Kollimation Cassegrain

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Rainer_Schmegel

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Hallo Alle !
Ein Freund erzählte mir von seinem Teleskop.Es sagte er sieht einfach nichts.Daraufhin habe ich es mir heute angeschaut.Es ist ein älteres Danubia R-6P mit D=152 und F=2800.Ich würde sagen, es ist ein Cassegrain-Teleskop.Die Baulänge ist ca.1m.Leider hat es auch noch den kleinen 24mm Okularauszug.Also rasch mal die entfernten Bäume und die Hochspannungsmasten angepeilt und mit einem 25mm Okular betrachtet.Die totale Enttäuschung macht sich breit.Das Bild ist total ohne Kontrast, hat kaum Helligkeit und einen extremen milchigen Schleier, wie Nebel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> Der ( durchbohrte ) Hauptspiegel und der wohl parabolische Fangspiegel, sowie das Okular sind blitzeblank und sauber.Könnte es sein, daß eine Fehlkollimation sich da so extrem auswirkt ? Wer kennt so ein Teleskop und kann helfen ??
 
Hallo Rainer,
sieht das Teleskop so wie auf diesem link aus? http://www.geocities.com/weltraumrob/Cassegrain1.html
Wenn ja, dann handelt es sich bei der Brennweite nicht wie angegeben um 2800 mm sondern um 2140 mm, die Erbauer haben da gut geschlafen bei der Beschriftung der Schildchen. Desweiteren muss ein Cassegrain einen gelochten HS haben, anders funktioniert das System ja nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
So, nun zum eigentlichen Problem. Ich habe das Teleskop vor langer Zeit für mich gekauft und habe keine derartigen Schwierigkeiten damit gehabt, bei deinem Freund muss das Teleskop dejustiert sein. Um es zu justieren, gehst du so vor, daß zuerst die FS am vorderen teil des Scopes abgeschraubt wird. Dann misst du genau die Tubusmitte und bildest dann mit einem weissen Faden ein "Fadenkreuz". Anschliessend gehst du am hinteren Ende und steckst einen Lasercolli in den Auszug. Mein Teleskop hatte eine Adapterhülse nötig um 1,25" Okus aufnehmen zu können...vielleicht kannst du von irgendwoher eine derartige Hülse kriegen. Ist nun der Lasercolli drin, justierst du den HS nun auf die Mitte des Fadenkreuzes. So hast du zuerst den HS zumindest wieder Sysemmittig. Danach FS mit Halter wieder einbauen und den FS justieren...
Viel Erfolg,
Robert
 
Hallo
Genau, das ist das Teleskop !!
Hat, glaube ich, mal `ne Stange Geld gekostet.
Die Montierung ist etwas witzig: <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> Offene Schneckenräder und eine Tangentialarmverstellung in Deklination.Das alles auf einer Säule.Wenn man von vorne da reinschaut, sieht alles schön symetrisch aus..Ist die Kollimation wirklich so kritisch ?Wie genau muß denn alles sein ?Vielen Dank für die Info.
Rainer

 
na wenigstens erstmal ein Erfolgserlebnis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
So , da nun das Teleskop identifiziert wurde, versuche so genau wie möglich die Tubusmitte auszuloten, das ist ziemlich wichtig. Du gehst mit einem Bandmaß oder Metermass ran und misst soweit die mitte des Tubus aus, markierst die Stellen mit Bleistift. Dann ziehst du über die Markierungen einen weissen Faden und klebst ihn seitlich mit Tesa fest. Vorher schraubst du natürlich den FS aus. Dann rein mit dem Lasercolli und den HS soweit justieren, bis der Laserpunkt die Fadenkreuzmitte trifft. Dann FS einbauen und justieren (auch mit dem Lasercolli). Die letzte Justage dann am Stern, so daß die Beugungsringe intrafokal und extrafokal annähernd gleich sind (je gleicher desto besser). Diese "Schnelljustage" müsste zumindest erstmal eine besserung bringen. Was ich noch zum "milchigen Bild" sagen wollte, welches du erwähnst, der Cassegrain ist ein wenig "Tageslicht blind" das heisst, trotz Blendrohr "mag" das System kein Tageslicht, sondern benutze es wenn es geht nur astronomisch.
Gruß,
 
Hallo Robert
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.
Ich habe schon einen Adapter für 31,7mm Okulare gebaut.
Schön, daß Du mir noch den Hinweis auf die leichte "Tageslicht-Blindheit" gegeben hast.Ich denke das System ist gar nicht so verkehrt justiert, sondern braucht halt einen vernünftigen Okularauszug und anständige ( 31,7mm ) Okulare.Das mit dem Druckfehler mit der Brennweite ist schon krass...Die massiven Spinnenarme mit fast 10mm Breite sind aber auch heftig...Das treibt die Obstruktion sicher schön hoch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,
der Auszug an meinem Teleskop ist eigentlich sehr gut. Ich würde fast sagen, wenn alle "billigeren" Teleskope einen derartigen Auszug hätten, dann würden viele Händler ihre Nachrüst-OAZ´s nicht mehr so gut verkaufen können. Mit dem Adapter hast du nun 1,25" und mehr braucht dieser Cassegrain ja eh nicht. Die breiten Spinnenarme sind natürlich etwas übertrieben, aber ich kenne einen Zeiss Cassegrain der hat die gleichen Spinnenarme. Ja, es macht etwas mehr Obstruktion, aber dafür ist es justagestabil und wenn das System einmal steht, dann muss man nicht jedesmal dran fummeln. Ich finde es weit schlimmer, daß es nur 3 Arme sind, dadurch bekommt man bei hellen Objekten gleich 6 Spikes. Ich finde Spikes schön....aber nur auf Fotos, naja und 6 müssen es auch nicht sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Robert
 
Hallo
Der Okularauszug ist auch sehr stabil und hochwertig.Mit "vernünftig" meinte ich nur den größeren Durchmesser, den er haben sollte.Das große Sucherfernrohr macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck.Ich werde dann bei nächster Gelegenheit am Stern mit einem 1-1/4" Okular die Kollimation testen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,
habe auch einen (nein, zwei) klassische Cassegrains und kann das HoO-Posting nur bestätigen: benutze niemals einen Cass bei Tage zum Betrachten terrestrischer Objekte. Da nutzt kein Blendrohr... Das Auswaschen des Bildes kann auch Nachts passieren, wenn z.B. der Mond direkt neben dem Bildfeld steht. Dann versucht man vergeblich aber zeitraubend auf den hellen Fleck scharfzustellen, nur um dann festzustellen, dass der Fleck nur ein Reflex aber nicht der Mond ist. Deshalb die zweite Empfehlung: ein gut justierter Sucher ist unverzichtbar.
Außerdem führt schon ein ganz leichte Dejustierung der Optik zu einem deutlichen Kontrastverlust. Zwar nicht so krass wie die Fremdlichtaufhellung, aber z.B. Planetendetails sind schon bei geringer Abweichung vom Ideal futsch. Also sollte auf die Kollimierung etwas Zeit verwandt werden. Und natürlich gibt es thermische Probleme, ähnlich wie bei einem Newton. Bei meinem großen Cass will ich jetzt zwei absaugende Lüfter in der Ebene des Hauptspiegels einbauen, um das in den Griff zu bekommen. Ich denke, das ist gerade bei einem Cass wichtig, weil man diese Geräte typischerweise sowieso für hohe Vergrößerungen am Planeten und Mond etc. einsetzt, wo sich die Luftschlieren über dem Spiegel drastisch bemerkbar machen. Ich erreiche derzeit nicht über 150 x wegen der Thermik - und da sollte deutlich mehr drin sein...
Es gibt also mit einem solchen Klassiker immer etwas zu tun!
Gruß,
René
 
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