Komet Tempel oder auch nicht+ rund um den Skorpion

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Rudi
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Rudi

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Hallo Leute,

Pah Leute, war das 'ne klare Nacht, bin immer noch ganz begeistert. Vielleicht lag's aber auch nur daran, weil ich schon ewig nicht mehr eine solche Sternenpracht erleben konnte. Es hat gestern den ganzen Tag geregnet, sämtlicher Staub und andere Sichthindernisse wurden also ausgewaschen. Gegen 10 Uhr abends dann, war tief am Westhorizont klarer Himmel zu sehen, das könnte was werden, dachte ich mir. Noch eine Aufsuchkarte für 9P/Tempel ausgedruckt und nach einem kurzen Telefonat gings gegen 11 mit dem 10" Dobson raus auf die Wiese.

Bis auf dem Osthorizont war der Himmel komplett frei. Der Skorpion hat den Meridian bereits überschritten, tief im Westen Jupiter und Spica. Hier lagen dann auch gleich meine ersten Ziele. Zum Einsehen: Jupiter. Waaah, Seeing grauenhaft, außer den beiden Wolkenbändern, den Polkappen und einem dunklen Barren in nördlichen Wolkenband war nichts zu sehen. Drei Monde waren da. Das Jupitersystem bildete zusammen mit 2 Sternchen ein 'T', tierisch gut!

Mein Hauptziel für diesen Abend folgte sogleich, der beschossene Komet Tempel. Die Stelle, nahe bei Spica lag nur noch 15° über dem Horizont, die Sicht war aber gut. Sterne bis 12,8mag konnte ich im Teleskop erkennen. Tja, was soll ich sagen, an der Stelle, die mir CdC angab, konnte ich so gut wie nichts erkennen. Ich habe sehr lange die Stelle beobachtet, mit verschiedenen Okularen und bin mir nicht sicher, ob da was war oder nicht. Ich meinte schon, auch beim Tubuswackeln, das da ein kleines flächiges Nebelchen war, etwa 2' groß, ohne erkennbaren Kern. Die Fotos von Amateuren zeigen aber einen deutlichen Kern und das ganze war so schwach, daß ich mir nicht sicher war, etwas zu sehen, was ich sehen wollte, aber nicht da ist.

Na gut, leicht enttäuscht wendete ich mich anderen Dingen zu. Beim Blick nach oben erschlug es mich fast. Nun war es endlich richtig dunkel, eine immense Sternenfülle erleuchtete den Himmel, das Band der Milchstraße war hell und selten so strukturiert bis zum Südhorizont zu sehen, der hier praktisch bis 0 Grad geht. Im UMi bestimmte ich eine Grenzgröße von 6,3mag, wobei der Nordhimmel wegen der nahen Sonne noch am hellsten war. Ich nutzte die Gelegenheit, um die tiefen Objekte im Skorpion aufzuspüren (Karkoschka E18).

Als da waren die Kugelsternhaufen, M4, M80, M62 und M19. Jeder für sich war eindrucksvoll und hatte seine Besonderheiten, mal voll aufgelöst wie M4, mal weniger wie M62. Mal schön rund, mal eher chaotisch. Beim planetarischen Nebel NGC6369 kam ich auch vorbei, ein kleines Scheibchen, wirkt etwas unrund. Dann kamen mit M6 und M7 zwei Offene Sternhaufen. M6, der Schmetterling, ist sowieso einer meiner Lieblingsobjekte.

Es war schon weit nach Mitternacht, kaum 10 Grad warm und ein teils böiger Wind umfuhr mich. Ich war nicht ganz danach ausgerichtet und ich hatte dann bald kalt. Ich durchstreifte mit glänzenden Augen noch den Schützen mit seinen Schätzen, zog den Tubus nochmal Richtung Zenit zum Ringnebel, der aufdringlich strahlte und baute dann ab. Als ich den Okularkoffer ins Regal stellte, bemerkte ich das nebenliegende 15x70 Fernglas und mich packte es erneut. Ging also nochmal raus, durchstöberte mit dem Bino die Milchstraße, was mich vollends bezauberte. Selbst die Kugelsternhaufen wie M22 oder M13 waren im Fernglas als heller Wattebausch eine Augenweide.

Tja, was soll ich sagen, wäre es eine warme Sommernacht gewesen, ich hätte bestimmt die ganze Nacht mich an dieser Pracht erfreuen können. In den nächsten Tagen kommt aber wieder der Mond, dann ist es mit der Herrlichkeit leider wieder vorbei.

Klare Nächte wünscht auch Euch
Rudi
 
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