Koma Korrektor

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optimus_primeg1

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Liebe Beobachter,

seit geraumer Zeit nutze ich meinen Flextube 10" Dob ausschließlich für die visuelle Beobachtung. Ich nutzte hauptsächlich Okulare aus der 82° Serie von Explore Scientific. Um die Bildqualität zu verbessern, denke ich über die Anschaffung eines Koma Korrektors nach. Die Sternpilze stören immer mehr. Besonders fällt die Koma leider bei Top-Bedingungen auf. Wie bereits herausgefunden, benötige ich für die rein visuelle Nutzung ein 4 Linsiges System. Folgende Korrektoren habe ich bereits recherchiert:

- Paracorr Typ 2:
http://www.teleskop-express.de/shop...Paracorr-Koma-Korrektor---Newtons-ab-f-3.html

- Skywatcher:
http://www.astroshop.de/flattner-an...d=CI7jr7yPgsQCFeLHtAodZw0AtQ#tab_bar_1_select

- Explore Scientific:
http://www.explorescientific.de/Optisches-Zubehoer/Explore-Scientific-HR-Coma-Corrector.html

Im Rennen sind vermutlich der Paracorr und der ES. Welche sind noch empfehlenswert? Wie ist Eure Meinung/ Erfahrung zu den o.g. KKs.

Wird das Bild an sich durch die Nutzung eines Koma Korrektors schärfer? Worauf muss bei Nutzung von unterschiedlichen Okularen geachtet werden, Nachstellen, Fokuslage etc.? Irgendwo habe ich gelesen, dass Galaxienspechtler am besten keinen KK verwenden - Warum?

Zahlreiche Fragen, ich hoffe auf viele viele viele Antworten und neue überlegenswerte Ansatzpunkte :-)!

Vielen Dank für Eure Unterstützung!


CS

Michi


(at) Marcus: Du hast vor geraumer Zeit eine Einleitung zu dem Thema Koma Korrektor in dieses Forum gestellt. Ich finde allerdings die weiteren Ausführungen nicht. Kannst Du ein Link einstellen, das wäre super :-)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michi,

Es freut mich natürlich, dass mein damaliger Beitrag über Komakorrektoren noch gelesen wird. Zusammen mit der damaligen Diskussion gibt er glaube ich die wesentlichen Grundlagen nach wie vor korrekt wieder.
Die Fortsetzung hatte ich damals nicht gepostet, weil sie sich speziell mit dem SIPS-Korrektor von Televue und Starlight Instruments beschäftigt. Das ist ein Feathertouch mit fest eingebautem Paracorr Typ 2. Ich hatte damals für den Astrotreff geschrieben und die Bilder da auf den Server geladen. Für A.de hätte ich die Bilder noch mal woanders hochladen müssen, dazu bin ich nicht mehr gekommen.

Hier die entsprechende Diskussion im Astrotreff:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=151487
Und die Fortsetzung über den SIPS:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=151682

Tjaaa, ES vs. Paracorr. Nicht ganz einfach. :gutefrage:
Bei mir im Verein haben wir letzten Herbst einen Vergleichstest verschiedener Okulare und Korrektoren für unseren Sternwartendobson (21", f/3,8) durchgeführt. Dabei haben wir auch den ES gegen einem Paracorr Typ1 antreten lassen. Getestet haben wir verschiedene Okulare, unter anderem von ES und Televue.
Visuell waren die beiden auf einer Höhe. Manchmal sah ich den Paracorr leicht vorne, aber die Unterschiede waren eigentlich nur im direkten Vergleich zu sehen. Optisch ist der ES auf jeden Fall sehr gut. Ob der Paracorr Typ 2 eine Verbesserung bringt kann ich so nicht sagen. Mit deinen 82°-Okularen und Deinen relativ entspannten f/4,7 sollten beide Korrektoren kein Problem haben.

Mechanisch fand ich den Paracorr aber sinnvoller gelöst. Das verstellbare Oberteil beim ES hat ein sehr feines Gewinde und wenn die Fokuslagen der Okulare weit auseinander liegen muss man das Oberteil sehr oft um die eigene Achse drehen bis der Korrektor richtig eingestellt ist. Wenn die Okulare annähernd parfokal sind, geht das schneller. Aber das Tunable Top beim Paracorr ist halt deutlich schneller eingestellt wenn man die passende Einstellung für das Okular kennt. Wenn Du all deine Okulare mit Distanzhülsen parfokal machst, entfällt dieses Argument natürlich. Ich empfand das Oberteil des ES allerdings auch als etwas klapprig. Wir haben uns aus diesen Gründen letztendlich für einen Paracorr entschieden.

Abseits der optischen Achse wird das Bild bei Verwendung einen Komakorrektors selbstverständlich schärfer. Deshalb setzt man ihn ja ein. Bei hohen Vergrößerungen auf der optischen Achse könnte der KK durch die zusätzlichen Linsen eine leichte Unschärfe einführen. Das ist aber weniger für Galaxienspechtler von Bedeutung, sondern mehr für Planetenbeobachter. Klar, wenn Du den Planeten immer in der Mitte des Gesichtsfeldes hältst und ein hochwertiges Ortho verwendest, brauchst Du keinen Komakorrektor. Aber dafür brauchst Du eine Nachführung wenn Du nicht ständig nachschubsen willst. Wenn Du den Planeten beim Dobson durch das gesamte Gesichtsfeld laufen lassen willst ohne zu schubsen, bringt ein KK auch bei der Planetenbeobachtung große Vorteile.
Zum Beispiel kann ich mit meinem 16" f/3,7 bei 300x den Saturn halb hinter den Gesichtsfeldrand laufen lassen. Mit Komakorrektor sehe ich in der sichtbaren Planetenhälfte noch die Cassiniteilung. Ohne Korrektor erkenne ich nicht mal mehr den Ring als vom Planetenscheibchen getrennt.

Also: ein Komakorrektor ist bei schnellen Newtons und hochwertigen, randscharfen Okularen auf jeden Fall sehr sinnvoll. Mir persönlich gefällt der Paracorr besser als der ES, aber beide sind auf hohem Niveau und erfüllen ihre Aufgabe sehr gut. Ist halt Geschmackssache bezüglich des Handlings und natürlich auch eine Preisfrage.
Eine günstige Alternative zu einem Paracorr Typ 2 wäre ein gebrauchter Paracorr Typ 1 visuell. Ich habe für meinen damals rund 200,-€ bezahlt, das ist noch mal ein gutes Stück günstiger als ein neuer ES. Den Typ 1 gab es entweder visuell oder fotografisch, der neue Typ 2 ist für beides zu gebrauchen.
Vielleicht hast Du ja vor dem Kauf auch noch mal Gelegenheit beide Fabrikate zu vergleichen.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Michi,

für den visuellen Einsatz und mit Deinem Öffnungsverhältnis, ist optisch auch der Paracorr (I) eine Option. Der hat aber über die Jahre diverse mechanische Varianten entwickelt, die man dringend beachten muss. Der Paracorr PCV2000 hat den Nachteil, dass durch die Klemmung mit nur einer Schraube die einstellbare Okularfassung unter dem Gewicht heutiger, schwerer Okulare nachgibt und sich schräg stellt. Spätere Varianten des Paracorr haben daher immerhin zwei Klemmschrauben und beim Paracorr 2 sind es sinnvollerweise zwei feste Schrauben als Führungen und wieder eine Klemmschraube.

Dann möchte ich aber den Blick auf den Verlängerungsfaktor lenken. Der ist bei den Korrektoren jeweils unterschiedlich und kann also durchaus eine entscheidende Rolle spielen. Zum einen sind die 15% Verlängerung der beiden Paracorr-Typen ein ordentlicher Sprung bezüglich der AP, zum anderen stellt sich gerade beim Einsatz eines Komakorrektors auch die Frage nach dem maximalen Feld. Und das wird nicht einfach kleiner, denn:
f/4 * 1,15 = f/4,6 => 7mm AP entspr. 32,2mm
f/4,5 * 1,15 = f/5,2 => 7mm AP entspr. 36,2mm
f/4,8 * 1,15 = f/5,5 => 7mm AP entspr. 38,6mm
f/5 * 1,15 = f/5,8 => 7mm AP entspr. 40,3mm

Wie man sieht, rutscht so bei f/4 und 15% verlängerung ein 31mm Nagler in den Bereich der nutzbaren AP und bei f/5 könnte man gar ein 41er Panotpic probieren wollen. Bei f/4,5 wird man nach wie vor vermutlich aus einem 31mm Nagler das maximale Feld herausholen (30mm 100° erstmal ausgeklammert).
Um mal bei diesen Okularen als Beispiel zu bleiben, ist das Feld des 41er Panos mit 15% Verlängerung dann doch wieder einen Hauch kleiner, als jenes des 31mm Naglers ohne Verlängerung.

Da man nun mit dem ES schonmal deutlich weniger Verlängerungsfaktor hat und mit dem GPU nominell (und nach meiner Durchlaufmessung) bei Faktor 1 liegt, kann das in die Entscheidung einfließen.

Clear Skies
Sven
 
Vielen Dank für die ausführlichen Tipps!

Welche weiteren Erfahrungsberichte haben Beobachter gemacht? Diskussion wie immer ausdrücklich gewünscht!


Gruß

Michi
 
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