Kontrast und Schärfe visuell und fotografisch?

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Mars um ca. 3:00 Uhr beobachtet, 300x war zu viel, 230 war gut,
Planet tanzt, viel zu hell, ruiniert Adaptation, oranger Filter, besser
hellroter, 23A, lange dunkle Struktur zu sehen, S - förmig, im Süden
eine hellere "Insel" drin, Mühe mit Polkappen, eher nördliche zu sehen,
falls überhaupt, Rand des Planeten scharf, 4 "diffraction spikes" wegen
Newton, habe nur schnell mit Zoom beobachtet, am Ende einer
hochalpinen Galaxiennacht auf 2200m.ü.M., müde, Seeing mittel

Schönen Tag!

Amalia
 
Hallo Amalia, Leo

und alle, die sich noch beteiligen werden.

Erst einmal ein großes Dankeschön an Dich Amalia, Du hast wirklich viel und sehr interessant
geschrieben. Auch die Links sind für mich sehr hilfreich, weil man auch neue Quellen des Wissen
erschließen kann. Für mich, als noch unerfahrenen Beobachter sind auch viele kleine praktische Bemerkungen interessant, die für andere sicher selbstverständlich sind.
Als Mathematiker denke ich oft recht algorithmisch, d.h. ich suche nach absoluten Entscheidungshilfen, die es oft nicht gibt.
Deshalb ist eine ausführlichere Darstellung, wie Deine und die Meinung Vieler für mich sehr hilfreich, da sich manche Aussagen relativieren und andere als nahezu absolut bestätigen.
Ich habe mir Deine Kontrast/Schärfe Bilder angesehen. Mein Problem ist mehr die Schärfe, der Kontrast scheint es weniger zu sein.
Danke Amalia auch für Deinen kurzen Beobachtungsbericht. 2200m ü.M. ganz schön hoch. Ist das Dein Dauerbeobachtungsplatz? Da muss die Durchsicht schon super sein! Das Du um halb 7 nach der Beobachtungsnacht müde bist und trotzdem noch geschrieben hast, alle Achtung!!!
Auch in Richtung Zähigkeit, werde ich mich noch entwickeln müssen.

Leo, mir sind die beiden von Dir genannten Punkte schon klar, ich habe das nur nicht so betont.
Ich habe Testberichte über Dein C9.25 gelesen. Manche bezeichnet es als das beste SC überhaupt und es gibt unmittelbare Vergleichstest mit dem 7’’LX200, wo es auch besser war, dank der größeren Öffnung). Im Gegensatz zum Maksutov-Cassegrain, ist eine Kollimation eines SC vom Hersteller vorgesehen und relativ leicht durchführbar. Ich habe auch Berichte gefunden, wie man ein MC kolliminiert, aber auch unglückliche MC Besitzer, die es sehr bereut haben, je die Kollimation verändert zu haben. Denke ich an mein Spiegelshifting und daran, dass ich mit unterschiedlichen Zubehör beobachte, dann weiß ich nicht, welche Spiegelposition ich kolliminieren sollte. Deshalb will ich erst alle anderen Faktoren für meine Probleme ausschließen und dann ernsthaft an eine Kollimation denken. Den nötigen zölligen Schlüsselsatz habe ich mir schon lange bei Conrad-Elektronik besorgt, aber ich traue mich noch nicht ran.
Zum Auskühlen hatte ich schon geschrieben, da ich aber sehr vorsichtig sein kann, werde ich auch längere Auskühlzeiten bis hin zum Lüfterdauerlauf probieren. Da ich beim Lüfterkabel ein Potentiometer zwischengeschaltet habe, kann ich den Lüfter auch sehr langsam drehen lassen, das selbst bei hoher Vergrößerung kaum ein vibrieren sichtbar ist.
Das sehr gutes Seeing eine notwendige, aber nicht hinreichende Vorausätzung für hohe Vergrößerung ist, ist schon klar, auch das Du im „Dorf Berlin“ wohnst, konnte ich aus Deinem Profil schon vor Tagen sehen, aber Dein Seeing bis hin zu 8-9/10 ist absolute Spitze.
Berlin und Umgebung hat fast überall Ansammlungen von beheizten Häusern, die das Seeing negativ beeinflussen. Wenn Du nicht gerade eine besondere Stelle auf den Acker hast, weit weg von jeder Siedlung, müsstest auch Du von dieser beheizten Luft betroffen sein. Deshalb meine allgemeine Frage bzgl. Deiner Beobachtungsumgebung. Vom Balkon sind jedenfalls solche Seeingwerte im Herbst nicht erreichbar und auch innerhalb eines Dorfes, kann ich es mir schwer vorstellen.
Wenn ich auf Deiner Homepage Deine Bilder bewundere, dann bin ich schon sehr beeindruckt.
Bei Dir scheint sowohl das Gerät, als auch der Beobachtungsplatz zu stimmen und offenbar hast Du auch die Erfahrung und Kenntnisse es in sehr gute Bilder umzusetzen. Deshalb bin ich dankbar für Deine Beiträge. Ich habe oft im Forum bemerkt, das positive Bemerkungen falsch verstanden werden können, insbesondere Mathematiker drücken sich vielleicht noch anders aus. Deshalb betone ich noch einmal, das es wirklich positiv gemeint ist!

Also noch einmal vielen Dank.
Jetzt ist endlich Wochenende und ich werde bei diesem super blauen Himmel beoachten, experimentieren und am Montag auch berichten.

Viele Grüße

Peter
 
Hallo Astrogemeinde,

hier der versprochene Beobachtungsbericht.
Die Nacht vom Freitag, den 28.10. zum Sonnabend war vom Seeing her sehr bescheiden.
Der Wind mit Stärke ca. 3-4 wirbelte die Luft südlich von Berlin, Nähe Königwusterhausen
ganz schön durcheinander, so dass ein Seeing von ca. 3/10 herrschte.
Die hellen Sterne funkelten bis hin zu 45° deutlich und bis ca. 60° erkennbar.
Das Airy-Scheibchen war meist nicht sichtbar.
Theoretisch könnte auch ein gewisser spürbarer Teil Tubusseeing dabei sein, da ich aber, wie üblich ca. 2 Stunden den Lüfter laufen ließ (mit Tubus nach unten, also Spiegel und Lüfterausgang nach oben) und danach Heizköpertapete anlegte, sollte der praktische Anteil des Tubusseeings gering sein. Außerdem veränderte sich das Seeing während der gesamten Nacht kaum. Nur in der Morgendämmerung war es etwas besser, vielleicht 4/10.
Leider waren meine bestellten neuen Okulare für’s Bino noch nicht eingetroffen, aber auch bei 83 facher Vergrößerung war schon eine gewisse Unschärfe erkennbar.
Marsdetails waren kaum zu erkennen, auffällig war ein dunkleres Gebiet knapp unterhalb der zentralen Marsoberfläche, das etwa in der Mitte durch ein kleines schmales helleres Gebiet unterbrochen war und ein weises Gebiet an der nördlichen Polkappe. Beim Saturn war die Cassini-Lücke nur blickweise kurz sichtbar und erst in der Morgendämmerung konnte man diese öfter sehen. Also alles in allen sehr bescheiden. Das Doppelsternpaar Epsilon LYR war nur mit Mühen jeweils trennbar, auch ein Zeichen für schlechtes Seeing.
In der Nacht vom Sonnabend, den 29.10. zum Sonntag lag die Windstärke bei etwa 1-2 und auch das Seeing war etwas besser ca. 4/10 bis knapp 5/10, insbesondere in der Morgendämmerung. Das Airy-Scheibchen war ständig sichtbar, aber nur blickweise waren kurze Bögen der Beugungsringe erster Ordnung sichtbar. Es waren in etwa die gleichen Marsdetails erkennbar, nur etwas besser als am Tag zuvor. Der Marsrand war mono-okular bei 134 facher Vergrößerung akzeptabel halbwegs scharf und bino-okular bei 178 facher Vergrößerung war ein sehr weich gezeichneter unruhiger Marsrand erkennbar. Das Doppelsternpaar Epsilon LYR war deutlich jeweils trennbar, aber ein flackern war aber ebenso deutlich. Die Cassini-Lücke war fast ständig erkennbar, aber nur in der Morgendämmerung konnte man diese umlaufend erahnen.
Beim Fokussieren habe ich versucht den Fehler für das Spiegel-Shifting einzuschätzen.
Durch absichtliches unscharf stellen, bekommt man ein Gefühl, wie sehr die Beugungsringe verformt werden. Auch ein einmal für symmetrisch und konzentrisch empfundene Beugungsringe versuchte ich durch feststellen und nur noch elektrisch Nachfokussieren
zu erhalten.
Ich schätze diesen Fehler als eher gering ein. Vielleicht 5% und eben so gering ein mögliches Tubusseeing.
Bei der Kollimation schätze ich den Fehler auch gering ein, aber der unruhige Beugungsring 1. Ordnung lässt eine genaue Bewertung nicht zu.
Mono-okular bei 417 facher Vergrößerung könnte vielleicht der Beugungsring 1. Ordnung einseitig etwas mehr ausgeprägt sein. Sicher kann man das nur bei besseren Seeing und höherer Vergrößerung sagen, deshalb werde ich mir noch ein gutes Okularpärchen für noch höhere Vergrößerung zulegen.
Am fokussieren selbst liegt es eigentlich auch nicht, denn man findet gut den Punkt mit der schärfsten (aber nicht wirklich scharfen) Einstellung.
Bleibt eigentlich nur das Seeing der Umgebung selbst übrig. Hier wird wohl nur ein Ortswechsel oder ein wirklich gutes Seeing Klärung bringen.
Wirklich schlauer bin ich dieses Wochenende aber nicht geworden, deshalb wird dieses Thema für mich und vielleicht auch für andere ein Dauerbrenner sein. Vielleicht hilft hier aber letztendlich nur Erfahrung, also viel beobachten und vergleichen.

Viele Grüße

Peter
 
Hallo Astrogemeinde,

ein Frage habe ich noch vergessen. Da die Schärfe eng mit dem Seeing verknüpft ist, gibt es eigentlich eine Statistik, z.B. für Berlin/Brandenburg, wie oft die einzelnen Seeing-Skalenwerte nach Pickering im Jahr erreicht werden. Natürlich ist es auch ortsabhängig, aber ein Mittelwert für eine Region sollte doch möglich sein. Ich kenne Staistiken aus den USA, da ist das typische Seeing in einigen Regionen auch meist 4/10 bis 5/10 und Werte darüber kann man im Jahr an beiden Händen, wenn nicht sogar an eine Hand abzählen. Vielleicht gibt es auch für unsere Regionen solche Statistiken.

Viele Grüße

Peter
 
auffällig war ein dunkleres Gebiet knapp unterhalb der zentralen Marsoberfläche, das etwa in der Mitte durch ein kleines schmales helleres Gebiet unterbrochen war und ein weises Gebiet an der nördlichen Polkappe. Beim Saturn war die Cassini-Lücke nur blickweise kurz sichtbar und erst in der Morgendämmerung konnte man diese öfter sehen.

und

Es waren in etwa die gleichen Marsdetails erkennbar, nur etwas besser als am Tag zuvor. Der Marsrand war mono-okular bei 134 facher Vergrößerung akzeptabel halbwegs scharf und bino-okular bei 178 facher Vergrößerung war ein sehr weich gezeichneter unruhiger Marsrand erkennbar. Das Doppelsternpaar Epsilon LYR war deutlich jeweils trennbar, aber ein flackern war aber ebenso deutlich. Die Cassini-Lücke war fast ständig erkennbar, aber nur in der Morgendämmerung konnte man diese umlaufend erahnen.

Also, das ist doch schon etwas!
Ich habe die letzten zwei Nächte mit einem sehr guten C8 beobachtet und auch nicht viel mehr gesehen. Das seeing war eben schlecht, und Reflektoren 7-8" brauchen sehr gutes seeing, um mehr als die beschriebenen Details zu zeigen.
 
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Hallo chrisnauta,

danke für Deine Antwort.

Vielleicht liegt es ja wirklich nur am Seeing.

Das Thema Seeing-Bewertung habe ich bereits als eigenes Thema fortgesetzt.

Viele Grüße

Peter
 
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