Kombinationen von Geräten (Planeten - Richfield)

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aths

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Ich habe mal wieder <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> einen ganzen Fragen-Katalog <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

1 - Kommt es bei Rich Field Geräten auch so auf optische Qualität an wie bei Planeten-Beobachtungen, oder darf es wegen geringeren Vergrößerungen (mir schwebt ca. 50x vor) auch Skywatcher bzw. Synta sein?

2- Sind 50 Vergrößerungen schon "zuviel", um große Gebiete auf einen Blick übersehen zu können?

3- Auf welches wahre Gesichtsfeld würde man mit so einem Gerät am Himmel kommen? (Voraussetung relativ preiswerte 1,25 Zoll Okulare wie z.B. Plössls)

4- Würde ein 80x400-Gerät, welches mittels Rohrschellen am Hauptgerät hängt schon Sinn machen, oder sollte es auf jeden Fall gleich ein extra Tubus wie z.B. 100/500 sein?

5- Ist ein 2-Zoll-OAZ für Rich Field in dieser Größenklasse schon sinnvoll, oder tuts ein 1 1/4 Zoll OAZ auch?
 
Hallo aths,

1 - Kommt es bei Rich Field Geräten auch so auf optische Qualität an wie bei Planeten-Beobachtungen, oder darf es wegen geringeren Vergrößerungen (mir schwebt ca. 50x vor) auch Skywatcher bzw. Synta sein?
Erstmal ist die optische Qualität von Skywatcher oder Synta-Geräten ja nicht grundsätzlich schlecht. Da es sich aber nur um Achromaten handelt, macht sich bei höherer Vergrößerung ein störender Blausaum bemerkbar, vor allem bei den Geräten mit großem Öffnungsverhältnis, die ja in erster Linie als Richfield-Geräte in Betracht kommen.
Bei meinem 80/400 Synta-Refraktor macht sich der Blausaum ab etwa 50x bei hellen Objekten bemerkbar, ansonsten sind die Sternabbildungen sehr sauber.
Um den niedrigen Preis realisieren zu können, werden allerdings bei Synta-Geräten nicht so strenge Qualitätskontrollen durchgeführt, wie man sie bei teureren Geräten erwarten kann. Die Gefahr, eine Gurke zu erwischen ist daher größer.

2- Sind 50 Vergrößerungen schon "zuviel", um große Gebiete auf einen Blick übersehen zu können?

3- Auf welches wahre Gesichtsfeld würde man mit so einem Gerät am Himmel kommen? (Voraussetung relativ preiswerte 1,25 Zoll Okulare wie z.B. Plössls)

5- Ist ein 2-Zoll-OAZ für Rich Field in dieser Größenklasse schon sinnvoll, oder tuts ein 1 1/4 Zoll OAZ auch?
Diese Fragen hängen zusammen, deshalb beantworte ich sie gemeinsam.
Gegenüber 2-Zoll Okularen haben die 1.25 Zoll Okulare im langbrennweitigen Bereich den Nachteil kleinerer scheinbarer Gesichtsfelder. Das Maximum liegt so bei den 32mm Superplössls (oder wie die nun gerade mit Vornamen heißen) bei 52° scheinbarem Gesichtsfeld. Bei einem 80/400 Refraktor wie ich ihn habe kommmt man damit auf 12.5 fache Vergrößerung und gut 4° Gesichtsfeld, bei einer Austrittspupille von 6.4mm, also auch für Leute ab 40 wie mich noch im grünen Bereich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Bei 50-facher Vergrößerung kommt man mit einem Plössl-Okular, das typischerweise um die 50° Eigengesichtsfeld hat, nur noch auf etwa 1° wahres Gesichtsfeld. Das ist in meinen Augen schon nicht mehr wirklich 'Richfield'.
Einen 2-Zoll Auszug hat beispielsweise der 100/500 von Synta. Packe ich da mein 2" Panzerokular mit 30mm Brennweite und 77° scheinbarem Gesichtsfeld rein, komme ich auf 16.7-fache Vergrößerung und ein Gesichtsfeld von 4.62°; das 31er Nagler käme auf etwa 5°, das ist das maximal erreichbare. Dieses Okular kostet allerdings ein mehrfaches des Refraktors ...
Ob sich dieser Unterschied für Dich lohnt, mußt du selbst entscheiden. Wenn ich heute nochmal die Wahl hätte, würde ich eher den 100/500 mit 2"-Auszug nehmen, dann hätte ich alle Optionen offen.
Der Anschaffungspreis unterscheidet sich ja nicht so wesentlich.

4- Würde ein 80x400-Gerät, welches mittels Rohrschellen am Hauptgerät hängt schon Sinn machen, oder sollte es auf jeden Fall gleich ein extra Tubus wie z.B. 100/500 sein?
Du meinst wahrscheinlich eher eine extra Montierung, oder? Einen extra Tubus hast Du in jedem Fall.
Ich weiß ja nicht, was Dein Hauptgerät ist. Wenn Du an ein größeres Instrument den 80/400 mit dranhängst, hast Du gleichzeitig einen Supersucher und ein Richfield-Instrument.
Die Handhabung ist aber sicher auf einer separaten, leichteren Montierung einfacher, zumal Du dann auch ein feines Reisegerät hättest.
Ich habe meinen 80/400 auf eine EQ1 gesetzt, die noch gut im Reisegepäck transportabel ist. Für visuelle Zwecke reicht die besonders bei niedrigen Vergrößerungen auf jeden Fall aus. Wenn ich Gewicht sparen muß oder will, lasse ich das Gegengewicht zu Hause und betreibe die Monti azimutal.
 
hallo aths,

ich würde mir als richfield-gerät auch nur eines mit 2"-auszug
zulegen. nur damit kommst du auf maximales gesichtsfeld, etwa 1°
mehr als mit 1,25".
natürlich kostet 2"-zubehör jede menge geld, daher wird die anschaffung
eines 2"-richfields für normalverdiener wohl nur dann sinnvoll sein,
wenn das teure 2"-zubehör auch bei anderen, bereits vorhandenen geräten
verwendung findet.

konkret würde ich den 102/500 von Synta empfehlen, aus mehreren gründen:
- mehr licht als mit 80mm
- 2" okularauszug (hat der 80mm nicht)
- meist ganz gute optik, beim 120/600er gibts wesentlich mehr gurken
- vor allem gebraucht zum superpreis zu haben (200EUR),
warum 150EUR für den 80/400 ausgeben wenn ich um 200EUR den 102/500 haben
kann? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

bei 50fach ist mit richfield schluß, wenn nicht schon früher.
aaaaber, diese richfieldgeräte sollten trotzdem bei 100fach-150fach
sterne noch punktförmig abbilden, denn viele deepsky-objekte brauchen
diese vergrößerung (zb. M13, M37). aus diesem grund muß auch ein richfieldgerät
beugungsbegrenzt abbilden. die ansprüche an die optik sind aber
nicht ganz so hoch wie bei planetenbeobachtung.
wichtig auch bei deepsky: die streulichtunterdrückung.
die richfieldrefraktoren von Synta sollte man daher mit velours auskleiden.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo Aths,

ich will es einmal versuchen.

1.Ja und nein.Natürlich gibt es auch bei Deep Sky Objekten mit feinen Details bei denen die optische Qualität nicht beliebig schlecht sein kann,aber sie braucht nicht so gut zu sein wie für Planetenbeobachtung.
Der Farbfehler vom FH ist bei geringer Vergrößerung noch nicht dominant.

2.Ja.
Wenn du nicht mit der genauen mathematischen Formel rechnen willst kannst du relativ genau das tatsächliche Gesichtsfeld berechnen,indem du das Eigengesichtsfeld des Okulares (beim Plössl 50°)durch die Vergrößerung teilst(hier 50x ,du hast also 1° Feld am Himmel,das ist wenig.
Objekte wie Plejaden oder M31 samt Begleiter brauchen mehr,M31 hat ca 3,2° !

3.Wenn du ein 80/400 (f/5) mit 1,25" Auszug nimmst und dazu ein 32mm Plössl welches das maximal mögliche Feld für 1,25" Okulare liefert bei einem Eigengesichtsfeld von knapp 50° oder genauer 48° dann hast du eine Vergrößerung von 12,5x bei einer Austrittspupille von 6,4mm und erreichst fast 4° am Himmel.Das wäre für einen sehr dunklen Himmel eine schöne und preiswerte Kombination.
Mit einem 20nn Plössl hast du 20x und immer noch 2,5° am Himmel.Mit einm 10mm Plössl 40x und darüber wirst du sicherlich das Vixen 90/1000 bevorzugen.

4.Ich habe Schwierigkeiten die Frage zu verstehen.Einen 80/400 kannst du sicher am Hauptrohr befestigen,auch als "Supersucher",beim 100/500 wird es schon etwas problematischer.
Ich würde aber die Möglichkeit das Rich-Field Teleskop seperat zu nutzen offen lassen,so ein kleines Teil ist schnell mal für eine Wolkenlücke nach draußen gestellt.

5.Bei 400mm Brennweite und f/5 ist ein 2" Auszug nicht zwingend nötig,aber wenn du deine 2" Nagler nutzen willst würde ich natürlich darauf achten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

MfG,Karsten

 
Moin Arne!

Frage 1: Bis 50fach und mehr sind die China-Geräte m.E. völlig in Ordnung für
ihren Preis. Es wird niemand davon abgehalten, mehr auszugeben.

Frage 2: Kommt drauf an, bis zu welcher Vergrößerung Du "Richfield" verstehst.
Ich für mein Teil setze in meinem 80/400er Bresser kaum mal mehr als 30fach ein.

Frage 3: ich habe für mich entschieden, nicht mehr als 5 mm AP einzusetzen, d.h.
hier also ein TAL-Plössl 25 mm mit 55° sGF. Damit komme ich bei 16fach auf 3,4° GF
am Himmel. 32 mm bringen m.E. keinen Gewinn mehr in der Erkennbarkeit. Oft ist der
Himmel dafür auch viel zu hell.

Frage 4: Ich bleibe bei meinem 80/400er, denn er ist für mich das geeignete, auch weil
er kompakter ist. Ein 102/500 wiegt allein schon vom Tubus her gut das Dreifache, dazu
kommen die Gewichte eines 2"-ZS (etwa 600 g) und von 2"-Okularen (um 500 g). Neulich
wies ein Kollege darauf hin, daß so ein 2"-ausgerüsteter 102/500 extrem hecklastig ist,
weil sich fast das gesamte Gewicht auf den OAZ konzentriert. Da bleibe ich doch lieber beim
kleineren Gerät: Meinen Bresser Champ kann ich sowohl auf Fotostativ als auch auf
EQ-2 benutzen. Das reicht mir völlig. 2"-Ausrüstung habe ich sowieso nicht im Sortiment.

Frage 5: Kommt drauf an, wieviel Du bereit bist auszugeben. Willst Du fotografieren oder
nicht?
 
tatsächliches Gesichtsfeld

Das tatsächliche Gesichtsfeld ist abhängig von der Brennweite des Teleskops sowie dem Feldblendendurchmesser des Okulars. Die zugehörige Näherungsformel:

tatsächliches Gesichtsfeld in Grad = Feldblendendurchmesser * 57,29 / Brennweite des Teleskops

Der maximale Feldblendendurchmesser ist für 1,25 Zoll ca. 27mm und für 2" ca. 46mm. Daraus ergibt sich für 500mm Brennweite 3 Grad tatsächliches Gesichtsfeld bei 1,25 Zoll.
Um großflächige Objekte wie den Nordamerikaneben komplett zu überblicken bräuchte man an die 6 Grad. Deswegen ist parallel zum Teleskop ein Feldglas nicht dumm.
 
Re: tatsächliches Gesichtsfeld

Hi, ja, ich überlege um die Beobachtungsmöglichkeiten ggü. "kleinen" Objekten zu erweitern, noch etwas für größe Winkel mitzubestellen. Mein Feldstecher ist ein 10x40-Gerät, wieviel Grad wahres Gesichtsfeld er hat, weiß ich allerdings nicht.

Das künftige 90/1000-Gerät bietet nur ca. 1,3°, und da stelle ich mir einen extra "Riesen-Sucher" der vielleicht gute 3° bietet ganz praktisch vor. Mit diesem Ding möchte ich natürlich nicht nur suchen, sondern auch was sehen können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Fotografieren möchte ich nicht, da fehlt es auch an jeglicher Ausstattung.

Aber ich sollte vielleicht erst mal gucken, wie sich das künftige Hauptgerät so macht und dann entscheiden.
 
Re: tatsächliches Gesichtsfeld

ein richfield kann eine ergänzung zum 90M sein,
aber die 1.3° gelten nur für 1.25"-okulare!
meinen berechnungen zufolge kommst du bei verwendung von 2"-zubehör
auf maximal 2°42' (mit 30mm widesscanII, 90°scheinbares gesichtsfeld).
selbst mit einem nicht so maximalen 2"-okular solltest du mindestens
2°30' erreichen können. das geht durchaus schon in richtung richfield.
allerdings mußt du erst mal die knete für das 2"-zeugs haben, das geht
ziehmlich ins geld, vor allem wenns auch qualität haben soll.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: tatsächliches Gesichtsfeld

Hi bino,

Vixen bietet afaik einen Zwei-Zoll-OAZ erst für den 102M und größer an. Wenn ich das richtig sehe, ist das 90M auf den 1,25" OAZ fixiert. Ich habs mal im Internet nachgeschaut, für vernünftiges 2"-Zubehör, (womit man die Vixen-Qualität des Hauptgerätes ausnutzen kann) reichts sowieso nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
 
Re: tatsächliches Gesichtsfeld

Mein Feldstecher ist ein 10x40-Gerät, wieviel Grad wahres Gesichtsfeld er hat, weiß ich allerdings nicht.

Einen "Daumenwert" zu bekommen ist eigenlich recht einfach: Meist haben preisgünstigere Fergläser ein scheinbares Gesichtsfeld von 45-50 Grad. Geteilt durch die 10fache Vergrößerung hast Du dann an die 5 Grad tatsächliches Gesichtsfeld.
Wenn Du es genau wissen willst: Meistens wird das tatsächliche Gesichtsfeld bei Ferngläsern als Sehfeld auf 1000m angegeben. Mit Hilfe der Trigonometrie kannst Du dir dann das tatsächliche Gesichtsfeld in Grad ausrechnen.
 
günstige Alternative

Hallo Aths

Also wenn du was einfaches günstiges haben willst, was super zum
"Richfielden" ist, dann hab ich da noch ne Idee.
Ein Kumpel, der Antonius, auch aus diesem Forum bekannt, hat sich bei Ebay
so einen Synta 114er Newton mit 500mm Brennweite ersteigert.
Nunja was soll ich sagen? Das ist schon ein tolles Gerät!
Schön leicht und kompakt aber immens Lichstark. Okay, die Röhre hat nur nen 1,25" Auszug aber wenn ich an den Preis denke, den man für so ein Teil nur zu zahlen hat isses schon klasse.
Macht wirklich Spaß, ich könnt mir vorstellen mit nem UHC oder OIII noch mehr, das konnte ich bislang aber nicht testen.

gruß,
André



 
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