MikeWölle
Aktives Mitglied
Servus Kometenfreunde,
Vergangenen Freitag ging die bemerkenswert lange Zeitspanne von über 3 Wochen mit gutem bis sehr guten Seeing zuende, am Jupiter waren die dynamischen weißen Flecken hinter dem GRF nur mehr ein matschiges Band. Auch der Mars in der Morgendämmerung flimmerte stark, ausser der Polkappe war nichts zu sehen. Also beschloß ich, den Dobson der zum erstenmal wochenlang draußen ohne Schutz in der Kälte im Hof hinter dem Haus stand, in den Deep Sky Modus zu versetzten, soll heißen ich packte alles ins Auto, und versuchte mal wieder einen Kometen vom Berg aus. Der 2010 S1 Linear stand auf dem Programm
Nach einer überlangen Arbeitswoche, fuhr ich bei vielversprechendem Wetter rauf aufs Gaberl auf den Parkplatz:
Aber der ganze Aufwand war umsonst, leider nur 3.5 bis 4.0mag fst, das würde für einen schwachen Kometen nicht reichen.
Am nächsten Abend aber passte alles: Der Himmel war sogar vom Stadtrand mit 5.5mag im Zenith gut genug. Das war mir nur recht, so konnte ich mir die extrem steile und kupplungsmordende Meranstraße sparen, lud Freund und Beobachterkollegen Erwin ein auch auf die Wiese am Stadtrand zu kommen und los gings:
Der Komet befindet sich unweit von M52 im Gebiet zwischen Cassiopea und Kepheus, diese Position konnte dank eines markanten kleines Sterndreiecks, welches auch im Sucher sichtbar war, mittels Starhoppings leicht gefunden werden. Schwierig hingegen das Gebiet selbst: Eine Unmenge an schwachen Sternen machte es zur Herausforderung, die exakte Position bei 100x auszumachen.
Bemerkenswert auch, dass statt des üblichen Weiterschubsens des Dobsons im Uhrzeigersinn, diesmal endgegen gesetzt gezogen werden mußte, da sich der Komet zwischen Zenith und Himmelspol befand.
Als ich mir endlich sicher war die Position exakt ermittelt zu haben, wechselte ich auf 200x und da war er dann gleich relativ leicht zu sehen: Schwach und punktförmig. Doch in der Zeit in der Erwin dann meine Beobachtung wiederholte und bestätigte, machte sich bereits die Eigenbewegung des Kometen bemerkbar. Der Komet war deutlich schwächer als ein in der Nähe befindlicher 14mag Stern, ich würde sagen ca. 14.5mag,
der Kondensationsgrad war 9, also mehr oder weniger stellar. Durch die starke Eigenbewegung und der exakt mit der Position in SkyMap angegeben Stelle war die Beobachtung aber eindeutig.
Noch stärkere Vergrößerung um den Durchmesser zu bestimmen ging wegen das schlechten Seeings nicht.
Nach einem abschließenden Blick auf den gerade untergehenden Garradd machten wir uns wieder auf den Weg heimwärts.
CS Mike+Erwin
Vergangenen Freitag ging die bemerkenswert lange Zeitspanne von über 3 Wochen mit gutem bis sehr guten Seeing zuende, am Jupiter waren die dynamischen weißen Flecken hinter dem GRF nur mehr ein matschiges Band. Auch der Mars in der Morgendämmerung flimmerte stark, ausser der Polkappe war nichts zu sehen. Also beschloß ich, den Dobson der zum erstenmal wochenlang draußen ohne Schutz in der Kälte im Hof hinter dem Haus stand, in den Deep Sky Modus zu versetzten, soll heißen ich packte alles ins Auto, und versuchte mal wieder einen Kometen vom Berg aus. Der 2010 S1 Linear stand auf dem Programm
Nach einer überlangen Arbeitswoche, fuhr ich bei vielversprechendem Wetter rauf aufs Gaberl auf den Parkplatz:
Aber der ganze Aufwand war umsonst, leider nur 3.5 bis 4.0mag fst, das würde für einen schwachen Kometen nicht reichen.
Am nächsten Abend aber passte alles: Der Himmel war sogar vom Stadtrand mit 5.5mag im Zenith gut genug. Das war mir nur recht, so konnte ich mir die extrem steile und kupplungsmordende Meranstraße sparen, lud Freund und Beobachterkollegen Erwin ein auch auf die Wiese am Stadtrand zu kommen und los gings:
Der Komet befindet sich unweit von M52 im Gebiet zwischen Cassiopea und Kepheus, diese Position konnte dank eines markanten kleines Sterndreiecks, welches auch im Sucher sichtbar war, mittels Starhoppings leicht gefunden werden. Schwierig hingegen das Gebiet selbst: Eine Unmenge an schwachen Sternen machte es zur Herausforderung, die exakte Position bei 100x auszumachen.
Bemerkenswert auch, dass statt des üblichen Weiterschubsens des Dobsons im Uhrzeigersinn, diesmal endgegen gesetzt gezogen werden mußte, da sich der Komet zwischen Zenith und Himmelspol befand.
Als ich mir endlich sicher war die Position exakt ermittelt zu haben, wechselte ich auf 200x und da war er dann gleich relativ leicht zu sehen: Schwach und punktförmig. Doch in der Zeit in der Erwin dann meine Beobachtung wiederholte und bestätigte, machte sich bereits die Eigenbewegung des Kometen bemerkbar. Der Komet war deutlich schwächer als ein in der Nähe befindlicher 14mag Stern, ich würde sagen ca. 14.5mag,
der Kondensationsgrad war 9, also mehr oder weniger stellar. Durch die starke Eigenbewegung und der exakt mit der Position in SkyMap angegeben Stelle war die Beobachtung aber eindeutig.
Noch stärkere Vergrößerung um den Durchmesser zu bestimmen ging wegen das schlechten Seeings nicht.
Nach einem abschließenden Blick auf den gerade untergehenden Garradd machten wir uns wieder auf den Weg heimwärts.
CS Mike+Erwin