Kontrasttest

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Bronks

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Um mir ein Bild von der Kontrasleistung eines Fernglases zu machen, halte ich es in der Nacht gegen eine Strassenlaterne. Die Unterschiede sind beachtlich. Bis jetzt hab ich nur Feldstecher der unteren Preisklasse in den Fingern gehabt. Kann man von einem teuren Steiner, Zeiss, Vixen ... erwarten, daß ich eine Strassenlaterne absolut ohne Heiligenschein oder Hintergrundaufhellung, wie ausgestanzt, im Bild habe?
 
Ja, fast - bei einem Fujinon FMTR-SX oder Nikon SE sieht man die Strassenlaterne (nahezu) wie ausgestanzt. Es ist nicht 100%, aber der Unterschied zu billigeren Ferngläsern ist sehr beeindruckend. Es ist natürlich im wesentlichen die Qualität der Vergütung, die den Unterschied macht. Das Leica Ultravid ist ebenfalls sehr gut, die neuen Zeiss FL habe ich noch nicht getestet. Es gibt auch einige billige Ferngläser, die hier einigermassen gut abschneiden, z.B. die russischen Kronos BPWC Modelle. Die chinesischen Ferngläser dieser Preisklasse (um 100 Euro, dazu gehören auch die Nikon und Minolta dieser Preisklasse) scheinen bei diesem Test durchweg schlechter abzuschneiden als der 'Russe'.

Gruss,
Holger
 
> Kann man von einem teuren Steiner, Zeiss, Vixen ... erwarten, daß ich eine Strassenlaterne absolut ohne Heiligenschein oder Hintergrundaufhellung, wie ausgestanzt, im Bild habe?

Nein, nicht unbedingt. Die Frage nach einem "teuren Steiner, Zeiss, Vixen ..." ist wenig sinnvoll. Wenn schon, dann muß man sich konkrete Modelle anschauen. Auch ein Zeiss 8x30 Conquest ist "teuer", zeigt aber recht heftige Reflexe bei Nacht mit einer hellen Lichtquelle im Bild. Zwar ist der "Heiligenschein" nicht im Bildzentrum, dafür ist er im Randbereich nicht zu übersehen. Entscheidend sind hier Qualität der Vergütung und ein ausgefeiltes System zur Unterdrückung von Streulicht (Innenschwärzung, Blenden, ...). Beides bedeutet einen gewissen Fertigungsaufwand und das hat seinen Preis. Man kann zumindest vermuten, daß renommierte Hersteller sich bei ihren Topmodellen in der Beziehung auch was einfallen lassen.

Daß das nicht immer die Regel sein muß, zeigt manches inzwischen eingestellte Fernglas der Edelhersteller. Ich denke dabei beispielsweise an einige Dialyt Modelle von Zeiss, wo die Innenschwärzung verbesserungswürdig war. Es hilft die beste Vergütung nichts, wenn seitlich einfallendes Licht unter bestimmten Eintrittswinkeln im Innern des Fernglases reflektiert und die Bildmitte quasi "erleuchtet" wird. Wenn es um einen möglichst guten Kontrast auch unter kritischen Beobachtungsbedingungen geht, dann muß man beides sehen: Vergütung und Streulichtunterdrückung. Der zweite Punkt ist in dem Moment relevant, wo die Laterne vom "Laternentest" nicht auf der optischen Achse liegt sondern sich abseits davon im Bild oder ein gutes Stück außerhalb vom Sehfeld befindet. Das ist dann von Bedeutung, wenn man tagsüber mit Seitenlicht von unserer lieben Sonne zu kämpfen hat oder in der tiefen Dämmerung mit einem lichtstarken Fernglas eine Szene beobachtet, wo der Vollmond 20 oder 30 Grad darüber hängt. Und bei solchen Gelegenheiten stellt man hin und wieder fest, daß man sich nicht unbedingt auf einen Hersteller verlassen sollte und sich besser einzelne Modelle genauer anschaut.

Bei der Gelegenheit beschleicht mich der Verdacht, daß es auch bei den aktuellen Top Modellen von Leica und Zeiss Unterschiede in der Streulichtunterdrückung gibt, die man nicht in jeder Situation unterschlagen kann. Bei der Vergütung sind die Edelhersteller sicher durchweg auf sehr hohem Niveau. Aber die Vergütung allein macht kein sehr gutes Fernglas ...

Frank.
 
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