Komplett neues Equip. und ein Dobson

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Christian78

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Hallo Astrobegeisterte,

ich habe vor 5 Jahren ein 8" Dobson Teleskop gehabt doch die viel zu helle Stadt hat mir im Endeffekt alles verdorben, danach hab ich es verkauft.
Jetzt habe ich endlich auch ein Auto um auch mal raus zu fahren, der Wohnort ist am Rande der Stadt wo man auch mal ein Blick wagen kann.

Foto würde ich zwar gerne auch machen aber, wie ich schon hier gelesen habe und auch aus Angeboten von verschiedenen Anbietern im Internet, werde ich unter 3000 € nichts anständiges bekommen.

Also werde ich mich auf das Visuelle fokussieren (damit werde ich wohl einige Zeit beschäftigt sein, oder ? )und da habe ich an euch trotz einigen Lesens immer noch Fragen auch was das Verständnis angeht.

Zum einen was will ich mir anschauen. Gerne würde ich DeepSky sehen, ebenso auch die Planeten.

Dazu würde ich gerne ein Dobson mit 10" kaufen, ob es GSO oder Skywatcher sein wird ist anscheinend relativ wurschd, zumindest sagen das einige immer wieder. Wichtig wird wohl der 1:10 Auszug sein damit ich feiner Justieren kann.

Doch ich möchte dieses mal keine Fehler bei den Okularen machen und ein gutes Gesichtsfeld haben und auch alles schön scharf sehen, soweit es natürlich der Geldbeutel möglich macht. Nur welche nimmt man da ? Zum einen wie viele, Hersteller (Explore Scientific, Nagler ?) Möchte da auch nicht nochmal zwingend nachkaufen müssen, in Bezug auf vielleicht doch einmal für das Fotografieren einen Newton mit Montierung zu kaufen.

Reichen hier 2-3 ? Also nach dem Motto Übersicht, etwas größer und "gigantisch" Die AP die ich noch nicht ganz verstanden habe bereitet mir auch noch Kopfzerbrechen. Ich kann z.B. nicht jeden Tag mit dem Auto 30 Km aufs Land fahren und muss deswegen auch ein bisschen die Dunstglocke Akzeptieren.
Wobei es angeblich auch Filter geben soll die gerade für Leute in der Stadt gut geeignet sein sollen. Jedoch wie das Teil schon sagt filtert der ja was aus dem Bild weg, kann ich also nicht so recht glauben das dies die Allround Lösung wäre.

Ich hatte mir als Budget etwa 1000€ - 1500€ angesetzt ansonsten muss ich noch 2-3 Monate warten.

So über den Daumen gepeilt:

Dobson ca. 600€
Okulare ca. 400€ oder auch mehr wenn es Sinn macht (Foto irgendwann?

Justierlaser 30€

Mehr fällt mir jetzt beim Dobson nicht ein, würde mich über eine tolle Diskussion mit euch freuen.

Schönen Karfreitag noch und schöne Ostern

Christian



 
Hallo Christian,
so ein zehn Zoll Dobson ist ein nettes Teil, sollte auf die meisten Auto-Rückbänke passen... Solle man aber vorher klären, sind schon große Geräte ;-)

Visuell kann man da sehr lange mit Spaß haben, aber auch hier sind natürlich keine Galaxien-Farbbilder a la N24 zu erwarten.

Filter bringen gegen die Lichtverschmutzung nur eingeschränkt etwas, bzw. eben nicht bei allen Objekten. Bei Galaxien und Planeten machen sie keinen Sinn.
http://www.ajoma.de/html/filter.html
Zudem sind preiswerte Filter oft nicht so schmalbandig wie teurere.

Mit drei Okularen kann man leben, allerdings wird es wie du schon vorhast an f/5 schon nötig ein paar bessere zu wählen.
Meiden würde ich die 10" mit f/4,7 wenn möglich, da die noch höhere Ansprüche an Okulare stellen und am Rand deutlicher Koma zeigen.

20-30€ Goldkanten, Erfle, Plössl und Co funktionieren an 8" f/6 noch ganz passabel, an f/5 wird man auch nicht Blind. Unscharf ist es nur im äußeren Feld, und Koma zeigt sich bei allen. Manche stört das mehr, manche weniger.
Ich schreibe das nur um klar zu stellen dass auch günstigere Okulare nicht wirklich komplett unscharf abbilden und man auch damit beobachten kann.

Wichtig wäre ein Übersichtsokular das möglichst viel Feld zeigt, bei relativ dunklem Himmel wäre das ein 30mm, bei Stadthimmel eher 24mm oder so etwas. Je nachdem eben, wie viel Austrittspupille Sinn macht.
http://www.svenwienstein.de/HTML/thema_ap.html
Am besten mal grob bestimmen wie dunkel es bei Dir wird.
http://www.astrokramkiste.de/nachthimmeltest
Wobei der kl. Wagen schon tief steht.

Vor allem bei höheren Vergrößerungen ist es aber nützlich wenn man etwas feiner abstufen kann, je nach Seeing-Bedingungen und Objekt, um das maximum heraus zu holen.
Hier könnte ein *entfernt*.de Okular eine Lösung sein. Die HR Planetary bilden bei f/5 recht brauchbar ab, haben aber ein kleineres Gesichtsfeld als die 70-82 Grad Weitwinkelokulare. Vor Allem bei hohen Vergrößerungen wäre das nützlich.
Es gibt da noch ein *entfernt* 7-3,5mm, 82 Grad, UWA, doch ich weiß nicht wie das bei f/5 z.B. im Vergleich zu den ES Festbrennweiten abschneidet.

Eine mögliche Kombination von den ES Okularen mit gutem Preis/Leistungsverhältnis wäre
24-30mm, (Je nach maximal sinnvoller Austrittspupille), 82° sGf
10-15mm (2-3mm Austrittspupille)
um 6mm (200x bzw. 1mm AP)

Damit kann man leben, doch wirst Du da schon hin und wieder eine etwas feinere Abstufung vermissen, bzw. bei sehr gutem Seeing manchmal etwas mehr Vergrößerung.

Den 30€ Laser sofort streichen ;-) In dem Preissegment taugen die fast nie etwas.
Entweder mehr investieren, z.B. http://drehen-und-mehr.beepworld.de/45g2zoll.htm
oder erstmal mit Filmdose/Chesire Justierhilfe für wenig Geld. Damit kann man aber im dunklen am langen Teleskop nicht so bequem justieren.

Woher kommst Du denn ungefähr?
Stadt ist ja nicht gleich Stadt ;-)
In Kiel geht auch Deepsky relativ gut, in mitten Frankfurt musste ich mich mit Planeten begnügen.
 
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Also erstmal danke für die "Hausaufgaben" die haben mich schon mal etwas weiter gebracht.

Wenn ich dies also richtig verstanden habe, wäre für die Übersicht bei ca. 25 oder 30mm ein 82° mit 2" sinnvoll.

bei etwa 15mm könnte man langsam aber darüber nachdenken bei 1,25" weiter zu machen da hier Weitwinkel eher der Vergrößerung weicht.

Bei der AP habe ich durch den Thread erfahren das ich über 7mm nicht hinaus kann, was beim 25-30mm noch nicht schlimm ist. Doch wie sieht es bei höheren Vergrößerungen aus? die AP wird ja immer kleiner. Bei meinem Wunsch Dobson mit 10" F/5 und 10mm Okular wären das 2mm doch ich bin noch nicht auf den Trichter gekommen was das mit der Sichtbarkeit (also ob in der Stadt oder auf dem Land) der Objekte am Himmel mit der "Mag" zu tun hat.

Ein anderes Thema beim Okular was die Qualität angeht. Nagler ist wohl voll vergütet und es wird auch der Augenabstand angegeben, doch sind diese sehr sehr Teuer. Bei den Explore Scientific wird eine Mehrschichtvergütung angegeben, was wohl aber den Preis rechtfertigen könnte. Doch hier findet man nirgends den Augenabstand. Hat da jemand von euch Werte.

Falls ich was falsch verstanden habe scheut euch nicht mich zu korrigieren.

Wünsche noch schöne Ostern
Christian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Christian78:
Bei der AP habe ich durch den Thread erfahren das ich über 7mm nicht hinaus kann, was beim 25-30mm noch nicht schlimm ist. Doch wie sieht es bei höheren Vergrößerungen aus? die AP wird ja immer kleiner. Bei meinem Wunsch Dobson mit 10" F/5 und 10mm Okular wären das 2mm doch ich bin noch nicht auf den Trichter gekommen was das mit der Sichtbarkeit (also ob in der Stadt oder auf dem Land) der Objekte am Himmel mit der "Mag" zu tun hat.
Wenn ich sowas lese kann ich dir nur den Rat geben, erstmal mit den beim Dobson beigelegten Okularen zu üben. Mit den Erfahrungen die du damit sammelst kannst du dir anschließend die wichtigsten Fragen selbst beantworten. Das ist allemal sinnvoller als jetzt voreilig einen Haufen Kram zusammen zu kaufen nur weil du das irgendwo gelesen und nur halb verstanden hast. Mit einem 8 oder 10 Zoll Dobson machst ju jedenfalls nichts falsch, alles andere wird sich zeigen. Okulare und Zubehör kaufen ist eine lebenslange Tätigkeit und kostet ein Vielfaches des Teleskops.
Nur folgenden Grundsatz solltest du wissen:
Von der Mittenschärfe sind alle Okulare ungefähr gleich gut. Man sieht die Himmelsobjekte mit einem teuren Okular also kaum bis garnicht anders als mit einem billigen. Die teuren sind aber trotzdem besser und zwar in folgenden Disziplinen:
Einblickverhalten
Größe des Gesichtsfeldes
Schärfe am Rand des Gesichtsfeldes
 
Hallo Christian,
Blättere ruhig mal durch die Seiten von Sven Wienstein, da wird Alles ganz gut erklärt. Es ist natürlich am Anfang schwierig alle Grundlagen zu begreifen oder gar in einem Forenthread zusammen zu fassen ;-)
2" ist erst ab 25mm Weitwinkelokularen nötig, darunter begrenzt der Okularauszug bzw. die Okularhülse nicht. So gibt es auch 20mm Okulare mit 70 Grad scheinbarem Gesichtsfeld.
Bei honen Vergrößerungen ist ein Weitwinkelokular ebenfalls wünschenswert, zumindest am Dobson, bei dem man per Hand nachführt.
Die HR Planetary und NED sind recht preiswert, bilden an f/5 gut ab, aber über 200-Fach sind die rund 60 Grad scheinbares Gesichtsfeld dem ein oder Anderem schon zu wenig, da Objekte die höher vergrößert werden, wie Planeten, schnell mal aus dem Bild laufen.

7mm Austrittspupille macht mit der hier typischen Lichtverschmutzung kaum Sinn.
Ein grober "Nachthimmeltest", wenn auch je nach Stand vom "kleinen Wagen" andere Sterne besser geeignet wären, ist
http://www.astrokramkiste.de/nachthimmeltest
Dann gilt: Mag x Teleskopöffnungsverhältnis = Maximal sinnvolle Okularbrennweite.
Natürlich kommt es darauf an ob man auch öfter unter schlechteren Bedingungen beobachtet, ob der Himmel öfter mal nicht so dunkel wird, ob einem das Feld zur Übersicht ausreicht, etc...

Eine AP unter 1mm birgt dann andere Problemchen. Zum einen sind das Floater ( http://de.m.wikipedia.org/wiki/Mouches_volantes ), zum anderen wird das Bild eben dunkler. Für Planeten geht das aber u.U. Bis 0,5-0,6mm AP, ausser das Seeing (Luftunruhen) machen einem vorher einen Strich durch die Rechnung. Oft machen deshalb Vergrößerungen über 200x nur ein paar mal im Jahr Sinn, 300x und mehr seltenst.

2-3mm AP nutzt man oft, Galaxien und Nebel heben sich hier gut vom Himmelshintergrund ab, ohne dass das Bild zu dunkel wird.

Die ES scheinen im Moment die Okulare zu sein, die fürs Geld sehr gute Qualität bieten. Natürlich geht es immer besser, teurer, schöner.
Aber der Unterschied zwischen ES und Nagler ist nicht so groß wie ES zu Erfle oder ähnlichen günstigen Okularen, die bei f/5 schon deutlichere Nachteile haben.
Vergütet sind alle besseren Okulare.

Zum Augenabstand habe ich jetzt auf die schnelle keine ÜberSicht/Tabelle finden können, aber einfach mal zu deinem Wunschokular nach Erfahrungsberichten suchen. Generell haben moderne Okulardesigns einen akzeptablen Augenabstand, während bspw. Plössl in etwa so viel Augenabstand wie deren Brennweite haben, 4 oder 6mm Plössl sind deshalb nicht sehr angenehm zu nutzen.

Ich habe am Anfang einen Haufen Okulare gekauft (HR Planetary, Plössl), und würde es heute anders machen. Doch man lernt eben viel unterwegs. Persönlich finde ich ein gutes Übersichtsokular am Anfang nicht verkehrt, denn neben einem 30mm Plössl mit kleinem Gesichtsfeld bleibt sonst nur ein Erfle, und wenn man ein f/5 Teleskop kauft, kann man da gleich zu den ES greifen und hat sicher länger Freude daran ;-)
Ansonsten schau auch mal auf dem Gebrauchtmarkt, oder noch besser, suche Gleichgesinnte, bei denen Du mal durch verschiedene Okulare schauen kannst.
 
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