchschaut, das das Tubusseing noch zu heftig ist. Ausserdem ist der Umfang des GSO 8" geringer. Desweiteren hängt es bei beiden Geräten davon ab, wann man die Federn an die Rockerbox anschliesst. Lässt man das Gerät mit "losen" Federn abkühlen, tritt das Problem nur minimal auf, sind die Federn eingehakt, dann wirken diese dem Tubus entgegen und erlauben NICHT den Abbau der Spannungen. Fängt man dann an zu beobachten und kippt den Tubus aus der Senkrechten, bauen sich Verspannungen teilweise mit einem lauten Knacken ab und die Optik ist wieder dekollimiert. Rein theoretisch müsste man also die Kiste senkrecht abkühlen lassen, dann etwas bewegen, dann mit den Federn festmachen, wieder etwas bewegen/kippen und dann erst endgültig kollimieren. Ansonsten gibt es immer wieder Verspannungen, welche sich teilweise erst nach bis zu 7 Stunden bemerkbar machen (22:00 Beoabachtungsbeginn mit optimaler Kollimation, um 04:45 wieder dekollimiert, Abweichung des Lasers geschätzt ca. 5mm off-axis), besonders wenn man zwischendurch den Tubus ruckartig bewegt und somit bestehende Spannungen freisetzt. Vielleicht posten Sie mal das Ganze irgendwo auf Ihrer HP, viele scheinbare Kollimations- oder Scharfeprobleme sind explizit auf Verspannungen der Gesamtkonstruktion zurückzuführen...."
Sollte die Verspannung die Ursache sein, dann ist dies lösbar, auch die Spiegelzelle kann es sein, da beim 10er GSO der Spiegel bei etlichen Modellen wirklich FEST in der Zelle sitzt - hier kann es helfen die stützenden Korkplättchen an der Seite etwas dünner zu gestalten.
Es kann aber auch eine simple Dekollimation bei ansonsten sauberverarbeiteter Optik und Mechanik sein.
Sinnvoll wäre eine Beschreibung eines Sterntests am echten Stern mit Bezug auf die intra- und extrafokalen Beugungsringen.
So long
Nikita