Kombinationswunsch Teleskop + Solarskope

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Hallo Zeljko.

Das, was das das Solarscope macht, also OHNE SONNENFILTER das Sonnenlicht zu bündeln & auf eine "Leinwand" zu werfen, das nennt sich "Okularprojektion" und lässt sich eigentlich mit Jedem Teleskop machen!

ABER VORSICHT!!

1. MUSST Du ganz sicher verhindern, dass Jemand in's Okular blickt! Dem Sein Augenlicht wäre stark gefährdet!
Ein aufgeklebter "Abstandhalter" (Kartontrichter), der verhindert, dass man mit dem Auge näher als 10..15cm an's Okular kommt, ist schon ein ziemlich guter Schutz. Besser ist es, die Befestigung für den Projektionsschirm (Stangen, die den Abstand zur "Leinwand" bestimmen) fix um das Okular zu montieren, dann kommt auch Keiner mit'm Auge an's Okular <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
DANN ist die Projektionsmethode eine wirklich sichere Möglichkeit, die Sonne zu beobachten, sogar mit mehrern Leuten gleichzeitig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />


2. Auch Nicht nur das Auge, sondern auch die Gerätschaft ist gefährdet.
Je näher am Brennpunkt, desto höher ist die Energiedichte.

Das heisst: um das Objektiv (bzw den Hauptspiegel) brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, aber das Umlenkprisma (bzw. der sekundärspiegel) werden sich mit der Zeit erhitzen.
Das Okular bekommt die höchste Energiedichte ab. Wie viel Du Deinen Okularen zumuten möchtest musst Du selber bestimmen - Auch hängt es natürlich von der Geräteöffnung ab, wie viel das Okular dann "aushalten" muss.. (mit dem 10m Keck-Teleskop könnte man ein Okular wahrscheinlich verdampfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> )

Mit meinen Plössl-Okularen und einem 80mm Linsenteleskop projeziere ich aber bedenkenlos bis zu einer Minute lang ohne Unterbruch. Dann setze ich für einige Minuten den Staubschutzdeckel auf den Tubus und entnehme das Umlenkprisma bzw. das Okkular aus dem Tubus, zum abkühlen.



P.s. auch der Sucher eines Teleskopes kann bereits gefährlich sein, wenn er Sonnenlicht bündelt! Für den Sucher kannst Du ebenfalls ein Projektionsschirmchen bauen, oder Du solltest ihn zudecken oder abmontieren.
 
Einige ergänzende Hinweise

Hallo Zeljko,

zu dem, was schon Silvio geschrieben hat, möchte ich noch einige ergänzende Tips geben:

1. Bei einem Linsenteleskop (Refraktor) solltest Du auf Zenitspiegel oder -prisma wegen der dort bestehenden Erhitzungsgefahr (die im Extremfall zum Platzen des Spiegels oder Prismas führen könnte) ganz verzichten. Wenn eine Umlenkung unumgänglich ist, um das projizierte Bild in eine zur Beobachtung geeignetere Position zu bringen, dann sollte ein Oberflächenspiegel größerer Fläche erst ein Stück weit hinter dem Okular eingesetzt werden, wo sich das Srahlenbüschel schon wieder so stark aufgeweitet hat, daß die Leistungsdichte der Strahlung auf einen ungefährlichen Wert abgesunken ist. Auch bei der Baader-Lösung wird so verfahren. Hier hat auch die Spiegelqualität keinen so gravierenden Einfluß mehr, so daß vergleichsweise billige Oberflächenspiegel verwendbar sind.

2. Das Okular ist tatsächlich eine beträchtliche Schwachstelle, weil sich hier die durch eine große Objektivöffnung gesammelte Leistung durch einen sehr kleinen Querschnitt „quetschen” muß. Hier kommt es also immer zu einer Erwärmung, wenn nicht gar Erhitzung. Zweckmäßig wären daher Okulare aus nicht verkitteten Linsen und mit hochwertiger Vergütung. Denn bei verkitteten Linsen kann erstens der Kitt Schaden nehmen und zweitens aufgrund unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten der Glassorten der miteinander verkitteten Linsen eine mechanische Spannung auftreten, die zum Abplatzen der Verkittung führt. Nun enthalten aber im Interesse hoher Transmission so gut wie alle üblichen Okularkonstruktionen auch verkittete Linsen (so kann die Zahl der reflektierenden Glas-Luft-Grenzflächen klein gehalten werden). Das macht es nötig, dem Erwärmungsproblem besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Da die Erwärmung mit kleiner werdendem Querschnitt stark zunimmt, empfehlen sich Okulare längerer Brennweite, die einen größeren Querschnitt haben und daher zu einer geringeren Leistungsdichte führen. Der Nachteil ist, daß dann die Vergrößerung geringer wird. Aber das ist problemlos durch einen größeren Abstand des Projektionsschirms vom Okular auszugleichen.

Fazit: Weder Zenitspiegel noch -prisma verwenden und mit einem langbrennweitigen Okular mit möglichst wenigen verkitteten Linsen bei größerem Projektionsschirmabstand arbeiten. Wenn eine Umlenkung nötig wird, einen Oberflächenspiegel hinter dem Okular einsetzen.

MfG Walter E. Schön

PS. Zum Schluß noch ein ganz anderer Tip, wie der Kontrast des Bildes für bessere Detailerkennbarkeit gesteigert werden kann (auch Herr Baader sollte diesen Tip bei seinem Gerät beherzigen!). Dieser billig zu realisierende Tip kann die Bildqualität mehr verbessern, als ein deutlch teureres Objektiv und Okular: Alle den Projektionsschirm umgebenden Flächen, die ja vom hellen Licht des Sonnenbildes beleuchtet werden, sollten nicht weiß, sondern schwarz sein, damit von dort kein Streulicht zurück auf den Projektionsschirm geworfen werden kann (die dunklen Sonnenflecken und der Venusschatten beim Venusdurchgang werden so erheblich aufgehellt und heben sich schwächer ab). Deshalb bitte alles bis auf eine kreisförmige Fläche, die etwas größer als das Sonnenbild ist, schwärzen!
 
Bei Projektion, Reflektor statt Refraktor?

Lieber Silvio, Lieber Walter,

vielen Dank für eure Infos.
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Habe ich das Richtige verstanden?
Um mit der Projektionsmethode arbeiten zu können sollte ich dann von Refraktoren lieber die Finger lassen und zu Reflektoren greifen?

Mir fällt da gerde noch was ein.
Die Temperaturprobleme bekomme ich doch hoffentlich nur bei der Sonnenprojektion?
Oder ist mit mit der Projektionsmethode womöglich nur Sonnenprojektion möglich?
Ich würde mir gerne auch den Mond damit anschauen, nah, hell und groß genug müsste er eigentlich sein damit das funktioniert.

Mit freundlichen Grüßen vom Bodensee

Zeljko
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Refraktor dürfte meistens besser geeignet sein

Hallo Zeljko,

nein, so war das nicht gemeint. Denn auch ein Reflektor benötigt ja für diese Projektionsmethode ein Okular, in dem dann genau die gleichen Probleme auftreten (können). Im Gegenteil dürfte sogar in vielen Fällen ein für diesen Zweck übergroßes Lichtsammelvermögen des Spiegels, der in der Regel einen erheblich größeren Öffnungsdurchmesser als ein Refraktorobjektiv hat, die thermischen Probleme sehr verschärfen. Denn dann muß noch sehr viel mehr Licht (und Wärme!) durch den gleichen Okularquerschnitt! Daher würde ich im Falle eines solchen Projekts nur ein Linsenobjektiv nehmen.

MfG Walter E. Schön
 
Zusatzinformation...

Hallo Zeljko.

Das mit der "unnötig starken Belastung" bei "dafür unnötig grossen Teleskopen" wollte ich eigentlich sagen, als ich schrieb "... mit meinem 80mm Linsenteleskop..."


Mond Projezieren geht auch, hierfür brauchst Du aber grösstmögliche Öffnung (schätze, unter 6" oder 8" durfte's knapp werden.. Mit einem 12er geht's ziemlich gut. Nicht zuletzt, da ja "ausserhalb der Projektionsfläche nicht Tag ist, sondern Nacht.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ) und Du brauchst auch keine Rücksicht auf Erwärmung zu nehmen, da das Mondlicht "kalt" ist.
(weil er selber nicht "brennt", sondern nur von Sonnenlicht beleuchtet wird, ist das Mondlicht um ettliche zehnerpotenzen energieärmer!)
 
Achtung Projektor, ich komme ...

Lieber Walter, Liber Silvio,

ganz lieben dank für eure Tipps.

Jetzt weiß ich worauf ich noch ein kleines bischen sparen muß, und dann habe ich bald meinen Projektor.

Dann lade ich euch mal zum gemeinsamen Sternegucken hier an den Bodensee ein.

Bis demnächst.

Grüße und clear skies.

Zeljko <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
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