MikeWölle
Aktives Mitglied
Hallo an alle Kometenbeobachter,
das war jetzt wirklich eine harte Nuß zu knacken: Der vor zirka einem Monat erst entdeckte Komet Boattini war bei einer Grenzgröße von ca. 5 bis 5.5 gerade noch eindeutig zu erkennen.
Ausgangspunkt ist der Stern Zorak im Eridanus.Genau eine Suchergesichtsfeld entfernt beffindet sich der ca. 5mag helle 39Eri, ein Grad davon entfernt war der Komet. Als Aufsuchhilfe benutze ich um alle störende Lichtquellen zu vermeiden keinen Laptop, sondern prägte mir den Starhopping Weg einfach ein.
Bereits eine Nacht vorher war ich an Boattini gescheitert, war er doch nur 4 Bogenminuten von 39 Eri entfernt und im Lichthalo um den hellen Stern nicht auszumachen.
Diesmal war aber kein störender Stern in der Nähe. Bei knackigen minus 7 Grad und 100 facher Vergrößerung erreichte ich die richtige Position konnte aber auf Anhieb nichts erkennen, nichtmal die schwachen Sterne in der Nähe des Kometen waren gut zu erkennen, ausserdem empfand ich starke Kältereize am Beobachterauge und wollte schon aufgeben.
Da sah ich die Ursache des Übels: Die Gummimuschel des 26mm Naglers war weg, deshalb war das Okular ein wenig angelaufen.
Nachdem das Okular angewärmt und repariert war gings weiter:
Ich stellte einen 15mag Stern absichtlich unscharf um ein Gefühl dafür zu bekommen wonach ich Ausschau halten sollte.
Nach einer Viertelstunde angestrengten Beoabachtens war die Dunkeladaption nun sehr gut und ich konnte zunächst indirekt tatsächlich an der richtigen Position einen kondensierten schwachen runden Fleck wahrnehmen.
Ich probierte stärkere Vergrößerung, dies brachte zwar mehr schwache Hintergrundsterne zum Vorschein, half aber nichts weiter.
Dann hatte ich Glück mit dem Wetter: Der Komet kulminierte gerade und die Durchsicht wurde so viel besser, dass der Komet nun auch direkt eindeutig zu erkennen war.
Für so extrem schwache Fälle befestigte ich noch eine schwarze Blende am Sekundärkäfig um Streulicht vom Schnee im Hintergrund zu minimieren.
Dann machte ich mich an die Bestimmung der wichtigsten Parameter: Die Helligkeit des Kometen entsprach ziemlich genau einem auf den Durchmesser des Kometen unscharf eingestellten Stern von 14.0mag. Der Durchmesser etwa 2.5 Bogenminuten und die Kondensation war mittel, auf jedenfall wesentlich höher als bei Nevski.
Ich war so konzentriert bei der Sache, dass ich erst jetzt merkte wie kalt es eigentlich war und auch mein Auge schmerzte ein wenig vor Überanstrengung und Kälte, aber es hatte sich gelohnt. Boattini war sicher einer der schwierigsten Kometen und ist meine Nummer 76.
Anbei noch eine Grafik , wobei der Komet in Bildmitte noch viel zu hell dargestellt ist.
Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/8apm-97-5737.jpg
CS Mike
das war jetzt wirklich eine harte Nuß zu knacken: Der vor zirka einem Monat erst entdeckte Komet Boattini war bei einer Grenzgröße von ca. 5 bis 5.5 gerade noch eindeutig zu erkennen.
Ausgangspunkt ist der Stern Zorak im Eridanus.Genau eine Suchergesichtsfeld entfernt beffindet sich der ca. 5mag helle 39Eri, ein Grad davon entfernt war der Komet. Als Aufsuchhilfe benutze ich um alle störende Lichtquellen zu vermeiden keinen Laptop, sondern prägte mir den Starhopping Weg einfach ein.
Bereits eine Nacht vorher war ich an Boattini gescheitert, war er doch nur 4 Bogenminuten von 39 Eri entfernt und im Lichthalo um den hellen Stern nicht auszumachen.
Diesmal war aber kein störender Stern in der Nähe. Bei knackigen minus 7 Grad und 100 facher Vergrößerung erreichte ich die richtige Position konnte aber auf Anhieb nichts erkennen, nichtmal die schwachen Sterne in der Nähe des Kometen waren gut zu erkennen, ausserdem empfand ich starke Kältereize am Beobachterauge und wollte schon aufgeben.
Da sah ich die Ursache des Übels: Die Gummimuschel des 26mm Naglers war weg, deshalb war das Okular ein wenig angelaufen.
Nachdem das Okular angewärmt und repariert war gings weiter:
Ich stellte einen 15mag Stern absichtlich unscharf um ein Gefühl dafür zu bekommen wonach ich Ausschau halten sollte.
Nach einer Viertelstunde angestrengten Beoabachtens war die Dunkeladaption nun sehr gut und ich konnte zunächst indirekt tatsächlich an der richtigen Position einen kondensierten schwachen runden Fleck wahrnehmen.
Ich probierte stärkere Vergrößerung, dies brachte zwar mehr schwache Hintergrundsterne zum Vorschein, half aber nichts weiter.
Dann hatte ich Glück mit dem Wetter: Der Komet kulminierte gerade und die Durchsicht wurde so viel besser, dass der Komet nun auch direkt eindeutig zu erkennen war.
Für so extrem schwache Fälle befestigte ich noch eine schwarze Blende am Sekundärkäfig um Streulicht vom Schnee im Hintergrund zu minimieren.
Dann machte ich mich an die Bestimmung der wichtigsten Parameter: Die Helligkeit des Kometen entsprach ziemlich genau einem auf den Durchmesser des Kometen unscharf eingestellten Stern von 14.0mag. Der Durchmesser etwa 2.5 Bogenminuten und die Kondensation war mittel, auf jedenfall wesentlich höher als bei Nevski.
Ich war so konzentriert bei der Sache, dass ich erst jetzt merkte wie kalt es eigentlich war und auch mein Auge schmerzte ein wenig vor Überanstrengung und Kälte, aber es hatte sich gelohnt. Boattini war sicher einer der schwierigsten Kometen und ist meine Nummer 76.
Anbei noch eine Grafik , wobei der Komet in Bildmitte noch viel zu hell dargestellt ist.
Link zur Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/8apm-97-5737.jpg
CS Mike