Einige ergänzende Hinweise
Hallo Zeljko,
zu dem, was schon Silvio geschrieben hat, möchte ich noch einige ergänzende Tips geben:
1. Bei einem Linsenteleskop (Refraktor) solltest Du auf Zenitspiegel oder -prisma wegen der dort bestehenden Erhitzungsgefahr (die im Extremfall zum Platzen des Spiegels oder Prismas führen könnte) ganz verzichten. Wenn eine Umlenkung unumgänglich ist, um das projizierte Bild in eine zur Beobachtung geeignetere Position zu bringen, dann sollte ein Oberflächenspiegel größerer Fläche erst ein Stück weit hinter dem Okular eingesetzt werden, wo sich das Srahlenbüschel schon wieder so stark aufgeweitet hat, daß die Leistungsdichte der Strahlung auf einen ungefährlichen Wert abgesunken ist. Auch bei der Baader-Lösung wird so verfahren. Hier hat auch die Spiegelqualität keinen so gravierenden Einfluß mehr, so daß vergleichsweise billige Oberflächenspiegel verwendbar sind.
2. Das Okular ist tatsächlich eine beträchtliche Schwachstelle, weil sich hier die durch eine große Objektivöffnung gesammelte Leistung durch einen sehr kleinen Querschnitt „quetschen” muß. Hier kommt es also immer zu einer Erwärmung, wenn nicht gar Erhitzung. Zweckmäßig wären daher Okulare aus nicht verkitteten Linsen und mit hochwertiger Vergütung. Denn bei verkitteten Linsen kann erstens der Kitt Schaden nehmen und zweitens aufgrund unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten der Glassorten der miteinander verkitteten Linsen eine mechanische Spannung auftreten, die zum Abplatzen der Verkittung führt. Nun enthalten aber im Interesse hoher Transmission so gut wie alle üblichen Okularkonstruktionen auch verkittete Linsen (so kann die Zahl der reflektierenden Glas-Luft-Grenzflächen klein gehalten werden). Das macht es nötig, dem Erwärmungsproblem besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Da die Erwärmung mit kleiner werdendem Querschnitt stark zunimmt, empfehlen sich Okulare längerer Brennweite, die einen größeren Querschnitt haben und daher zu einer geringeren Leistungsdichte führen. Der Nachteil ist, daß dann die Vergrößerung geringer wird. Aber das ist problemlos durch einen größeren Abstand des Projektionsschirms vom Okular auszugleichen.
Fazit: Weder Zenitspiegel noch -prisma verwenden und mit einem langbrennweitigen Okular mit möglichst wenigen verkitteten Linsen bei größerem Projektionsschirmabstand arbeiten. Wenn eine Umlenkung nötig wird, einen Oberflächenspiegel hinter dem Okular einsetzen.
MfG Walter E. Schön
PS. Zum Schluß noch ein ganz anderer Tip, wie der Kontrast des Bildes für bessere Detailerkennbarkeit gesteigert werden kann (auch Herr Baader sollte diesen Tip bei seinem Gerät beherzigen!). Dieser billig zu realisierende Tip kann die Bildqualität mehr verbessern, als ein deutlch teureres Objektiv und Okular: Alle den Projektionsschirm umgebenden Flächen, die ja vom hellen Licht des Sonnenbildes beleuchtet werden, sollten nicht weiß, sondern schwarz sein, damit von dort kein Streulicht zurück auf den Projektionsschirm geworfen werden kann (die dunklen Sonnenflecken und der Venusschatten beim Venusdurchgang werden so erheblich aufgehellt und heben sich schwächer ab). Deshalb bitte alles bis auf eine kreisförmige Fläche, die etwas größer als das Sonnenbild ist, schwärzen!