Komet C/2006 M4 SWAN

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Jawoll, den Schweif konnte ich gestern abend auch unter dem etwas diesigen Meerbusch-Himmel ausmachen. Ein hübscher Anblick zusammen mit M13 im 10x50 FMT-SX2 (Feld 6,5°). Der Komet war sicher knapp eine Größenklasse heller als der Kugelsternhaufen.
Apropos Helligkeit: Diese Begegnung von Swan und M13 kann man als nette Übung zum Helligkeitsschätzen von Kometen nehmen: Mag 4-6 Sterne finden, durch Defokussieren den Stern-Durchmesser auf den (fokussiereten!) Kometen-Durchmesser bringen - und das ganze möglichst oft hin- und hervergleichen. Aus Spaß kann man dann ja das gleiche einmal mit M13 probieren. Bei dieser Methode darf man aber natürlich keine allzu genauen Helligkeitswerte erwarten, die Streuung liegt da schon größenordnungsmäßig um 0,5mag. Aber es muss ja auch nicht um eine exakte Messung gehen (das macht Digitaltechnik natürlich besser), sondern einfach um ein bisschen Gespür für´s genaue Hinsehen.

Stefan Korth
 
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Hallo

Also mir kam es gestern so vor, als wäre der Komet viel heller als M31. Kann aber auch am leichten Nebel gelegen habe, der Um M31 war.

cs

Markus
 
Hallo Kometenjäger!
Also heute, und wirklich nur heute habe ich den "Kometen" gesehen....alles was ich zuvor meinte, war immer nur M13! Und das habe ich heute mit dem 10" Dobson herausgefunden.

Gleich nachdem es genügend dunkel war, habe ich mir den 102/500 mit dem 32mm auf den Balkon gepackt und fand den vermeintlichen Kometen....da ich Herkules noch nicht so gut ausmachen konnte, merkte ich mir die Position zwischen Hausdach und Wega....schnell runter zum Dobs in den Garten und mit Telrad diese Richtung angepeilt...jawoll, da isser auch im 32ger! Dann das Baader Hyperion 5mm rein.....

ich hätte heulen können!!!!!!!!!! Was ich da sah, war der erste Kugelsternhaufen in meinem Leben!!!!!!!!!! Was ich bisher nur sah waren Wischiwaschiwuschelwaschels.....aber nun sehe ich den M13 schön aufgelöst mit Randsternen und staune nur noch....mit einem weinendem und einem lachendem Auge....den wo ist dann dieser Komet und was habe ich da immer gesehen?

Mit dem Dobs rumgestochert, nix gefunden...mit Telrad alles abgeschätzt und wieder gesucht wie verrückt, regelrecht am Himmel gerührt und Schaum geschlagen.....nix!!!!

Ich bekomme schier Komplexe....was hab ich hier schon ein "Hurra" reingebrüllt......

dann wieder aufm Balkon, mit dem Kurzen und dem 32ger ran....nix...hier gibts keinen Kometen! Hundemüde und platt wie sonst was geb ich nicht auf....hole mein Bino 9x30x60 und grase fein säuberlich den Himmel ab, erkenne langsam auch den Herkules uuuuuuund dannnnnnnn....aber nun wirklich ein echtes "Hurrrrraaa" nuuun (!) hab ich ihn aber erwischt! Ja, bei Halbmond und Stuttgarter Lichterfest kann ich nicht sagen ob er heller ist....muss schon seelig sein, dass er überhaupt da ist, dieser zweite M13! Also ich fühle mich heute wie Kolumbus.....und gehöre zum Club....Grüß Euch seeligst Anette
 
Halli hallo .. hab mich gerade eben mal mit den Fernglas aufs Dach begeben..
Ich meine er ist wieder ein bisschen heller geworden ..
ich würde sagen im Fernglas 10X60 eindeutig heller als m13 ..

BTW: weiß jemand die Umlaufzeit des Kometen ?

Grüße, Chris
 
Hallo Chris,

ich konnte noch keine Angaben zur Orbitperiode finden, der Komet wurde ja erst am 20. Juni entdeckt. Zur Zeit wird angenommen, dass es ein hyperbolischer Komet (e größer als 1)ist, der kommt also so schnell nicht wieder.

Gruß - Nico
 
Hi zusammen!

ich konnte noch keine Angaben zur Orbitperiode finden, der Komet wurde ja erst am 20. Juni entdeckt.

Die Bahnelemente sind aber schon hinreichend genau bekannt, so dass man aus ihnen eine Exzentrizität von 1.000236 herauslesen kann. Damit bewegt er sich auf einer hyperbolischen Bahn und kehret nie wieder zu uns zurück. Es sei denn, er wird durch irgendwas umgelenkt...

Für die anderen Werte guckt ihr hier:

http://cfa-www.harvard.edu/iau/Ephemerides/Comets/2006M4.html

Christian
 
Habe soeben im Feldstecher (Leica 12x50) von der Sonnenterasse aus SWAN gesichtet und mittels unaschaerf stellen der Fokussierung und Vergleich mit Nachbarsternen die Helligkeit auf 5.72bis 5.99 mag abgeschätzt. Gibt es irgendwo Möglichkeiten die "echte" aktuelle Helligkeit zu erfahren um sicherzustellen, dass ich mich "richtig kalibriert" habe?
Clear skies, Markus
 
Moin Christian!

> Damit bewegt er sich auf einer hyperbolischen Bahn und kehret nie wieder zu uns zurück.

Moment mal...! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> Kometen gehören zu unserem Planetensystem, Stichwort: Oort'sche Wolke. Die Bahnelemente mit der hyperbolischen Exzentrizität zeigen die Lösung / Näherung, die im inneren Planetensystem am besten paßt. Wohl die allerwenigsten Kometen werden durch große Planeten so beschleunigt, daß sie sich aus dem Sonnensystem herauskegeln. Dieser Komet hier kann eine Umlaufzeit von tausend, Tausenden oder Hunderttausenden von Jahren haben.

Wir haben ja bisher nur einen kleinen Bogen der SWAN-Bahn verfolgen können, aber auch diese wird im Grunde eine stark elliptische sein mit e<1, aber sehr nahe an 1 - kaum zu unterscheiden von einer parabolischen (oder hyperbolischen) Bahn.
 
Hi Micha,

heißt e>1 nicht aber, dass die Energie des Kometen so groß ist, dass er den Anziehungsbereich der Sonne verlassen kann? Denn das "e" kann man ja direkt aus der Energie ausrechnen.

Die Oortsche Wolke ist schon bekannt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Ich dachte aber bisher, dass ein Stern an der Kometenwolke vorbeigeht, dabei den Komet "anstößt", ihm also Energie zuführt und ihn in Richtung Sonne lenkt. Nun hat unser Komet mehr Energie als am Anfang, die ja nicht verloren gehen kann, also hat er bei seiner Rückkehr in die Wolke ebenfalls mehr Energie wie am Anfang und kann die Wolke verlassen. Das würde bedeuten, dass er nie wieder zurückkehrt.

Christian
 
Hallo Micha,

ich hab mal eine Frage an den Kometenexperten: Gibt es für die Methode mit dem Defokussieren auch 'ne richtige Bezeichnung?

Dein neuer Avatar sieht toll aus. Mike Jewells Ikeja Seki-Aufnahme ist einfach fantastisch - für mich immer noch das beste(!) Kometenbild überhaupt.

Gruß - Nico
 
Hi Peter!

Eine sehr schöne Aufnahme von dem Kometen. Gefällt mir richtig gut! Wo hast du die aufgenommen? Oben in Lampenhain? Kannst du auch was zum visuellen Eindruck sagen? Hab Swan nämlich erst einmal mit 8" gesehen und seitdem macht mir entweder das Wetter einen Strich durch die Rechnung oder ich bin krank! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Christian
 
Ciao Christian,

ja die Aufnhame wurde oben in L gemacht. Swan durchquert ja gerade das Her-Trapez und man kann ihn schön mit M13 vergleichen. Grob betrachtet hat er sehr ähnliche Helligkeit und Aussehen, er ist einen Tick heller + konzentrierter. Im 10x50 Feldstecher kann ich derzeit (Halbmond) keine Andeutung des Schweifs sehen. Das Foto zeigt ja auch, dass der Schweif verdammt schwach ist. Gestern haben wir ihn in Wolf's 12" Dob mal kurz angesehen. Man sieht da sogar die grüne Farbe des Kopfes !!! Erstaunlich. Bei niedriger Vergrösserung hatten auch zuerst den Eindruk der Kern wäre multipel, aber wir konnten es bei höherer Vergrösserung nicht mehr erkennen. Leider hatte ich nicht genug Zeit und auch kein eigenes Teleskop dabei für längere Inspektion. Ich hab gestern nochmal eine Serie von Aufnahmen gemacht zum überlagern. Ich hoffe ich komme am Feiertag zum groben Bearbeiten...

Für Dich als Kometenfreak (ich hab noch die Story von morgens um 4 Uhr aufstehen um xyz zu sehen im Ohr :-) muss das ja ne Qual sein, dass Du ihn noch nicht genau beobachten konntest ... Na er bleibt uns ja noch ein wenig.

Zu der Bahngeschichte von oben wollte ich noch sagen (ich kenn mich ja mit Kometenphysik nicht im Detail aus, aber) das ist doch irgendwie so zu sehen denke ich: Wenn er eine hyp Bahn hat, dann hat es zuviel Energie, genau. Ohne weitere Wechselwirkung (Planeten, Oortwolke) wird er also auf Nimmerwiedersehen verschwinden (ausser wir bemühen das Poincare'sche Wiederkehrtheorem :-). Aber: die ganze Diskussion von Bahnformen, beruhen ja quasi auf der Annahme keiner weiteren Wechselwirkung (pure Keplerbahn, ZWEI(!)-Körperproblem). Den Einfluss der grossen Planeten kann man natürlich mit einberechnen. Wenn dei ncihts tun, dann bleibt es bei der hyp Bahn (Fluchtbahn). Den Einfluss der verteilten Masse in der Oortwolke (OW) wird man aber wohl eher nur statistisch erfassen können - das weiss man nicht genau im Einzelfall. Es kommt eben auf die Stosswahrscheinlichkeit Komet <--> Körper in der OW an. Wenn die nicht-null ist, kann er natürlich - trotz der hyp Bahn von ihr abgelenkt und eingefangen werden... (und das kommt auf die gegenseitigen Geschwindigkeiten, Teilchen-Massen und Teilchen-Raumanzahldichten an, die ich jetzt nicht kenne, vgl Kugelsternhaufen-> es gibt Stern-Stern-Stösse, E-Galaxien --> es gibt keine). Deshalb heisst eine hyp Bahn (in Erd oder Sonnennähe) per se nicht notwendigerweise, dass er die OW nach aussen durchdringt (wenn die Stosswahrscheinlichkeit hoch genug ist) und 'uns für immer verlässt'. Rein von der 2-Körpermechanik (Stosswahrscheinlichkeit nahe Null) aber schon.

Schöne Grüsse
Peter
 
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Hallo!

Hatte gestern endlich wieder mal das Vergnügen, den Kometen zu beobachten und zu knipsen. Hab also den Helligkeitsausbruch quasi verpasst. Ist aber immer noch ein tolles Feldstecher-Objekt auch im Mondlicht nicht zu übersehen, Helligkeit wohl rund 5mag. Der schwache Gassschweif ist allerdings nicht zu machen.

Hier ein Übersichtsfoto (am unteren Bildrand ist M13 noch mit drauf): Link zur Grafik: http://www.kometarium.com/images/2006m4_3010_85mm.jpg

Gruß Burkhard
www.kometarium.com
 
...und da fällt mir noch was zur Bahntheorie ein:

WENN (ja wenn! - das müsste man mal nachsehen, was derzeit da so abgeschätzt wird) die OW einen grossen Beitrag zur Gesamtmasse des Sonnensystems beisteuern würde (d.h. OW-Masse vergleichbar Sonnenmasse), dann könnte es schon sein, dass der Komet innerhalb der Wolke (nehmen wir an sie sei etwa wie eine Art Kugelschale rund um die Sonne verteilt) eine hyp Bahn hat (ungebunden bezüglich der Sonne allein), ausserhalb der Wolke aber gebunden (an Sonne + OW) ist, d.h. z.B. auf eine Ellipsenbahn einschwenkt. Soweit ich mich an die Potentialtheorie erinnere, merkt ein Körper innerhalb (!) einer kugelschalenförmigen Massenverteilung nichts von der Gravitation dieser umgebenden Massenverteilung (aufgrund der Symmetrie und der Form des Gravitationsgesetzes). Erst ausserhalb sieht es für ihn so aus, als ob Sonnen- und OW-Masse im Sonnenmittelpunkt vereinigt seien und er zieht seine Bahn entsprechend.

Ich schätze aber, dass die OW relativ zur Sonne nur vernachlässigbare Masse hat und deshalb die hyp Bahn ungebunden bleibt, solange es keine Stösse in der OPW gibt.

Ausserdem nochwas: wenn ein Komet an der OW aussen tangential vorbeifliegt und 'eingefangen' wird, dann VERLIERT er typischerweise Energie (er gewinnt sie nicht, die Energie wird dann in die Energie der streuenden Teilchen transferiert). Er kann natürlich auch schon auf einem Kurs gewesen sein (radiale Bahn), der die OW wie eine Melonenschale einfach senkrecht durchschlägt, die Sonne (auf einem hyp Orbit) passiert und drüben wieder raus. Aber das kommt alles auf die Bahngeometrie, die Energie und die Streuprozesse an...

Gruss, Peter

PS: Hab nochmal beim englischen Wiki etwas nachgelesen. Die Masse der OW scheint derzeit nur auf 100 Erdmassen abgeschätzt zu werden das ist << Sonnenmasse. Also bliebe das Orbit ohne Wechselwirkung hyperbolisch.

Wikipedia:
http://en.wikipedia.org/wiki/Oort_cloud
http://en.wikipedia.org/wiki/Kuiper_belt
 
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Moin Christian!

Eins vorneweg: So in der Theorie drin wie jemand von der Uni mit dem Spezialgebiet Kometen bin ich auch nicht. Sebastian Hönig hatte das mit den hyperbolischen Bahnen in Sonnennähe in einem Vortrag auf dem AFT gut erklärt, ich kann's im Detail aber nicht wiedergeben - das ist mir auch zu theoretisch.

Die Äste sowohl einer Parabel (e=1) als auch einer Hyperbel (e>1) verlaufen ins Unendliche - deshalb werden die meisten "neuen Kometen" auch mit parabolischen Bahndaten angegeben. Das ändert sich dann je nach dem auf e<1 (Ellipse) oder eben Hyperbel. Ich meine aber es soweit verstanden zu haben, daß eine hyp. Bahn nicht automatisch bedeutet, daß der Komet das Sonnensystem auf Nimmerwiedersehen verläßt.

> heißt e>1 nicht aber, dass die Energie des Kometen so groß ist, dass er den Anziehungsbereich der Sonne verlassen kann?

Stell' Dir mal das So.-System wie einen Trichter vor, mit der Sonne in der Mitte: Du mußt einem Objekt auf einer hohen Umlaufbahn Bewegungsenergie entziehen, damit es auf eine niedrigere Umlaufbahn gerät - nicht zufügen... Wenn ein Komet schon in der Oort-Wolke zusätzliche Energie erhält, ist er weg und gerät gar nicht erst ins innere Sonnensystem.

Wie geschrieben, alles sehr theoretisch, selbst die Oort-Wolke ist im Grunde nur Theorie, ein praktischer Nachweis existiert bis heute nicht.
 
> heißt e>1 nicht aber, dass die Energie des Kometen so groß ist, dass er den
Anziehungsbereich der Sonne verlassen kann?

Stell' Dir mal das So.-System wie einen Trichter vor, mit der Sonne in der Mitte: Du mußt einem Objekt auf einer hohen Umlaufbahn Bewegungsenergie entziehen, damit es auf eine niedrigere Umlaufbahn gerät - nicht zufügen... Wenn ein Komet schon in der Oort-Wolke zusätzliche Energie erhält, ist er weg und gerät gar nicht erst ins innere Sonnensystem.

Ciao Micha,

Nee, nee, Christian hat schon Recht mit dem prinzipiellen Zusammenhang Bahnform/Energie. Da darf man jetzt die Potential-Topf-Denke (womöglich noch wie bei Atomen mit fixen Bahnen) nicht mit dem normalen Raum verwechseln ! Natürlich kann ein Komet mit hoher Energie ins innere Sonnensystem rein. Und zwar dann wenn seine (ursprüngliche) Bewegungsrichtung schon nahe an der Sonne vorbei zielt. Er fliegt dann auf der einen Seite rein, an der Sonne (Erde) vorbei und auf der anderen wieder raus. Diese Bahn würden wir als hyperbolisch (hochenergetisch) sehen + interpretieren. Er fliegt auf der einenm Asmyptote rein, wird durch die Sonne leicht abgelenkt und fliegt auf der anderen Asymptote wieder raus. Weil er zuviel Energie hat, bleibt er aber nicht im Potentialtopf der Sonne hängen (dort hätte er dann eine Ellipsenbahn).

WENN wir ihn nahe bei der Sonnen abbremsen würden (Raketentriebwerk auf seiner Oberfläche), dann könnten wir ihm aber soviel Energie entziehen, dass es ihm nicht mehr zur Flucht reicht und er würde DANN auf einen elliptischen Orbit einschwenken. Da es aber keine hinreichend effektiven Bremsprozesse gibt, fleigt er eben weiter auf 'Nimmerwiedersehen'. Aus dem gleichen Grund müssen interplanetare Sonden (z.B. Saturnrmissionen) am Zielplaneten abbremsen, damit sie in das richtige Orbit kommen und nicht vorbeischiessen ...

Das ganze so herauszusezieren ist etwas theoretisch + akademisch, weil wir eben keine reine 2-Körper-Problematik haben hier (weil es den Kuiper-Gürtel und wahrscheinlich die Oort-Wolke eben gibt...).

Gruss, Peter

PS: Wie auch immer die Theorie aussieht - tolle Kometenseiten hast Du jedenfalls !!! Sind immer mein erstes Ziel, wenn es einen 'Neuen' gibt ... :-)
 
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Moin Nico!

> Gibt es für die Methode mit dem Defokussieren auch 'ne richtige Bezeichnung?

Du kannst Dir dazu diese Seite zu Gemüte führen: http://cfa-www.harvard.edu/icq/ICQMM.html

Auf den Seiten der FG-Kometen gibt es unter den Erläuterungen der ICQ-Codes (Bereich Beobachtungen) auch noch ein paar Anmerkungen zu lesen. Das sind wenigstens die Methoden zur vis. Helligkeitsbestimmung erwähnt.

> Dein neuer Avatar sieht toll aus. Mike Jewells Ikeja Seki-Aufnahme ist einfach fantastisch - für mich immer noch das beste(!) Kometenbild überhaupt.

Danke für die Blumen - wenn schon Kometen-Fan, dann auch Kometen-Avatar... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
...und ja: Es gibt schon tolle Aufnahmen auch aus den 60er und 70er Jahren (West, Kohoutek), aber mir persönlich gefallen Ilustrationen aus dem 19. Jh. sehr gut, das auffallend viele sehr große und helle Kometen hatte.
 
Moin Peter!

Das mit dem Energieentzug bzw. -zunahme bezog ich auf den Ursprungszustand, soll heißen, den Bereich, wo sich die Kometen in der Oort-Wolke Milliarden Jahre lang auf mehr oder minder kreisförmigen Bahnen bewegen und dann erst durch äußere Einwirkung auf ihre Bahn Richtung Sonne gebracht werden.

Wie sich die Kometen dann bewegen, wenn wir sie sehen können, ist eine hochkomplexe Materie. Da kenne ich mich nicht mit aus - für die Praxis auch völlig unwichtig. Wenn SWAN weg ist, werden wir ihn nicht wiedersehen, auch wenn er sich entscheiden sollte, in 3.000, 30.000 oder 300.000 Jahren wiederzukehren. Erleben werden wir's so oder so nicht mehr.
 
Ciao,
jo wenn die Ursprungsbahn kreisförmig um die Sonne ist, stimmt Dein Statement natürlich wieder. Aber egal. Dann schaun wir lieber mal wie morgen mein Kometenbild wird von gestern abend. Ich poste dann... :-)
Gruss, Peter
 
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Moin zusammen!

Nach einer Woche Pause konnte ich endlich wieder einen Blick auf SWAN werfen. Aber gar kein Vergleich zu dem Anblick während des Ausbruchs mehr: Die Kometenhelligkeit schätze ich auf +5,7 m, die Koma bestimmt um die Hälfte kleiner als zum Ausbruch (um 5-7'). Der Kern erschien mir heute aber konzentrierter. Den Schweif konnte ich im 120er Refri etwa 1° weit verfolgen. Leider stört der verdammte Mond.

Kalt isses. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Bei mir auf'm Dach liegt noch Schnee und das Thermo zeigt gerade mal 1° Plus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" /> Werde mich gleich an Faye ranmachen...
 
Hallo,
Gestern habe ich auch die Gunst der Stunde genutzt und mal einen Blick auf M4/SWAN geworfen.
Gesehen habe ich den Ausbruch nicht, da hier das Wetter zu schlecht war. Generell habe ich ihn nur zwei mal beobachten können.
Zwar hat der Mond gestört, aber egal. Jedenfalls hat es Spaß gemacht. Und ich habe den Kometen gesehen. Den Schweif konnte ich nicht sehen.
Koma und der helle Kern war ganz gut zu erkennen. Beobachtet habe ich mit meinen kleinen 114/500 Skwatcher. Gefunden hatte ich ihn auch schnell.
Leider waren auch ein paar Wolken unterwegs, die sich immer mal davor schoben.
Mein Beobachtungsort auch nicht der Beste. Kurz vor Frankfurt/M, ist der Himmel schon hell.
Aber ich habe schon einen Anderen erkoren. Und hoffe das dieser besser ist.

Mfg

Tinman
 
Hallo Micha,

ich hab mal eine Frage an den Kometenexperten: Gibt es für die Methode mit dem Defokussieren auch 'ne richtige Bezeichnung?

Es gibt drei mit Namen versehene Methoden:
- nach Sidgwick: Der fokussierte Komet wird mit defokussierten Sternen verglichen. Das machen die meisten
- nach Bobrovnikoff: Der defokussierte Stern wird mit dem defokussierten Kometen verglichen, also alles unscharf gestellt. Diese Methode ist zwar allgemein akzeptiert und darf auch benutzt werden, gilt aber als ungeauer, vor allem bei größeren Kometen
- nach Morris: der Komet wird zunächst so weit defokussiert, daß seine Helligkeitsverteilung sich vergleichmäßigt. DIes wird dann mit einem noch weiter defokussierten Stern verglichen. Ich habe noch nie gefunden, daß dies jemand benutzt hat.
 
Moin Christian!

Die Äste sowohl einer Parabel (e=1) als auch einer Hyperbel (e>1) verlaufen ins Unendliche - deshalb werden die meisten "neuen Kometen" auch mit parabolischen Bahndaten angegeben. Das ändert sich dann je nach dem auf e<1 (Ellipse) oder eben Hyperbel. Ich meine aber es soweit verstanden zu haben, daß eine hyp. Bahn nicht automatisch bedeutet, daß der Komet das Sonnensystem auf Nimmerwiedersehen verläßt.

> heißt e>1 nicht aber, dass die Energie des Kometen so groß ist, dass er den Anziehungsbereich der Sonne verlassen kann?

Ellipsenbahnen sind an die Sonne gebunden, d.h. der Komet kehrt zurück.
Hyperbolische Bahnen sind ein einmaliger Besuch bei der Sonne, der Körper fliegt auf Nimmerwiedersehen ins All.
Eine Pararabel ist der Grenzfall dazwischen. Ein klein wenig mehr Geschwindigkeit, und er fliegt davon (Hyperbel), ein klein wenig weniger und es wird eine Ellipse. Mathematisch entsteht dies, wenn ein sehr weit entfernter Körper ohne Anfangsgeschwindigkeit auf die Sonne zufliegt. Hyperbolische Bahnen haben eine zusätzliche Energie, d.h. Anfangsgeschwindigkeit größer Null.

Die Verhältnisse sind so: Die Oortsche Wolke ist etwa 1 LJ entfernt. Bezüglich der Verhältnisse im Sonnensystem ist dies schon sehr weit draußen. Die Körper dort sind nur schwach an die Sonne gebunden. Wenn es jetzt zu einer engen Begegnung von zwei Körpern in der OW kommmt, dann fliegt am Ende ggf. einer *mit geringer Geschwindigkeit* in Richtung Sonne. Die erste Näherung ist dann die Parabelbahn: Fall Richtung Sonne praktisch ohne Anfangsgeschwindigkeit. Jahrhundertelang wurden Kometen auch als Parabeln gerechnet. Heutzutage tut uns der zusätzliche Aufwand nicht weh, auch die Exzentrizität mitzuschleppen, macht eh' der Computer.

Eine hyperbolische Bahn ist nun keine *Gewißheit*, daß der Komet verschwindet. Dies gilt nur dann, wenn es außer Sonne und Komet nix gäbe im Sonnensystem. Aber er muß noch an großen Planeten vorbei und vor allem durch die Oortsche Wolke. Was da passiert, wird in der Bahnrechnung unter "Störungen" zusammengefaßt. Da ja nun die Parabelbahn mit e=1 der Grenzfall ist (und wirkliche Exzentrizitäten dort in der Nähe liegen), genügen winzige Störungen, um eine Ellipse in eine Hyperbel zu verwandeln und umgekehrt.

Am besten man sieht 'e' als einen Wert an, der eben bei der Bahnrechnung herauskommt. So lange dies nicht deutlich von 1 unterschieden ist, sagt es wenig über das Schicksal des Kometen aus. Umgekehrt (Bahnrechnung rückwärts) würde ja auch gelten, daß er bei e>1 aus der Tiefe des Weltalls kommt. Stimmt aber nicht, er wurde nur aus der OW rausgeworfen.
 
Moin zusammen!

Während wir hier unter Wolken versauern, hat ein italienischer Amateur eine sehenswerte Fotostrecke des Kometen ins Netz gestellt. Interessant ist die Veränderung im Aussehen während der letzten Nächte. Der Ionenschweif scheint sich fast völlig zurückgebildet zu haben.

Web Seite
 
Hallo Winnie!

Hier im Süden gab´s heute abend nach kurzem Regen überraschend klaren Himmel und ich konnte wieder mal einen Blick auf den Kometen werfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Muß sagen ist immer noch ein sehr schönes Feldstecher-Objekt (wunderschön im Tento 20x60 anzusehen). Koma rund, kein Schweif, Helligkeit etwa 6.2 mag.

Zu den Fotos von D.Pivato: Die sind echt Wahnsinn, vor allem wenn man bedenkt dass der Mann aus der Stadt Rom heraus fotografiert - und er hat(te) einfach tolles Wetter...

Gruß Burkhard
www.kometarium.com
 
Hallo Leute,

endlich ist es hier mal kurzweilig klar gewesen. Ich konnte gerade man so meinen neu erworbenen (alten) Celestron Comet Catcher (140/500mm) soweit justieren das die Sterne annähernd rund wurden. Ich sags Euch bei F 3.6 kommt man ganz schön ins <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" /> !

Anschließend schwenkte ich auf Swan. Der war mikrig im 6x30 Sucher sichtbar. Hat echt abgebaut die Tage. Auf den Bildern mit der 350D ist schön die grüne Koma sichbar mit einem kurzen hellen Schweif.
Im 10" nahm ich auch schnell den Kernbereich auf, keine Kernteilung erkennbar wie vor Tagen von jemanden ev. gesehen wurde.
Im 10x70 Bino verglich ich Swan mit M 13 und 92. M13 ist deutlich heller. Swan knapp schwächer als M 92. Also gut 6mag schwach!?
Leider zog es nun schon wieder zu bevor ist richtig dunkel wurde.

Gruß
Christian
 
Moin zusammen!

Ich habe eben kurz Komet SWAN beobachtet - er nähert sich nun unaufhaltsam dem Adler. Instrument war diesmal mein kleiner 60/415 mm Refraktor, Vergrößerungen 28- und 42fach.
Meine Güte - hat der Komet abgebaut: Die Helligkeit würde ich nur noch auf +6,5 m im besten Fall schätzen, er geht stramm auf die +7 m zu. Der Kernbereich ist nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor einiger Zeit, die Koma allerdings größer (um 10'), nicht mehr rund, sondern mit erkennbarer Ausbuchtung (Staubschweif?).

Der Himmel über Kiel ist soweit gut dunkel, aber immer wieder zogen schnell Wolken durch. Wenigstens scheint der Mond noch nicht, aber man muß mit einem Auge immer aufpassen, daß einen kein Regenschauer erwischt (deshalb baue ich den 120er Refri auch nicht auf).
 
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