Kondenswasserproblem in Kuppel

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JörgHanisch

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Hallo zusammen,

gerade habe ich meine Sternwarte halbwegs fertig, da kommt schon das nächste Problem:
Kondenswasser!! Ich habe schon so ein kleines Päckchen eines chemischen Luftentfeuchters
reingestellt, aber das scheint nicht ausreichend zu sein..
Leider habe ich auch noch keinen Boden installiert, was den Effekt vermutlich verstärkt.

Ich möchte jetzt mal in die Runde fragen, was es da für Möglichkeiten gibt.
Ich habe da zuerst an einen Luftentfeuchter, z.B. diesen hier von Conrad gedacht.
Oder sind vielleicht Lüftungsschlitze die bessere Lösung?

Meine Kuppel ist ein HD-6S von Technical Innovations.
Der Unterbau besteht aus einem Gerüst aus 10*10 cm Leimbindern. Diese sind mit 15mm OSB-Platten
verkleidet und diese wiederum mit einer Vertäfelung.
So sieht das aus: Web Seite

Bin für jeden Tip dankbar.
Viele Grüße

Jörg
 
Hallo Jörg

Mein Kumpel hat sich ebenfalls eine Kuppel gebaut. Diese ist bei weitem nich 100%ig dicht (also quasi Lüftungsschlitze); als Boden haben wir nur eine dicke Rollierungsschicht und darüber ca. 15cm feinen (gewaschenen) Kies. Seit nun schon 7 Jahren hatten wir noch nie ein Problem mit Kondenswasser (auch wenn es davor tagelang schüttete).

Vielleicht hilft Dir das ein wenig weiter.

Grüße aus Innsbruck
Tom
 
Hallo Jörg,
Da hast Du eine sehr schöne Sternwarte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />!
Wo bildet sich denn das Kondenswasser? Wenn es sich an der Kuppelinnenseite bildet, dann könnte es sein, dass die Dachfläche nicht genügend wärmeisoliert ist. Tagsüber kann sich dann der Innenraum aufheizen (besonders wenn kein guter Luftaustausch mit der Umgebung möglich ist). Die warme Luft nimmt dann Feuchtigkeit auf - wenn sich die Kuppel Nachts abkühlt, kondensiert das Wasser an der Kuppelinnenseite.
Ich habe meine Rolldachhütte so konstruiert, dass genügend Lüftungsschlitze vorhanden sind, so dass immer ein Luftzug geht und dadurch ein Luftaustausch mit der Umgebung möglich ist. Obwohl ich in einer ziemlich feuchten Ecke (in der Nähe der Elbe) wohne, habe ich mit Kondenswasser noch keine Probleme gehabt.

CS. Frank
 
Hallo Jörg,

habe auch ein Kuppel bei der sich Tau an der Kuppelinnenwand bildete und auf Teleskop und CCD Kamera tropfte…. Und dies, obwohl es eine zweischichtige Bauweise ist.

Ich hatte bei mir keinen Effekt bei Regenwetter oder konstant nebeligem Wetter, sondern bei Hochdruckwetterlagen im Winter. An solchen Tagen hatten wir teilweise bis zu +15°C tagsüber und nachts fiel die Temperatur auf unter -5°C. Was passiert dann? Tagsüber kann z.B. die relative Feuchtigkeit 80% betragen, dies entspricht einem Wassergehalt von 80% von maximal 13 g/m3 = 10,4 g/m3. Nachts kann die Luft jedoch nur maximal 3,2 g/m3 Wasser halten. Das restliche Wasser fällt aus. Somit müssen 7,2 g/m3 Wasser genauso schnell abgeführt werden, wie die Temperatur abfällt. Ich schätze mal den Rauminhalt Deiner gut gelungenen Kuppel auf ca. 20 m3. Also müssen 144 ml Wasser entsorgt werden.

Ich habe dies einer guten Lüftung nicht zugetraut, insbesondere dann nicht, wenn man nicht beobachten kann wegen Nebel. Ich vertraue inzwischen auf einen ausreichend dimensionierten Luftentfeuchter und lasse nicht unnötig viel gesättigte Frischluft nachströmen.

Das dieser Effekt direkt an einem großen Fluss oder See nicht so stark auftreten wird, dürfte wohl an den nicht so extremen Temperaturunterschieden innerhalb einer Nacht liegen, oder?

CS

Andreas
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Beiträge. Dauert mit meiner Antwort leider etwas länger, da ich derzeit
gesundheitlich etwas neben der Spur fahre...

@Tom und Frank
Also dicht ist die Kuppel beileibe nicht! Konstruktionsbedingt habe ich im Bereich des Kuppelspaltes
"vorne" und "hinten" je zwei etwa 5 cm große Öffnungen. Zudem habe ich einen etwa 1cm breiten und 50cm langen
Spalt an der Vorderseite unterhalb des Kuppelringes.
Die ganze Konstruktion steht etwa 4cm über Gelände. Bis dorthin habe ich auch eine Kiesschicht auf Filtervlies
ausgebracht (ob gewaschen oder nicht spielt dabei ja keine Rolle.).
Das Kondenswasser bildet sich an der höchsten Stelle der Kuppel, die nicht weiter wärmeisoliert ist (GFK).
Ich habe die Sternwarte erst im Juli fertiggestellt und bisher hatte ich nur beobachtet, dass das Wasser an der Monti
und der Säule kondensierte.

Habt Ihr denn irgend welche Anhaltspunkte welche Größe oder Anzahl diese Lüftungsschlitze haben müssen?
Oder kann man da ggf. einen über ein Hydrostat gesteuerten Lüfter einbauen (Kapazität??)
Ich möchte zwar vermeiden solche Löcher zu sägen, aber wenn's hilft....

@Andi
Wie ich schon oben erwähnt habe ist die Kuppel aus GFK und hat keinerlei Isolierung. Der UNterbau hat eben den zweischichtigen
Aufbau aus OSB und Vertäfelung.

Ich habe dann jetzt speziell an Dich die Frage:
Was ist in Deinen Augen ein ausreichend dimensionierter Luftentfeuchter??
Du lagst mit den 20m³ nicht sehr daneben. Es sind etwa 16m³. Gerade deshalb hatte ich mir da den günstigsten ausgesucht.
Laut Beschreibung hätte der eine Entfeuchtungsleistung von 250ml/d und einen Luftdurchsatz von 45 m³/h. Wäre das ausreichend??
Ich habe mal heute Morgen gemessen. Die Luftfeuchtigkeit war 80% bei 13°C.
Gleiche Werte gelten für die Umgebung. Letzte Nacht hatten wir ca 6°C.

..und lasse nicht unnötig viel gesättigte Frischluft nachströmen.

heißt das, das Du versucht hast alles bestmöglich abzudichten? Bis auf die Öffnungen im Spaltbereich Vorne könnte ich das
auch machen. Was mich stört ist, dass ständig Strom da sein müsste. Eigentlich wollte ich den nur in der Nacht über eine
Zeitschaltuhr fließen lassen...Aber auch hier: Wenn's denn hilft.

Vielen Dank schon jetzt!
viele Grüße


Jörg
 
Hallo Jörg,
obwohl ich Deine Kuppel nicht kenne und eine Ferndiagnose schwierig ist, noch ein paar Üerlegungen.
Wenn Deine Kuppel nicht isoliert ist, dann wird sich die Innenseite Deiner Kuppel im Winter bei klarem Wetter sehr stark abkühlen und es entsteht viel Kondenswasser. Es würde sicher das Kondenswasser verringern, wenn Du deine Sternwarte möglichst dicht machst, auch die Gebäudeteile gegen aufsteigende Feuchtigkeit (z.B. unter den Boden eine Folie legen) abdichtest und einen Entfeuchter laufen läßt. Ob das aber ausreicht ist nicht sicher. Man könnte sicher das Abtropfen von Kondenswasser verhindern, indem man auf die Innenseite der Kuppel einen saugfähigen Belag klebt. Allerdings muss man dann sicher gehen, dass der Belag austrocknen kann und keine Feuchtigkeit in tiefere Schichten eindringen kann. Das Eindringen von Feuchtigkeit müsste man mit einer Dampfsperre verhindern. Ich weiss nicht, ob das bei Deiner Kuppel aus GFK notwendig ist (wenn die Kuppel aussen einen wsserdichten Belag hat, dann könnte es sein, dass von innen Feuchtigkeit in das GFK eindringt, man müsste dann innen noch einen wasserdichten Anstrich aufbringen - vielleicht liest hier ein Bootsbauer mit und kann da fachkundige Aussagen machen). So ein Belag würde Kondenswasser aufnehmen und gleichzeitig isolierend wirken, und damit das Kondenswasser verringern (wie beim Autodach im Winter - aussen Eis, innen ziemlich trocken). Man kann da sicher im Baumarkt nachforschen, ob es evtl. selbstklebende Teppichbeläge gibt.
Durch Zugluft läßt sich die Kondenswassermenge sicher auch verringern (Wäsche trocknet auch bei Wind besser). Vielleicht könntest Du versuchsweise mal in der Kuppel einen Lüfter laufen zu lassen, bevor Du Lüftungsschlitze in deine schöne Sternwarte sägst. Das macht sicher nicht viel Aufwand und Du kannst abschätzen, ob das bei Dir was bringt.
Sicher ist das ein komplexes Problem und Du wirst etwas experimentieren müssen um das hässliche Kondenswasser zu verringern - auf alle Fälle wünsche ich Dir viel Erfolg!

CS. Frank
 
Hallo Leute,

soweit ich aus den Texten ersehe, kommt Zugluft in die Kuppel rein, allerdings nicht am höchsten Punkt.
Warme Luft strömt immer hinaus, kalte Luft ein, alles im unteren Bereich der Kuppel.
Mein Ansatz wäre, am höchsten Punkt der Kuppel für Abluft zu sorgen. Geschieht dies in ausreichendem
Maße sollten sich die Probleme erheblich verringern.
Ist die Kuppel oben dicht und unten strömt Luft ein, ist das Käseglockenprinzip wirksam.
So kann man Trinkwasser aus Wüstensand ziehen.

CS
*entfernt*
 
Hi Jörg,

bin ja nicht der Experte in solchen Dingen...das macht man ja meistens nur ganz genau einmal in seinem Leben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />, aber ich weiß nicht ob der von Dir ins Auge gefasste Entfeuchter leistungsstark genug ist. Damals habe ich folgende Überlegung angestellt:
Bei mir sollten maximal 0,15 L pro Nacht entsorgt werden. Wenn es ganz übel läuft, habe ich einen Temperatursturz innerhalb von 1 oder 2 Stunden ( nehmen wir mal im Extremfall 0,1 L / Stunde!! an ) und ich möchte auf jedem Falle das Beginnen der Kondensation schon im Anfangsstadium verhindern. Zusätzlich ist meine Kuppel zwar mit EPDM Dichtungen abgedichtet, aber der Spalt und die Zugangsklappe von unten ist nicht zu 100% luftdicht. Daher habe ich mir im örtlichen Baumarkt einen Entfeuchter mit 10 L pro Tag = 0,4 L pro Stunde gekauft..... Aber der brauch natürlich Strom. Bei mir weniger ein Thema, da der Sternwarten PC im Winter durchlaufen muß, der arme Kerl <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />.
Dadurch kann ich selbst aus der Ferne über eine langsame VPN Verbindung Teleskop und Kuppelantrieb steuern.

Betreibst Du nicht auch KPL-Astrometrie? Wie weit bist Du mit der Automatisierung?

Viele Grüße

Andreas A89
 
Hi,

ich habe auch teils heftigste Probleme mit Kondenswasser. Meistens wenn ein starker Temperaturabfall zustande kommt, vor allem im Fruehjahr oder auch wenns draussen sehr feucht ist (neblig) dann herrscht im Raum auch eine hoehere Luftfeuchte. Ich benutze schon seit einiger Zeit einen Raumentfeuchter, das chemische hygroskopisch-kristalline Zeugs ausm Baumarkt. Vor allem stoert mich dann dass es vielen Stellen bei laengerer Dauerfeuchte auf dem Lack kleine schwarze Stockflecken entstehen. Da meine Kuppel aus Holz ist, und lackiert, habe ich da schon meine Bedenken dass sowas dem Holz ziemlich zusetzt. Mit unterschiedlichen Moeglichkeiten die Durchlueftung zu optimieren hatte ich bisher auch keine Erfolg <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" />

Gruss tobi
 
Hallo zusammen, Hallo Jörg,

bei meiner Rolldachhütte komplett aus Holz sind auf beiden Längsseiten (bedingt durch die Räder auf Laufschienen) ca. 5 cm breite (hohe) Schlitze auf einer Länge von je 3 Metern. Für den Fußboden habe ich einfache Pflastersteine in gelben Sand gelegt. Das flache Satteldach ist mit Schweißbahnen belegt. In diesem Raum ist es im Winter natürlich wunderbar kalt, aber so soll es ja auch sein. Mit Kondenswasser habe ich jedenfalls keine Schwierigkeiten! Im Gegenteil, wenn mal bei einem Regenguss irgendwie Wasser (selten!) eingedrungen ist, ist die Feuchtigkeit sehr schnell wieder verflogen; eben wie beim Wäschetrocknen. In dem Kontrollraum nebenan, der bis aufs Feinste abgedichtet und isoliert ist, habe ich indes viel mehr Schwierigkeiten mit Kondenswasser an der Scheibe und Stockflecken an der Raufaser. Fazit : Ich persönlich halte kräftigen Durchzug für das Beste; eine Öffnung oder Schlitz am höchsten Punkt der Kuppel halte ich daher wie Günter schon sagt für die beste Idee, um den Käseglockeneffekt zu vermeiden!
Und das mit der Dampfsperre unter dem Fußboden würde ich mir auch nochmal überlegen : auf der BoHeTa referierte Dr. Thomas Eversberg u.a. über dieses Thema und bezeichnete den Einbau einer Dampfsperre unter dem Fußboden in seiner Sternwarte als größten Fehler.

Clear Skies
Frank
 
Hallo Frank,

ich kenne den Vortrag zwar nicht, aber das Problem.
Wenn es sich um kein in sich geschlossenen System handelt, also direkte Wechselwirkungen mit
Umgebungsluft/-temperatur stattfinden, ist "offener" Boden ideal.
Er nimmt Wasser auf, Wärme und Kälte, wirkt auf solche Abläufe wie ein Schwamm und verzögert sie.
In einer Sternwarte hat man zwei Möglichkeiten.
Massiven Technikeinsatz gegen die natürlichen Abläufe oder die natürlichen Abläufe so gut wie
möglich zu unterstützen/ermöglichen.
Die erste Möglichkeit ist teuer, die zweite Möglichket etwas "tricky" und arbeitsintensiv,
letztlich aber effizienter.

Sand auf dem Boden (zwischen Pflastersteinen) ist z.B. sehr "tricky". Füll Mal eine Literflasche
mit trockenem Sand (randvoll) und dann füll Wasser nach. Es geht fast noch ein Liter rein.
Das hängt schon Mal nicht an der Wand.

Eine Lüftung am höchsten Punkt, etwa so groß wie die Fläche aller Ritzen und Zuglöcher der Kuppel im
"geschlossenen" Zustand ist "tricky", weil kein Luftstau entstehen kann. Ein Luftstau führt zu
unterschiedlichen Temperaturen (nicht nur der Luft) und zum Niederschlag von Feuchtigkeit.

CS
*entfernt*
 
Hallo Günther,
offenbar meinen wir hier verschiedene Sachen. Du und Frank Hauswald meinen offenbar eine gasdichte Versiegelung der Oberfläche des Fußbodens. Ich meine aber einen Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit - das ist etwas anderes. Im Erdreich ist immer Feuchtigkeit vorhanden. Diese steigt in Bauwerken (und im Boden) durch Kapillarkräfte nach oben. Bei älteren Häusern, die noch nicht ausreichend gegen aufsteigende Feuchtigkeit gesichert sind, sieht man oft, dass die Mauern im unteren Bereich feucht werden (besonders in den Großstädten Ostdeutschlands kann man das an alten unsanierten Wohnhäusern beobachten). Wenn Du Deinen Boden nicht gegen diese Erdfeuchte schützt, dann kommt zusätzlich Wasser in Deine Sternwarte.
Bei meiner Sternwarte habe ich z.B. folgenden Aufbau: auf den gewachsenen Boden 5cm Kies, darauf eine Folie, auf der Folie nochmal ca. 15cm Kies und darauf Verbundpflaster (die Kiesschicht ist etwas dünn, da aber der Boden nicht belastet wird, dürfte das reichen). Auf diesen Boden habe ich noch Kunstrasen aus dem Baumarkt gelegt. Meine Überlegung war, dass der Rasen sich im Winter durch Abstrahlung nicht so stark auskühlt und so das Bodenseeing verringert. Im Baumarkt hat man mir gesagt, dass der Rasen für den Aussenbereich geeignet ist und nicht gasdicht ist. Ich hatte zwar trotzdem Bedenken, dass es unter dem Belag gammelt - aber nach nunmehr vier Jahren habe ich dies noch nicht beobachtet.
Das Hauptproblem bei der Kondenswasserbildung in einer Sternwarte ist meiner Meinung nach die ungenügende Wärmeisolierung des Daches. Die Dachoberfläche kühlt sich im Winter bei klarem Wetter durch Abstrahlung unter die Umgebungstemperatur ab. Wenn keine ausreichende Isolierung vorhanden ist, dann kühlt auch die Innenseite ab und es bildet sich Kondenswasser (wenn im Winter trockenes Hochdruckwetter herrscht ist die Luft auch relativ "trocken" (ich nenne das hier mal einfach so) - trotzdem vereisen die Autoscheiben). Man kann die Menge des Kondenswassers sicher durch Zugluft oder Luftentfeuchter verringern, die Ursache (die kalte Dachinnenseite) beseitigt das aber nicht.
Vielleicht wäre es aber auch eine Möglichkeit die Kuppel zu heizen? Bei Conrad gibt es Heizkabel. Man müsste dann die Kuppelinnenseite sicher mit Alufolie belegen. Allerdings ist das nur so eine Idee von mir - ich weiss nicht ob das so geht - vielleicht hat das aber schon mal jemand gemacht.

CS.Frank
 
Hallo Frank,

die Probleme des Gebäudeschutzes (z.B. des Mauerwerks gegen Bodenfeuchtigkeit) und des Raumklimas
sind tatsächlich getrennt voneinander zu betrachten.
Bei bestehenden Gebäuden wird man sich nach den Gegebenheiten zu richten haben und nur
nachbessern können, Neuplanungen dagegen bieten die Möglichkeit der Verknüpfung beider
Anforderungen und Optimierung des Ergebnisses.

CS
*entfernt*
 
Hallo zusammen,

vielen Dank bisher für Eure interessanten Beiträge. Jetzt bin ich so langsam wieder unter den Lebenden und kann die Diskussion besser verfolgen. Ich würde da gerne mal die wichtigsten Punkte zusammenfassen um zu sehen ob ich das alles verstanden habe (ach übrigens: irgendwie baue ich immer Fehler in meine Berechnungen ein. Der Rauminhalt der Sternwarte beträgt nur ca 8m³....<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />).

-> Ursache für die Kondensation ist, dass der obere Teil meiner Sternwarte (Kuppel) unter den Taupunkt abkühlt und dadurch die Feuchtigkeit kondensiert.
Verstärkt wird der Effekt durch aufsteigende,warme Luft die über die vorhandenen Luftlöcher einströmt,da diese Luft mehr Wasser aufnehmen kann, als die kältere Luft.

->Als Gegenmaßnahmen kommen ein paar Möglichkeiten in Betracht:
1) Am höchsten Punkt der Kuppel Luft "Absaugen"
2) So gut wie möglich abdichten, dann Luftentfeuchter
3) Für verwirbelung der Luft sorgen, Lüftungsschlitze
4) Kuppel heizen..
5) "tricky" Aufbau des Bodens (Sand o.ä.)

So und jetzt stehe ich vor dem Problem, wie ich das umsetze.
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
Also an der höchsten Stelle der Kuppel ist es konstruktionsbedingt nicht möglich die Luft abzusaugen, da dieser Teil beweglich ist (Shutter). Auch kann ich an der Rückseite keinen Lüfter anbringen, da hier schon die Mechanik für den Shuttermotor sitzt. Zudem ist der obere Teil auch beweglich (Problem der Stromzufuhr).

Der Untergrund der Sternwarte ist schon gepflastert. Ich habe lediglich ein Filtervlies und 4cm Kies aufgebracht. Die Holzkonstruktion liegt etwa 5cm über Gelände. Jetzt möchte ich zunächst eine Bauplane aufbringen und danach den Boden aus 22mm OSB-Platten einbauen.

Nun habe ich eine Idee, die ich hier mal zum Besten geben möchte (gleichzeitig läuft ein erster Versuch).

Reicht es nicht aus, etwa auf der halben Höhe die von unten aufsteigende Luft durch einen entsprechenden Lüfter abzusaugen?

Dabei sollte der Bau einigermaßen abgedichtet sein, oder nicht?

Wie angedeutet habe ich vorhin einen Versuch gestartet. Schon gestern hatte ich kurzzeitig mit einem Standventilator experimentiert, der Erfolg versprechend ausging: Heute Morgen hatte ich keine Kondensation beobachtet.
Heute dann bin ich zum Baumarkt und habe einen Lüfter besorgt (16W, 100m³/h). Der läuft über eine Zeitschaltuhr gesteuert seit ein paar Stunden.

Bitte sagt mir, dass ich das Loch nicht umsonst gebohrt habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" />.!

Vielleicht habt Ihr ja noch ein paar Ideen....bevor ich doch den Luftentfeuchter besorge <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />.

Viele Grüße


Jörg
 
Hallo Andi,

Habe ich jetzt über ein Jahr lang nicht gemacht. Ich habe nach der Zuteilung des ObsCode (A15) für unsere Vereinssternwarte noch ein paar Beobachtung eingereicht. Im letzten Jahr war ich aber mehr mit Planung und Bau der Sternwarte und der Beobachtung von Veränderlichen beschäftigt. Ist auch ne spannende Geschichte! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Wenn aber endlich mal alles funktioniert werde ich asap an einem ObsCode für meine Gartensternwarte arbeiten.


Wie weit bist Du mit der Automatisierung?

Fertig! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Nein wirklich: Also wie Du auf meinen Webseiten siehst habe ich den Bau der Hardware und das Justieren der Software erfolgreich beendet. Meine letzte Beobachtung (16.10.) habe ich Vollautomatisch durchgeführt. Das lief reibungslos (bis auf meinen Scriptfehler, der das Schließen der Kuppel vermurkste <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" /> )

Jetzt ist noch eine Wetterüberwachung in Kooperation mit einem anderen Sternfreund in Arbeit, sprich: Wolken- und Regensensor.

Wenn Du mehr dazu wissen möchtest schick' mir einfach eine PM.

Viele Grüße

Jörg
 
Mahlzeit,

da ich selbst derzeit keine Sternwarte habe sondern nur von Meßräumen für Langzeitbeobachtungen im Feld berichten kann mag es Unterschiede geben, aber grundsätzlich hat sich bewährt:

Kaltraum:

- mineralischer, saugfähiger Boden,
- ca. 5 - 10% Lüftungsfläche bei Naturzug, (weniger, wenn man Kamineffekte nutzen kann),
- krabbeltiersichere Verdeckungen der Lüftungsfläche,
- kein Isolier- oder Baumaterial an Wänden und Decken, dass Feuchtigkeit aufnehmen und gammeln kann.


Warmraum:

- möglichst perfekte Isolierung, Minimallüftung,
- dampfdurchlässig in die richtige Richtung zum Dach hin,
- drainierter Boden, mineralisch mit Sauberkeitsschicht und kapillarbrechender Schicht gegen aufsteigendes Wasser,
- Luftschicht zwischen vorbereiteter Bodenschicht und Laufboden, rottungsfester Bodenbelag,
- entsprechende Holzwände oder Steinwände, keine Tapeten, nur dampfdurchlässige Putze ...

Damit bekommt man sowohl ungeheizte Geräteräume trocken als auch Bedienstationen, in denen Rechner etc. laufen müssen. Holzütten sind generell günstig, weil das Holz regulierend wirkt.

Warmräume müssen aber immer beheizt sein, denn aufgrund der Isolation und Eindichtung bildet sich, wenn sie temporär durchkühlen, zwangsläufig Feuchtigkeit und Gammel. Wer also einen Kontrollraum à la Houston plant sollte diesen möglichst perfekt isolieren und mit einer kontrollierten Minimallüftung versehen, damit die Heizkosten im Rahmen bleiben.

Bei den Kalträumen kann es gar nicht offen genug zugehen, je mehr Luftdurchsatz erreicht wird um so besser. Wenn dann noch feine Gaze die Lüftungen überdeckt, an der sich ausfällwillige Feuchtigkeit aus der Luft lösen kann, (und Dreck aus der Luft ebenfalls) ist es perfekt.

Der Versuch, kalte Räume maschinell permanent trocken zu halten ist reine Energieverschwendung. So lange sich keine Temperaturgefälle bilden können, die zur Ausfällung und damit zur Betauung führen, passiert nichts, gegen die Umgebungsluftfeuchte kann man letztlich anheizen, aber nicht gegenantrocknen. Irgendwann setzt sich die umgebende Luftfeuchte immer durch. Letztlich bleibt dagegen nur die Auswahl eines passenden Standorts.


CS

J.
 
Hallo zusammen,

wie schon gesagt, ich habe weniger die Ahnung von solchen Dingen wie "Bildung von Kondenswasser", kann aber den Ausführungen von "Optikus" eigentlich nur zustimmen; hier ist kurz und bündig alles auf den Punkt gebracht, was ich bisher an Erfahrungen in meiner (Holz)-Rolldachdachhütte so gemacht habe! Und ...nebenbei gesagt, ich arbeite auch seit mehreren Jahren (über den Bau einer Rolldachhütte, den Eigenschliff eines 16-Zoll-Spiegels und den Eigenbau des dazugehörigen 16-Zoll-GoTo-Teleskops an der Erlangung eines Obs.Codes für die Beobachtung von Kleinplaneten.

Clear Skies und einen reichlichen Leonidenschauer wünscht
Frank
 
Hallo Jörg,

Dein Namensvetter hat ja eigentlich Alles gesagt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
In Deinem Spezialfall wäre die anzustrebende Kaminwirkung doch noch zu erzielen, indem man einen
Lüfter nach dem Dunstabzugshaubenprinzip einsetzt.
Abluft dort nach außen führen, wo es eben geht, die Ansaugung am höchsten Punkt wäre über
ein Rohr zu bewerkstelligen. Die Dimensionierung und den nötigen Luftdurchsatz kann ein Fachmann sicher
errechnen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> Wenn schon ein "durchquirlen" der Luft erhebliche Abhilfe schafft, dürften Größe
und Aufwand im akzeptaben Rahmen bleiben.

CS
*entfernt*
 
Hallo Jörg!

Wir haben bei der Baader 2,1m zuerst abgedichtet, da Flugschnee hineinkam, Auch die Luftfeuchtigkeit war immer zu hoch! Zusätzlich wurde jetzt am höchsten Punkt ein Wettergeschützter Lüfter (Öffnung, Lochblech, Regenschutz)eingesetzt. Hier könnte man auch einen Solarlüfter einbauen.
Der normale Luftaustausch reicht aber. Seither kein Kondenswasser mehr.
(Danke an Bruno; unseren Techniker, der diese Lösung ertüftelt hat.)

Hier ein Bild,mit dem "Pilz" re-oben der innen mit einem normalen Rohr endet. Eingeregnet hats noch nicht.

Link zur Grafik: http://turbo.at/antares/archiv/kuppel2.jpg

Web Seite Verein ANTARES
Web Seite Astroshop.at
 
Hallo <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Ja, mit so einem Pilzlüfter (gibts beim Camping und WoMo) habe ich auch sehr gute Erfahrung gemacht. Da in meiner Sternwarte eh alles mit 12 Volt Solar läuft, hat der sich geradezu angeboten. Ich hatte immer Schwierigkeiten, nach einer langen und feuchten Nacht die Feuchtigkeit am darauffolgenden Tag von den kalten Teilen (Fernrohr, Montierung, Gegengewichte) wegzubekommen. Jetzt kein Problem mehr, wenn es hell wird, geht der Lüfter an und saugt die feuchte Luft nach Außen. Warme und trockene Luft kann durch die Schlitze in der Rolldachhütte nachströmen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Ich denke mal, das der Lüfter im Sommer auch gute Dienste tut, die heiße und stickige Luft in der Hütte rauszubekommen, wenn die Sonne so richtig aufs Dach brennt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

Thomas
 
Hallo zusammen,

Ich möchte mich abermals für die vielen Tips bedanken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Der Hinweis von Karl(?) mit dem Pilzlüfter sieht so aus, als wär's genau der Richtige. Aber bevor ich ein etwa 10cm großes Loch in meine Kuppel schneide, muß ich doch noch arg überlegen.
An dieser Stelle noch eine Frage an den Kollegen aus Österreich: Ist der Lüfter über ein Hygrostat gesteuert, oder läuft der ständig? Dann die Frage: Wie laut ist der?
Mein Lüfter hat so 40dB, das ist für den Standort gerade noch erträglich..

Vielleicht interessiert Euch, wie's bei mir weitergeht.

Also wie ich schon geschrieben hatte, habe ich zunächste den Lüfter im unteren Teil eingebaut und über eine Zeitschaltuhr alle 30Minuten laufen lassen.
Das war der totale Reinfall <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />
Wahrscheinlich hatte es beim ersten Versuch nur geklappt, weil gerade zu der Zeit die Temperaturen so hoch waren und die Luftfeuchtigkeit so niedrig, dass der Taupunkt einfach nicht erreicht wurde.

Bevor ich jetzt weitermache, werde ich alles genauer untersuchen. Als Zwischenlösung habe ich mir einen kleinen Heizlüfter reingestellt, den ich auf 10°C eingestellt habe. In den letzten 2 Tagen hatte ich keine Probleme. Der Lüfter läuft so alle 30min mal an und schaltet sich nach etwa 3min. wieder ab.
Allerdings kostet das Ding auf Lange Sicht 'ne Schweine Kohle und ist auch nicht das Gelbe vom Ei, da es ja nicht nur auf die Temperatur ankommt....

Ich habe jetzt vor so einiges zu testen. Zunächst muß ich mich wohl dringend um einen Boden kümmern. Ich werde bei den Versuchen auf jeden Fall dabei Feuchtigkeit und Temperatur permanent messen.

Es wird dann vielleicht eine etwas spezielle Lösung für mich sein, aber ich werde auf jeden Fall über Fortschritte berichten. Wünscht mir Glück!

Viele Grüße

Jörg
 
Hallo Frank,

..kann aber den Ausführungen von "Optikus" eigentlich nur zustimmen ..

Ja, ich versuche mich daran zu halten. Es gibt nur ein paar Probleme wegen des Standortes (Luftbewegung) und der Mechanik (Strom nicht permanent auf oberem Kuppelteil vorhanden), die beachtet werden müssen.


ich arbeite auch seit mehreren Jahren .... an der Erlangung eines Obs.Codes für die Beobachtung von Kleinplaneten.

Sag mal, Dein Name kommt mir irgendwie bekannt vor...haben wir uns nicht in Essen bei der Kleinplanetentagung getroffen? Ist wohl schon 2 Jahre her...
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Das mit dem Obscode ist nicht so schwer, wenn Du möchtest kann ich Dir helfen...schreib' einfach eine PM.

Viele Grüße

Jörg
 
Hallo Jörg!

Wir haben in unseren "Schwammerl" noch KEINEN elektrischen Lüfter eingebaut. Es war in Diskussion. Es hat eigenlich schon die Öffnung und der vorbeistreichende Wind für genug Konvektion gesorgt. Ging eigentlich nur darum die Luftfeuchtigkeit zu senken. Durch den sehr windigen Standort reichte das Loch mit Regenschutz. Sicher wäre ein kleiner Ventilator besser. War bei uns nicht nötig. K. Beck
 
Wie stehts eigentlich mit einem kleinen Abzug an der Spitze und einer schwachen Heizung (Frostwächter, Standheizung, etc.) im Inneren der Sternwarte? Es reicht doch, die Temperatur nachts knapp über der Außentemperatur zu halten. Das dürfte die Temperaturanpassung des Teleskops nicht sonderlich behindern. Die Dew-Zapper zeigen doch, dass man mit wenig Energie und einer geringen Temperatursteigerung Tau verhindert. Vielleicht ließe sich da etwas mit Solarenergie und ein bischen Bastelei machen.

Für die Technik in der Sternwarte wäre das sicherlich nicht nachteilig.

Tom
 
Hallo Jörg,
bei deiner Kuppel vereinen sich gleich mehrere Effekte.
Tagsüber heizt sich die Kuppel (auch im Winter) auf.
Die Warme Luft unter der Kuppel nimmt wesentlich mehr Feuchtigkeit auf als kalte Luft.
Da der Boden unter deiner Kuppel nicht isoliert ist steigt diese nach oben aus der Erde.
Wenn Nachts die Kuppel auskühlt kondensiert die Feuchtigkeit genau dort wo der Temperaturunterschied Zwischen Oberfläche und Luft am höchsten ist. In deinem Fall zwischen Kuppelinnenfläche und feuchter Luft direkt unter der Kuppel.

Die einfachste Möglichkeit dies zu verhindern:
Abluft aus der Kuppel nach oben. Die "warme" Luft unter der Kuppel mit der Feuchtigkeit abführen durch z.B. den Pilz oder Ventilator. Zusaätzölich eine Folie unter der Hütte anbringen, vielleicht sogar auf dem Pflaster, und zusätzlich einen Holzboden mit erhöhtem Abstand zum Pflaster und einer freien seitlichen Durchlüftung, damit keine Feuchtigkeit aus dem Boden durch die wärmere Luft in der Sternwarte gezogen wird.
Falls du nur versuchst die Kuppel so aufzuheizen, das die Feuchtigkeit nicht an dieser kondensiert, befürchte ich das sich die Feuchte Luft eine andere Fläche sucht die unter Umständen dein Teleskop und das restliche Equipment sein könnte. Denn die Feuchtigkeit ist immer noch unter der Kuppel.
 
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